Good Story & Good Chart — die Anlagephilosophie, die mir eine Menge Ärger erspart hat


Wie erhöhst du die Chancen, an der Börse richtig zu liegen und Geld zu verdienen? Es ist im Grunde einfach: Kaufe grossartige Unternehmen. Bezahle nicht zu viel. Halte sie für eine lange Zeit, indem du den Trend zu deinen Gunsten arbeiten lässt. Das ist «Good Story & Good Chart» — der hybride Anlageansatz, der meine Reise als Investor geprägt hat. Unser Original-Manifest für The Market by NZZ plus die ausführliche Investoren-Sicht zu den fünf Kriterien einer «Good Story» und den vier Signalen eines «Good Chart».
Ich bin ein leidenschaftlicher Aktieninvestor. Die Welt des Investierens hat mich schon immer in ihren Bann gezogen. Als Portfoliomanager einer globalen Aktienstrategie und Mitbegründer von arvy, einer Investmentboutique mit globalem Aktienfokus, hatte ich das Privileg, tief in dieses dynamische Gebiet einzutauchen.
In den letzten zehn Jahren wurde meine Reise von der Weisheit geschätzter Mentoren und einem unstillbaren Verlangen nach Finanzliteratur geleitet. Als unermüdlicher Student habe ich das Wissen der grossen Investoren aufgesaugt. Zusätzlich zu Tausenden von Stunden der Marktbeobachtung haben diese gesammelten Erkenntnisse meinen Investment-Ansatz geprägt: «Good Story & Good Chart».
Er hat mir eine Menge Ärger erspart.
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Chart 1: Good Story & Good Chart — der Rahmen

Quelle: NZZ The Market
Thierrys Original beginnt mit einer konkreten Analogie, die die ganze arvy-Methodik prägt: Investieren ist wie Chirurgie. Man studiert jahrelang, erwirbt ein scheinbar endloses Wissen, lernt, lernt um, verlernt, findet mit der Zeit den eigenen Stil. Irgendwann muss man sich spezialisieren.
Und dann kommt der operative Schlüsselsatz: so wie ein Chirurg keine Operation durchführen würde, ohne sich einen CT-Scan anzusehen, sollte ein Anleger keine Finanzentscheidung treffen, ohne die Charts zu analysieren.
Das ist nicht nur eine rhetorische Figur — es ist die konkrete methodische Begründung des hybriden Ansatzes. Die fundamentale Analyse («Good Story») liefert das medizinische Grundwissen, das jahrelange Studium des Geschäftsmodells, der Zahlen, der Wettbewerbsposition. Die technische Analyse («Good Chart») liefert das bildgebende Verfahren — die objektive Momentaufnahme, die bestätigt (oder widerlegt), was die fundamentale Analyse vermutet.
Ein Unternehmen, das bereits gewonnen hat — mit dauerhaftem Wettbewerbsvorteil und beständiger Profitabilität.
Das Kursverhalten bestätigt die Story. Auf lange Sicht ist der Markt der bestinformierte Analyst.
Der hybride Ansatz ist nicht Kompromiss — er ist Ergänzung. Fundamentale Analyse allein kann jahrelang im «toten Geld» stecken, weil der Markt die Quality noch nicht erkennt. Technische Analyse allein kann auf Hype-Bewegungen ohne Substanz aufspringen. Beide gemeinsam reduzieren systematisch beide Risiken — und genau das ist die operative Mehrwert der hybriden Methodik gegenüber reinen Single-School-Ansätzen.
Eine «Good Story» hat bereits gewonnen. Das ist kein «Next Big Thing»-Ansatz — es ist Investition in Unternehmen mit demonstrierter operativer Stärke, die ihre Erfolgsserie strukturell aufrechterhalten können. Die Philosophie ist einfach: Gewinner besitzen eine bemerkenswerte Fähigkeit, ihre Erfolgsserie aufrechtzuerhalten und oft die optimistischsten Erwartungen zu übertreffen (vertieft im «Gewinner bleiben Gewinner»-Companion).
Thierry hat beim Screening seines Investment-Universums fünf spezifische Kriterien identifiziert. Als Praxis-Illustration dienen Mastercard und Visa — zwei Aktien, die zum Zeitpunkt des Original-Manifests (August 2023) seit Tag 1 im arvy-Portfolio waren und alle fünf Kriterien lehrbuchartig erfüllten.
Dauerhafter Wettbewerbsvorteil (Burggraben/Moat), der hohe Brutto-, Betriebs- und FCF-Margen strukturell schützt. Fünf Burggraben-Typen: immaterielle Vermögenswerte (Patente), effiziente Skalierung, hohe Umstellungskosten, Netzwerkeffekte, konsistente Kostenvorteile.
Untermauert vom Management: Integrität, «Skin in the Game», disziplinierte Kapital-Allokation, hohe Kapitalrendite (ROIC) — und die Rekrutierung der richtigen Leute. Unternehmenskultur ist der Eckpfeiler.
Mastercard & Visa-ValidationDer Aktienkurs folgt dem Gewinn- und Umsatzwachstum über die Zeit. Fokus auf organisches Wachstum. Übernahmen können akzeptabel sein, sofern sie grössen-verhältnismässig sind — keine transformativen Mega-Deals (vgl. Grosse-M&A-Falle, «12 Verkaufsregeln»).
Mastercard & Visa-ValidationCash ist die Lebensader eines Unternehmens. Mit starker FCF-Generierung können disziplinierte CEOs fünf Dinge tun: Kapital mit hoher Rendite reinvestieren, Dividenden zahlen, kluge Akquisitionen, Schulden reduzieren, Aktien zurückkaufen. Dividenden und Rückkäufe minimieren, wenn das Kapital intern mit hohem RoIC reinvestiert werden kann (vgl. «Perfekte Dividende»-Companion).
Zur Bewertung: die FCF-Rendite, spezifisch FCF zum Enterprise Value (FCF/EV), ist in Thierrys Augen die sinnvollste Bewertungskennzahl. Vergleichbarkeit entsteht aus drei Referenzen: eigene historische FCF-Rendite des Unternehmens, risikofreier Zinssatz, vergleichbare Peers. Qualität ist wichtiger als Bewertung — aber man sollte nicht zu viel für gute Unternehmen zahlen.
Mastercard & Visa-ValidationEinfaches aber wichtiges Kriterium. Keine Unternehmen mit hohen Schulden. Keine Unternehmen, die auf Fremdkapital angewiesen sind, um Geld zu verdienen. Leverage verstärkt gute Zeiten — und vernichtet in schlechten.
Mastercard & Visa-ValidationWarum in angeschlagene Unternehmen investieren und gegen den Trend kämpfen, wenn man sich für solche mit günstigem Rückenwind entscheiden kann? Strukturelle Markt-Trends, die über Jahrzehnte wirken, sind der operative Multiplikator des Quality-Geschäfts.
Mastercard & Visa-ValidationAlle fünf Kriterien zu erfüllen ist eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für das Investment. Thierrys klares Warnsignal im Original: man kann sich leicht in eine «Good Story» verlieben, weil sie eine starke subjektive Komponente hat. Eine These wirkt in der eigenen Analyse oft überzeugender als sie in der Markt-Realität ist. Genau deshalb braucht die Good Story die objektive Gegenprobe des Charts. Die nächste Sektion zeigt, wie.
Thierrys Grundregel ist klar: er vertraut weder der «Good Story» noch den Geschäftszahlen, solange sie nicht durch die Preisentwicklung — den «Good Chart» — bestätigt werden. Der Markt ist auf lange Sicht der bestinformierte Analyst. Das Kursverhalten einer Aktie visualisiert die Stimmung und liefert Informationen, die dem disziplinierten Anleger einen messbaren Vorteil verschaffen.
Technische Analyse ist dabei nicht Markt-Timing — sie ist ein Werkzeug des Risikomanagements, das oft Signale liefert, bevor sich Fundamentaldaten-Veränderungen in den Quartalszahlen zeigen. Thierrys konkreter Fokus auf vier technische Signale:
Outperformance der Aktie gegenüber ihrem zugrunde liegenden Index und Sektor. Eine Position, die Quality-Fundamentals hat, aber über Monate relativ schwach gegen den Index läuft, ist ein Warnsignal — der Markt sieht etwas, das die Fundamentalanalyse noch nicht zeigt.
Das Verhältnis zwischen Kauf- und Verkaufsdruck über Zeit, sichtbar in Volumen und Kursverhalten an wichtigen Niveaus. Quality-Akkumulation (steigende Kurse bei hohem Volumen, Schliessung nahe dem Tageshoch) vs. Distribution (fallende Kurse bei hohem Volumen, Schliessung nahe dem Tagestief).
Kursverläufe, die seit fünf, zehn oder zwanzig Jahren stetig gestiegen sind — ohne grosse, volatile Auf- und Abschwünge. Eine lineare Aufwärts-Entwicklung spiegelt Ertrags-Stabilität und Geschäfts-Visibilität. Grosse Schwankungen sind oft Ausdruck struktureller Unsicherheit.
Aktien in Aufwärtstrends, die regelmässig neue historische Höchststände erreichen. Diese Dynamik ist keine Übertreibung — sie ist typisch das Markt-Signal bei Quality-Unternehmen, die fundamentale Stärke mit Markt-Konsensus kombinieren. The trend is your friend until the end when it bends.
Ein entscheidender Datenpunkt aus Thierrys Original: Studien zeigen, dass weit über 50% der Wertentwicklung einer Aktie auf ihren Sektor zurückzuführen ist. Der erste Schritt zur Outperformance besteht also darin, Sektoren zu meiden, die sich unterdurchschnittlich entwickeln. Arvy berücksichtigt die Stärke des Hauptsektors und der Untersektoren jedes gehaltenen Unternehmens — das ist kein optionaler Zusatzfilter, sondern strukturell ein Haupt-Hebel der Selektions-Qualität.
Thierrys Original kontrastiert zwei Chart-Typen. General Electric seit 1996 zeigt grosse Auf- und Abschwünge — ein klassisches Muster, das er meidet. Trotz einer über 120-jährigen Geschäftsgeschichte und wiederholten «Recovery»-Erzählungen ist das Kursverhalten Ausdruck struktureller Fragilität. Das Gegenbeispiel: Mastercard und Visa seit 2008 vs. S&P 500 — kontinuierliche relative Stärke, lineare Aufwärtsbewegung, regelmässige neue Höchststände. Unternehmen im Trend schaffen konsistent Mehrwert für ihre Aktionäre — das spiegelt Ertrags-Stabilität und operative Visibilität.
Zur operativen Umsetzung konkret: um eine Position zu initiieren, zu erhöhen, zu verringern oder zu beenden, ist das Chartmuster der erste Ausgangspunkt. Geordnete Pullbacks zur Unterstützung. Starke Ausbrüche über Widerstand. Der Reifezyklus der Aktienkurse — von Akkumulation über Aufwärtstrend bis zur Distribution.
Thierrys Original endet mit drei klaren Fazite, die die hybride Methodik in einer Formel zusammenfassen. Diese drei Sätze sind das kondensierte Manifest:
Fünf Kriterien: Burggraben + organisches Wachstum + FCF-Generierung + geringe Verschuldung + struktureller Rückenwind. Das ist die fundamentale Grundlage — das Geschäft muss bereits gewonnen haben.
Vier Signale: relative Stärke + Akkumulation/Distribution + Linearität + neue Höchststände. Die Marktstimmung bestätigt die Story — oder widerlegt sie. Ohne diese Bestätigung keine Position.
Kaufe grossartige Unternehmen. Bezahle nicht zu viel. Halte sie für eine lange Zeit, indem du den Trend zu deinen Gunsten arbeiten lässt. Drei Sätze, die den hybriden Ansatz in seiner Essenz beschreiben.
Was diese drei Fazite zeigen: die Methodik ist intellektuell trivial und operativ anspruchsvoll. Jeder einzelne Baustein — Burggraben-Identifikation, FCF/EV-Bewertungs-Disziplin, Chart-Interpretation, Sektor-Selektion — verlangt eigenes Training. Die Integration beider Säulen zu einer koherenten Methodik ist das Jahrzehnt-Projekt, das Thierry im Opening beschreibt. Aber die Richtung ist klar: Marktführer mit demonstrierter Erfolgsbilanz identifizieren, die Erfolgswahrscheinlichkeit durch Chart-Bestätigung erhöhen, im Einklang mit dem Markt bleiben.
Die Philosophie in die eigene Portfolio-Praxis zu übersetzen, verlangt ein strukturiertes Vorgehen. Eine Selektions-Inventur deiner Positionen durch die Good-Story-&-Good-Chart-Linse dauert 90-120 Minuten bei 25-30 Positionen. Vier konkrete Schritte:
1. Good-Story-Audit pro Position. Erfüllt jede Position alle fünf Kriterien? Burggraben mit mindestens einer der fünf Moat-Typen dokumentierbar? Organisches Wachstum über 5+ Jahre konsistent? FCF-Generierung robust, FCF/EV-Rendite im Vergleich zu Historie und risikofreiem Zinssatz attraktiv? Net-Debt/FCF unter 2.0? Struktureller Rückenwind dokumentierbar? Positionen mit weniger als vier erfüllten Kriterien sind keine «Good Stories» im strukturellen Sinn.
2. Good-Chart-Bestätigung. Für jede Position die vier Signale prüfen. Relative Stärke gegen MSCI World und Sektor über die letzten 12 Monate. Volumen-Muster (Akkumulation oder Distribution?). Linearität des Aufwärtstrends über 5/10/20 Jahre. Neue Höchststände oder unter historischen Hochs? Position ohne Good-Chart-Bestätigung: halten, aber nicht aufstocken.
3. Sektor-Stärke-Check. Welche Sektoren halten die Mehrheit deiner Positionen? Performen diese Sektoren relativ zum breiten Markt? 50% der Aktien-Performance kommt aus dem Sektor — das ignorieren ist strukturell teuer. Sektoren in Spätphase oder Distribution identifizieren und Positionen darin kritisch prüfen.
4. Hybrid-Integration in jede Kauf-Entscheidung. Vor jedem Neukauf: schriftliche Good-Story-Begründung (fünf Kriterien, welche erfüllt) + Good-Chart-Bestätigung (vier Signale, welche positiv). Beide müssen da sein. Eine starke Story ohne Chart-Bestätigung ist zu früh. Eine Chart-Dynamik ohne Story-Substanz ist Hype. Nur die Integration beider ist disziplinierte Selektion.
Sie behandeln jede Kauf-Entscheidung wie der Chirurg die Operations-Vorbereitung: fundamentale Diagnose (Good Story) + bildgebendes Verfahren (Good Chart), beides vor der Intervention. Sie dokumentieren schriftlich, welche der fünf Good-Story-Kriterien erfüllt sind — nicht aus dem Bauch heraus. Sie warten auf Markt-Bestätigung, statt sich in eine Story zu verlieben. Sie akzeptieren dass «toten Geld»-Perioden ohne Chart-Bestätigung Teil der disziplinierten Anlage sind. Sie überprüfen quartalsmässig die Integrität beider Säulen. Diese Disziplin ist nicht spektakulär — sie ist die methodische Arbeit, die über 30 Jahre Compound-Wirkung strukturell überlegene Resultate liefert. «Good Story & Good Chart» erspart Ärger, weil es falsche Käufe und emotionale Entscheidungen systematisch ausschliesst. Genau das ist die operative Übersetzung der Chirurg-Metapher.
Nein, mit wichtiger Präzisierung. Markt-Timing versucht, kurzfristige Markt-Bewegungen zu prognostizieren — das scheitert statistisch fast immer. «Good Chart» dagegen sucht mittelfristige Bestätigung in der technischen Stärke einer spezifischen Quality-Aktie — als objektiver Filter, ob der Markt die Story bereits aktiv erkennt. Thierrys Position: technische Analyse als Instrument des Risikomanagements, das Signale liefert, bevor sich Fundamentaldaten-Veränderungen in Quartalszahlen zeigen. Das ist methodisch substanziell anders als Markt-Timing.
FCF (Free Cashflow) ist der Cash, den das Unternehmen tatsächlich generiert — nicht der buchhalterische Gewinn, der durch Abschreibungen, Steuer-Optimierungen und Einmaleffekte verzerrt sein kann. EV (Enterprise Value) erfasst die gesamte Unternehmens-Bewertung inklusive Schulden, nicht nur die Aktien-Marktkapitalisierung. FCF/EV zeigt also: welche Cash-Rendite liefert das ganze Unternehmen auf seine gesamte Bewertung? In Thierrys Worten: die sinnvollste Bewertungskennzahl. Vergleich erfolgt gegen historische Eigen-Werte, gegen den risikofreien Zinssatz und gegen Peers.
Thierrys eigene Antwort im Original: rund ein Jahrzehnt. Zehn Jahre Mentoren-Weisheit, Finanzliteratur und tausende Stunden Marktbeobachtung haben die Methodik geprägt. Das ist kein Entmutigungs-Signal — es ist eine ehrliche Angabe des Zeit-Horizonts. Die Methodik ist lernbar. Sie ist aber nicht innerhalb von Wochen oder Monaten internalisierbar. Geduld mit sich selbst ist Teil der Disziplin, die auch beim Halten der Positionen gefragt ist.
Ja — und gerade dann zeigt sie ihre Stärke. Der «Good Chart»-Filter erkennt Markt-Schwäche früher als die Quartalsberichte, weil relative Stärke und Distribution-Muster sichtbar werden, bevor sich operative Schwäche in Fundamentaldaten zeigt. Quality-Unternehmen mit intakter Good Story und Good Chart (relative Stärke trotz fallendem Markt, intakte Linearität) sind in Bear Markets oft die überlegenen Positionen — sie verlieren weniger und recovern schneller (vgl. Recovery-Mathematik im 12-Verkaufsregeln-Companion).
arvy folgt der Good-Story-&-Good-Chart-Methodik in der Aktien-Selektion, kombiniert mit disziplinierter FCF/EV-Bewertung und langfristiger Halte-Geduld. Mastercard und Visa waren zum Zeitpunkt des Original-Manifests (Aug 2023) Paradebeispiele und seit Tag 1 im Portfolio. Die aktuelle Position-Verteilung, Sektor-Allokation und transparent dokumentierte Verkäufe (z.B. arvys vollständige Reduktion des Software-Sektors in Q1 2026) findest du im arvy Quartalsbericht Q1 2026.
Weiterlesen — die Companions, die aus diesem Manifest hervorgehen
Würdest du einen Chirurgen operieren lassen, der sich den CT-Scan nicht ansieht? Nein. Warum solltest du dann Finanzentscheidungen ohne Chart-Analyse treffen? Diese Chirurg-Metapher ist nicht rhetorisch — sie ist die methodische Begründung der arvy-Hybrid-Philosophie. Fundamentale Analyse liefert das jahrelange Studium des Geschäftsmodells. Technische Analyse liefert das bildgebende Verfahren. Beides gemeinsam ist das Werkzeug disziplinierter Investment-Entscheidungen.
«Good Story & Good Chart» ist nicht magische Markt-Wahrsagerei. Es ist die strukturierte Integration zweier Analyse-Traditionen, die historisch oft als Gegensätze behandelt wurden. Fünf Kriterien für die fundamentale Substanz: Burggraben, organisches Wachstum, FCF-Generierung mit FCF/EV-Bewertung, geringe Verschuldung, struktureller Rückenwind. Vier Signale für die technische Bestätigung: relative Stärke, Akkumulation/Distribution, Linearität, neue Höchststände. Plus die Sektor-Stärke als übergreifender Filter. Neun konkrete Werkzeuge, integriert in eine koherente Methodik.
Was disziplinierte Anleger vom durchschnittlichen unterscheidet, ist nicht überlegener Intellekt oder bessere Marktprognose. Es ist die methodische Akzeptanz, dass Investieren ohne CT-Scan unverantwortlich ist — gegenüber sich selbst und dem hart verdienten Kapital. Die Philosophie ist einfach. Ihre Internalisierung verlangt Jahre. Wer die Zeit investiert, baut über Jahrzehnte Vermögen auf, das mathematisch wahrscheinlicher ist als bei spekulativem Investieren. Wer sich in Storys verliebt ohne Chart-Bestätigung, oder auf Chart-Signale ohne Story-Substanz springt, lernt die Lektion teuer. Die Wahl ist persönlich. Die Konsequenzen sind mathematisch. Er hat mir eine Menge Ärger erspart. Er kann dir auch eine Menge Ärger ersparen.
Original-Manifest verfasst von Thierry Borgeat, Co-Founder von arvy, für The Market by NZZ — sein erster Beitrag der NZZ-Serie. Die ausführliche arvy-Erweiterung wurde überprüft von Patrick Rissi, CFA und Florian Jauch, CFA. Die dargestellte Philosophie — fünf Good-Story-Kriterien plus vier Good-Chart-Signale — ist die operative Grundlage der arvy-Anlagestrategie. Letztes Update: April 2026.
Disclaimer: Dieser Artikel dient allgemeinen Bildungszwecken und stellt keine persönliche Anlageberatung dar. Die hier beschriebene Philosophie ist eine von vielen möglichen Anlage-Methodiken — andere disziplinierte Ansätze können ebenfalls erfolgreich sein. Mastercard und Visa werden als Paradebeispiele des Originals aus August 2023 zitiert; aktuelle arvy-Positionen findest du im Quartalsbericht. arvy ist ein von der FINMA beaufsichtigter Vermögensverwalter mit KAG-Lizenz (Art. 24). Impressum & Rechtliche Hinweise.