Ab welchem Betrag lohnt sich ein ETF Sparplan?

Juni 10, 2026 4 Minuten Lesezeit
arvy's Teaser: «Ab welchem Betrag lohnt sich ein Sparplan?» ist eine der meistgestellten Fragen — und sie hat keine allgemeingültige Antwort. Sie hängt nämlich nicht von dir ab, sondern vom Gebührenmodell deines Anbieters. Wo eine fixe Gebühr pro Ausführung anfällt, gibt es eine harte Untergrenze. Wo nur ein Prozentsatz gilt, gibt es keine.

Ab welchem Betrag lohnt sich ein ETF Sparplan?

Warum die Frage weniger über dich aussagt als über die Gebührenstruktur deines Anbieters.

Von Thierry Borgeat · Geprüft von Patrick Rissi, CFA und Florian Jauch, CFA · 6 Minuten Lesezeit

Die Kurzfassung
  • Fixe Gebühren pro Ausführung erzeugen eine Untergrenze. CHF 9 auf eine Einzahlung von CHF 100 sind 9% — weg, bevor irgendetwas angelegt ist.
  • Prozentuale Gebühren erzeugen keine. Bei 0.45% pro Jahr ist die Belastung bei CHF 20 exakt gleich hoch wie bei CHF 100'000.
  • Beim arvy ETF Sparplan gibt es deshalb keine Mindesteinzahlung. Der Einstieg beginnt bei CHF 500; danach ist jede Rate gleich effizient, ob CHF 20 oder CHF 2'000.
  • Der eigentliche Mindestbetrag ist verhaltensbedingt: so viel, dass es weh tut, und so wenig, dass du in einem schlechten Monat nicht aussetzt.

01Warum die Frage meist falsch gestellt wird

Die Frage klingt, als ginge es um dich: Habe ich genug Geld? Tatsächlich geht es um die Gebührenstruktur. Es gibt zwei Modelle, und sie führen zu völlig verschiedenen Antworten.

Monatliche Einzahlungohne FixgebührCHF 2 pro AusführungCHF 9 pro Ausführung
CHF 200%10%45%
CHF 500%4%18%
CHF 1000%2%9%
CHF 5000%0.4%1.8%
CHF 1'0000%0.2%0.9%

Belastung der einzelnen Einzahlung durch die fixe Gebühr. Die laufende Verwaltungsgebühr kommt in allen Fällen dazu.

Lies die erste Zeile zweimal. Bei einer festen Gebühr von CHF 9 und einer Einzahlung von CHF 20 verschwinden fast die Hälfte, bevor ein einziger Franken investiert ist. Der Markt müsste 80% steigen, nur um diesen Start auszugleichen.

Deshalb lautet bei solchen Anbietern die korrekte Antwort: mindestens CHF 500, besser mehr. Nicht weil kleine Beträge sinnlos wären, sondern weil ihr Gebührenmodell sie unbrauchbar macht.

02Was sich ändert, wenn es keine Fixgebühr gibt

Eine rein prozentuale Gebühr verhält sich völlig anders: Sie ist proportional. 0.45% auf CHF 1 sind derselbe Anteil wie 0.45% auf CHF 100'000. Es gibt keinen Schwellenwert, ab dem es sich «lohnt», weil die Belastung nie überproportional ist.

Beim arvy ETF Sparplan gibt es keine Mindesteinzahlung

Der Einstieg ins Mandat beginnt bei CHF 500 — das ist der Betrag, ab dem sich die Aufteilung zwischen den Bausteinen sauber abbilden lässt. Danach gibt es keine Gebühr pro Ausführung, keine Mindestrate und keine Mindestlaufzeit. Die Kosten sind 0.39% Verwaltung plus 0.06% Produktkosten — unabhängig davon, ob du CHF 20 oder CHF 1'000 im Monat einzahlst. Das ist ein anderer Punkt als eine Fixgebühr: Die frisst bei jeder einzelnen Einzahlung mit, dauerhaft.

Das ist kein Marketingtrick, sondern eine Konsequenz aus der Bauweise: Weil die Einzahlungen gebündelt und wöchentlich ausgeführt werden, entstehen keine Kosten, die pro Anleger einzeln anfallen und deshalb weitergegeben werden müssten.

03Lohnt sich ein kleiner Betrag überhaupt?

Rein rechnerisch ja, wenn die Laufzeit stimmt. CHF 25 im Monat über dreissig Jahre bei 7% Bruttorendite und 0.45% Kosten ergeben rund CHF 28'000 — bei Einzahlungen von CHF 9'000.

Viel wichtiger ist aber etwas anderes, das sich nicht ausrechnen lässt: Ein kleiner Sparplan, der läuft, ist unendlich viel mehr wert als ein grosser, den du noch nicht gestartet hast. Die häufigste Ursache für ein leeres Depot mit vierzig ist nicht ein zu kleiner Betrag mit zwanzig. Es ist, mit zwanzig auf den richtigen Moment gewartet zu haben.

04Der Betrag, der zu dir passt

Obergrenzeso viel, dass du auch in einem schlechten Monat nicht aussetzen musst
Untergrenzeso viel, dass du es merkst — sonst wird es beliebig
VorherNotgroschen für drei bis sechs Monate, teure Schulden getilgt
Danacherhöhen, wenn der Lohn steigt, statt den Betrag heute zu überdehnen

Die Szenarien für verschiedene Beträge und Laufzeiten stehen in Wie viel monatlich investieren?. Wie du einen Betrag findest, der wirklich frei ist, steht in Wie viel Geld brauche ich in der Schweiz?.

05Häufige Fragen

Ab welchem Betrag lohnt sich ein ETF Sparplan?

Das hängt vom Gebührenmodell ab. Bei fixen Gebühren pro Ausführung liegt die sinnvolle Untergrenze bei mehreren hundert Franken im Monat. Bei rein prozentualen Gebühren gibt es keine Untergrenze, weil die Belastung bei jedem Betrag gleich hoch ist.

Gibt es einen Mindestbetrag?

Der Einstieg beginnt bei CHF 500. Danach gibt es keine Gebühr pro Ausführung, keine Mindesteinzahlung und keine Mindestlaufzeit. Bei Anbietern mit fixer Transaktionsgebühr wäre derselbe Betrag wirtschaftlich sinnlos.

Lohnen sich CHF 25 im Monat?

Über dreissig Jahre bei 7% Bruttorendite und 0.45% Kosten entstehen daraus im Modell rund CHF 28'000, bei Einzahlungen von CHF 9'000. Entscheidender als der Betrag ist, dass der Sparplan läuft und nicht auf einen besseren Zeitpunkt wartet.

Ist es besser, zu warten und dann mehr anzulegen?

Meist nicht. Wer wartet, verliert Anlagezeit, und die lässt sich nicht nachholen. Wer heute klein anfängt und später erhöht, hat in fast allen Modellrechnungen das bessere Ergebnis als jemand, der spät mit einem grossen Betrag startet.

Was ist wichtiger: der Betrag oder die Laufzeit?

Die Laufzeit, mit deutlichem Abstand. Ein früher Start mit kleinem Betrag schlägt einen späten Start mit grossem regelmässig — weil die Rendite auf die Rendite erst über die Jahre zu wirken beginnt.

Keine Mindesteinzahlung. Kein Grund zu warten.

Der arvy ETF Sparplan startet ab CHF 500 — danach ohne Mindesteinzahlung, ohne Gebühr pro Ausführung und ohne Mindestlaufzeit.

Dieser Beitrag wurde von Thierry Borgeat, Mitgründer von arvy, verfasst und von Patrick Rissi, CFA, und Florian Jauch, CFA, geprüft.

Disclaimer: arvy AG ist ein von der FINMA bewilligter Verwalter von Kollektivvermögen nach Art. 24 KAG. Dieser Beitrag dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Alle Beträge sind Richtwerte und hängen von Kanton, Gemeinde und persönlicher Situation ab. Die historische Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

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