ETF Sparplan für Kinder

Juni 24, 2026 5 Minuten Lesezeit
arvy's Teaser: Ein Kind hat etwas, das kein Erwachsener mehr kaufen kann: Zeit. Achtzehn Jahre Vorsprung sind mathematisch mehr wert als vierzig Jahre Disziplin später. Dieser Artikel zeigt, was CHF 25, 50 oder 100 im Monat ab Geburt bewirken, warum kleine Beträge hier besonders gut funktionieren — und warum die Gebühr bei langen Laufzeiten stärker wirkt als bei jeder anderen Anlage.

ETF Sparplan für Kinder: warum früh mehr zählt als viel

Was achtzehn Jahre Vorsprung wirklich bedeuten — nachgerechnet, mit Schweizer Zahlen.

Von Thierry Borgeat · Geprüft von Patrick Rissi, CFA und Florian Jauch, CFA · 7 Minuten Lesezeit

Die Kurzfassung
  • CHF 50 im Monat ab Geburt werden bis zum 18. Geburtstag zu rund CHF 21'500 — eingezahlt sind davon CHF 10'800.
  • Der Vorsprung schlägt die Sparleistung. Diese CHF 21'500 wachsen bis 65 auf über eine halbe Million, ohne dass je wieder etwas eingezahlt wird. Wer erst mit 18 beginnt und bis 65 durchhält, landet bei rund CHF 219'000.
  • Kleine Beträge funktionieren hier besonders gut, weil die Laufzeit alles trägt. CHF 25 im Monat sind ein sinnvoller Start.
  • Die Gebühr wirkt hier am stärksten, weil sie über die längste Laufzeit aller denkbaren Anlagen wirkt.

01Was achtzehn Jahre wert sind

Die übliche Elternfrage lautet: Wie viel soll ich für mein Kind sparen? Die bessere Frage lautet: Wann fange ich an? Denn beim Zinseszins ist die Zeit der Faktor, der sich nicht nachträglich kaufen lässt.

Monatlich ab GeburtEingezahlt bis 18Depotwert mit 18 bei 7%
CHF 25CHF 5'400rund CHF 10'800
CHF 50CHF 10'800rund CHF 21'500
CHF 100CHF 21'600rund CHF 43'000
CHF 200CHF 43'200rund CHF 86'000

Modellrechnung mit 7% Bruttorendite und monatlicher Verzinsung. Keine Garantie, keine Prognose. Tatsächliche Ergebnisse schwanken erheblich.

In jeder Zeile hat sich der eingezahlte Betrag ungefähr verdoppelt. Das ist noch nicht spektakulär. Spektakulär wird es danach.

02Die Rechnung, die Eltern überrascht

Nimm die CHF 21'500, die aus CHF 50 im Monat entstanden sind. Das Kind ist achtzehn. Ab jetzt zahlt niemand mehr etwas ein — das Geld bleibt einfach liegen, bis es 65 ist.

Achtzehn Jahre Vorsprung gegen siebenundvierzig Jahre Disziplin

Variante A: CHF 50 im Monat von Geburt bis 18, danach nie wieder etwas. Mit 65: rund CHF 518'000.
Variante B: Erst mit 18 beginnen, dafür CHF 50 im Monat bis 65 durchhalten — 47 Jahre lang. Mit 65: rund CHF 219'000.

Variante B zahlt fast dreimal so viel ein und kommt bei weniger als der Hälfte heraus. Der einzige Unterschied ist der Startzeitpunkt.

Das ist der eigentliche Grund, ein Kinderdepot früh zu eröffnen. Nicht, weil CHF 50 im Monat viel Geld wären, sondern weil diese achtzehn Jahre später zu keinem Preis mehr verfügbar sind.

03Warum die Gebühr hier besonders zählt

Bei einem Kinderdepot ist die Laufzeit länger als bei jeder anderen Anlage, die ein Mensch macht. Eine Gebühr wirkt aber nicht linear, sondern exponentiell — sie schmälert jedes Jahr den Betrag, der im Folgejahr weiterwächst.

Zwei Konsequenzen. Erstens: Wähle die Kostenseite bewusst, weil sie über sechzig Jahre wirken kann. Zweitens: Achte auf fixe Gebühren pro Ausführung. Wer CHF 25 im Monat einzahlt und pro Kauf eine feste Gebühr zahlt, verliert einen erheblichen Teil jeder Einzahlung — bevor überhaupt etwas angelegt ist. Mehr dazu in Ab welchem Betrag lohnt sich ein Sparplan?.

04Was in der Schweiz gilt

Kapitalgewinne sind steuerfrei. Der Wertzuwachs des Depots wird nicht als Einkommen besteuert. Steuerbar sind der Depotwert und die Erträge.

Das Vermögen des Kindes wird bei den Eltern deklariert, solange es minderjährig ist. Die Erträge fliessen in der Regel in die elterliche Steuererklärung.

Mit der Volljährigkeit gehört das Geld dem Kind. Rechtlich vollständig und ohne Bedingungen. Das ist kein Nachteil, aber eine Tatsache, über die man vorher sprechen sollte — mit sich selbst und später mit dem Kind.

Die Säule 3a steht Kindern nicht offen, solange sie kein AHV-pflichtiges Einkommen haben. Ein freies Depot ist deshalb der einzige Weg, früh anzufangen.

05Wie du praktisch anfängst

1. Betrag festlegen, der auch in einem schlechten Jahr trägtlieber CHF 25 dauerhaft als CHF 100 mit Pausen
2. Dauerauftrag einrichtenam Tag nach dem Lohneingang
3. Geschenke einfliessen lassenTaufe, Geburtstag, Weihnachten
4. Nicht jedes Jahr nachrechnender Effekt zeigt sich im zweiten Jahrzehnt
Das arvy Kinderkonto

Wir haben für genau diesen Fall ein eigenes Angebot: das arvy Kinderkonto. Breit gestreut, wöchentlich investiert, ohne fixe Gebühr pro Ausführung — damit auch kleine Beträge vollständig angelegt werden. Weitere Beiträge rund ums Thema stehen im Kinderkonto-Bereich.

06Häufige Fragen

Ab welchem Betrag lohnt sich ein Sparplan für Kinder?

Solange keine fixe Gebühr pro Ausführung anfällt, gibt es keine Untergrenze — CHF 25 im Monat sind ein sinnvoller Start. Entscheidend ist nicht die Höhe, sondern die Laufzeit. Wo eine feste Gebühr je Kauf anfällt, verschiebt sich die Rechnung deutlich nach oben.

Was passiert mit dem Geld, wenn das Kind 18 wird?

Es gehört ihm, rechtlich vollständig. Viele Eltern übertragen das Depot und begleiten die ersten Jahre beratend. Sinnvoll ist, früh über Geld zu sprechen, statt die Frage bis zum achtzehnten Geburtstag aufzuschieben.

Muss ich das Kinderdepot in der Steuererklärung angeben?

Ja. Solange das Kind minderjährig ist, wird sein Vermögen in der Regel bei den Eltern deklariert, ebenso die Erträge. Kapitalgewinne bleiben für Privatanleger steuerfrei. Die genaue Handhabung unterscheidet sich je nach Kanton.

Kann ich für mein Kind in die Säule 3a einzahlen?

Nur wenn es ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen hat, was bei kleinen Kindern nicht der Fall ist. Bis dahin ist ein freies Wertschriftendepot der einzige Weg, den Zinseszins früh arbeiten zu lassen.

Ist ein Aktiendepot für ein Kind nicht zu riskant?

Das Risiko einer Anlage hängt stark vom Anlagehorizont ab. Bei achtzehn Jahren und mehr hatten breit gestreute Aktienanlagen historisch sehr selten ein negatives Ergebnis. Deutlich riskanter ist, gar nicht anzulegen — dann ist der Kaufkraftverlust sicher.

Was ist besser: Sparkonto oder Wertschriftendepot?

Bei einem Horizont von achtzehn Jahren arbeitet ein Sparkonto gegen dich, weil die Teuerung die Kaufkraft schneller mindert, als Zinsen sie aufbauen. Ein Depot schwankt dafür. Wer die Schwankung nicht aushält, sollte einen Teil auf dem Konto lassen.

Die achtzehn Jahre gibt es nur einmal

Das arvy Kinderkonto legt auch kleine Beträge vollständig an — ohne fixe Gebühr pro Ausführung.

Dieser Beitrag wurde von Thierry Borgeat, Mitgründer von arvy, verfasst und von Patrick Rissi, CFA, und Florian Jauch, CFA, geprüft.

Disclaimer: arvy AG ist ein von der FINMA bewilligter Verwalter von Kollektivvermögen nach Art. 24 KAG. Dieser Beitrag dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Alle Beträge sind Richtwerte und hängen von Kanton, Gemeinde und persönlicher Situation ab. Die historische Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

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