ETF Sparplan Vergleich Schweiz | arvy

September 12, 2026 6 Minuten Lesezeit
  • Die All-in-Kosten Schweizer Anbieter reichen von 0.45% bis 0.90% pro Jahr. Über dreissig Jahre entspricht diese Spanne bei CHF 500 monatlich rund CHF 46'500 Unterschied. Klassische Bankmandate liegen mit 1.2% bis 1.8% nochmals deutlich darüber.
  • Die ausgewiesene Gebühr ist nicht die ganze Rechnung. Fremdwährungsaufschläge, Mindestanlagen, Stempelabgaben und die Quellensteuer im Fonds gehören dazu.
  • Vergleiche immer Verwaltung plus Produktkosten zusammen. Eine tiefe Verwaltungsgebühr mit teurem Produkt darunter ist kein günstiges Angebot.
Kosten sind der einzige Teil deiner Rendite, den du im Voraus kennst. Genau deshalb lohnt es sich, sie einmal richtig auseinanderzunehmen.

Der Schweizer Markt für automatisiertes Investieren ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Die Angebote unterscheiden sich weniger in dem, was sie tun, als in dem, was sie kosten — und die Kostenangaben sind selten direkt vergleichbar. Dieser Artikel stellt sie auf eine gemeinsame Basis.

01Die Vergleichstabelle

Alle Werte als jährliche All-in-Kosten: Verwaltungsgebühr plus Produktkosten (TER). Mitbewerber sind auf ihren Anfangsbuchstaben gekürzt.

AnbieterVerwaltungTERAll-inMindestanlageFX-Aufschlag
arvy0.39%0.06%0.45%CHF 500kein Wechsel
V0.25%0.24%0.49%CHF 1inklusive
F ¹0.39%0.10%0.49%CHF 1inklusive
F ²0.40%0.20%0.60%CHF 5000.50%
T0.50%0.17%0.67%CHF 8'5000.10%
S0.68%0.22%0.90%CHF 2'0000.25%

Der arvy Wert bezieht sich auf das Weltaktienportfolio (0.39% Verwaltung plus 0.06% TER). Anbieternamen auf den Anfangsbuchstaben gekürzt; zwei Anbieter mit gleichem Anfangsbuchstaben sind mit ¹ und ² unterschieden. Angaben ohne Gewähr und Stand der Erhebung — prüfe die aktuellen Konditionen direkt beim jeweiligen Anbieter.

Zwei Einschränkungen, die zur Fairness gehören. Erstens senken mehrere Anbieter ihre Verwaltungsgebühr bei grösseren Vermögen; die Tabelle zeigt die Konditionen für einen Sparplan in der Aufbauphase. Zweitens bilden die Produktkosten nur einen Teil der tatsächlichen Fondskosten ab — aussagekräftiger wäre die Tracking Difference, die sich aber von Jahr zu Jahr ändert und nicht im Voraus feststeht. Wir vergleichen deshalb, was ein Anbieter selbst festlegt: seine Gebühren und die Kosten der Produkte, die er einsetzt. Ausserdem ist das Anlageuniversum nicht bei allen identisch — Schwellenländeranteil, Heimmarktanteil und Small Caps unterscheiden sich, und damit auch die Quellensteuerbelastung im Fonds.

02Was die Spanne über dreissig Jahre bedeutet

Endvermögen bei CHF 500 monatlich, 30 Jahre, 7% Bruttorendite, nach Abzug der jeweiligen All-in-Kosten:

0.45%
558'494
0.49%
554'165
0.60%
542'461
0.67%
535'162
0.90%
511'973

Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot in dieser Tabelle liegen rund CHF 46'500 — bei identischen Einzahlungen und identischer Marktentwicklung. Zwischen den beiden günstigsten liegen dagegen nur gut CHF 4'000. Ab einem gewissen Niveau ist die Gebührenoptimierung nicht mehr der wichtigste Hebel.

03Die vier Posten, die selten in der Tabelle stehen

Fremdwährungsaufschlag. Ein Weltindex wird in Fremdwährung gehandelt. Wer bei jedem Kauf 0.50% Umrechnungsaufschlag zahlt, verliert bei monatlichen Käufen deutlich mehr, als 0.04% Gebührendifferenz ausmachen. Dieser Posten wird selten prominent ausgewiesen.

Mindestanlage. Ein Angebot mit CHF 8'500 Mindestanlage ist für den Start eines Sparplans schlicht nicht zugänglich — unabhängig davon, wie günstig es wäre.

Stempelabgabe. Gesetzlich vorgegeben und transaktionsabhängig. Sie ist bei allen Anbietern gleich, gehört aber in die Gesamtrechnung, weil sie bei häufigen Käufen anfällt.

Quellensteuer im Fonds. Der grösste unsichtbare Posten. Fondsdomizil entscheidet, ob auf US-Dividenden 15% oder 30% Quellensteuer anfallen — ein Unterschied von rund 0.15% bis 0.19% Rendite pro Jahr. Das ist mehr als die gesamte Gebührendifferenz zwischen den beiden günstigsten Anbietern. Details in Irische ETF: 15% statt 30%.

Die Konsequenz für den Vergleich: Ein Anbieter mit 0.49% ausgewiesenen Kosten und ungünstigem Fondsdomizil kann effektiv teurer sein als einer mit 0.45% und irischer Struktur. Wer nur die Gebührenzeile vergleicht, vergleicht die kleinere Hälfte.

04Broker oder Vermögensverwalter?

Die Gebührentabelle vergleicht verwaltete Angebote miteinander. Die grössere Entscheidung liegt eine Ebene darüber: Willst du überhaupt jemanden dafür bezahlen?

Selbstbau bei einem Broker. Du eröffnest ein Depot, wählst den ETF selbst aus und richtest einen Sparplan ein. Verwaltungsgebühr: null. Dafür trägst du Ordergebühren, Fremdwährungsaufschläge und die Auswahlentscheidung. Das ist die günstigste Variante — für jemanden, der sie durchzieht.

Verwaltetes Angebot. Ein bewilligter Vermögensverwalter wählt aus, führt aus und rebalanciert. Dafür zahlst du eine Verwaltungsgebühr. Was du bekommst, ist nicht bessere Rendite, sondern eine Entscheidung weniger — und in Marktphasen, in denen es unangenehm wird, jemanden, der einordnet.

Die ehrliche Abwägung: Der Kostenvorteil des Selbstbaus ist real, aber kleiner, als er auf den ersten Blick wirkt. Fixe Ordergebühren und ein Fremdwährungsaufschlag von 0.50% pro Kauf belasten kleine monatliche Beträge prozentual erheblich. Und die entscheidende Frage ist nicht, was günstiger ist, sondern was du in zehn Jahren noch machst. Die Verhaltenslücke zwischen Fondsrendite und Anlegerrendite beträgt je nach Studie rund 1% bis 1.5% pro Jahr — ein Vielfaches jeder Gebührendifferenz in dieser Tabelle.

Ein dritter Begriff geistert durch diese Diskussion: Robo-Advisor. Er beschreibt die digitale Oberfläche, nicht die Bewilligung. Entscheidend ist, wer die Anlageentscheide trifft, wie die Kundengelder verwahrt werden und unter welcher Aufsicht der Anbieter steht.

04Was ausser den Kosten zählt

Kosten sind das wichtigste vergleichbare Kriterium, aber nicht das einzige.

Ausführungsrhythmus. Wöchentlich, monatlich oder quartalsweise. Der Renditeeffekt ist gering, aber kürzere Intervalle lassen dein Geld weniger lange unangelegt liegen.

Teilbarkeit. Werden kleine Beträge vollständig investiert, oder bleibt ein Rest auf dem Konto? Über Jahre summiert sich nicht investiertes Geld.

Steuerreporting. Ein Auszug, der direkt in die Steuererklärung passt, spart jedes Jahr Arbeit.

Kommunikation in Schwächephasen. Das lässt sich nicht in Hundertstelprozenten messen und entscheidet trotzdem über das Ergebnis. Die Verhaltenslücke zwischen Fondsrendite und Anlegerrendite beträgt je nach Studie rund 1% bis 1.5% pro Jahr — ein Vielfaches jeder Gebührendifferenz in dieser Tabelle.

05Häufige Fragen

Was sind All-in-Kosten?

Verwaltungsgebühr plus Produktkosten (TER) zusammengerechnet. Nur diese Summe ist zwischen Anbietern vergleichbar, weil manche eine tiefe Verwaltungsgebühr mit teuren Produkten kombinieren und umgekehrt.

Wie viel Unterschied machen 0.5% Gebühren wirklich?

Bei CHF 500 monatlich über 30 Jahre und 7% Bruttorendite liegen zwischen 0.45% und 0.90% All-in-Kosten rund CHF 46'000. Der Effekt wächst überproportional mit der Laufzeit, weil entgangene Rendite selbst keine Rendite mehr erzeugt.

Ist der günstigste Anbieter automatisch der beste?

Nicht zwingend. Fremdwährungsaufschläge, Mindestanlagen und das Fondsdomizil können den Vorteil aufheben. Und Faktoren wie Verständlichkeit und Kommunikation in Krisenphasen wirken oft stärker auf das Endergebnis als wenige Hundertstelprozente.

Fallen beim Sparplan Ausführungsgebühren pro Kauf an?

Das unterscheidet sich stark. Fixe Beträge pro Ausführung belasten kleine Sparraten prozentual sehr hoch. Wer mit kleinen Beträgen startet, sollte gezielt auf Angebote ohne fixe Ausführungsgebühr achten.

Was ist der Unterschied zwischen einem Broker und einem Vermögensverwalter?

Bei einem Broker wählst du die Wertpapiere selbst aus und erteilst die Aufträge. Ein Vermögensverwalter trifft die Anlageentscheide für dich und ist dafür bewilligungspflichtig. Der Broker ist günstiger, der Verwalter nimmt dir Entscheidungen ab — das ist die eigentliche Abwägung.

Ist ein Selbstbau-Sparplan bei einem Broker günstiger?

Rein bei der Verwaltungsgebühr ja, oft sogar deutlich. Dafür trägst du Ordergebühren, Fremdwährungsaufschläge und die Auswahlentscheidung selbst. Bei kleinen monatlichen Beträgen können fixe Kosten pro Ausführung den Gebührenvorteil aufzehren.

Ist ein Robo-Advisor dasselbe wie ein Vermögensverwalter?

Der Begriff beschreibt die digitale Oberfläche, nicht die Bewilligung. Entscheidend ist, wer die Anlageentscheide trifft, wie die Kundengelder verwahrt werden und unter welcher Aufsicht der Anbieter steht.

Wie stark fällt der Fremdwährungsaufschlag ins Gewicht?

Bei monatlichen Käufen deutlich stärker, als die Zahl vermuten lässt. Ein Aufschlag von 0.50% pro Kauf belastet jede einzelne Einzahlung — über Jahre summiert sich das auf mehr als die Differenz zwischen einem günstigen und einem teuren Anbieter.

06Weiterlesen

Übersicht

Kosten, Steuern, Domizil und Mechanik an einem Ort.

Rechner

Die Rechnung mit deinen eigenen Zahlen und deiner Laufzeit.

Kosten

Alle Kostenarten im Detail, auch die unsichtbaren.

Domizil

Der grösste Posten, der in keiner Gebührentabelle steht.

Produkte

Jeder Fonds mit ISIN, Kosten und Domizil

Vergleich

Der Vergleich mit Selbermachen, Robos und Banken

0.45% all-in, ohne Kleingedrucktes

Keine Depotgebühr, keine Ausführungsgebühr, kein Fremdwährungsaufschlag.

arvy ETF Sparplan

Wöchentlich investiert, weltweit diversifiziert, irisches Fondsdomizil.

Zum ETF Sparplan →
arvy Weekly

Über 12'000 Abonnenten. Einordnung statt Lärm.

Zum Weekly →

Dieser Beitrag wurde von Thierry Borgeat, Mitgründer von arvy, verfasst und von Patrick Rissi, CFA, und Florian Jauch, CFA, geprüft.

Disclaimer: arvy AG ist ein von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA bewilligter Verwalter von Kollektivvermögen nach Art. 24 des Kollektivanlagengesetzes (KAG). Dieser Beitrag dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Steuer- oder Rechtsberatung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Die dargestellten Berechnungen sind Modellrechnungen auf Basis der genannten Annahmen und keine Prognose; sie unterstellen eine konstante Rendite und eine monatliche Verzinsung zum nominellen Jahreszins. Die historische Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Anlagen in Aktien unterliegen Kursschwankungen; Verluste bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals sind möglich. Steuerliche Auswirkungen sind kantonal und individuell unterschiedlich — kläre deine Situation mit einer Fachperson ab.

Newsletter

Tritt unserem 16’000+ Club bei

Jede Woche Investmentgeschichten und Ideen – kompakt, in deiner Inbox.

Kostenlos, jederzeit abbestellbar. Kein Spam.