Gehaltsaufschlüsselung Schweiz: Was von CHF 10’000 brutto wirklich übrig bleibt

Dezember 8, 2025 8 Minuten Lesezeit
Gehaltsaufschlüsselung Schweiz: Was von CHF 10'000 brutto wirklich übrig bleibt (2026) | arvy

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Gehaltsaufschlüsselung Schweiz: Was von CHF 10'000 brutto wirklich übrig bleibt

Von Thierry Borgeat, Co-Founder arvy · Zuletzt aktualisiert: März 2026 · 12 Minuten Lesezeit

Du hast gerade einen Job in der Schweiz angenommen. Das Angebot sagt CHF 120'000 im Jahr — CHF 10'000 pro Monat. Du denkst: „Damit bin ich reich."

Dann kommt die Realität. AHV: abgezogen. Pensionskasse: abgezogen. Quellensteuer: abgezogen. Krankenkasse: nicht abgezogen — die zahlst du selbst, obendrauf. Miete in Zürich: CHF 2'200 für eine 3-Zimmer-Wohnung. Lebensmittel: doppelt so teuer wie gewohnt. Und plötzlich fragst du dich: Wo sind meine CHF 10'000 hin?

Dieser Artikel zeigt dir genau, wo. Vier Gehaltsstufen — CHF 8'000, 10'000, 12'000 und 15'000 brutto pro Monat — aufgeschlüsselt bis auf den letzten Franken. Was abgezogen wird, was übrig bleibt, und was du mit dem Rest machen solltest.

Mit interaktiven Rechnern, echten Zahlen für Zürich, Genf und Basel, und einer klaren Anleitung fürs Investieren.

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Was von deinem Schweizer Gehalt abgezogen wird

Bevor ein einziger Franken auf deinem Konto landet, nimmt sich die Schweiz ihren Anteil. Im Gegensatz zu vielen Ländern wird nicht alles direkt abgezogen — einige Kosten kommen separat, was die meisten Neuzuzüger überrascht.

Vom Lohnausweis abgezogen (obligatorisch)

Abzug Satz Was es ist
AHV/IV/EO5.3%Staatliche Rente, Invalidenversicherung, Erwerbsersatz. Dein Arbeitgeber zahlt den gleichen Betrag obendrauf.
ALV (Arbeitslosenversicherung)1.1%Arbeitslosenversicherung. Gedeckelt bei CHF 148'200 Jahresgehalt.
BVG/Pensionskasse~7–9%Berufliche Vorsorge (2. Säule). Variiert nach Alter: jünger = weniger, älter = mehr. Arbeitgeber zahlt mindestens gleich viel.
NBUV (Unfallversicherung)~1–2%Nichtberufsunfallversicherung. Einige Arbeitgeber übernehmen diese.
Quellensteuer~8–15%Nur für B-Bewilligung unter CHF 120k Jahresgehalt. Ersetzt die Einkommenssteuer. Variiert nach Kanton, Zivilstand, Kinder.

NICHT abgezogen — du zahlst separat

Kosten Typischer Monatsbetrag Was es ist
Krankenkasse (KVG)CHF 350–500Obligatorisch. Du wählst den Anbieter. NICHT vom Arbeitgeber bezahlt. Das ist der grösste Schock für die meisten Neuzuzüger.
Serafe (Radio/TV-Abgabe)CHF 28Obligatorische Haushaltsabgabe für öffentliche Medien.
ZusatzversicherungCHF 50–200Optional. Zahnarzt, Privatspital, Alternativmedizin.
Die Neuzuzüger-Falle

Die meisten Neuzuzüger berechnen ihr „Nettoeinkommen", indem sie auf den Lohnausweis schauen und denken, das sei ihr verfügbares Einkommen. Falsch. Die Krankenkasse (CHF 350–500/Monat) kommt zusätzlich zu den Lohnabzügen. Sie erscheint nicht auf der Lohnabrechnung, ist aber obligatorisch. Budgetiere sie von Tag 1.


Der Wasserfall: 4 Gehaltsstufen, aufgeschlüsselt

Hier ist, was tatsächlich mit deinem Geld passiert. Wir zeigen vier typische Gehaltsstufen — vom Berufseinsteiger bis zum Senior Management. Alle Zahlen: ledig, keine Kinder, B-Bewilligung, Stadt Zürich, 2026.

CHF 8'000 brutto/Monat (CHF 96'000/Jahr)

Typisch für: Junior-Fachkräfte, Lehrer, Projektmanager

BruttolohnCHF 8'000
AHV/IV/EO/ALV (6.4%)– CHF 512
Pensionskasse BVG (~7%)– CHF 560
NBUV (~1.5%)– CHF 120
Quellensteuer (~10%)– CHF 800
Netto auf LohnausweisCHF 6'008
Krankenkasse– CHF 400
Tatsächlich verfügbarCHF 5'608
Miete (3-Zimmer, Zürich)– CHF 2'000
Lebenshaltung (Essen, Transport, Handy, Diverses)– CHF 1'500
Übrig zum Sparen & InvestierenCHF 2'108

CHF 10'000 brutto/Monat (CHF 120'000/Jahr)

Typisch für: Software-Ingenieure, Finanzanalysten, mittleres Management

BruttolohnCHF 10'000
AHV/IV/EO/ALV (6.4%)– CHF 640
Pensionskasse BVG (~8%)– CHF 800
NBUV (~1.5%)– CHF 150
Quellensteuer (~12%)– CHF 1'200
Netto auf LohnausweisCHF 7'210
Krankenkasse– CHF 420
Tatsächlich verfügbarCHF 6'790
Miete (3-Zimmer, Zürich)– CHF 2'200
Lebenshaltung– CHF 1'700
Übrig zum Sparen & InvestierenCHF 2'890

CHF 12'000 brutto/Monat (CHF 144'000/Jahr)

Typisch für: Senior-Ingenieure, Teamleiter, erfahrene Berater

BruttolohnCHF 12'000
AHV/IV/EO/ALV (6.4%)– CHF 768
Pensionskasse BVG (~8.5%)– CHF 1'020
NBUV (~1.5%)– CHF 180
Einkommenssteuer (ordentl. Veranlagung, ~14%)– CHF 1'680
Netto auf LohnausweisCHF 8'352
Krankenkasse– CHF 420
Tatsächlich verfügbarCHF 7'932
Miete (3.5-Zimmer, Zürich)– CHF 2'500
Lebenshaltung– CHF 1'900
Übrig zum Sparen & InvestierenCHF 3'532

CHF 15'000 brutto/Monat (CHF 180'000/Jahr)

Typisch für: Direktoren, Senior Management, spezialisierte Ärzte/Juristen

BruttolohnCHF 15'000
AHV/IV/EO/ALV (6.4%)– CHF 960
Pensionskasse BVG (~9%)– CHF 1'350
NBUV (~1.5%)– CHF 225
Einkommenssteuer (~16%)– CHF 2'400
Netto auf LohnausweisCHF 10'065
Krankenkasse– CHF 450
Tatsächlich verfügbarCHF 9'615
Miete (4-Zimmer, Zürich)– CHF 3'000
Lebenshaltung– CHF 2'200
Übrig zum Sparen & InvestierenCHF 4'415
Die wichtigste Erkenntnis

Auf jeder Gehaltsstufe kannst du CHF 2'000–4'500 pro Monat in der Schweiz sparen und investieren. Das ist mehr als die meisten Menschen in den meisten Ländern zurücklegen können. Das Schweizer System ist teuer — aber wenn du ein Schweizer Gehalt verdienst, arbeitet die Mathematik für dich. Die Frage ist nicht, ob du investieren kannst. Sondern ob du es tust.


Zürich vs. Genf vs. Basel: Wie der Standort alles verändert

Dasselbe Gehalt von CHF 10'000 fühlt sich je nach Standort sehr unterschiedlich an:

Faktor Zürich Genf Basel
Steuersatz~12%~15%~13%
KrankenkasseCHF 420/MoCHF 480/MoCHF 400/Mo
3-Zi.-Wohnung MieteCHF 2'200CHF 2'400CHF 1'800
Monatliche LebenshaltungCHF 1'700CHF 1'800CHF 1'500
Übrig zum Investieren (CHF 10k brutto)CHF 2'890CHF 2'310CHF 3'290

Basel bietet das höchste investierbare Einkommen — tiefere Miete, günstigere Krankenkasse, leicht tiefere Steuern. Genf ist am teuersten, hauptsächlich wegen der Miete und höherer Quellensteuer. Zürich liegt in der Mitte.

💡 Berechne deine exakte Aufschlüsselung: Nutze unseren interaktiven Budget-Rechner — gib dein Gehalt, deinen Kanton und deine Ausgaben ein und sieh genau, was zum Investieren übrig bleibt. → Budget-Rechner


Was du mit dem Rest machen solltest

Ob du CHF 2'000 oder CHF 4'500 pro Monat übrig hast — die Logik der Aufteilung ist dieselbe. In dieser Reihenfolge:

Schritt 1: Notfallreserve (3–6 Monatsausgaben)

Bevor du einen einzigen Franken investierst, baue einen Bargeldpuffer auf. In der Schweiz bedeutet das CHF 15'000–25'000 auf einem Sparkonto. Das deckt Jobverlust, unerwartete Arztrechnungen oder einen kurzfristigen Umzug. Sobald er voll ist, nicht weiter aufstocken — weiter zu Schritt 2.

Schritt 2: Säule 3a maximieren (CHF 7'258/Jahr = ~CHF 605/Monat)

Das ist das mächtigste Finanzinstrument für jeden, der in der Schweiz verdient. Jeder eingezahlte Franken wird vollständig vom steuerbaren Einkommen abgezogen. Bei einem Grenzsteuersatz von 30% sind das CHF 2'177 Steuerersparnis pro Jahr. Und du kannst alles auszahlen lassen, wenn du die Schweiz verlässt. → Kompletter Säule-3a-Guide

Steuer-Tipp für Neuzuzüger

Wenn du unter CHF 120'000 verdienst und Quellensteuer zahlst, kannst du eine ordentliche Veranlagung beantragen, um den 3a-Abzug geltend zu machen. In den meisten Fällen sparst du damit CHF 1'500–2'500 pro Jahr. Der Antrag ist kostenlos und kann rückwirkend gestellt werden. → Quellensteuer-Guide

Schritt 3: Den Rest investieren — Core-Satellite

Sobald Notfallreserve und 3a stehen, investiere alles andere. Der optimale Ansatz: Core-Satellite.

Core (50–70%): Entweder der arvy Sparplan (aktiv ausgewählte Qualitätsaktien) oder ein günstiger ETF-Sparplan bei findependent, True Wealth oder Viac Invest. Breite Marktexposition oder konzentrierte Qualität — dein Stil entscheidet.

Satellite (30–50%): arvy Sparplan. ~30 Qualitätsunternehmen, professionell ausgewählt, mit wöchentlichen Analysen und Gründern die ihr eigenes Geld neben deinem investieren.

Die Kombination gibt dir die Stabilität des Marktdurchschnitts plus die Chance auf Outperformance durch Qualität — und die Bildung, um zu verstehen was du besitzt. → Warum die smartesten Anleger beides kombinieren


Die Investment-Roadmap

So sieht das optimale erste Jahr aus für jemanden mit CHF 10'000 brutto in Zürich und ~CHF 2'890 übrig zum Investieren:

Monat Aktion Betrag
Monat 1–6Notfallreserve aufbauenCHF 2'890 → Sparkonto
Monat 7Notfallreserve komplett (~CHF 17k). Start 3a + Investieren.
Monat 7–12CHF 605/Mo → Säule 3a (investiert, nicht Sparkonto)
CHF 1'200/Mo → ETF-Sparplan (Core)
CHF 1'085/Mo → arvy Sparplan (Satellite)
CHF 2'890/Mo
Jahr 1 total investiert3a: CHF 3'630 + ETF: CHF 7'200 + arvy: CHF 6'510CHF 17'340

Am Ende deines ersten Jahres in der Schweiz hast du eine CHF 17k Notfallreserve aufgebaut, in die 3a eingezahlt (~CHF 1'000 Steuerersparnis für ein halbes Jahr), und über CHF 13'000 in ein diversifiziertes Core-Satellite-Portfolio investiert. Die meisten Neuzuzüger investieren im ersten Jahr nichts. Du bist bereits 95% von ihnen voraus.

Hochgerechnet auf 10 Jahre: bei 7% Rendite werden CHF 2'285/Monat (3a + ETF + arvy) zu ca. CHF 400'000. Berechne deine genaue Zahl: → Zinseszinsrechner


Dein nächster Schritt: die Rechner

Alles in diesem Artikel basiert auf Durchschnittswerten. Deine Realität hängt von deinem Kanton, deinem Arbeitgeber, deinem Lebensstil und deinen Zielen ab. Nutze unsere Rechner für deine genauen Zahlen:

Rechner Was er dir sagt
Budget-RechnerGib Gehalt, Miete, Ausgaben ein → sieh genau, was zum Investieren übrig bleibt.
Sparquoten-RechnerWelchen Anteil deines Einkommens sparst du? Vergleiche mit dem Schweizer Durchschnitt (19%).
ZinseszinsrechnerWas werden deine monatlichen Investitionen in 10, 20, 30 Jahren wert?
3a-Steuerersparnis-RechnerWie viel Steuern du durch 3a-Beiträge in deinem Kanton sparst.
Mieten-oder-Kaufen-RechnerSolltest du in der Schweiz mieten oder kaufen? Mit realen Zinsen und Preisannahmen.

Häufige Fragen

Muss ich als Neuzuzüger eine Steuererklärung machen?

Wenn du eine B-Bewilligung hast und unter CHF 120'000 verdienst, wird die Steuer an der Quelle abgezogen (Quellensteuer). Du musst keine Erklärung machen — aber du solltest. Eine ordentliche Veranlagung erlaubt dir, Abzüge geltend zu machen für Säule 3a, Arbeitsweg, Berufsauslagen und mehr. In den meisten Fällen sparst du CHF 1'500–3'000. → Quellensteuer-Guide

Ist die Krankenkasse wirklich nicht im Gehalt enthalten?

Richtig. Anders als in den meisten Ländern wird die Schweizer Grundversicherung (KVG) nicht vom Arbeitgeber bezahlt und nicht vom Lohn abgezogen. Du musst sie selbst innerhalb von 3 Monaten nach Ankunft abschliessen und bezahlen. Budgetiere CHF 350–500 pro Monat je nach Kanton, Alter und gewähltem Modell (Franchisehöhe).

Was passiert mit meinem Geld wenn ich die Schweiz verlasse?

Deine Säule 3a kann bei definitivem Wegzug vollständig ausbezahlt werden. Deine 2. Säule (Pensionskasse) geht auf ein Freizügigkeitskonto und kann nach dem Wegzug ausbezahlt werden — Timing hängt vom Zielland ab. Freie Investitionen (ETF, arvy) bleiben unabhängig davon deine. → Finanz-Checkliste Wegzug Schweiz

Soll ich in CHF investieren oder meine Heimatwährung behalten?

Wenn du in CHF verdienst und ausgibst, investiere in CHF. Währungsrisiko wirkt in beide Richtungen — wenn der Franken gegenüber deiner Heimatwährung stärker wird (was er historisch gegenüber EUR, GBP und USD getan hat), werden deine Schweizer Anlagen in deiner Heimatwährung mehr wert. arvy investiert global, aber in CHF-denominierten Klassen.

Wie viel sollte ich pro Monat investieren?

Nach Notfallreserve und 3a: alles andere. Die durchschnittliche Schweizer Sparquote liegt bei 19% des Einkommens. Bei CHF 10'000 sind das ~CHF 1'900/Monat über die 3a hinaus. Aber selbst CHF 500/Monat werden in 10 Jahren bei 7% zu über CHF 100'000. Der Betrag ist weniger wichtig als anzufangen. → CHF 500 im Monat investieren

Kann ich bei arvy mit einer B-Bewilligung investieren?

Ja. arvy steht allen Schweizer Einwohnern offen, unabhängig vom Bewilligungstyp. Sparplan ab CHF 100/Monat. Oder kauf den arvy Aktienfonds über dein bestehendes Swissquote-, UBS- oder ZKB-Depot — keine neue App nötig. → Sparplan einrichten


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Dieser Artikel wurde von Thierry Borgeat, Co-Founder von arvy, verfasst und von Patrick Rissi, CFA, und Florian Jauch, CFA, geprüft. Zuletzt aktualisiert März 2026.

Disclaimer: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine persönliche Steuer- oder Anlageberatung dar. Alle Zahlen sind Schätzungen basierend auf 2026er Sätzen für Zürich, ledig, ohne Kinder, und können je nach Kanton, Gemeinde, Arbeitgeber, Zivilstand und individuellen Umständen erheblich abweichen. Quellensteuersätze sind Näherungswerte und hängen von deinem spezifischen Tarifcode ab. Für genaue Berechnungen konsultiere einen Steuerberater oder nutze die offiziellen kantonalen Steuerrechner. arvy ist ein von der FINMA beaufsichtigter Vermögensverwalter. Impressum & Rechtliche Hinweise