Die Bausteine: womit wir dein Geld anlegen (ETF Sparplan)

September 23, 2026 9 Minuten Lesezeit
arvy's Teaser: Die meisten Anbieter schreiben, worin sie investieren. Kaum einer schreibt, womit. Diese Seite ist die Ausnahme: alle Bausteine, die wir einsetzen, mit ISIN, Kosten, Domizil und Stand. Damit du nicht uns glauben musst, sondern nachschauen kannst.

Die Bausteine: womit wir dein Geld anlegen

Drei Bausteine, alle Angaben offen — ISIN, Kosten, Domizil, Stand.

Von Thierry Borgeat · Geprüft von Patrick Rissi, CFA und Florian Jauch, CFA · 9 Minuten Lesezeit

Die Kurzfassung
  • Aktien weltweit, in zwei Teilen. Rund 88% Industrieländer, rund 12% Schwellenländer — die aktuelle Aufteilung im MSCI ACWI.
  • Zwei Bausteine statt einem, weil es günstiger ist. 0.06% gegen 0.12% bis 0.20% für einen einzelnen physischen ACWI-ETF.
  • Ein dritter Baustein für Obligationen in den Profilen Defensiv und Ausgewogen.
  • Alles in Franken gekauft. Auf deiner Einzahlung wird keine Währung gewechselt.
  • Ab CHF 500 stimmt die Aufteilung. Zwei der drei Bausteine lassen sich auf den Rappen genau kaufen.

01Warum es diese Seite gibt

In unseren Beiträgen steht meistens «ein breit gestreuter Weltaktienindex» oder «rund 12% Schwellenländer». Das ist die Struktur. Diese Seite ist der Ort, an dem die konkreten Produkte stehen — mit ISIN, Kosten und Stand.

Zwei Gründe für diese Aufteilung. Erstens kannst du hier alles an einem Ort nachprüfen, statt es über dreissig Beiträge zusammenzusuchen. Zweitens können sich Bausteine ändern: eine günstigere Tranche, ein besser abbildender Fonds, eine veränderte Indexgewichtung. Dann ändert sich diese Seite — und nicht dreissig andere, die dann teilweise veraltet wären.

Stand dieser Seite: 23. September 2026. Alle Angaben stammen aus den Factsheets der jeweiligen Fonds.

02Das Weltaktienportfolio: 88% und 12%

Der Aktienteil bildet den Weltaktienmarkt ab, inklusive Schwellenländer. Wir setzen ihn aus zwei Bausteinen zusammen:

TeilGewichtWas drin ist
Industrieländerrund 88%23 Industrieländer, grosse und mittlere Unternehmen
Schwellenländerrund 12%24 Schwellenländer, grosse und mittlere Unternehmen

Zusammen ergibt das dieselbe Zusammensetzung wie der MSCI ACWI, der Index, der beides in einem abbildet. Die 12% sind keine Meinung von uns, sondern die Gewichtung, die Schwellenländer derzeit im Index haben.

Warum überhaupt Schwellenländer

Ein reiner Industrieländerindex lässt rund ein Achtel des investierbaren Weltmarkts weg — Taiwan, China, Indien, Korea, Brasilien und zwanzig weitere Länder. Dieses Achtel wegzulassen ist keine neutrale Entscheidung, sondern eine Wette darauf, dass es sich schlechter entwickelt. Wer den Weltmarkt abbilden will, bildet ihn ganz ab.

03Warum zwei Bausteine statt einem

Es gibt Fonds, die Industrie- und Schwellenländer in einem abbilden. Sie kosten mehr — wie viel mehr, hängt vom Fonds ab:

LösungAbbildungProduktkosten
Unsere zwei Bausteinephysisch0.06%
Günstigster physischer ACWI-ETFphysisch, Sampling0.12%
Bekanntester physischer ACWI-ETFphysisch, Sampling0.20%
Günstigster ACWI-ETF überhauptsynthetisch (Swap)0.06%

Stand 23. September 2026. Produktkosten laut Anbieterangaben.

Zwei Dinge dazu, und wir sagen beide offen.

Erstens: Es gibt ACWI-ETFs, die gleich günstig sind wie unsere Kombination. Sie bilden den Index aber über ein Tauschgeschäft mit einer Gegenpartei ab statt über echte Aktien. Wir setzen sie nicht ein — aus demselben Grund, den wir in Physisch oder synthetisch ausführen. Wer das anders gewichtet, kommt hier zu einem anderen Schluss, und das ist eine legitime Position.

Zweitens: Gegenüber der günstigsten physischen Einzellösung sparen wir 0.056% pro Jahr. Das ist weniger spektakulär, als eine Gegenüberstellung mit dem teuersten Anbieter aussehen liesse:

CHF 500 im MonatZwei BausteineEin physischer ACWI-ETFDifferenz
nach 10 JahrenCHF 86'240CHF 85'973CHF 267
nach 20 JahrenCHF 258'461CHF 256'701CHF 1'760
nach 30 JahrenCHF 602'386CHF 595'737CHF 6'648

Modellrechnung mit 7% Bruttorendite pro Jahr und 0.12% Produktkosten für die Einzellösung. Keine Prognose.

Dazu kommen zwei Punkte, die nicht in der Kostenquote stehen: Beide Bausteine werden in Franken gekauft, und bei der Zeichnung des Schweizer Fonds fällt keine Stempelabgabe an. Der Preis für all das ist eine zusätzliche Position im Depot.

04Wie die Quote nachgeführt wird

Die Schwellenländerquote im Index ist nicht fix. Sie lag in den letzten Jahren im Bereich von zehn bis dreizehn Prozent. Unsere Zielquote folgt ihr.

Was die Quote nicht verschiebt: Kursbewegungen. Laufen die Schwellenländer besser als die Industrieländer, steigt ihr Gewicht in unseren beiden Bausteinen genau gleich wie im Index selbst. Da gibt es nichts nachzuführen, und das ist der Grund, warum wir nicht regelmässig umschichten müssen.

Was die Quote verschiebt: Änderungen am Index. Ein Land wird von Schwellen- zu Industrieland hochgestuft, neue Unternehmen kommen dazu, Einbezugsfaktoren ändern sich. Das passiert selten und wird von MSCI im Voraus angekündigt.

Die Regel

Wir überprüfen die Zielquote halbjährlich anhand des Index-Factsheets. Weicht sie um mehr als einen Prozentpunkt ab, führen wir sie nach — über die laufenden Einzahlungen, nicht über Verkäufe. Damit entstehen keine Stempelabgabe, keine Handelsspanne und keine Umschichtungskosten.

05Baustein 1: Industrieländer-Aktien

ProduktUBS Core MSCI World UCITS ETF
ISINIE00BD4TXV59
Produktkosten0.06% pro Jahr
FondsdomizilIrland
Abbildungphysisch, vollständig replizierend
Erträgethesaurierend
Gekauft inFranken an der SIX Swiss Exchange

Warum Irland: Das Fondsdomizil entscheidet, wie viel Quellensteuer auf US-Dividenden einbehalten wird, bevor der Fonds überhaupt etwas erhält. Ein irischer Fonds zahlt dank Doppelbesteuerungsabkommen 15% statt 30%. Weil US-Aktien rund siebzig Prozent eines Industrieländerindex ausmachen, sind das in der Grössenordnung 0.15% bis 0.19% pro Jahr. Mehr dazu in Irische ETFs: 15% statt 30%.

Warum physisch: Der Fonds hält die Aktien tatsächlich. Er bildet den Index nicht über ein Tauschgeschäft mit einer Gegenpartei ab. Die Abwägung dazu steht in Physisch oder synthetisch.

Ein Punkt der Vollständigkeit halber: Physisch replizierende Fonds dürfen Wertpapiere gegen Sicherheiten verleihen und daran verdienen. Dieser Fonds darf das ebenfalls. Das ist eine Nebeneinnahme, die einen Teil der Produktkosten ausgleicht — und zugleich die eine Stelle, an der auch ein physischer Fonds ein Gegenparteirisiko eingeht. Die tatsächlichen Erträge stehen im Jahresbericht des Fonds.

06Baustein 2: Schwellenländer-Aktien

ProduktUBS (CH) Index Fund – Equities Emerging Markets NSL I-B-acc
ISINCH0017844686
Produktkosten0.09% pro Jahr
FondsdomizilSchweiz
IndexMSCI Emerging Markets (Netto) in CHF
Erträgethesaurierend
Wertpapierleihekeine (NSL)
RechnungswährungFranken
FondsvermögenCHF 3'968 Mio.
Auflegung17. September 2004

Dieser Baustein ist ein Indexfonds, kein ETF. Der Unterschied ist technisch, hat aber zwei praktische Folgen.

Er lässt sich auf den Rappen genau kaufen. Ein ETF-Anteil kostet, was er kostet, und weniger als einen Anteil kann man nicht kaufen. Bei einem Indexfonds geht es auf drei Nachkommastellen. Deshalb stimmt die Aufteilung zwischen den Bausteinen bei dir schon ab CHF 500 und nicht erst ab mehreren tausend Franken.

Es fällt keine eidgenössische Stempelabgabe an. Bei der Ausgabe neuer Anteile eines Schweizer Fonds entfällt die Umsatzabgabe von 0.15%, die beim Kauf eines ausländischen ETF an der Börse anfällt.

Ausserdem verleiht dieser Fonds keine Wertpapiere. «NSL» steht für «No Securities Lending». Das kostet eine mögliche Nebeneinnahme und erspart das damit verbundene Gegenparteirisiko.

07Baustein 3: Obligationen in Franken

ProduktUBS (CH) Index Fund – Bonds CHF NSL I-A-acc
ISINCH0482006191
Produktkosten0.08% pro Jahr
FondsdomizilSchweiz
Erträgethesaurierend
Wertpapierleihekeine (NSL)
RechnungswährungFranken

Dieser Baustein kommt in den Profilen Defensiv und Ausgewogen zum Einsatz. Er enthält Obligationen in Franken mit guter bis sehr guter Bonität. Seine Aufgabe ist nicht Rendite, sondern Schwankungsdämpfung: Wenn Aktien fallen, fällt dieser Teil in aller Regel weniger stark oder gar nicht.

Wie jeder Obligationenfonds reagiert er auf Zinsänderungen. Steigen die Zinsen, fallen die Kurse bestehender Anleihen. In den letzten fünf Jahren lag die Wertentwicklung dieses Bausteins leicht im Minus. Auch er wird bei Zeichnung mit einem Ausgabeaufschlag belastet; die aktuellen Konditionen stehen im Factsheet des Fonds.

Wie viel Obligationen zu dir passen, hängt vor allem davon ab, wann du das Geld brauchst. Dazu Wie viel du monatlich investieren solltest.

08Die drei Profile — und was sie kosten

Du wählst das Profil, die Bausteine setzen es um. Die Verwaltungsgebühr ist in allen Profilen gleich, die Produktkosten unterscheiden sich leicht, weil die Bausteine unterschiedlich viel kosten.

ProfilIndustrieländerSchwellenländerObligationenVerwaltungProdukteAll-in
Defensiv26.4%3.6%70%0.39%0.08%0.47%
Ausgewogen52.8%7.2%40%0.39%0.07%0.46%
Wachstum88%12%—0.39%0.06%0.45%

Die Schwellenländerquote bezieht sich auf den Aktienteil: 12% von 30% Aktien ergeben 3.6% des Gesamtportfolios.

Wenn wir in unseren Beiträgen von 0.45% all-in schreiben, ist das Profil Wachstum gemeint, weil es beim Sparplan das meistgewählte ist. Die vollständige Staffel steht hier.

09Wie gekauft wird

Investiert wird wöchentlich. Zwei der drei Bausteine sind Indexfonds und lassen sich auf den Rappen genau zeichnen, nur der Industrieländer-ETF wird in ganzen Anteilen gekauft. Daraus ergibt sich eine einfache Regel:

1. Zielwerte berechnenauf dem gesamten Depot, nicht auf der einzelnen Einzahlung
2. ETF-Anteile kaufenso viele ganze Anteile, wie dem Ziel am nächsten kommen
3. Fonds auffüllengenau den Betrag, der auf die Zielquote fehlt
4. Rest stehen lassener fliesst in die Ausführung der nächsten Woche

Ausgeglichen wird immer über neue Einzahlungen, nie über Verkäufe. Damit entstehen beim Ausbalancieren weder Stempelabgabe noch Handelsspanne.

Das Mandat beginnt bei CHF 500. Ab diesem Betrag lässt sich die Aufteilung sinnvoll abbilden — in den ersten Wochen mit kleinen Abweichungen, die sich mit jeder Einzahlung von selbst schliessen.

10Was in den Schwellenländern wirklich steckt

Die meisten denken bei Schwellenländern an Rohstoffe und Billigproduktion. Der grösste Block ist etwas anderes:

BrancheAnteil
Informationstechnologie42.1%
Finanzwerte19.6%
Zyklischer Konsum7.8%
Grundstoffe6.3%
Industrie6.2%
Kommunikation6.0%

Stand 31. August 2026. Quelle: Factsheet des Fonds.

Über vier Zehntel des Schwellenländerteils sind Technologie — Halbleiterhersteller, Elektronik, Internetkonzerne. Das ist die ehrliche Kehrseite: Dieser Baustein ist stark auf eine Branche konzentriert. Er streut geografisch breiter als ein Industrieländerindex, aber nicht unbedingt breiter über Branchen.

11Was diese Bausteine nicht sind

Sie sind keine Renditezusage. Wie stark Schwellenländer schwanken, zeigt ihre eigene Reihe der letzten Jahre, in Franken gerechnet:

Jahr20222023202420252026 bisher
Schwellenländer−18.9%−0.2%+15.8%+17.4%+30.1%

Wertentwicklung des Fonds in Franken, Stand 22. September 2026, vor Gebühren auf Anlegerebene. Über fünf Jahre entspricht das 6.25% pro Jahr. Die historische Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

Ein Jahr mit fast minus neunzehn Prozent und ein laufendes mit plus dreissig — beides innerhalb von fünf Jahren. Wer diese Schwankung nicht aushält, sollte den Aktienanteil tiefer wählen, nicht die Schwellenländer weglassen.

Und um es klar zu sagen: Wir nehmen Schwellenländer nicht auf, weil sie zuletzt gut gelaufen sind. Wir nehmen sie auf, weil sie zum Weltmarkt gehören. Hätten wir diese Seite vor drei Jahren geschrieben, stünde dieselbe Aufteilung darin, nur mit anderen Zahlen in der Tabelle darüber.

Sie sind auch keine aktive Auswahl. Ein Index kauft, was gross ist. Er stellt keine Fragen zur Bewertung. Für die meisten Anleger ist das die richtige Wahl — aber es ist eine Eigenschaft, kein Gütesiegel. Wie sich das zu unserem aktiven Ansatz verhält, steht in Passiv, aktiv oder beides.

12Häufige Fragen

Warum zwei Aktienbausteine statt eines einzigen Welt-ETF?

Weil unsere beiden Bausteine zusammen 0.06% pro Jahr kosten, der günstigste physische ACWI-ETF 0.12% und der bekannteste 0.20%. Über dreissig Jahre sind das bei CHF 500 im Monat rund CHF 6'600 gegenüber der günstigsten Einzellösung. Dazu kommen der Kauf in Franken und der Wegfall der Stempelabgabe beim Schweizer Fonds. Der Preis dafür ist eine zusätzliche Position im Depot.

Warum genau 12% Schwellenländer?

Weil das ungefähr ihrem heutigen Gewicht im MSCI ACWI entspricht, dem Index, der Industrie- und Schwellenländer zusammen abbildet. Die Zahl ist keine Einschätzung von uns, sondern die Marktgewichtung. Sie ändert sich über die Jahre, und wir führen sie halbjährlich nach.

Muss ich selbst rebalancieren?

Nein. Die Gewichte werden über die laufenden Einzahlungen ausgeglichen, nicht über Verkäufe. Dadurch fallen beim Ausbalancieren weder Stempelabgabe noch Handelsspanne an.

Was ist der Unterschied zwischen einem ETF und einem Indexfonds?

Beide bilden einen Index ab. Ein ETF wird an der Börse gehandelt und in ganzen Anteilen gekauft. Ein Indexfonds wird direkt beim Fonds gezeichnet, zum Nettoinventarwert, und lässt sich auf Bruchteile genau kaufen. Für einen Sparplan mit kleinen Beträgen ist das ein echter Vorteil.

Wird bei meiner Einzahlung Währung gewechselt?

Nein. Alle drei Bausteine werden in Franken gekauft. Das Währungsrisiko der zugrunde liegenden Aktien bleibt natürlich bestehen — gespart wird der Wechselaufschlag, nicht das Risiko.

Sind Schwellenländer riskanter als Industrieländer?

Ja. Die Kursschwankungen sind grösser, die Rechts- und Aufsichtssysteme unterschiedlich, und es kommen politische Risiken dazu. Der Fonds zeigt das selbst: 2022 lag er bei rund minus neunzehn Prozent, 2026 bisher bei plus dreissig. Deshalb machen Schwellenländer auch nur rund einen Achtel des Aktienteils aus.

Ändern sich diese Bausteine?

Möglich. Wenn eine Tranche günstiger wird, ein Fonds den Index besser abbildet oder sich die Indexgewichtung verschiebt, passen wir an. Diese Seite wird dann aktualisiert und trägt oben das Datum der letzten Änderung.

Gilt das auch für die aktiven Angebote?

Nein. Diese Seite beschreibt die Bausteine des ETF-Sparplans. Für die kombinierten und aktiven Mandate gelten andere Portfolios; die Kostenangaben dazu stehen auf der Gebührenseite.

Drei Bausteine. Alle offengelegt.

0.39% Verwaltung plus 0.06% bis 0.08% Produktkosten, je nach Profil — wöchentlich investiert, ab CHF 500.

Dieser Beitrag wurde von Thierry Borgeat, Mitgründer von arvy, verfasst und von Patrick Rissi, CFA, und Florian Jauch, CFA, geprüft.

Disclaimer: arvy AG ist ein von der FINMA bewilligter Verwalter von Kollektivvermögen nach Art. 24 KAG. Dieser Beitrag dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die genannten Produkte sind keine Empfehlung zum Kauf. Alle Angaben entsprechen dem Stand vom 23. September 2026 und können sich ändern. Die historische Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

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