Ab welchem Betrag lohnt sich ein ETF Sparplan?


Warum die Frage weniger über dich aussagt als über die Gebührenstruktur deines Anbieters.
Die Frage klingt, als ginge es um dich: Habe ich genug Geld? Tatsächlich geht es um die Gebührenstruktur. Es gibt zwei Modelle, und sie führen zu völlig verschiedenen Antworten.
| Monatliche Einzahlung | ohne Fixgebühr | CHF 2 pro Ausführung | CHF 9 pro Ausführung |
|---|---|---|---|
| CHF 20 | 0% | 10% | 45% |
| CHF 50 | 0% | 4% | 18% |
| CHF 100 | 0% | 2% | 9% |
| CHF 500 | 0% | 0.4% | 1.8% |
| CHF 1'000 | 0% | 0.2% | 0.9% |
Belastung der einzelnen Einzahlung durch die fixe Gebühr. Die laufende Verwaltungsgebühr kommt in allen Fällen dazu.
Lies die erste Zeile zweimal. Bei einer festen Gebühr von CHF 9 und einer Einzahlung von CHF 20 verschwinden fast die Hälfte, bevor ein einziger Franken investiert ist. Der Markt müsste 80% steigen, nur um diesen Start auszugleichen.
Deshalb lautet bei solchen Anbietern die korrekte Antwort: mindestens CHF 500, besser mehr. Nicht weil kleine Beträge sinnlos wären, sondern weil ihr Gebührenmodell sie unbrauchbar macht.
Eine rein prozentuale Gebühr verhält sich völlig anders: Sie ist proportional. 0.45% auf CHF 1 sind derselbe Anteil wie 0.45% auf CHF 100'000. Es gibt keinen Schwellenwert, ab dem es sich «lohnt», weil die Belastung nie überproportional ist.
Der Einstieg ins Mandat beginnt bei CHF 500 — das ist der Betrag, ab dem sich die Aufteilung zwischen den Bausteinen sauber abbilden lässt. Danach gibt es keine Gebühr pro Ausführung, keine Mindestrate und keine Mindestlaufzeit. Die Kosten sind 0.39% Verwaltung plus 0.06% Produktkosten — unabhängig davon, ob du CHF 20 oder CHF 1'000 im Monat einzahlst. Das ist ein anderer Punkt als eine Fixgebühr: Die frisst bei jeder einzelnen Einzahlung mit, dauerhaft.
Das ist kein Marketingtrick, sondern eine Konsequenz aus der Bauweise: Weil die Einzahlungen gebündelt und wöchentlich ausgeführt werden, entstehen keine Kosten, die pro Anleger einzeln anfallen und deshalb weitergegeben werden müssten.
Rein rechnerisch ja, wenn die Laufzeit stimmt. CHF 25 im Monat über dreissig Jahre bei 7% Bruttorendite und 0.45% Kosten ergeben rund CHF 28'000 — bei Einzahlungen von CHF 9'000.
Viel wichtiger ist aber etwas anderes, das sich nicht ausrechnen lässt: Ein kleiner Sparplan, der läuft, ist unendlich viel mehr wert als ein grosser, den du noch nicht gestartet hast. Die häufigste Ursache für ein leeres Depot mit vierzig ist nicht ein zu kleiner Betrag mit zwanzig. Es ist, mit zwanzig auf den richtigen Moment gewartet zu haben.
Die Szenarien für verschiedene Beträge und Laufzeiten stehen in Wie viel monatlich investieren?. Wie du einen Betrag findest, der wirklich frei ist, steht in Wie viel Geld brauche ich in der Schweiz?.
Das hängt vom Gebührenmodell ab. Bei fixen Gebühren pro Ausführung liegt die sinnvolle Untergrenze bei mehreren hundert Franken im Monat. Bei rein prozentualen Gebühren gibt es keine Untergrenze, weil die Belastung bei jedem Betrag gleich hoch ist.
Der Einstieg beginnt bei CHF 500. Danach gibt es keine Gebühr pro Ausführung, keine Mindesteinzahlung und keine Mindestlaufzeit. Bei Anbietern mit fixer Transaktionsgebühr wäre derselbe Betrag wirtschaftlich sinnlos.
Über dreissig Jahre bei 7% Bruttorendite und 0.45% Kosten entstehen daraus im Modell rund CHF 28'000, bei Einzahlungen von CHF 9'000. Entscheidender als der Betrag ist, dass der Sparplan läuft und nicht auf einen besseren Zeitpunkt wartet.
Meist nicht. Wer wartet, verliert Anlagezeit, und die lässt sich nicht nachholen. Wer heute klein anfängt und später erhöht, hat in fast allen Modellrechnungen das bessere Ergebnis als jemand, der spät mit einem grossen Betrag startet.
Die Laufzeit, mit deutlichem Abstand. Ein früher Start mit kleinem Betrag schlägt einen späten Start mit grossem regelmässig — weil die Rendite auf die Rendite erst über die Jahre zu wirken beginnt.
Der arvy ETF Sparplan startet ab CHF 500 — danach ohne Mindesteinzahlung, ohne Gebühr pro Ausführung und ohne Mindestlaufzeit.
Dieser Beitrag wurde von Thierry Borgeat, Mitgründer von arvy, verfasst und von Patrick Rissi, CFA, und Florian Jauch, CFA, geprüft.
Disclaimer: arvy AG ist ein von der FINMA bewilligter Verwalter von Kollektivvermögen nach Art. 24 KAG. Dieser Beitrag dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Alle Beträge sind Richtwerte und hängen von Kanton, Gemeinde und persönlicher Situation ab. Die historische Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.