FIRE-Rechner: Wann bin ich finanziell unabhängig?

März 2, 2026 11 Minuten Lesezeit
FIRE-Rechner Schweiz 2026: Wann bin ich finanziell unabhängig? | arvy

FIRE-Rechner Schweiz: Wann bin ich finanziell unabhängig?

Berechne dein FIRE-Datum in 60 Sekunden — mit der 4%-Regel, Schweizer Zahlen und der ehrlichen Brückenphase, die internationale FIRE-Blogs vergessen. Lean FIRE ab CHF 1.25 Mio, Normal FIRE ab CHF 2.15 Mio, Fat FIRE ab CHF 3.8 Mio.

Von Team arvy · Geprüft von Patrick Rissi, CFA und Florian Jauch, CFA · Zuletzt aktualisiert: März 2026 · 7 Min. Lesezeit · Interaktiver Rechner

In 30 Sekunden — die FIRE-Logik
  • FIRE-Formel: Jährliche Ausgaben × 25 = Vermögen, das du brauchst. Bei CHF 60'000 Jahresausgaben: CHF 1'500'000 Zielvermögen. Ab dort kannst du jährlich 4% entnehmen, ohne das Vermögen aufzubrauchen (Trinity Study).
  • Der entscheidende Hebel ist deine Sparquote: Sparquote 50% → FIRE in ~17 Jahren. Sparquote 30% → ~28 Jahre. Sparquote 20% → ~37 Jahre. Mehr Sparen halbiert die Zeit, weil es beide Seiten der Gleichung gleichzeitig verbessert.
  • Schweizer Realität: PK und 3a sind bis 58–60 gesperrt. Wer mit 50 FIRE machen will, braucht Vermögen ausserhalb der 3 Säulen. → FIRE in der Schweiz: der ehrliche Guide

FIRE steht für „Financial Independence, Retire Early" — die Bewegung, die zeigt, dass finanzielle Freiheit kein Traum ist, sondern eine Rechenaufgabe. Wie viele Jahre brauchst du noch, bis dein Vermögen deine Lebenshaltungskosten deckt — ohne je wieder arbeiten zu müssen? Dieser Rechner gibt dir die Antwort in 60 Sekunden.

FIRE-Rechner
Aktuelles Vermögen CHF 50'000
Dein gesamtes investiertes Vermögen (Depot, 3a, Sparkonto). Nicht: Immobilie, Auto, PK. → Budget-Rechner: Was hast du frei?
Monatliche Sparrate CHF 2'000
Der Betrag, den du monatlich investierst. Je höher die Sparquote, desto schneller erreichst du FIRE. Sparquote 50% → FIRE in ~17 Jahren. Sparquote 30% → ~28 Jahre. → Sparquoten-Rechner
Jährliche Ausgaben CHF 60'000
Deine jährlichen Lebenshaltungskosten. In der Schweiz typisch CHF 48'000–80'000. Jede CHF 1'000 weniger pro Jahr senkt deine FIRE-Zahl um CHF 25'000 (bei 4%-Regel). → Budget-Rechner
Deine geschätzten jährlichen Lebenshaltungskosten
Erwartete Rendite 7%
Historischer Aktienmarkt: ~7% nach Inflation. Konservativ: 5–6%. Sparkonto: 0.5–1.5%. Die FIRE-Bewegung rechnet typisch mit 7%. → Zinseszinsrechner
Sichere Entnahmerate (SWR) 4%
Die 4%-Regel (Trinity Study): Du kannst jährlich 4% deines Vermögens entnehmen, ohne es aufzubrauchen — basierend auf 100+ Jahren US-Marktdaten. In der Schweiz empfehlen manche 3–3.5% wegen höherer Lebenshaltungskosten. → Glossar: FIRE
4%-Regel nach der Trinity Study. Konservativ: 3.5%
17
Jahre bis zur finanziellen Unabhängigkeit
Ziel: CHF 1'500'000 · Erreicht im Jahr 2043
FIRE-Zahl (benötigtes Vermögen)
CHF 1'500'000
Jährliche Ausgaben ÷ Entnahmerate
Monatliches passives Einkommen
CHF 5'000
Bei Erreichung des FIRE-Ziels
Aktuelle Sparquote
29%
Sparrate ÷ (Sparrate + Ausgaben/12)
Total eingezahlt bis FIRE
CHF 458'000
31% des Endvermögens
Vermögen
FIRE-Ziel

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Was ist FIRE? Die Bewegung in 60 Sekunden

Financial Independence, Retire Early (FIRE) basiert auf einer simplen Idee: Wenn dein Vermögen gross genug ist, kannst du von den Erträgen leben — ohne auf ein Gehalt angewiesen zu sein. „Retire Early" heisst dabei nicht zwingend, mit 35 am Strand zu liegen. Es heisst: Arbeiten wird optional. Du kannst weiterarbeiten — aber du musst nicht. JL Collins, der Pate der FIRE-Bewegung, nennt das „F-You Money" — genug Vermögen, um jederzeit „Nein" sagen zu können.

Die Bewegung wurde durch Pioniere wie Vicki Robin („Your Money or Your Life", 1992), Mr. Money Mustache und JL Collins („The Simple Path to Wealth", 2016) populär. Ihre gemeinsame These: nicht dein Einkommen entscheidet, sondern dein Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben. Ein Lehrer mit 50% Sparquote erreicht FIRE schneller als ein Banker mit 10% Sparquote — egal wie viel der Banker verdient.

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The Simple Path to Wealth — die Bibel der FIRE-Bewegung

JL Collins schrieb dieses Buch als Briefe an seine Teenager-Tochter. Spare aggressiv, investiere in einen kostengünstigen Indexfonds, verkaufe nie im Crash. Das Buch hat eine ganze Generation zu FIRE inspiriert. Was funktioniert für Schweizer Anleger — und wo geht arvy einen Schritt weiter?

Zur Buchbesprechung →

Die FIRE-Zahl berechnen: deine magische Vermögenszahl

Die FIRE-Zahl berechnet sich denkbar einfach: Jährliche Ausgaben ÷ Entnahmerate. Bei CHF 60'000 Jahresausgaben und einer 4%-Entnahmerate brauchst du CHF 1'500'000. Ab diesem Betrag kannst du jedes Jahr 4% entnehmen, ohne dass dein Vermögen langfristig schrumpft.

Eine alternative Formel, die dasselbe ausdrückt: Jährliche Ausgaben × 25 = FIRE-Zahl. Bei einer konservativeren 3.5%-Entnahmerate multiplizierst du mit ~28.5. Bei 3% mit 33.

Deine JahresausgabenBei 4% (×25)Bei 3.5% (×28.5)Bei 3% (×33)
CHF 40'000CHF 1.0 MioCHF 1.14 MioCHF 1.32 Mio
CHF 60'000CHF 1.5 MioCHF 1.71 MioCHF 1.98 Mio
CHF 80'000CHF 2.0 MioCHF 2.29 MioCHF 2.64 Mio
CHF 100'000CHF 2.5 MioCHF 2.86 MioCHF 3.3 Mio
CHF 120'000CHF 3.0 MioCHF 3.43 MioCHF 3.96 Mio

Die 4%-Regel verstehen: woher kommt sie?

Die 4%-Regel stammt aus der berühmten Trinity Study von 1998 (William Bengen, Trinity University) — einer Studie, die analysierte: Wie viel Prozent darf man pro Jahr aus einem Aktien/Anleihen-Portfolio entnehmen, ohne in 30 Jahren das Geld zu verlieren? Die Studie testete jede mögliche 30-Jahre-Periode der US-Geschichte seit 1926 — inklusive der Grossen Depression, der 70er-Jahre-Stagflation, des Dotcom-Crashs und der Finanzkrise.

Das Ergebnis: bei einem Portfolio aus 50–75% Aktien hätte eine inflationsbereinigte 4%-Entnahmerate in 95%+ aller 30-Jahres-Perioden funktioniert. Die 4% wurden zum Goldstandard der FIRE-Community.

Drei wichtige Einschränkungen der 4%-Regel

1. Sie basiert auf US-Daten: der amerikanische Aktienmarkt hatte historisch höhere Renditen als der europäische. Konservative Schweizer Planer rechnen deshalb mit 3.5%.
2. Der „Sequence of Returns Risk": ein Crash in den ersten 5 FIRE-Jahren ist viel gefährlicher als ein Crash in Jahr 20 — weil dann mehr Kapital weg ist.
3. Die 30-Jahre-Annahme: wer mit 40 FIRE macht, plant 50+ Jahre. Für solche Horizonte rechnen Profis mit 3.0–3.5%.

Lean FIRE, Normal FIRE, Fat FIRE — was passt zu dir?

Die FIRE-Community unterscheidet drei Lebensstil-Kategorien — jede mit klaren Schweizer Zahlen:

FIRE-TypJährliche AusgabenFIRE-Zahl (4%)Lebensstil
🥗 Lean FIRECHF 36'000 – 48'000CHF 0.9 – 1.2 MioMinimalistisch, kein Auto, kleine Wohnung, geo-arbitrage möglich (z. B. Wegzug in günstigeren Kanton)
⚖️ Normal FIRECHF 60'000 – 90'000CHF 1.5 – 2.25 MioSchweizer Mittelklasse-Standard: Mietwohnung in Stadtnähe, eine Auslandsreise/Jahr, gelegentlich auswärts essen
🍾 Fat FIRECHF 120'000 – 180'000CHF 3.0 – 4.5 MioKomfortabel: Eigenheim, mehrere Reisen/Jahr, gehobener Konsum, Reserve für Unvorhergesehenes
☕ Barista FIREVariabel~50–70% der vollen FIRE-ZahlTeilzeit-Arbeit deckt einen Teil der Ausgaben, der Rest kommt aus dem Portfolio. Beliebte Brücke für Frühpensionierte.

Die meisten Schweizer FIRE-Aspiranten landen in der „Normal FIRE"-Kategorie. Wichtig: die Zahlen oben sind freies Vermögen — PK und 3a sind bis 58–60 nicht zugänglich. Wer mit 45 oder 50 FIRE machen will, braucht den vollen Betrag ausserhalb der gebundenen Vorsorge.

Die drei Hebel, die wirklich zählen

Es gibt mathematisch nur drei Hebel, die deinen FIRE-Zeitpunkt beeinflussen. Jeder einzelne ist mächtig — aber zwei davon werden systematisch unterschätzt:

Hebel 1 — Sparquote erhöhen (der mächtigste Hebel)

Die Sparquote ist die einzige Variable, die beide Seiten der FIRE-Gleichung gleichzeitig verbessert: Wer mehr spart, baut schneller Vermögen auf und braucht weniger Endvermögen (weil die Ausgaben niedriger sind). Mr. Money Mustache hat das in einer berühmten Grafik visualisiert: bei 5% Sparquote brauchst du 66 Jahre bis FIRE, bei 25% noch 32 Jahre, bei 50% nur noch 17 Jahre, bei 75% nur noch 7 Jahre. Jede 10%-Erhöhung der Sparquote verkürzt FIRE um mehrere Jahre.

Hebel 2 — Rendite optimieren

Der Unterschied zwischen 4% auf dem Sparkonto und 7% am Aktienmarkt ist über 20 Jahre gewaltig. CHF 2'000 monatlich über 20 Jahre bei 4% = CHF 730'000. Bei 7% = CHF 1'041'000. Eine Differenz von CHF 311'000 — allein durch die richtige Anlageklasse. Qualitätsaktien — wie im arvy-Aktienfonds — haben historisch eine höhere risikoadjustierte Rendite als der breite Markt.

Hebel 3 — Ausgaben kontrollieren (der unterschätzteste Hebel)

Jeder CHF 1'000, den du aus deinen jährlichen Ausgaben streichst, reduziert dein FIRE-Ziel um CHF 25'000 (bei 4%-Regel). Das ist der mächtigste Hebel — und oft der am meisten unterschätzte. Wer seine Ausgaben um CHF 1'000/Monat senkt (CHF 12'000/Jahr), senkt sein Zielvermögen um CHF 300'000. Das ist mathematisch gewaltiger als ein Karrieresprung mit Lohnerhöhung — weil eine Lohnerhöhung typisch zu höheren Ausgaben führt („Lifestyle Inflation"), eine Ausgabenreduktion hingegen dauerhaft kompoundiert.

Die Verhaltenslücke — der unsichtbare vierte Hebel

Laut Vanguard Advisor's Alpha, Morningstar Gamma und Dalbar QAIB verliert der durchschnittliche Anleger 1.5%–3% Rendite pro Jahr durch emotionale Fehler — Panikverkäufe in Crashs, Aufgeben in Seitwärtsphasen, FOMO-Käufe am Hoch. Das ist drei- bis sechsmal mehr als der Gebührenunterschied zwischen den günstigsten und teuersten Anbietern. Über 30 Jahre macht das den Unterschied zwischen FIRE in 18 Jahren und FIRE in 25 Jahren. → Mehr zur Verhaltenslücke im 3a-Vergleich

Die Schweizer 3-Säulen-Realität: was internationale FIRE-Blogs vergessen

Internationale FIRE-Blogs tun gerne so, als wäre das System überall gleich. Es ist nicht. Die Schweizer 3-Säulen-Struktur macht FIRE komplizierter als in den USA — aber auch besser, wenn man sie richtig nutzt.

Die wichtigsten Schweizer Besonderheiten:

BesonderheitVorteil für FIRENachteil für FIRE
Kapitalgewinne steuerfrei✅ Dein Vermögen wächst ohne Steuerabgabe auf Kursgewinne — einzigartiger Vorteil
Säule 3a (Steuerabzug)✅ CHF 7'258/Jahr abzugsfähig, beschleunigt FIRE durch Steuerersparnis❌ Gesperrt bis 58–60 Jahre
Pensionskasse (PK)✅ Arbeitgeberbeitrag = „Gratis-Sparen", oft 5–10% Lohn extra❌ Frühestens ab 58–60 Jahren zugänglich
AHV (1. Säule)✅ Lebenslange Grundsicherung ab 63–70❌ Beitragslücken kürzen die Rente um 2.3%/Jahr
Hohe Löhne✅ Hohe Sparquoten möglich (50–70%)❌ Hohe Lebenshaltungskosten verschieben FIRE-Zahl nach oben
Krankenkasse❌ Ohne Arbeitgeber CHF 400–600/Monat extra — fix einplanen
Die „Brückenphase" — das grösste Schweizer FIRE-Problem

Wer mit 50 FIRE machen will, muss die Lücke zwischen 50 und 60 (PK/3a-Zugriff) bzw. 63–65 (AHV) komplett aus freiem Vermögen finanzieren. 10 Jahre × CHF 75'000 = CHF 750'000 nur für die Brücke. Das ist neben der „normalen" FIRE-Zahl ein zusätzlicher Posten. → Die volle Brückenphasen-Rechnung im FIRE-Schweiz-Guide

🇨🇭 Vertiefung: Unser Pillar-Artikel FIRE in der Schweiz: Frühpensionierung realistisch planen zeigt mit konkreten Beispielen, wie die Brückenphase zwischen 50 und 60 finanziert wird, was AHV-Lücken kosten, und wie du PK-Kapital steuerlich optimal beziehst. Pflichtlektüre für jeden Schweizer FIRE-Aspirantin.

Drei realistische Szenarien: FIRE mit 45, 50, 55

Wie sieht FIRE in der Schweiz konkret aus? Drei Beispielrechnungen mit realistischen Zahlen:

Szenario A — FIRE mit 45 (aggressiv): Startkapital 0, Alter 30

Janine, 30, arbeitet in der Pharmabranche. Bruttolohn CHF 120'000. Sie spart CHF 60'000/Jahr (50%-Sparquote). Lebt mit CHF 60'000/Jahr. Ziel: FIRE mit 45. Bei 7% Rendite erreicht sie nach 15 Jahren CHF 1'511'000. Sie kann mit 45 finanziell unabhängig sein — aber muss die Brücke bis 58–60 (PK/3a) und 65 (AHV) durchhalten. Realistisch: sie braucht ~CHF 1.8–2.0 Mio. wegen der Brückenphase, also 17–18 Jahre statt 15.

Szenario B — FIRE mit 50 (realistisch): Startkapital CHF 100'000, Alter 35

Marc, 35, arbeitet im Maschinenbau. CHF 100'000 Vermögen, spart CHF 4'000/Monat (CHF 48'000/Jahr). Ausgaben CHF 60'000. Bei 7% Rendite erreicht er die FIRE-Zahl von CHF 1.5 Mio. nach 13 Jahren — mit 48. Plus 2 Jahre Brückenpuffer = FIRE mit 50. Klassisches Normal-FIRE-Szenario in der Schweiz.

Szenario C — FIRE mit 55 (entspannt): Startkapital CHF 200'000, Alter 40

Sandra, 40, arbeitet als Software-Architektin. CHF 200'000 Vermögen, spart CHF 3'000/Monat. Ausgaben CHF 72'000/Jahr (gehobene Lebensqualität). FIRE-Zahl: CHF 1.8 Mio. Bei 7% Rendite in 15 Jahren — mit 55. Die PK ist ab 58–60 zugänglich, die Brückenphase ist nur 3–5 Jahre. Plus die PK-Auszahlung deckt die letzten Jahre vor AHV-Bezug. Das wahrscheinlich beliebteste Schweizer FIRE-Modell.

Die Erkenntnis aus den drei Szenarien

FIRE mit 45 ist mathematisch möglich, aber emotional hart und benötigt 50%+ Sparquote über 15 Jahre. FIRE mit 50–55 ist für viele Schweizer Mittelschicht-Karrieren realistisch — vor allem wenn die Brückenphase kurz ist. Der Sweet Spot für die meisten Anleger: FIRE-Vorbereitung bis 55, dann gestaffelte PK-Auszahlung und Teilpensionierung statt sofortigem Stopp. → Rente vs. Kapitalbezug-Rechner

Häufig gestellte Fragen zum FIRE-Rechner

Wie zuverlässig ist die 4%-Regel in der Schweiz?

Die 4%-Regel basiert auf US-Daten der Trinity Study und funktionierte historisch in 95%+ aller 30-Jahres-Perioden. In der Schweiz wird sie tendenziell sogar zuverlässiger durch steuerfreie Kapitalgewinne und tiefere langfristige Inflation. Konservative Planer rechnen mit 3.5%, vor allem wer mit 40–45 FIRE plant (50+ Jahre Horizont). Wer mit 55–60 FIRE macht (25–30 Jahre Horizont), kann mit 4% rechnen.

Welche Sparquote brauche ich für FIRE mit 50?

Faustregel: mit 30 anfangen, 40% sparen → FIRE mit ~52. 50% sparen → FIRE mit ~47. 60% sparen → FIRE mit ~43. Die durchschnittliche Sparquote in der Schweiz liegt bei 15–20%. FIRE-Aspirantinnen brauchen typisch 40–60%. Das schaffst du eher durch Ausgabenreduktion als durch Einkommenssteigerung — siehe unseren Sparquoten-Rechner.

Soll ich freies Vermögen oder die 3a für FIRE priorisieren?

Beides — aber strategisch. Die 3a maximal ausschöpfen (CHF 7'258/Jahr) bringt CHF 1'800–2'500 Steuerersparnis jährlich — das ist garantierte Sofortrendite. Der Rest des Sparbudgets sollte in freies Vermögen fliessen, weil das vor 58–60 zugänglich bleibt. Klassisches Verhältnis bei FIRE-Aspirantinnen: 3a maxen + Rest in freies Depot. → 3a-Steuerersparnis-Rechner

Was passiert mit der Krankenkasse, wenn ich FIRE mache?

Die obligatorische Krankenversicherung läuft weiter — du bezahlst sie aber komplett selbst (kein Arbeitgeberbeitrag bei der Schweizer Pflegeversicherung). Rechne mit CHF 400–600/Monat pro Person, also CHF 5'000–7'000/Jahr. Das ist in deinen jährlichen Ausgaben einzuplanen. Wer einen günstigeren Kanton mit tieferen Prämien wählt, kann hier CHF 1'500–2'500/Jahr sparen.

Was ist die grösste FIRE-Falle in der Schweiz?

Die Brückenphase: PK und 3a sind bis 58–60 gesperrt. Wer mit 50 aufhört, braucht 8–10 Jahre Liquidität aus freiem Vermögen, bevor die gebundene Vorsorge greift. Viele FIRE-Aspirantinnen unterschätzen das. Faustregel: rechne die normale FIRE-Zahl + CHF 600'000–800'000 zusätzlich für die Brücke. Details im FIRE-Schweiz-Guide.

Warum 7% Rendite — ist das nicht zu optimistisch?

7% ist die langfristige (100+ Jahre) inflationsbereinigte Rendite des breiten US-Aktienmarkts. Der MSCI World hat seit 1970 ca. 7.5% p.a. nach Inflation geliefert. Konservative Planer rechnen mit 5–6%. Wer den Rechner konservativer nutzen will, stellt 5.5% ein — das verschiebt FIRE um typisch 3–5 Jahre. Wichtig: 7% ist ein langfristiger Durchschnitt, nicht eine Jahresgarantie. Kurzfristig schwanken Renditen zwischen -40% und +40%. → Zinseszinsrechner

Was ist Barista FIRE und wann macht es Sinn?

Barista FIRE bedeutet: du arbeitest Teilzeit (oft in einem entspannten Job — daher der Name „Barista"), das deckt einen Teil deiner Ausgaben, der Rest kommt aus dem Portfolio. Beliebt als Brückenphase zwischen Vollzeitkarriere und vollem FIRE. Vorteile: weniger Vermögen nötig, soziale Struktur durch Arbeit, Krankenkasse über Arbeitgeber. Faustregel: Barista FIRE braucht typisch 50–70% der vollen FIRE-Zahl.

Was ist der Unterschied zwischen Lean FIRE und Fat FIRE?

Lean FIRE = minimaler Lebensstil (CHF 36–48k/Jahr) → CHF 0.9–1.2 Mio Zielvermögen. Fat FIRE = komfortabler Lebensstil (CHF 120–180k/Jahr) → CHF 3.0–4.5 Mio Zielvermögen. Normal FIRE liegt dazwischen (CHF 60–90k → CHF 1.5–2.25 Mio). Die Wahl hängt davon ab, welcher Lebensstil dich glücklich macht — Forschung zeigt, dass über CHF 90'000 Jahreseinkommen die Glückskurve flach wird.

Wie genau ist dieser FIRE-Rechner?

Der Rechner verwendet eine deterministische Compound-Interest-Simulation mit deinen eingegebenen Werten. Er berücksichtigt monatliche Verzinsung und monatliche Sparraten. Was er nicht berücksichtigt: Steuern auf Dividenden, Vermögenssteuer, Inflation der Ausgaben über die Zeit, Sequence-of-Returns-Risiko (Crash-Timing), AHV/PK-Auszahlungen. Für Schweiz-spezifische Detailrechnungen → FIRE Schweiz Guide.

Was dieser FIRE-Rechner nicht zeigt (und warum das wichtig ist)

Ein Rechner ist ein nützliches Werkzeug — aber er ist ein Modell, keine Realität. Drei Dinge, die diese Berechnung systematisch vereinfacht:

1. Inflation der Ausgaben. Wer heute CHF 60'000 ausgibt, gibt in 20 Jahren bei 1.5% Schweizer Inflation real CHF 80'800 aus. Die FIRE-Zahl wächst mit. Der Rechner zeigt die heutigen Zahlen — die reale Zukunft erfordert höhere Endwerte.

2. Sequence of Returns Risk. Ein Crash in den ersten 5 FIRE-Jahren ist deutlich gefährlicher als ein Crash in Jahr 20. Wer FIRE plant, sollte einen Cash-Puffer von 1–2 Jahresausgaben halten, um in Krisen nicht zum schlechtesten Zeitpunkt verkaufen zu müssen.

3. Verhaltenslücke. Die berechnete Rendite setzt voraus, dass du investiert bleibst — auch im Crash. Die Realität: durchschnittliche Anleger verlieren 1.5–3% Rendite pro Jahr durch emotionale Fehler. Das ist der grösste Hebel, den dieser Rechner nicht abbilden kann. → Das Schildkröten-Problem: warum Geduld der entscheidende Vorteil ist

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Dieser Rechner und Artikel wurde von Team arvy erstellt und überprüft von Patrick Rissi, CFA und Florian Jauch, CFA. Letzte Aktualisierung: März 2026. Datenbasis: Trinity Study (Bengen 1998), aktualisierte Wade-Pfau-Forschung, Mr. Money Mustache Shockingly Simple Math, JL Collins „The Simple Path to Wealth" (2016), arvy-eigene Schweiz-Anpassungen.

Disclaimer: Dieser Rechner dient ausschliesslich der allgemeinen Orientierung und stellt keine persönliche Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die 4%-Regel basiert auf historischen US-Daten und ist keine Garantie. Vergangene Performance ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Aktien können erheblich an Wert verlieren. Die Resultate sind Approximationen — für deine persönliche Situation konsultiere einen unabhängigen Berater. arvy ist ein von der FINMA beaufsichtigter Vermögensverwalter mit KAG-Lizenz (Art. 24). Impressum & Rechtliche Hinweise