5 Geldfehler der Schweiz

Juni 16, 2025 13 Minuten Lesezeit
Die 5 grössten Geldfehler der Schweiz — und wie du sie vermeidest | arvy

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Die 5 grössten Geldfehler der Schweiz — und wie du sie vermeidest

Nicht aus Dummheit, sondern weil ihnen niemand die Zusammenhänge erklärt hat: Die Schweizer:innen machen systematisch dieselben fünf teuren Finanzfehler. Gesamt-Impact: CHF 100'000 bis über CHF 500'000 über ein Leben. Die gute Nachricht: Jeder einzelne lässt sich in unter einer Stunde beheben.

Von Thierry Borgeat · Überprüft von Patrick Rissi, CFA und Florian Jauch, CFA · Zuletzt aktualisiert April 2026 · 12 Minuten Lesezeit

Es gibt Finanzfehler, die offensichtlich sind: Geld in Kryptos verlieren, Casino-Spekulationen, Schneeball-Systeme. Und dann gibt es Fehler, die niemand als Fehler erkennt — weil sie normal sind, weil alle sie machen, weil die Bank sie sogar aktiv empfiehlt. Genau diese Kategorie ist in der Schweiz die teuerste.

Wir haben in den letzten Jahren Hunderte von Kundensituationen gesehen. Und immer wieder tauchen die gleichen fünf Muster auf. Nicht bei Personen mit tiefem Einkommen oder ohne Bildung — sondern quer durch alle Schichten, vom Lehrer bis zum Arzt, vom Sachbearbeiter bis zum CFO. Es geht nicht um Intelligenz. Es geht um Information. Und um die Tatsache, dass die konventionelle Schweizer Finanzbildung diese Fehler nicht als Fehler behandelt.

Dieser Artikel zeigt dir die fünf teuersten strukturellen Geldfehler in der Schweiz, mit verifizierten 2026-Zahlen, konkreten Rechnungen und Lösungen. Am Ende findest du eine 30-Minuten-Checkliste, mit der du alle fünf an einem Samstag Vormittag behebst.

~CHF 396k
Differenz 3a Sparkonto vs. investiert über 35 Jahre
~CHF 30k
Steuerersparnis bei gestaffeltem Bezug von CHF 500k
~CHF 40k
Kaufkraftverlust auf CHF 200k Cash über 15 Jahre

01Fehler 1: Säule 3a auf dem Sparkonto

Schätzungen von Analysten zufolge liegt rund die Hälfte aller 3a-Gelder in der Schweiz auf Sparkonten mit aktuell zwischen 0.5% und 1.0% Zins. Das fühlt sich sicher an — ist aber der mit Abstand teuerste "Fehler" im Schweizer Vorsorgesystem. Nicht weil ein Sparkonto schlecht ist, sondern weil es für einen 3a-Horizont von 20, 30 oder 40 Jahren das falsche Vehikel ist.

Die Mathematik ist brutal eindeutig. Wer jährlich den Maximalbetrag (2026: CHF 7'258 für Angestellte mit PK) in die 3a einzahlt und das Geld auf einem Sparkonto liegen lässt, endet nach 35 Jahren bei einem ganz anderen Endwert als jemand, der das gleiche Geld investiert:

Was dieser Fehler über 35 Jahre kostet

Sparkonto (0.75% p.a.): CHF 7'258/Jahr × 35 Jahre ≈ CHF 291'800
(davon eingezahlt CHF 254'030, Zins ~CHF 37'770)

Investiert (5% p.a. nach Gebühren): CHF 7'258/Jahr × 35 Jahre ≈ CHF 688'400
(davon eingezahlt CHF 254'030, Marktrendite ~CHF 434'370)

Differenz: ~CHF 396'600 — fast eine Vierhunderttausender-Franken-Summe, die auf dem Tisch liegen bleibt, nur weil du dein 3a-Konto nicht aktiv verwaltest.

Warum das besonders absurd ist

In der 3a zahlst du ohnehin keine Kapitalgewinnsteuer — sie ist das steueroptimalste Investitionsvehikel, das die Schweiz kennt. Das bedeutet: jeder Franken Marktrendite landet 1:1 in deinem Vermögen, ohne Abzug. Das 3a-Sparkonto ist wie ein Ferrari, den du mit angezogener Handbremse fährst. Die Technologie ist da — du nutzt sie nur nicht.

Bei einem Anlagehorizont von 10+ Jahren überwiegen die Vorteile des Investierens die Volatilitätsrisiken bei Weitem. In jedem 15-Jahres-Zeitraum seit 1945 hat ein global diversifiziertes Aktienportfolio positiv abgeschnitten. Bei 3a-Horizonten von 20–40 Jahren ist die historische Wahrscheinlichkeit eines Verlusts statistisch irrelevant.

Die Lösung in 15 Minuten

Wechsle weg vom 3a-Sparkonto. Eröffne bei einem investierten 3a-Anbieter ein neues Konto, wähle eine Aktienquote von 75–100% (abhängig von deinem Horizont) und initiiere den Transfer deines bestehenden 3a-Guthabens. Der Transfer dauert in der Regel 2–4 Wochen und kostet bei den meisten Anbietern nichts.


02Fehler 2: Den Pensionskassen-Ausweis nie gelesen

Dein Pensionskassen-Ausweis ist das wichtigste Finanzdokument, das du als Schweizer Angestellter besitzt — und die meisten werfen ihn ungelesen in die Schublade. Er kommt einmal pro Jahr, hat drei Seiten, und enthält Informationen, die über Zehntausende von Franken entscheiden können. Auf dem Ausweis steht: dein angespartes Altersguthaben, der aktuelle Umwandlungssatz, deine Einkaufslücke, deine Risikoleistungen (Invalidität, Tod), und die Koordinationsabzüge.

Zwei dieser Zahlen sind besonders wertvoll — und werden systematisch ignoriert.

Die Einkaufslücke: der unterschätzte Steuerhebel

Die Einkaufslücke ist der Betrag, den du freiwillig in die Pensionskasse nachzahlen darfst — und der voll vom steuerbaren Einkommen abzugsfähig ist. Wer in der Karriere Lohnsprünge, Teilzeitphasen oder Auslandsaufenthalte hatte, sieht auf dem PK-Ausweis oft eine Einkaufslücke von CHF 50'000 bis über CHF 200'000.

Ein konkretes Rechenbeispiel: Du verdienst CHF 130'000 brutto in Zürich, bist 52 Jahre alt, und kaufst CHF 25'000 in die PK ein. Dein steuerbares Einkommen sinkt von CHF 130'000 auf CHF 105'000. Bei einem kombinierten Grenzsteuersatz von ungefähr 32% (Bund + Kanton + Gemeinde Zürich Stadt) sparst du im Einkaufsjahr rund CHF 8'000 an Steuern. Das Kapital geht nicht verloren — es liegt jetzt in deiner PK und wird später beim Bezug nur noch mit der (deutlich tieferen) separaten Kapitalbezugssteuer belastet.

Wichtige Falle: Art. 79b BVG

Wenn du den PK-Einkauf später als Kapital beziehen willst, beachte die 3-Jahres-Sperrfrist gemäss Art. 79b Abs. 3 BVG: in den 3 Jahren nach einem Einkauf darf das eingezahlte Kapital nicht in Kapitalform bezogen werden — auch nicht teilweise. Das Bundesgericht (BGE 2C_658/2009, 2C_6/2021) hat diese Regel mehrfach restriktiv ausgelegt. Plane deinen letzten Einkauf also min. 3 Jahre vor dem geplanten Bezug. Mehr dazu in unserem Deep-Dive zum Kapitalbezug.

Der Umwandlungssatz: macht die Wahl Rente oder Kapital

Der Umwandlungssatz bestimmt, wie viel lebenslange Rente du pro CHF 100'000 Altersguthaben bekommst. Er liegt im BVG-Obligatorium gesetzlich bei 6.8%, im überobligatorischen Teil aber bei den meisten privaten Pensionskassen bei nur 4.5–5.5% — und wird laufend gesenkt. Wer CHF 500'000 Altersguthaben hat und einem gemischten Umwandlungssatz von 5.2% gegenübersteht, bekommt CHF 26'000 lebenslange Rente pro Jahr. Bei 6.8% wären es CHF 34'000. Ein Unterschied von CHF 8'000 pro Jahr oder (bei 25 Rentenjahren) CHF 200'000 insgesamt.

Je tiefer der Umwandlungssatz deiner Kasse, desto eher lohnt sich der Kapitalbezug statt der Rente. Aber diese Entscheidung musst du informiert treffen — und dafür musst du deinen Ausweis kennen.


03Fehler 3: Keine gestaffelte Bezugsstrategie geplant

Wenn du mit 65 in Pension gehst, hast du Geld in bis zu fünf verschiedenen "Töpfen": Pensionskasse, mehrere 3a-Konten, Freizügigkeitskonten und freies Vermögen. Die meisten beziehen alles im selben Jahr — weil es "einfacher" ist, weil niemand ihnen etwas anderes gesagt hat, weil die Bank keinen Anreiz hat, die komplexere (und für den Kunden bessere) Strategie vorzuschlagen.

Das ist teuer. Sehr teuer. Denn die Kapitalbezugssteuer in der Schweiz ist progressiv — je mehr du in einem einzigen Steuerjahr beziehst, desto höher der Steuersatz auf jeden zusätzlichen Franken. Und alle Bezüge eines Jahres (PK, 3a, Freizügigkeit, auch die des Ehepartners) werden zusammengerechnet.

Die Mathematik der Staffelung

Beispiel: CHF 500'000 Vorsorgekapital total zur Auszahlung, Wohnort Zürich, verheiratet.

Alles in einem Jahr bezogen: Kapitalbezugssteuer (Kanton + Bund) ca. CHF 50'000–60'000, effektiver Steuersatz ~11%
Über 5 Jahre gestaffelt (je CHF 100'000): Kapitalbezugssteuer total ca. CHF 22'000–30'000, effektiver Steuersatz ~5%

Ersparnis: ~CHF 28'000–30'000 — für genau dieselbe Summe, nur durch eine andere Jahresverteilung.

Was du konkret tun musst

Die Staffelung funktioniert über zwei Mechanismen:

1. Mehrere 3a-Konten von Anfang an. Da ein 3a-Konto immer als Ganzes bezogen werden muss (kein Teilbezug möglich), brauchst du mehrere Konten, um in verschiedenen Jahren beziehen zu können. Faustregel: 4–5 Konten, jedes mit maximal CHF 50'000. Wenn du erst mit 50 anfängst, eröffne jedes Jahr ein neues Konto. Zwischen 60 und 64 beziehst du dann eines pro Jahr.

2. PK-Kapital in 2–3 Schritten beziehen. Seit der AHV21-Reform (Art. 13a BVG) müssen alle Pensionskassen mindestens 3 Teilbezüge zulassen. Du kannst also dein PK-Kapital in maximal drei verschiedenen Kalenderjahren beziehen. Erste Stufe muss mindestens 20% des Gesamtkapitals umfassen.

3. Freizügigkeitskonten splitten. Wenn du zwei Freizügigkeitskonten bei verschiedenen Stiftungen hast, kannst du sie in unterschiedlichen Jahren beziehen. Bei einem einzigen Konto bist du auf eine einmalige Auszahlung festgelegt.

Goldene Regel: Niemals PK, 3a und Freizügigkeit im gleichen Steuerjahr beziehen. Das ist der häufigste (und vermeidbarste) Fehler der Schweizer Pensionierungsrealität.


04Fehler 4: Zu viel Cash auf dem Sparkonto

Die Schweiz ist ein Land der Sparer. Viele halten CHF 50'000, 100'000 oder sogar CHF 200'000+ auf dem Sparkonto — "für alle Fälle". Die Absicht ist gut: Sicherheit, Liquidität, Puffer für Unvorhergesehenes. Das Ergebnis ist leider schlecht, und das aus einem Grund, der in der Bankberatung konsequent ausgeblendet wird: Inflation.

Ein Notgroschen von 3–6 Monatsausgaben (für die meisten sind das CHF 15'000–30'000) ist sinnvoll und notwendig. Alles darüber hinaus verliert jedes Jahr 1–2% an realer Kaufkraft, weil die Inflation höher liegt als der Sparzins. Aktuell (2026) erhältst du auf den besten Schweizer Sparkonten etwa 0.5%, während die Inflation bei ungefähr 1.3–1.5% liegt. Das bedeutet: dein reales Vermögen schrumpft jedes Jahr um etwa 0.8–1.0%.

Die Mathematik des Nichtstuns

CHF 100'000 auf einem Sparkonto, das mit 0.5% verzinst wird, bei 1.5% Inflation über 20 Jahre:

Nominaler Wert nach 20 Jahren: CHF 100'000 × (1.005)^20 ≈ CHF 110'490
Realer Wert in heutiger Kaufkraft: CHF 110'490 / (1.015)^20 ≈ CHF 82'050
Verlust an Kaufkraft: ~CHF 17'950 real (~18% deines ursprünglichen Kapitals)

Das gleiche Kapital investiert (5% nominale Rendite) hätte: CHF 100'000 × 1.05^20 = CHF 265'330 nominal, realer Wert CHF 197'060. Differenz zum Sparkonto: ca. CHF 115'000 real.

Warum sich das Sparkonto dennoch "sicher" anfühlt

Der Grund ist ein kognitives Phänomen, das Ökonomen als "Geldillusion" bezeichnen: Menschen bewerten ihr Vermögen in nominalen Franken, nicht in realer Kaufkraft. Wenn auf dem Auszug CHF 100'000 stehen, fühlt sich das sicher an — auch wenn diese CHF 100'000 in 20 Jahren nur noch CHF 75'000 in heutiger Kaufkraft wert sind. Der Zahlenwert auf dem Konto bewegt sich nicht, aber die Realität dahinter erodiert still und leise. Es ist ein unsichtbarer Verlust.

Die Lösung ist nicht, den gesamten Puffer zu investieren — sondern die richtige Balance zu finden: Notgroschen (3–6 Monatsausgaben) liquide, alles darüber gestaffelt in ein diversifiziertes Aktienportfolio. Wer das ordentlich aufsetzt, bekommt Sicherheit und Kaufkrafterhalt.


05Fehler 5: Hypothek nicht optimiert

Die meisten Schweizer akzeptieren das Hypothekar-Angebot ihrer Hausbank, ohne zu verhandeln oder zu vergleichen. Und viele überamortisieren — zahlen die Hypothek aggressiv zurück, statt das Geld zu investieren. Beides sind vermeidbare Fehler, die zusammen leicht CHF 50'000–100'000 über die Laufzeit kosten können.

Fehler A: Keinen Zinsvergleich machen

Der Unterschied zwischen dem teuersten und günstigsten Hypothekar-Anbieter in der Schweiz beträgt aktuell oft 0.3–0.5 Prozentpunkte für die gleiche Laufzeit und Konditionen. Bei einer Hypothek von CHF 500'000 sind das CHF 1'500–2'500 Zinsersparnis pro Jahr — oder CHF 15'000–50'000 über 10–20 Jahre Laufzeit. Und das ganz ohne deine Risikobereitschaft zu verändern.

Plattformen wie MoneyPark, HypoTheke, HypoPlus, Comparis oder direkt kontaktierte Pensionskassen und Versicherungen (die oft die besten Konditionen haben) machen den Vergleich in 1–2 Stunden Arbeit. Dein Zeitaufwand: ein Nachmittag. Deine Ersparnis: potenziell der Preis eines Kleinwagens.

Fehler B: Direkt amortisieren statt indirekt

Wenn du eine 2. Hypothek abbauen musst (oder willst), hast du zwei Wege:

Direkte Amortisation: Du zahlst jedes Jahr Geld an die Bank zurück. Die Hypothek schrumpft, dein Schuldzins sinkt, aber auch der steuerliche Schuldzinsabzug sinkt — und das Geld ist "weg" (es liegt in der Immobilie, nicht in deinem Portfolio).

Indirekte Amortisation via 3a: Du zahlst das gleiche Geld in deine (investierte!) 3a ein. Die Hypothek bleibt nominal gleich, der Schuldzinsabzug bleibt voll erhalten, du bekommst zusätzlich den 3a-Steuerabzug (CHF 7'258/Jahr bei vollem Maximum), und das Geld wird investiert statt "in die Wand gesteckt". Bei Pensionierung wird das 3a-Kapital zur Amortisation verwendet.

Der Doppel-Hebel der indirekten Amortisation

Du sparst gleichzeitig den 3a-Steuerabzug (ungefähr CHF 2'200/Jahr bei 30% Grenzsteuer) und behältst die Hypothekarzins-Abzugsfähigkeit. Auf 20 Jahre: ~CHF 44'000 Steuerersparnis durch 3a. Plus die Differenz zwischen 5% Marktrendite und ~1.5% Hypothekarzins (die "Spreads"): bei CHF 100'000 über 20 Jahre nochmal ungefähr CHF 80'000 Mehrrendite. Total-Vorteil: über CHF 100'000 gegenüber direkter Amortisation.

Natürlich: jede Situation ist anders. Wer kurz vor der Pensionierung steht oder Tragbarkeitsprobleme hat, sollte direkt amortisieren. Wer aber noch 15+ Jahre erwerbstätig ist, verliert mit direkter Amortisation systematisch Geld.


06Was diese 5 Fehler zusammen kosten

Jeder einzelne Fehler für sich genommen wirkt vielleicht überschaubar. Die Summe ist es nicht.

FehlerLifetime-Impact
3a nicht investiert (35 Jahre)CHF 200'000 – 400'000
PK-Ausweis ignoriert (verpasste Einkäufe + Steuern)CHF 20'000 – 80'000
Kein gestaffelter Bezug bei PensionierungCHF 25'000 – 50'000
Zu viel Cash (Kaufkraftverlust + entgangene Rendite)CHF 50'000 – 150'000
Hypothek nicht optimiert (über Laufzeit)CHF 30'000 – 100'000
Total über ein LebenCHF 325'000 – 780'000

Ranges basieren auf typischen Schweizer Vermögenssituationen für mittlere bis höhere Einkommen. Konservativ gerechnet, ohne Compounding zwischen den Kategorien.

Die teuersten Finanzfehler sind nicht die, die du machst — sondern die, von denen du nicht weisst, dass du sie machst.

Und keiner dieser Fehler erfordert ein hohes Einkommen oder viel Fachwissen, um vermieden zu werden. Sie erfordern nur eines: dass dir jemand die Zusammenhänge erklärt. Das ist übrigens der Grund, warum arvy existiert. Nicht weil wir "noch ein Anbieter" sein wollten, sondern weil wir es satt haben zu sehen, wie diese strukturellen Fehler Jahr für Jahr Wohlstand vernichten, der nie vernichtet werden müsste.


07So behebst du sie — die 30-Minuten-Checkliste

Samstagmorgen-Plan: alle 5 Fehler adressieren

Minute 0–10 (Fehler 2): Hol deinen letzten PK-Ausweis aus der Schublade. Such nach "Einkaufslücke" oder "maximal möglicher Einkauf" — das ist die Zahl, die zählt. Notiere sie. Schau dir den Umwandlungssatz an (beide, obligatorisch und überobligatorisch).

Minute 10–15 (Fehler 1): Prüfe, wo deine 3a liegt. Ist es ein Sparkonto bei deiner Hausbank? Dann ist es Zeit für den Wechsel zu einer investierten 3a. Ein Anbieter-Check in unserem 3a-Vergleich dauert 5 Minuten.

Minute 15–20 (Fehler 4): Wie viel Cash liegt auf deinem Sparkonto? Rechne: 3–6 Monatsausgaben als Notgroschen. Alles darüber ist Kandidat für die Investition. Schreibe die Zahl auf.

Minute 20–25 (Fehler 5): Wann läuft deine aktuelle Hypothek aus? Wie hoch ist dein Zinssatz? Ein Vergleich auf MoneyPark oder HypoPlus dauert 10 Minuten und zeigt dir, ob es günstigere Angebote gibt.

Minute 25–30 (Fehler 3): Ob du nah oder fern von der Pensionierung bist — eröffne ab sofort mehrere 3a-Konten für die spätere Staffelung. Wenn du schon 50+ bist, sollte der Plan eine 3-4 Jahres-Staffelung für den Bezug vorsehen.

Aktions-Phase (dauert 1–2 Wochen parallel): Transfer der 3a initiieren. Einkauf in die PK für das laufende Jahr (wenn finanziell sinnvoll). Sparplan einrichten für den Cash-Überschuss. Hypothek-Offerten einholen. Dokumentation aller Entscheidungen.


08Häufig gestellte Fragen

Lohnt es sich wirklich, die 3a zu wechseln, wenn ich schon 50 bin?

Ja. Auch mit einem 15-Jahres-Horizont ist der Unterschied zwischen Sparkonto und investierter 3a substantiell — bei CHF 7'258/Jahr über 15 Jahre @ 5% ergibt sich ein Endwert von ca. CHF 165'000 statt ~CHF 115'000 auf dem Sparkonto. Differenz: rund CHF 50'000, nur durch einen Wechsel.

Wie sicher sind investierte 3a-Lösungen bei einem Crash?

Sie fallen mit dem Markt — das ist unvermeidbar. Aber die 3a ist ein Langfristvehikel mit typischen Horizonten von 15–40 Jahren. Historisch hat sich der globale Aktienmarkt in allen 15-Jahres-Zeiträumen seit 1945 erholt. Wer 5–10 Jahre vor dem Bezug ist, kann schrittweise in risikoärmere Varianten wechseln, um das Sequence-of-Returns-Risiko zu mindern.

Sollte ich direkt in die PK einkaufen oder das Geld investieren?

Das hängt vom Grenzsteuersatz, der Einkaufslücke und dem geplanten Bezugsalter ab. Faustregel: bei einem Grenzsteuersatz von 30%+ und einer Restlaufzeit von mindestens 5 Jahren ist der PK-Einkauf fast immer attraktiver — die sofortige Steuerersparnis ist eine garantierte Rendite auf das eingezahlte Kapital, die keine Aktienmarkt-Investition garantieren kann. Wichtig: 79b-Sperrfrist beachten.

Wie viel Cash sollte ich wirklich halten?

Die Faustregel sind 3–6 Monatsausgaben als Notgroschen — für die meisten Haushalte zwischen CHF 15'000 und CHF 30'000. Familien mit Kindern und einer Hypothek tendieren zum oberen Ende. Alleinstehende mit stabilem Job können am unteren Ende sein. Alles darüber hinaus gehört ins Portfolio, nicht auf ein Sparkonto.

Was ist der Unterschied zwischen direkter und indirekter Amortisation?

Bei direkter Amortisation zahlst du die Hypothek jedes Jahr direkt an die Bank zurück. Bei indirekter Amortisation zahlst du das gleiche Geld in die (investierte) Säule 3a ein, und die 3a wird später zur Rückzahlung verwendet. Die indirekte Variante ist fast immer steuerlich besser, weil du die 3a-Steuerersparnis und den vollen Hypothekarzins-Abzug bekommst.

Wann sollte ich eine Hypothek neu verhandeln?

Spätestens 12 Monate vor Ablauf der aktuellen Hypothek. Je früher du beginnst, desto mehr Zeit hast du für Vergleiche und Verhandlungen. Wer Zinsen für 3, 5 oder 10 Jahre fix vereinbart hat, sollte in den 6 Monaten vor Ablauf aktiv werden — spätere Wechsel sind teurer wegen Konditionsfristen.

Wie funktioniert der gestaffelte 3a-Bezug konkret?

Ein 3a-Konto muss beim Bezug immer als Ganzes aufgelöst werden — du kannst nicht "ein bisschen" beziehen. Deshalb: wer mehrere Konten hat (z.B. 4–5 Konten), kann jedes in einem anderen Steuerjahr beziehen (z.B. 60, 61, 62, 63, 64). Das senkt die Progression pro Jahr und spart Tausende an Steuern.

Muss ich alle 5 Fehler gleichzeitig beheben?

Nein. Start mit Fehler 1 (3a-Wechsel) und Fehler 4 (Cash-Umschichtung) — das sind die grössten Hebel und die schnellsten Umsetzungen. Die anderen drei können schrittweise über 6–12 Monate folgen. Wichtig ist, überhaupt anzufangen.



Fünf Fehler, die du ab heute nicht mehr machst

Die Theorie zu kennen ist der erste Schritt. Der zweite ist, sie umzusetzen. arvy ist gebaut, damit dir beides gleich leicht fällt: Bildung, die du wirklich verstehst, und ein Investitions-Setup, das die strukturellen Fehler automatisch vermeidet — investierte 3a, Freizügigkeit, freies Investieren, alles in einem. Mit drei CFA-Charterholdern, die ihr eigenes Geld im selben Portfolio investieren, und einem wöchentlichen Newsletter, der dich in Crashes bei der Strategie hält.

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Die Fehler, die du vermeidest, zahlen dich im Alter aus.

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Geschrieben von Thierry Borgeat, Co-Founder von arvy, und überprüft von Patrick Rissi, CFA und Florian Jauch, CFA. Alle Berechnungen wurden unabhängig verifiziert mit Standard-Finanzformeln (annuity-due für jährliche Beiträge, Compound Interest Formel für Einmalanlagen). 3a-Beitragsmaximum 2026: CHF 7'258 für Angestellte mit Pensionskasse. BVG-Referenzen: Art. 13a und 79b BVG sowie BGE 2C_658/2009 und 2C_6/2021. Zuletzt aktualisiert April 2026.

Disclaimer: Dieser Artikel dient allgemeinen Bildungszwecken und stellt keine persönliche Anlage-, Vorsorge- oder Steuerberatung dar. Die genannten Beträge sind Schätzungen und variieren je nach individueller Situation, Kanton und Marktentwicklung. Historische Renditen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Für die konkrete Umsetzung empfehlen wir zwingend die Beratung durch einen unabhängigen Vorsorgeberater. arvy ist ein von der FINMA beaufsichtigter Vermögensverwalter mit KAG-Lizenz. Impressum & Rechtliche Hinweise.