LVMH: Familien-Imperium des Luxus


„Im Luxusgeschäft muss man auf dem Erbe aufbauen."
– Bernard Arnault, Verwaltungsratspräsident und CEO von LVMH
arvy's Teaser: LVMH, der Inbegriff von Luxus, glänzt durch strategische Übernahmen und familiengeführte Unternehmenskultur. Die Nachfolgeplanung und das Erbe der Familie Arnault wurden meisterhaft miteinander verwoben. Aber es gibt erste Risse im „Good Chart".
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Luxus.
Das ist einer meiner liebsten Sektoren zum Investieren.
Der zugrundeliegende Markt wächst mit 4% pro Jahr, die Margen sind hoch und Konsumenten haben unelastische Ausgabenmuster — das heisst, der Sektor ist rezessionsresistent und Unternehmen haben Preissetzungsmacht. Dazu kommen die vielfältigen Segmente: Mode und Lederwaren, Parfum und Kosmetik, Wein und Spirituosen sowie Uhren und Schmuck.
Bei der Analyse von Unternehmen in diesem Bereich halte ich mich an die Marktweisheit unseres Verwaltungsratspräsidenten Nic: „Kaufe immer die Unternehmen, die dort angesiedelt sind, wo die Geschichte Sinn macht." Das heisst: Du kaufst Luxus in Frankreich oder Italien, erneuerbare Energien in Skandinavien und Schokolade in der Schweiz.
Wenn du all diese Faktoren kombinierst, findest du ein Familienunternehmen in Frankreich mit ausgezeichnetem Ruf und erstklassigem Track Record. Das grösste Luxusunternehmen der Welt (Chart 1).
Es ist das familiengeführte Luxusimperium von Bernard Arnault: Louis Vuitton Moët Hennessy.
Kurz: LVMH.
Chart 1: Eine Welt der Luxusgüter — Die 12 grössten börsennotierten Luxusunternehmen nach Marktkapitalisierung

Quelle: Quartr, Dezember 2023
Über die Jahre hat LVMH mehrere geniale strategische Übernahmen getätigt.
Serielle Übernahmen sind eine schwierige Aufgabe und erfordern viel Disziplin, Fachwissen und durchdachte Umsetzung. Dennoch hat Bernard Arnault die Kunst der Kapitalallokation durch mehrere Akquisitionen in den letzten 35 Jahren gemeistert (Chart 2), die grösstenteils zu grossem Erfolg mit sehr hoher Rendite auf das investierte Kapital führten. Das Ergebnis: ein prestigeträchtiges, gut diversifiziertes Markenportfolio über alle wichtigen Segmente hinweg und starkes Umsatzwachstum in den letzten Jahren.
Bist du immer noch nicht überzeugt, dass die Nachfrage rezessionsresistent und widerstandsfähig ist?
Kleine Übung für dich an einem Freitagmorgen: Zeig mir die globale Finanzkrise oder die Dotcom-Rezession, indem du nur die Umsatz-Balkendiagramme unten betrachtest.
Nicht so einfach, ich weiss.
Chart 2: Arnaults Luxusimperium — Die wichtigsten Übernahmen von LVMH

Quelle: Quartr
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So viel Prozent von LVMH gehören der Familie Arnault, einer der reichsten Familien der Welt. Nettovermögen: 180 Milliarden Dollar. LVMH ist der Inbegriff eines familiengeführten Unternehmens und ein Paradebeispiel dafür, warum solche Unternehmen langfristig outperformen (Chart 3). Eigentümerstrukturen, attraktive Anreize und langfristiges Denken sind ein Schlüsselmerkmal dieser Unternehmen. Details, auf die wir bei der Analyse einer „Good Story" besonders achten.
Wie jedes Familienunternehmen steht auch dieses vor einem gewissen Schicksal.
Nachfolge.
Aber Bernard, der Patriarch der Familie, wäre nicht so erfolgreich, wenn er dieses Problem nicht frühzeitig angegangen wäre. Er weiss, dass man im Luxussektor auf dem Erbe aufbauen muss. Das gilt auch für seine fünf Kinder. Deshalb hat er sie alle strategisch im Familienimperium platziert:
Ihre Zusammenarbeit, ihr gegenseitiger Respekt und ihre gemeinsame Vision für LVMHs Zukunft deuten auf eine dynamische Kontinuität und Weiterentwicklung des Luxusgiganten hin.
C'est magnifique, n'est-ce pas?
Chart 3: Familiengeführte Unternehmen outperformen

Quelle: Credit Suisse Research, Thomson Reuters Datastream
LVMH ist für mich ein Lehrbuchbeispiel, wie leicht man sich in eine „Good Story" verlieben kann. Denk einfach an das, was du in den letzten Absätzen gelesen hast.
Was gibt es da nicht zu lieben?
Genau deshalb schauen wir bei arvy neben der „Good Story", die eine grössere subjektive Komponente hat, immer auch auf den „Good Chart". Eine objektive Beurteilung. Wir folgen einer wichtigen Grundregel: Vertraue weder der Geschichte noch den Zahlen allein, solange sie nicht durch die Preisentwicklung bestätigt werden.
LVMH, mit einem Drittel seiner Luxusverkäufe aus Asien, hauptsächlich China — eine Region, die aufgrund steigender Einkommen zwei Drittel des Unternehmenswachstums antreibt — profitierte vom wirtschaftlichen Rückenwind nach der Pandemie. Doch die wirtschaftlichen Sorgen des Westens und der abkühlende Immobilienmarkt in Asien signalisieren eine vorsichtige Haltung, erste Risse, die uns veranlassen, noch nicht zu kaufen.
Unsere Präferenz neigt zu Hermès, dessen hochpreisige Produkte wohlhabendere, stabilere Kunden anziehen, was sich in der überlegenen Preisentwicklung zeigt.
Aber wie ich diese Woche in der NZZ The Market unter dem Titel „Wann soll ich verkaufen? 12 Verkaufsregeln" geschrieben habe:
Für beide gilt weiterhin: „The trend is your friend until the end, when it bends."
Chart 4: LVMH & Hermès über 10 Jahre

Quelle: TradingView