Cadence & Synopsys: Das Duopol, das nie einen Kunden verliert

Mai 1, 2025 4 Minuten Lesezeit

„Investiere bei einem Goldrausch nicht in die Goldgräber, investiere in die Schaufeln!"

– André Kostolany

arvy's Teaser: Bei jedem Goldrausch setzt das klügste Geld auf die Schaufelhersteller. Cadence und Synopsys sind das unzerbrechliche Duopol, das die Chip-Revolution antreibt — leise kompoundierend, unaufhaltsam dominierend, und wachsend mit den mächtigsten Trends der Welt.


Jeden Freitag in deinem Postfach

Gefällt dir diese Art von Analyse? Wir schicken jede Woche eine Investment-Analyse an 12.000+ Leser.

Kostenlos. Kein Spam. Jederzeit abbestellbar.

EDA.

Electronic Design Automation.

Das ist das Software-Tool, mit dem Ingenieure Halbleiterchips designen. Die gleichen Chips, die Ingenieure bei Broadcom für dein iPhone entwickeln, oder bei Nvidia für Gaming-GPUs und Hochleistungs-GPUs, die die Rechenzentren hinter deiner ChatGPT-Antwort antreiben. EDA ist die Art und Weise, wie du einen Chip designst, verifizierst, simulierst und den gesamten Designprozess automatisierst.

EDA-Lösungen sind unverzichtbar für jedes Halbleiterunternehmen — und zunehmend auch für eine wachsende Zahl von „Electronic Systems"-Unternehmen, die Produkte rund um Halbleiter bauen, wie moderne Autos. Denk an Tesla.

Die Halbleiterindustrie (Chart 1) funktioniert nicht ohne EDA-Unternehmen, die leise im Hintergrund arbeiten.

In diesem Bereich dominieren zwei grosse Spieler.

Cadence Design Systems und Synopsys.

Chart 1: Die Halbleiter-Wertschöpfungskette

Die Halbleiter-Wertschöpfungskette

Quelle: Quartr

Duopol-Dominanz

Nochmal: EDA-Software ist missionskritisch. Ohne sie geht einfach nichts. Ohne EDA gäbe es keine moderne Halbleiterindustrie.

Allein das macht es attraktiv. Schauen wir uns die Branche genauer an.

Der EDA-Markt wird von zwei Giganten dominiert, die 74% kontrollieren: Synopsys hält 38% Marktanteil, Cadence 36%. Es ist ein Duopol.

Diese Dominanz wird gestützt durch nahezu 100%ige Kundenbindungsraten und ein 80–85%iges wiederkehrendes Umsatzmodell (grösstenteils abonnementbasiert) — ein Spiegelbild davon, wie kritisch EDA-Tools für die Chipentwicklung sind und wie loyal ihre Kunden sind. Grössere Unternehmen arbeiten sogar mit beiden zusammen, da jeder seine eigene Spezialität hat.

Moment, was? 100% Kundenbindungsrate!?

Ja — sie verlieren nie einen Kunden.

Wenn ein Kunde den Service nicht mehr nutzt, dann weil er sein Geschäft aufgegeben hat, nicht weil er den Anbieter gewechselt hat. Das bedeutet, sie haben die stärksten Kundenbindungsraten, die ein Softwareunternehmen erreichen kann — mit Kundenbeziehungen, die leicht 20 Jahre oder mehr dauern.

Das ist ein gewaltiger Burggraben, gebaut auf Wechselkosten. Kunden gehen einfach nicht.

Warum nicht?

Weil sich Chipdesign-Unternehmen kein Versagen leisten können. Ein schlechtes Chipdesign könnte ein junges Unternehmen in den Bankrott treiben — oder ein etabliertes ernsthaft beschädigen. Und Chipdesign ist kein Spaziergang. Es ist ein komplexer, teurer Prozess mit Tausenden von Stunden Feinabstimmung von Arbeitsabläufen, Integration zahlloser Tools und Synchronisierung von Prozessen über Teams hinweg.

Der Wechsel auf eine andere EDA-Plattform würde massive Kosten, ernsthafte Risiken, einen Produktivitätseinbruch und einen Albtraum an Datenmigrationsherausforderungen bedeuten.

Ach ja, übrigens — die Softwarekosten machen fast die Hälfte der Gesamtkosten eines Chipdesigns aus. Und die Chipdesign-Kosten sind explodiert (Chart 2). Vom 28nm-Knoten in 2011 bis zum 3nm in 2022 sind die Kosten für ein Chipdesign um das 12-fache gestiegen.

Scheitern ist also keine Option.

Deshalb bleiben Unternehmen bei der Chipdesign-Software, die sie in- und auswendig kennen — Tools, die perfekt zu ihnen passen, mit Cadence und Synopsys als Partner an ihrer Seite.

Ihre Software ist mit dem Workflow verheiratet. Und eine Scheidung ist keine Option.

Und das ist noch nicht das Ende der Geschichte.

Chart 2: Kosten eines Chipdesigns nach Nanometer

Kosten eines Chipdesigns nach Nanometer

Quelle: Quartr

💡 100% Kundenbindung, 74% Marktanteil, 85% wiederkehrender Umsatz — so sieht ein Qualitäts-Burggraben aus. Wir analysieren jede Woche ein solches Unternehmen.

Kostenlos abonnieren →

Eine beispiellose Kombination von Technologie-Treibern

Also: Cadence und Synopsys sind ein dominantes Duopol.

Aber wachsen sie auch attraktiv?

Und wie!

Die Halbleiterindustrie boomt, angetrieben von einer beispiellosen Kombination von Technologie-Treibern über mehrere Sektoren hinweg. Ihre wichtigsten Wachstumsbereiche sind (Chart 3):

  • Data Science und Machine Learning
  • Industrie, Internet der Dinge
  • Hyperscale Computing
  • Autonomes Fahren
  • 5G-Kommunikation
  • Life Sciences

Chips — das meistverkaufte Gut der Welt — reiten auf mehreren Wachstumswellen, von denen viele erst am Anfang stehen. Denk an autonomes Fahren — wir sind noch in den frühen Innings.

Die Nachfrage nach EDA-Software wird sich nur beschleunigen.

Nicht nur das — ihre Kundenbasis wird viel diversifizierter. Vor 15 Jahren war fast jeder Cadence- und Synopsys-Kunde ein reines Halbleiterunternehmen wie Nvidia oder Broadcom. Heute sind fast 45% Unternehmen, die Endprodukte herstellen, nicht nur Chips — denk wieder an Tesla.

Aufgrund dieser grossen Trends wird für das EDA-Geschäft ein jährliches Wachstum von 12–15% in den nächsten zehn Jahren prognostiziert. Was wir hier sehen, ist ein signifikanter struktureller Wachstumstrend — gestützt durch Asset-Light, abonnementbasierte Geschäftsmodelle mit Bruttomargen im hohen 80er-Bereich und Nettogewinnmargen über 20%.

Schliessen wir die „Good Story" mit André Kostolanys berühmten Worten: „Investiere bei einem Goldrausch nicht in die Goldgräber. Investiere in die Schaufeln."

Und Cadence und Synopsys sind die ultimativen Schaufelhersteller.

Jetzt schauen wir uns den „Good Chart" an.

Chart 3: Wichtigste Treiber der Elektronikindustrie

Wichtigste Treiber der Elektronikindustrie

Quelle: Cadence Design Systems, Unternehmensübersicht-Präsentation

Der Trend ist dein Freund

Beide EDA-Softwareunternehmen reiten auf einem starken Trend.

Das ist eine direkte Folge ihrer klebrigen, abonnementbasierten Modelle — mit hohem wiederkehrendem Umsatz. Was bedeutet: hohe Visibilität, stabile Cashflows, stetige Umsätze und verlässliche Gewinne.

Natürlich weiss der Markt das.

Und mit mehreren neuen Wachstumssäulen, die kürzlich hinzugekommen sind, sind die Erwartungen gestiegen. Hinzu kommt die Tatsache, dass Chips heute wohl das wichtigste Gut der Welt sind — wie in unserer Book-Club-Lektüre „Chip War" hervorgehoben.

Natürlich hat die Kursvolatilität bei höheren Erwartungen und mehr geopolitischem Lärm rund um Halbleiter etwas zugenommen.

Aber verglichen mit anderen wachstumsstarken Tech-Aktien, dem Technologiesektor insgesamt und sogar dem breiteren Halbleitersektor ist der „Good Chart" des Duopols beeindruckend.

Schliessen wir diesen schönen Freitagmorgen mit einer weiteren klassischen Börsenweisheit ab:

The trend is your friend — until the end, when it bends.

Chart 4: Cadence und Synopsys über die letzten zehn Jahre

Cadence und Synopsys Kursentwicklung über die letzten zehn Jahre

Quelle: TradingView

Investiere in die Schaufelhersteller

Cadence, Synopsys und 28 weitere Qualitätsunternehmen — in einem Portfolio.

Investieren ab CHF 100

Sparplan, Säule 3a und Aktienfonds — alles in einer App. Die Gründer investieren ihr eigenes Geld neben deinem.

App herunterladen →

Schon ein Depot?

Kauf den arvy Aktienfonds direkt über deine Bank. 30 Qualitätsunternehmen, 7 Jahre Track Record, ab CHF 11 pro Anteil.

Mehr zum Fonds →