Investieren für Einsteiger (Schweiz)


arvy's Teaser: Du willst investieren, aber du weisst nicht, wo anfangen? Aktien, ETFs, Fonds, Obligationen — was davon brauchst du? Was ist Diversifikation, und wie viel ist zu viel? Wie lange musst du investieren, damit es sich lohnt? Und was hat das alles mit dem Schweizer 3-Säulen-System zu tun? Dieser Guide beantwortet jede einzelne dieser Fragen — mit Schweizer Zahlen, ohne Fachjargon, in 10 Minuten.
Bevor du investierst, musst du verstehen, in was du investieren kannst. Es gibt vier grosse Anlageklassen — und jede hat eine andere Rolle in deinem Portfolio.
Wenn du eine Aktie kaufst, gehört dir ein Anteil an einem Unternehmen. Du profitierst, wenn das Unternehmen wächst (Kursgewinn) und wenn es Gewinne ausschüttet (Dividende). Aktien sind die renditestärkste Anlageklasse: historisch 7–9% pro Jahr über Jahrzehnte. Aber auch die schwankungsreichste — einzelne Jahre mit –30% oder +40% sind normal.
Aktien gibt es in verschiedenen Grössen und Stilen:
arvy fokussiert auf Quality: Unternehmen mit Margen über 20%, wachsenden Gewinnen, starken Wettbewerbsvorteilen und bewährtem Management. Die Idee: Nicht die billigsten oder schnellsten — sondern die besten.
Wenn du eine Obligation kaufst, leihst du einem Staat oder Unternehmen Geld. Dafür bekommst du einen fixen Zins und am Ende dein Geld zurück. Obligationen sind stabiler als Aktien, liefern aber weniger Rendite: 2–4% historisch.
In der Schweiz sind Obligationen aktuell wenig attraktiv — die Renditen sind tief, und nach Inflation bleibt oft nichts übrig. Für Anleger mit langem Zeithorizont (10+ Jahre) empfehlen wir, den Grossteil in Aktien zu investieren.
Direkt (Wohnung kaufen) oder indirekt (Immobilienfonds). Immobilien bieten stabile Mieteinnahmen und Inflationsschutz. Aber: In der Schweiz brauchst du mindestens 20% Eigenkapital für eine direkte Investition — bei einem Medianpreis von CHF 1.1 Mio. für eine Eigentumswohnung sind das CHF 220'000. Immobilienfonds sind eine zugängliche Alternative, haben aber eigene Gebühren und Risiken.
Nicht wirklich eine Anlageklasse — eher ein Parkplatz. Bargeld verliert durch Inflation an Kaufkraft. Es hat nur eine Funktion: als Notgroschen (3–6 Monate Ausgaben) für Notfälle. Alles darüber hinaus sollte investiert werden. (→ Sparkonto vs. Aktienmarkt über 30 Jahre)
Diversifikation ist das wichtigste Konzept beim Investieren. Es bedeutet: dein Geld auf viele verschiedene Anlagen verteilen, damit ein einzelner Verlust dich nicht ruiniert.
Credit Suisse war eine der grössten Banken der Schweiz — und ging auf null. Wer sein gesamtes Vermögen in CS-Aktien hatte, hat alles verloren. Wer in einem diversifizierten Fonds mit 30 Unternehmen investiert war, hat kaum etwas gespürt.
Faustregel: Mindestens 20–30 verschiedene Unternehmen. Weniger als 10 ist zu riskant. Mehr als 100 verwässert die Rendite (du kaufst auch die Mittelmässigen).
Wenn alle deine Aktien Tech-Unternehmen sind und der Tech-Sektor crasht, fällt dein ganzes Portfolio. Verteile über verschiedene Branchen: Technologie, Gesundheit, Konsum, Finanzen, Industrie.
Die Schweiz hat hervorragende Unternehmen — aber sie macht nur ~3% der globalen Marktkapitalisierung aus. Wer nur in der Schweiz investiert, verpasst 97% der Chancen. Ein global diversifizierter Ansatz ist essentiell.
Zu wenig Diversifikation = zu viel Risiko (ein Unternehmen kann dich ruinieren).
Zu viel Diversifikation = verwässerte Rendite (du kaufst auch die Schlechten).
Der Sweet Spot liegt bei 25–35 handverlesenen Qualitätsunternehmen über verschiedene Branchen und Regionen. Konzentriert genug für Outperformance, diversifiziert genug für Schutz. Das ist genau der Ansatz, den arvy verfolgt.
Als Schweizer investierst du oft in USD- und EUR-denominierte Aktien. Der CHF wird seit Jahrzehnten stärker — das ist ein Risiko und ein Vorteil zugleich. Die Faustregel: Aktien nicht hedgen (die Rendite kompensiert die Währungsschwankung langfristig). Obligationen hedgen (die tiefere Rendite kompensiert das Währungsrisiko nicht).
Dein Zeithorizont — also wie lange du investiert bleibst — bestimmt alles: welche Anlageklasse die richtige ist, wie viel Risiko du tragen kannst und wie hoch deine erwartete Rendite ist.
Die Botschaft ist klar: Je länger du investierst, desto sicherer wirst du belohnt. Über 20 Jahre hat der Aktienmarkt in der Geschichte nie Geld verloren. Nie. Nicht über zwei Weltkriege, nicht über die Ölkrise, nicht über Dotcom, nicht über die Finanzkrise.
«Time in the market beats timing the market.» — Wer versucht, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu finden, verliert fast immer gegen den, der einfach investiert bleibt. Studien zeigen: Selbst wer jedes Jahr am schlechtesten Tag investiert, erzielt über 20 Jahre eine hervorragende Rendite — weil die Zeit die Schwankungen glättet.
Im Alltag bedeutet Risiko «Gefahr». In der Finanzwelt bedeutet es: Schwankung (Volatilität). Ein Investment, das in einem Jahr +40% und im nächsten –20% macht, hat hohes Risiko — aber langfristig eine gute Rendite. Das Sparkonto hat null Risiko — aber auch null Rendite (und nach Inflation sogar negative).
Wir reden immer über das Risiko, Geld zu verlieren. Aber wir reden selten über das Risiko, Geld nicht zu verdienen. Wer CHF 100'000 über 30 Jahre auf dem Sparkonto lässt statt investiert, «verliert» CHF 600'000+ an entgangener Rendite. Das ist kein theoretischer Verlust — das ist ein realer Lebensstil-Unterschied.
Jeder hat eine andere Risikotoleranz. Die Frage ist nicht «Wie viel Risiko ist gut?» sondern «Wie viel Minus kann ich sehen, ohne in Panik zu verkaufen?»
Die wichtigste Regel: Wähle ein Risikoprofil, bei dem du auch in einem Crash nicht verkaufst. Lieber etwas konservativer und durchhalten als aggressiv und in Panik aussteigen.
Ein ETF bildet automatisch einen Index ab — z.B. den MSCI World (1'500+ Aktien). Kein Manager entscheidet. Kosten: 0.1–0.3% TER. Vorteil: Billig, breit diversifiziert. Nachteil: Du bekommst den Marktdurchschnitt — inklusive aller mittelmässigen Unternehmen.
Ein Fondsmanager wählt aktiv Aktien aus. Kosten: 1–2% TER. Das Problem: Über 90% der aktiven Fonds schlagen den Index langfristig nicht. Du zahlst also mehr für weniger. Die meisten Bankfonds sind aus Anleger-Sicht ein schlechtes Geschäft.
arvy geht einen dritten Weg: aktives Management, aber konzentriert auf ~30 handverlesene Qualitätsunternehmen. Nicht der billigste Ansatz — aber einer, der historisch den Markt geschlagen hat, weil Qualitätsunternehmen langfristig outperformen. Und die Gründer investieren ihr eigenes Geld im selben Fonds.
Jeremy Grantham nannte den Qualitätsfaktor «die grösste Anomalie aller Zeiten». Qualitätsunternehmen liefern höhere risikoadjustierte Renditen, ohne dass du mehr Risiko eingehst. Die Anomalie existiert, weil die meisten Anleger nicht geduldig genug sind, um in «langweiligen» Qualitätsunternehmen investiert zu bleiben, wenn spekulative Hypes locken.
Gebühren sind der einzige Faktor beim Investieren, den du vollständig kontrollieren kannst. Und sie machen einen enormen Unterschied.
1% mehr Gebühren pro Jahr klingt nach nichts. Aber über 30 Jahre verlierst du dadurch rund 25% deines Endvermögens. Bei CHF 100'000 Startkapital sind das CHF 190'000 — nur durch Gebühren. (→ Die 10 grössten Anlagefehler)
Was du beachten solltest:
TER (Total Expense Ratio): Die jährliche Gebühr des Fonds/ETF. ETFs: 0.1–0.3%. Bankfonds: 1–2%. Frage immer danach.
Ausgabeaufschlag: 1–5% Kaufgebühr bei manchen Bankfonds. Bei ETFs und arvy: CHF 0.
Depotgebühren: 0.1–0.3% p.a. bei traditionellen Banken. Bei vielen digitalen Anbietern: CHF 0.
Stempelsteuer: 0.075–0.15% pro Transaktion. Einmalig, nicht jährlich. Unvermeidbar in der Schweiz.
Transaktionskosten: CHF 5–50 pro Trade bei Swissquote/Banken. Bei Sparplänen oft inklusive.
Bevor du frei investierst, musst du das Schweizer Vorsorgesystem verstehen. Es besteht aus drei Säulen — und sie bilden die Basis deiner finanziellen Zukunft.
Staatliche Rente. Pflicht für alle. Maximum: CHF 2'450/Monat. Das deckt die Grundbedürfnisse — nicht mehr.
Berufliche Vorsorge. Pflicht für Angestellte. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen gemeinsam ein. Gebunden bis zur Pensionierung. Tipp: Lies deinen Pensionskassenausweis und prüfe freiwillige Einkäufe — jeder Franken ist steuerabzugsfähig.
3a: Max. CHF 7'258/Jahr. Steuerabzugsfähig. Investiert anlegen (nicht auf dem Sparkonto lassen!). Mehrere Konten eröffnen für gestaffelte Auszahlung.
Freies Investieren (3b): Alles darüber hinaus. Sparplan, ETFs, Fonds. Kein Steuervorteil beim Einzahlen, aber Kapitalgewinne sind steuerfrei und du bist flexibel.
1. Notgroschen: 3–6 Monate Ausgaben auf dem Sparkonto
2. Konsumschulden tilgen: Kreditkarten, Leasing (8–15% Zinsen > jede Anlagerendite)
3. 3a maximieren: CHF 7'258/Jahr → ~CHF 2'500 Steuerersparnis
4. PK-Einkauf prüfen: Steuervorteil + langfristiges Wachstum
5. Sparplan starten: Automatisch, monatlich, in einen diversifizierten Fonds
Die Schweiz hat eines der investorenfreundlichsten Steuersysteme der Welt:
Kapitalgewinne: STEUERFREI. Dein Portfolio wächst von CHF 100'000 auf CHF 500'000? CHF 0 Steuern auf den Gewinn. In Deutschland: ~CHF 100'000 Steuern. In den USA: bis zu CHF 148'000.
Dividenden: Steuerpflichtig als Einkommen. 35% Verrechnungssteuer wird abgezogen, kann aber vollständig zurückgefordert werden (bei korrekter Deklaration).
Vermögenssteuer: 0.1–0.5% p.a. je nach Kanton. Mild im Vergleich zu steuerfreien Kapitalgewinnen.
3a: Dreifacher Vorteil — Einzahlung abzugsfähig, Vermögen steuerfrei, Erträge steuerfrei. Erst bei Auszahlung fällt reduzierte Steuer an.
Theorie ist gut. Praxis ist besser. Hier ist, wie du alles Gelernte in einen konkreten Plan verwandelst:
1. Notgroschen prüfen — Hast du 3–6 Monate Ausgaben auf dem Sparkonto? Wenn nicht: erst das.
2. Konsumschulden? — Kreditkarten, Leasing? Erst tilgen. Die Zinsen fressen jede Rendite.
3. 3a eröffnen — Investiert, nicht auf dem Sparkonto. arvy, VIAC oder Finpension. Maximalbetrag einzahlen.
4. Zeithorizont bestimmen — 10+ Jahre? → 80–100% Aktien. 5–10 Jahre? → 50–70%.
5. Sparplan einrichten — CHF 100, 300, 500 pro Monat. Automatisch. Am 1. des Monats.
6. Nicht mehr hinschauen — Quartalsweise prüfen reicht. Sparplan laufen lassen. In Krisen nicht verkaufen.
7. Weiterlernen — arvy Newsletter (jeden Freitag), Rechner nutzen, PK-Ausweis verstehen.
«Investieren ist einfach, aber nicht leicht. Es erfordert keine Intelligenz — es erfordert Temperament. Die Fähigkeit, ruhig zu sitzen, wenn alle um dich herum den Kopf verlieren.» — frei nach Warren Buffett
Du musst kein Finanzexperte sein. Du musst nicht den Markt timen. Du musst nicht die «beste» Aktie finden. Du musst nur anfangen, diversifiziert investieren und investiert bleiben. Der Rest erledigt die Zeit.
Mit arvy investierst du in 30 handverlesene Qualitätsunternehmen — diversifiziert über Branchen und Regionen, mit transparenten Gebühren, automatisiert per Sparplan. Ab CHF 1, ohne Mindestlaufzeit.
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Dieser Artikel wurde geschrieben von Thierry Borgeat, Co-Founder von arvy, und geprüft von Patrick Rissi, CFA, und Florian Jauch, CFA. Alle drei investieren ihr eigenes Geld im arvy Fonds.
Disclaimer: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine persönliche Finanz-, Steuer- oder Vorsorgeberatung dar. Historische Renditen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. arvy ist ein von der FINMA beaufsichtigter Vermögensverwalter.