ETF Sparplan Schweiz Guide: 0.39% Gebühren, 0.06% Produktkosten

Juli 1, 2026 16 Minuten Lesezeit
  • Das Weltaktienportfolio kostet 0.39% Verwaltung plus 0.06% Produktkosten (TER) — zusammen 0.45% all-in. Keine Depotgebühr, kein FX-Aufschlag, keine Ausführungsgebühr pro Kauf.
  • Wöchentlich statt monatlich, vollautomatisch. Du legst den Betrag fest, wir investieren ihn in einen breiten Weltindex — mit irischem Fondsdomizil, das die US-Quellensteuer von 30% auf 15% halbiert.
  • Der Sparplan ist nicht die Anlage. Er ist das System, das dich dabei hält. Deshalb bekommst du von uns nicht nur Ausführung, sondern Einordnung: was du besitzt, warum du es besitzt, und was zu tun ist, wenn der Markt 20% fällt.
Die schwierigste Aufgabe beim Investieren ist nicht die Auswahl. Es ist das Dranbleiben. Ein Sparplan löst genau dieses Problem — indem er dir die Entscheidung jeden Monat aufs Neue abnimmt.

ETF-Sparpläne gibt es in der Schweiz inzwischen bei einer ganzen Reihe von Anbietern — bei Neobanken, bei Onlinebrokern und bei digitalen Vermögensverwaltern. Was sich unterscheidet, ist nicht mehr die Verfügbarkeit, sondern die Ausgestaltung: Wer wählt den Fonds aus? Was kostet die Sache wirklich, inklusive Fremdwährung und Stempel? Wo ist der Fonds domiziliert? Und was passiert, wenn der Markt zwanzig Prozent verliert?

Dieser Leitfaden beantwortet genau diese Fragen. Er erklärt, wie ein Sparplan mechanisch funktioniert, warum regelmässiges Investieren psychologisch überlegen und mathematisch nicht immer optimal ist, was Gebühren über dreissig Jahre wirklich anrichten, und warum das Fondsdomizil ein Detail ist, das dich mehr kostet als die meisten Gebührendiskussionen.

01Was ein ETF-Sparplan ist — und was er nicht ist

Ein ETF-Sparplan ist ein Dauerauftrag mit Anlagefunktion. Du legst einen Betrag und einen Rhythmus fest, und dieser Betrag wird automatisch in einen börsengehandelten Indexfonds investiert. Kein Login, keine Kaufentscheidung, kein «heute ist der Markt zu teuer». Beim arvy ETF Sparplan läuft die Ausführung wöchentlich — nicht weil das die Rendite dramatisch verändert (dazu gleich mehr), sondern weil kürzere Intervalle die Einstiegspreise glätten und dein Geld weniger lange auf dem Konto liegt.

Was ein Sparplan nicht ist: eine Garantie, ein Sparkonto oder ein Produkt ohne Risiko. Der Wert schwankt. In einem schlechten Jahr siehst du auf deinem Depot weniger, als du eingezahlt hast — und das ist der Normalfall, nicht der Ausnahmefall. Historisch hat der Weltaktienmarkt im Schnitt etwa jedes vierte Kalenderjahr negativ abgeschlossen. Wer das nicht akzeptiert, sollte keinen Sparplan starten, sondern zuerst seinen Notgroschen aufbauen.

Die ehrliche Reihenfolge. Drei bis sechs Monatsausgaben als Liquiditätspuffer. Dann teure Schulden tilgen. Dann die Säule 3a bis zum Maximum, weil der Steuerabzug eine garantierte Rendite ist. Danach der Sparplan für freies Vermögen. Wer diese Reihenfolge umdreht, muss im ersten Crash verkaufen — und verwandelt einen temporären Buchverlust in einen permanenten.

02Dollar-Cost-Averaging: die Mechanik hinter dem Autopiloten

Dollar-Cost-Averaging — auf Deutsch Durchschnittskosteneffekt — beschreibt etwas Einfaches: Wenn du immer denselben Betrag investierst, kaufst du bei tiefen Kursen automatisch mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger. Dein Durchschnittspreis liegt dadurch unter dem Durchschnitt der Kurse, zu denen du gekauft hast.

Ein Beispiel mit vier Wochen und CHF 100 pro Woche. Der Kurs steht bei 100, fällt auf 80, dann auf 50, dann zurück auf 80. Du kaufst 1.00, 1.25, 2.00 und 1.25 Anteile — insgesamt 5.5 Anteile für CHF 400. Dein Durchschnittspreis: CHF 72.70. Der Durchschnitt der vier Kurse: CHF 77.50. Die Differenz hast du nicht durch Können verdient, sondern durch Konstanz.

Wichtig: Der Cost-Average-Effekt ist kein Renditewunder. Er senkt deinen Einstiegspreis nur, wenn die Kurse unterwegs schwanken — und er kostet dich Rendite, wenn der Markt einfach nur steigt. Sein echter Wert ist ein anderer: Er macht das Investieren entscheidungsfrei. Und Entscheidungsfreiheit ist der Grund, warum Sparplan-Anleger langfristig oft besser abschneiden als Menschen, die jeden Einstieg selbst timen.

Warum wöchentlich?

Die ehrliche Antwort: mathematisch macht es wenig aus. Wer 30 Jahre lang CHF 500 pro Monat anlegt und nach Gebühren 6.55% pro Jahr erzielt, landet bei rund CHF 558'000. Verteilt man denselben Betrag auf wöchentliche Käufe, sind es rund CHF 561'000 — ein Unterschied von etwa CHF 2'700, also weniger als ein halbes Prozent des Endvermögens.

Der Grund für wöchentlich ist trotzdem gut: Dein Geld ist im Schnitt früher investiert statt auf dem Konto zu warten, die Einstiegspreise sind stärker geglättet, und in volatilen Phasen erwischst du mehr Kursniveaus. Wir versprechen dir dafür keine Zusatzrendite. Wir sagen dir, dass es sauberer ist.

03Einmalanlage oder Sparplan? Die ehrliche Antwort

Das ist die meistgestellte Frage — und die, bei der die meisten Anbieter unehrlich werden. Die Datenlage ist eindeutig: Wenn du heute einen grösseren Betrag zur Verfügung hast, schlägt die sofortige Einmalanlage das gestaffelte Investieren in rund zwei von drei Fällen. Der Grund ist banal. Aktienmärkte steigen häufiger, als sie fallen. Wer sein Geld staffelt, hält im Schnitt länger Bargeld — und Bargeld verdient weniger als der Markt.

Warum empfehlen wir dann trotzdem einen Sparplan? Weil die Frage «Einmalanlage oder Sparplan» für die allermeisten Menschen falsch gestellt ist. Du hast keine Million auf dem Konto, die du auf einen Schlag investieren könntest. Du hast ein Einkommen. Und für ein Einkommen gibt es keine Alternative zum Sparplan — jeder Monat bringt neues Geld, das investiert werden will.

Die Kombination, die tatsächlich funktioniert: Der Sparplan ist die Basis — er investiert dein laufendes Einkommen, ohne dass du darüber nachdenken musst. Einmalanlagen kommen obendrauf, wenn Geld ausserhalb des Rhythmus anfällt: Bonus, Erbschaft, Verkauf, 13. Monatslohn. Und die dritte Ebene ist die interessanteste — zusätzliche Einmalanlagen dann, wenn der Markt deutlich gefallen ist. Genau da melden wir uns bei dir.

Diese dritte Ebene ist der Unterschied zwischen einem Sparplan und einer Anlagestrategie. Ein Dauerauftrag investiert stur weiter. Ein Anleger, der versteht, was gerade passiert, erhöht in einer Korrektur. Das erfordert kein Markttiming und keine Prognose — nur die Bereitschaft, bei minus 20% mehr zu kaufen statt zu verkaufen.

04Time in the Market: warum Anwesenheit schlägt Timing

Die grössten Kurssprünge der Börsengeschichte liegen fast immer unmittelbar neben den grössten Einbrüchen. Das ist kein Kuriosum, sondern eine Eigenschaft von Panikphasen: Wenn die Volatilität explodiert, explodiert sie in beide Richtungen. Wer nach einem schlechten Tag aussteigt, um «die Lage zu beobachten», verpasst mit hoher Wahrscheinlichkeit die Erholung — und steigt später zu höheren Kursen wieder ein.

Der Preis dieses Verhaltens ist messbar. Vanguard beziffert den Wert disziplinierten Verhaltens auf rund 1.5% pro Jahr, in Stressphasen auf bis zu 2. Morningstar kommt in seiner Gamma-Studie auf 1.59%. Dalbar misst über Jahrzehnte eine Lücke von 1.5% bis 3% zwischen der Rendite von Fonds und der Rendite ihrer Anleger. Es sind unterschiedliche Methoden mit demselben Befund: Der teuerste Teil eines Portfolios ist die Person, der es gehört. Wir rechnen in unseren eigenen Beispielen bewusst mit dem unteren Rand dieser Spanne, rund 1% bis 1.5%.

Rechne es einmal durch. 1.5% pro Jahr klingt nach nichts. Bei CHF 500 monatlich über 30 Jahre ist es der Unterschied zwischen einem Endvermögen von rund CHF 610'000 und rund CHF 470'000. Das sind CHF 140'000, die niemand einer Gebührentabelle entnehmen kann — sie entstehen ausschliesslich durch Verhalten. Mehr dazu hier.

05Warum ETFs so effizient sind

Ein ETF bildet einen Index ab, statt zu versuchen, ihn zu schlagen. Kein Analystenteam, kein Research-Budget, keine Handelsaktivität ausser der nötigen Anpassung an den Index. Das Ergebnis ist eine Produktkostenquote (TER), die bei breiten Weltindizes im Bereich weniger Hundertstelprozente liegt — beim arvy ETF Sparplan sind es 0.06%.

Dazu kommen drei Eigenschaften, die im Sparplan-Kontext besonders zählen: Diversifikation — mit zwei Instrumenten besitzt du Anteile an mehreren tausend Unternehmen aus 23 Industrie- und 24 Schwellenländern. Transparenz — du kannst jederzeit nachsehen, was drin ist. Und Teilbarkeit — Sparpläne funktionieren nur, wenn CHF 87.50 investiert werden können, ohne dass jemand auf ganze Anteile aufrunden muss.

Der Punkt, den fast alle übersehen: Dividenden

Über lange Zeiträume stammt ein erheblicher Teil der Aktienrendite nicht aus Kursgewinnen, sondern aus wiederangelegten Dividenden. Daten von J.P. Morgan und FactSet zum MSCI World über den Zeitraum 1970 bis 2025 zeigen eine Lücke von rund 2.4% pro Jahr zwischen einem Index mit und ohne Dividendenreinvestition.

Was das bedeutet: Bei CHF 500 monatlich über 30 Jahre stehen rund CHF 610'000 (mit 7% inklusive reinvestierter Dividenden) rund CHF 387'000 (mit 4.6% ohne) gegenüber. Über 220'000 Franken Differenz — allein dafür, dass Ausschüttungen automatisch wieder angelegt werden statt auf dem Konto zu versickern. Im arvy ETF Sparplan passiert das automatisch, ohne dass du etwas tun musst.

060.45% all-in — und warum jedes Zehntel zählt

Gebühren sind der einzige Bestandteil deiner Rendite, den du im Voraus kennst. Die Marktrendite kannst du nicht steuern. Die Kosten schon. Deshalb ist die Zahl, auf die es ankommt, nicht die Verwaltungsgebühr und nicht die TER, sondern die Summe. Beim Weltaktienportfolio sind das 0.39% Verwaltung plus 0.06% TER, zusammen 0.45% pro Jahr.

Ein Vergleich auf CHF 10'000 Anlagevermögen. Alle Werte als All-in-Kosten pro Jahr, also Verwaltung plus Produktkosten. Mitbewerber sind anonymisiert.

AnbieterVerwaltungTERAll-inCHF / Jahr
arvy0.39%0.06%0.45%CHF 45.00
V0.25%0.24%0.49%CHF 49.00
F ¹0.39%0.10%0.49%CHF 49.00
F ²0.40%0.20%0.60%CHF 60.00
T0.50%0.17%0.67%CHF 67.00
S0.68%0.22%0.90%CHF 90.00
I1.20%–1.20%CHF 120.00

Anbieternamen auf den Anfangsbuchstaben gekürzt; zwei Anbieter mit gleichem Anfangsbuchstaben sind mit ¹ und ² unterschieden. Stempelabgaben und Fremdwährungskosten sind transaktionsabhängig und hier nicht enthalten; beim arvy ETF Sparplan fällt kein FX-Aufschlag an.

0.04% Unterschied zum nächstgünstigen Anbieter wirken lächerlich. Über dreissig Jahre sind sie es nicht ganz — und gegenüber dem teuersten Anbieter wird daraus eine ernsthafte Zahl. Hier das Endvermögen bei CHF 500 monatlich, 30 Jahre, 7% Bruttorendite, nach Abzug der jeweiligen All-in-Kosten:

0.45%
558'494
0.49%
554'165
0.60%
542'461
0.67%
535'162
0.90%
511'973
1.20%
483'467

Zwischen 0.45% und 1.20% liegen rund CHF 75'000 — bei identischer Marktentwicklung und identischer Einzahlung. Das ist kein Renditeunterschied. Das ist derselbe Markt, unterschiedlich verrechnet. Wer die Rechnung mit eigenen Zahlen nachvollziehen will, kann das im Gebührenvergleichsrechner tun, und die Langfassung des Themas steht in Die wahren Kosten des Investierens.

07Das irische Domizil: der stille Renditevorteil

Hier kommt die Zahl, die in kaum einem Gebührenvergleich auftaucht und trotzdem grösser sein kann als die Gebührendifferenz selbst.

Wenn ein Fonds Dividenden von US-Unternehmen erhält, behalten die USA an der Quelle Steuern ein. Wie viel, hängt davon ab, wo der Fonds domiziliert ist. Ein Fonds mit Sitz in Irland profitiert vom Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Irland und den USA und zahlt auf US-Dividenden 15% statt der regulären 30%. Diese 15% fliessen nicht an dich zurück — sie bleiben schlicht im Fondsvermögen, statt an den US-Fiskus zu gehen.

Weil US-Aktien inzwischen den weitaus grössten Teil eines Weltindex ausmachen, ist dieser Unterschied kein Detail. Je nach Dividendenrendite und US-Gewicht liegt der Effekt in der Grössenordnung von rund 0.15% bis 0.19% pro Jahr — also ungefähr in der Höhe der gesamten Gebührendifferenz zwischen einem günstigen und einem sehr günstigen Anbieter.

Was das über 30 Jahre bedeutet. Effektive Belastung 0.45% gegenüber 0.61% — bei CHF 500 monatlich und 7% Bruttorendite: rund CHF 558'000 gegenüber rund CHF 541'000. Eine Differenz von etwa CHF 17'000, entstanden allein durch die Wahl des Fondsdomizils. Der arvy ETF Sparplan ist von Anfang an auf irische Fondsstrukturen ausgelegt.

Der Quellensteuereffekt ist eine Schätzung. Er hängt vom US-Anteil des Index, der jeweiligen Dividendenrendite und der konkreten Fondsstruktur ab und verändert sich mit diesen Grössen.

08Steuern in der Schweiz: was du wissen musst

Die gute Nachricht zuerst: Für Privatanleger in der Schweiz sind Kapitalgewinne steuerfrei. Wenn dein Sparplan über zwanzig Jahre im Wert steigt, zahlst du auf diesen Wertzuwachs keine Einkommenssteuer. Das ist ein struktureller Vorteil gegenüber fast allen Nachbarländern und einer der Gründe, warum langfristiges Aktiensparen hier besonders attraktiv ist.

Was steuerlich anfällt, ist überschaubar. Vermögenssteuer: Der Depotwert per 31. Dezember zählt zu deinem steuerbaren Vermögen — kantonal unterschiedlich, in der Praxis meist im Promillebereich. Einkommenssteuer auf Erträge: Dividenden und Zinsen, die der Fonds vereinnahmt, sind steuerbares Einkommen — und zwar auch dann, wenn sie thesauriert, also automatisch wieder angelegt werden. Die Eidgenössische Steuerverwaltung veröffentlicht dafür im Kursliste-System ICTax die massgeblichen Werte pro Fonds.

Praktisch heisst das: Du deklarierst den Depotwert und die im Steuerjahr angefallenen Erträge. Beides bekommst du von uns in einem Steuerauszug, der sich direkt in die Steuererklärung übertragen lässt. Du musst nichts selbst aus Fondsberichten heraussuchen.

Dieser Text ist keine Steuerberatung. Kantonale Unterschiede sind erheblich, und bei grösseren Vermögen oder besonderen Situationen lohnt sich eine Fachperson.

09Wie viel solltest du monatlich investieren?

Die Antwort hängt von deinem Einkommen ab, nicht von einer Faustregel. Aber die Grössenordnungen helfen — hier drei Szenarien, gerechnet mit 7% jährlicher Rendite, was ungefähr der langfristigen realen Erwartung für breite Aktienmärkte entspricht.

CHF 100 / Monat
CHF 121'997
nach 30 Jahren
Eingezahlt: CHF 36'000
Nach 20 Jahren: CHF 52'093
CHF 300 / Monat
CHF 365'991
nach 30 Jahren
Eingezahlt: CHF 108'000
Nach 20 Jahren: CHF 156'278
CHF 500 / Monat
CHF 609'985
nach 30 Jahren
Eingezahlt: CHF 180'000
Nach 20 Jahren: CHF 260'463

Die interessante Zeile ist nicht das Endvermögen, sondern das Verhältnis. Bei CHF 500 monatlich zahlst du über dreissig Jahre CHF 180'000 ein — und rund CHF 430'000 des Endvermögens stammen aus Zinseszins. Zwei Drittel des Resultats hast du nicht gespart, sondern ausgesessen.

Deshalb ist die wichtigste Variable nicht der Betrag, sondern die Zeit. Wer mit dreissig CHF 200 monatlich anlegt, steht mit sechzig besser da als jemand, der mit fünfundvierzig CHF 500 beginnt. Rechne deine eigene Situation im Zinseszinsrechner durch, und wenn du zuerst wissen willst, wie viel Spielraum dein Budget hergibt, nutze den Sparquoten-Rechner.

Für Kinder und Enkelkinder gilt dasselbe in extremer Form. CHF 50 pro Monat ab Geburt ergeben bei 7% bis zum 18. Geburtstag rund CHF 21'536 — bei einer Einzahlung von CHF 10'800. Läuft dasselbe Depot unangetastet bis 40 weiter, wird daraus ein Vielfaches. Wie das in der Schweiz praktisch aufgesetzt wird, steht im Kinderkonto-Guide.

10Was du besitzt — und warum

Der arvy ETF Sparplan startet bewusst einfach: ein breiter Weltindex. Konkret ein Weltaktienportfolio aus zwei Bausteinen: rund 88% Industrieländer und rund 12% Schwellenländer, beide gewichtet nach Marktkapitalisierung. Welche Fonds wir dafür einsetzen, steht mit ISIN, Kosten und Domizil auf Die Bausteine. Das ist eine sehr effiziente Form, an der globalen Unternehmensrendite teilzuhaben, und sie erfordert von dir null Entscheidungen.

Abgedeckter MarktIndustrie- und Schwellenländer
Aufteilungrund 88% / rund 12%
Replikationphysisch
Ertragsverwendungthesaurierend
Gekauft inFranken an der SIX
Produktkosten0.06%

Diese Einfachheit ist eine Designentscheidung, keine Beschränkung. Die meisten Sparpläne scheitern nicht an mangelnder Auswahl, sondern an zu viel davon: Wer sich zwischen achtzig ETFs entscheiden muss, entscheidet sich oft für keinen — oder für den, der letztes Jahr am besten lief.

Was an diesem Index auch kritisiert wird

Damit du es hier liest und nicht anderswo: Ein nach Marktkapitalisierung gewichteter Weltindex hat drei bekannte Schwächen. Erstens liegt der US-Anteil bei rund 70%. Zweitens machen die zehn grössten Positionen zusammen etwa ein Viertel des Fondsvermögens aus — Diversifikation nach Anzahl ist nicht dasselbe wie Diversifikation nach Risiko. Drittens enthält ein Industrieländerindex keine Schwellenländer und keine Small Caps — deshalb ergänzen wir ihn um einen zweiten Baustein mit rund 12% Schwellenländern.

Wir halten das für vertretbar, und zwar aus nachvollziehbaren Gründen. Der hohe US-Anteil ist der Grund, warum das irische Fondsdomizil überhaupt so viel wert ist — die Quellensteuerersparnis wirkt genau dort am stärksten. Die Schwellenländer decken wir über einen zweiten Baustein ab, sodass das Portfolio dieselbe Abdeckung hat wie ein Index auf die gesamte Welt. Und wer das Klumpenrisiko der Grosskonzerne aktiv reduzieren will, findet die Möglichkeiten in Core-Satellite-Strategie erklärt.

Wenn du nicht 100% Aktien willst

Das Weltaktienportfolio ist die Standardvariante und diejenige, um die es in diesem Leitfaden geht. Daneben gibt es zwei Mischprofile, die den Weltindex mit einem Schweizer Obligationenfonds kombinieren.

ProfilAktien / ObligationenAll-in
Wachstum100 / 00.45%
Ausgewogen60 / 400.46%
Defensiv30 / 700.47%

Und hier die Zahl, die wir dir nicht ersparen: Schweizer Obligationen rentieren derzeit unter einem Prozent. Über dreissig Jahre und CHF 500 monatlich liegt das defensive Profil bei rund CHF 254'000, das Weltaktienportfolio bei rund CHF 558'000 — bei identischer Einzahlung von CHF 180'000. Obligationen sind bei diesem Zinsniveau kein Renditebaustein, sondern ein Werkzeug gegen Schwankung. Sinnvoll bei kurzem Horizont oder wenn du sonst im Einbruch verkaufen würdest. Bei dreissig Jahren Horizont kosten sie dich sehr wahrscheinlich Geld.

Mögliche weitere Bausteine

Weitere Bausteine sind denkbar, sobald die Basis steht — wir bauen sie, wenn die Community sie will, nicht auf Vorrat. Ein Schweiz-Anteil für alle, die einen Teil ihres Vermögens in der Währung halten wollen, in der sie ihre Rechnungen bezahlen — ein bewusster, dosierter Home Bias statt eines zufälligen. Eine Dividendenstrategie für alle, die in der Entnahmephase Ausschüttungen statt Wachstum wollen.

Was davon kommt, entscheidet die Nachfrage, nicht ein Fahrplan. Der Kern bleibt in jedem Fall der Weltindex — wer nichts einstellt, bekommt die einfachste und günstigste Variante.

Zum Thema Währungsabsicherung: Ein Weltindex notiert überwiegend in Fremdwährung. Über lange Zeiträume hat sich Absicherung für Schweizer Aktienanleger nicht ausgezahlt — die Kosten fressen den Nutzen. Die vollständige Auswertung über 25 Jahre haben wir in einer separaten Analyse offengelegt.

11Wenn der Markt fällt: was dann passiert

Jeder Sparplan funktioniert im Bullenmarkt. Der Unterschied zeigt sich in dem Monat, in dem dein Depot 20% unter Wasser steht und dein Bauchgefühl dir sagt, dass diesmal alles anders ist.

Die meisten Anbieter schicken dir in diesem Moment gar nichts — oder eine Push-Nachricht mit einer roten Zahl. Wir machen es anders, und das ist der eigentliche Grund, warum wir diesen Sparplan überhaupt gebaut haben.

Bei −10%
Einordnung
Wir erklären, was gefallen ist und warum. Korrekturen dieser Grössenordnung kommen im Schnitt etwa jährlich vor.
Bei −20%
Aufstockung
Wir melden uns aktiv: Jetzt ist der Zeitpunkt für zusätzliche Einmalanlagen, falls dein Budget es hergibt.
Laufend
Transparenz
Du siehst, was du besitzt und warum — nicht nur eine Prozentzahl im Depot.

Dazu kommt der arvy Weekly, den über 12'000 Leserinnen und Leser abonniert haben, sowie die Kolumne unserer Gründer bei The Market der NZZ. Das ist der Teil, den ein reiner Ausführungsdienst nicht liefern kann: Kontext. Wer versteht, warum ein Markt fällt, verkauft seltener in den Tiefpunkt hinein. Wie Anleger frühere Krisen überstanden haben, haben wir in Investieren in turbulenten Zeiten aufgearbeitet.

12Core und Satellite: Sparplan plus arvy Compounder

Der ETF Sparplan ist nicht unser einziges Angebot, und die beiden ergänzen sich besser, als es auf den ersten Blick aussieht.

Der ETF Sparplan liefert den Markt: breit, günstig, vollständig regelbasiert, mit einer historischen Erwartung im Bereich von 7 bis 10% pro Jahr. Der arvy Fonds ist ein konzentriertes globales Aktienportfolio aus Qualitätsunternehmen — Compounder, wie wir sie nennen — mit einem Renditeanspruch von über 10% und einer bewusst anderen Zusammensetzung als der Index. Weniger Abhängigkeit von einer Handvoll grosser US-Technologiewerte, mehr Konzentration auf Geschäftsmodelle, die über Jahrzehnte Kapital verzinsen.

Welcher davon dein Kern ist, hängt von dir ab — und beide Richtungen sind vertretbar. Wer maximale Breite und minimale Kosten als Fundament will, macht den ETF Sparplan zum Core und den arvy Fonds zum Satelliten. Wer die Klumpenrisiken eines marktkapitalisierungsgewichteten Index reduzieren möchte, kann den arvy Fonds als Core halten und den Weltindex als breite Ergänzung darüber legen. Beides ist eine Kombination aus Marktrendite und aktiver Selektion — nur mit unterschiedlicher Gewichtung.

Was wir dir nicht empfehlen: den arvy Fonds als einzige Position. Ein konzentriertes Portfolio gehört in ein Gesamtvermögen, nicht daneben. Unsere Denkweise zur Auswahl solcher Unternehmen steht im Schildkröten-Problem, und warum wir überhaupt so arbeiten, in Warum arvy.

13So startest du

Konto eröffnen, Betrag festlegen, Dauerauftrag einrichten — der Rest läuft automatisch. Kein Depotwechsel, keine Ordermaske, keine Entscheidung darüber, welcher ETF gerade der richtige ist.

Drei Dinge, die wir dir mitgeben, bevor du startest. Erstens: Wähle einen Betrag, den du auch in einem schlechten Jahr durchhältst. Ein Sparplan, der bei der ersten Korrektur pausiert wird, hat seinen Zweck verfehlt. Zweitens: Richte den Dauerauftrag auf den Tag nach dem Lohneingang ein. Was zuerst abfliesst, wird nicht ausgegeben. Drittens: Schau nicht täglich ins Depot. Die Rendite entsteht über Jahrzehnte, die Nervosität entsteht über Tage.

14Häufige Fragen

Was kostet der arvy ETF Sparplan?

Das Weltaktienportfolio kostet 0.39% Verwaltungsgebühr plus 0.06% Produktkosten (TER), zusammen 0.45% pro Jahr all-in. Das ausgewogene Profil liegt bei 0.46%, das defensive bei 0.47%. Keine Depotgebühr, keine Ausführungsgebühr pro Kauf, kein Fremdwährungsaufschlag. Stempelabgaben sind transaktionsabhängig und gesetzlich vorgegeben.

Welche Fonds stecken im arvy ETF Sparplan?

Ein Weltaktienportfolio aus zwei physisch replizierenden, thesaurierenden Bausteinen: rund 88% Industrieländer und rund 12% Schwellenländer, zusammen 0.06% Produktkosten. Beide werden in Franken gekauft. Jeder Baustein steht mit ISIN, Kosten und Domizil auf Die Bausteine. Weitere Bausteine — etwa ein Schweiz-Anteil oder eine Dividendenstrategie — kommen, wenn die Community sie will.

Wie oft wird investiert?

Wöchentlich. Kürzere Intervalle glätten die Einstiegspreise und lassen dein Geld weniger lange unangelegt liegen. Der Renditeeffekt gegenüber monatlicher Ausführung ist gering — über 30 Jahre und CHF 500 monatlich liegt er bei etwa einem halben Prozent des Endvermögens.

Ab welchem Betrag kann ich starten?

Der Sparplan ist bewusst ohne hohe Einstiegshürde gebaut. Auch kleine Beträge werden vollständig investiert, weil Fondsanteile teilbar sind — es bleibt kein Restbetrag auf dem Konto liegen.

Was ist besser: Einmalanlage oder Sparplan?

Wer heute einen grösseren Betrag verfügbar hat, fährt mit der sofortigen Einmalanlage in etwa zwei von drei Fällen besser, weil Märkte häufiger steigen als fallen. Für laufendes Einkommen gibt es zum Sparplan aber keine Alternative. Die stärkste Kombination: Sparplan als Basis, Einmalanlagen bei ausserordentlichen Zuflüssen und in Marktkorrekturen.

Was passiert, wenn die Börse einbricht?

Der Sparplan läuft weiter und kauft zu tieferen Kursen automatisch mehr Anteile. Zusätzlich melden wir uns bei dir: mit einer Einordnung, was gefallen ist und warum, und mit dem Hinweis, dass eine Korrektur der Moment für zusätzliche Einmalanlagen ist — nicht für einen Verkauf.

Warum ist das irische Fondsdomizil wichtig?

Fonds mit Sitz in Irland zahlen auf US-Dividenden dank Doppelbesteuerungsabkommen 15% statt 30% Quellensteuer. Weil US-Aktien den grössten Teil eines Weltindex ausmachen, entspricht dieser Vorteil rund 0.15% bis 0.19% Rendite pro Jahr — mehr, als viele Anleger überhaupt an Gebühren vergleichen.

Wie wird ein ETF-Sparplan in der Schweiz besteuert?

Kapitalgewinne sind für Privatanleger steuerfrei. Der Depotwert per Jahresende zählt zur Vermögenssteuer, und Dividenden zählen als steuerbares Einkommen — auch bei thesaurierenden Fonds. Du erhältst von uns einen Steuerauszug, der sich direkt übertragen lässt.

Kann ich jederzeit aussteigen oder pausieren?

Ja. Es gibt keine Mindestlaufzeit und keine Kündigungsfrist. Du kannst den Betrag jederzeit ändern, den Sparplan pausieren oder das Vermögen auszahlen lassen. Aus Anlagesicht raten wir vom Pausieren in Schwächephasen ab — genau dann kauft der Sparplan am günstigsten ein.

Kann ich einen Sparplan für mein Kind eröffnen?

Ja, und der Zeithorizont macht es zur wirkungsvollsten Variante überhaupt. CHF 50 monatlich ab Geburt ergeben bei 7% bis zum 18. Geburtstag rund CHF 21'536 bei einer Einzahlung von CHF 10'800. Details im Kinderkonto-Guide.

Was ist der Unterschied zum arvy Fonds?

Der ETF Sparplan bildet den breiten Weltmarkt ab — passiv, günstig, regelbasiert. Der arvy Fonds ist ein konzentriertes Portfolio ausgewählter Qualitätsunternehmen mit einem Renditeanspruch über der Marktrendite und geringerer Abhängigkeit von einigen wenigen Grosskonzernen. Viele Kundinnen und Kunden kombinieren beides.

Ist arvy ein Robo-Advisor?

Nein. arvy ist ein von der FINMA bewilligter Vermögensverwalter für kollektive Kapitalanlagen nach Art. 24 KAG mit drei CFA-Charterholdern als Gründern, die eigenes Geld in denselben Strategien investiert haben. Die Ausführung ist automatisiert — die Anlageentscheide und die Kommunikation sind es nicht.

15Weiterlesen

Hub

Der Überblick über alle Themen: Anlegen, Vorsorge, Kosten, Psychologie.

Kosten

Was du wirklich zahlst — inklusive der Posten, die in keinem Factsheet stehen.

Psychologie

Warum das teuerste Element eines Portfolios die Person ist, der es gehört.

Rechner

Deine Sparrate, dein Horizont, dein Endvermögen — mit eigenen Zahlen.

Kinder

Wie du für Kinder und Enkel anlegst, ohne Zeit zu verschenken.

Krisen

Was Kriege, Krisen und Crashs historisch mit Portfolios gemacht haben.

Vergleich

Der Vergleich mit Selbermachen, Robos und Banken

Wofür sich derselbe Baustein einsetzen lässt

Regelmässig sparen — Einstieg ab CHF 500, danach ohne Mindesteinzahlung, wöchentlich ausgeführt. Einmalbeträge anlegen, etwa einen Bonus, eine Erbschaft oder Kapital aus der Pensionskasse. Für ein Kind über das Kinderkonto, wo die Laufzeit am längsten ist. Und als günstige Basis neben einer aktiven Strategie. Eine Lösung für die gebundene Vorsorge ist in Vorbereitung.

Starte deinen ETF Sparplan

0.45% all-in. Wöchentlich investiert. Weltweit diversifiziert. Und jemand, der dir erklärt, was du besitzt.

arvy ETF Sparplan

Betrag festlegen, Dauerauftrag einrichten, laufen lassen. Jederzeit änderbar oder pausierbar.

Sparplan starten →
arvy Weekly

Über 12'000 Abonnenten. Einordnung statt Lärm — jede Woche, kostenlos.

Zum Weekly →

Dieser Beitrag wurde von Thierry Borgeat, Mitgründer von arvy, verfasst und von Patrick Rissi, CFA, und Florian Jauch, CFA, geprüft.

Disclaimer: arvy AG ist ein von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA bewilligter Verwalter von Kollektivvermögen nach Art. 24 des Kollektivanlagengesetzes (KAG). Dieser Beitrag dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Steuer- oder Rechtsberatung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Die dargestellten Berechnungen sind Modellrechnungen auf Basis der genannten Annahmen und keine Prognose; sie unterstellen eine konstante Rendite und eine monatliche Verzinsung zum nominellen Jahreszins. Die historische Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Anlagen in Aktien unterliegen Kursschwankungen; Verluste bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals sind möglich. Steuerliche Auswirkungen sind kantonal und individuell unterschiedlich — kläre deine Situation mit einer Fachperson ab.

Newsletter

Tritt unserem 16’000+ Club bei

Jede Woche Investmentgeschichten und Ideen – kompakt, in deiner Inbox.

Kostenlos, jederzeit abbestellbar. Kein Spam.