Investieren in der Schweiz: Der komplette Einsteiger-Guide (2026)


arvy's Teaser: Du hast CHF 10'000, CHF 50'000 oder vielleicht CHF 100 pro Monat übrig — und fragst dich: Soll ich investieren? Wie? Wo? In was? Dieser Guide beantwortet alle Fragen, die Schweizer Einsteiger wirklich haben. Keine Bankberater-Floskeln. Keine «kauf jetzt!»-Tipps. Sondern die ehrliche, vollständige Anleitung — geschrieben von drei CFA-Charterholders, die ihr eigenes Geld genauso investieren.
Die kurze Antwort: weil dein Geld auf dem Sparkonto langsam stirbt.
In der Schweiz bekommst du aktuell 0.5–1% Zins. Die Inflation liegt bei rund 1.5–2%. Das heisst: Dein Geld verliert jedes Jahr an Kaufkraft. CHF 100'000 auf dem Sparkonto sind nach 20 Jahren real nur noch CHF 67'000–75'000 wert — du kannst dir weniger davon kaufen, obwohl die Zahl gleich aussieht.
Der Aktienmarkt hingegen hat historisch 7–9% pro Jahr geliefert — über Jahrzehnte, trotz Kriegen, Pandemien und Finanzkrisen. CHF 100'000 investiert werden bei 7% nach 20 Jahren zu rund CHF 387'000. Nach 30 Jahren: CHF 761'000. Das ist kein Traum — das ist Mathematik.
Und die Schweiz bietet einen Vorteil, den fast kein anderes Land hat: Kapitalgewinne sind steuerfrei. In Deutschland zahlst du 25% Abgeltungssteuer auf jeden Kursgewinn. In den USA bis zu 37%. In der Schweiz? CHF 0. Das allein ist ein Grund, als Schweizer zu investieren.
Die Frage ist also nicht «Soll ich investieren?» sondern «Kann ich es mir leisten, es NICHT zu tun?»
Weniger als du denkst. Der häufigste Mythos: «Man braucht CHF 50'000+ zum Investieren.» Das war vielleicht 1995 so. Heute nicht mehr.
Bei arvy kannst du einen Sparplan ab CHF 100 pro Monat starten. Andere Plattformen bieten ähnliche Einstiegsbeträge. Der entscheidende Punkt ist nicht der Betrag — es ist die Regelmässigkeit.
Lies die letzte Spalte nochmal: Bei CHF 500/Monat liefert der Zinseszins CHF 430'000 gratis — mehr als du selbst je eingezahlt hast. Albert Einstein nannte den Zinseszins das «achte Weltwunder». Er hatte recht.
Wenn du eine Nestlé-Aktie kaufst, gehört dir ein winziger Teil von Nestlé. Wächst Nestlé, wächst dein Geld. Fällt Nestlé, fällt dein Geld. Einzelaktien bieten hohe Kontrolle, aber auch hohes Konzentrations-Risiko — eine einzige schlechte Nachricht kann 30% deines Investments auslöschen.
Ein Fondsmanager entscheidet, welche Aktien gekauft werden. Dein Geld wird zusammen mit dem Geld Tausender anderer Anleger investiert. Vorteil: Diversifikation und professionelles Management. Nachteil: Gebühren von 1–2% pro Jahr (TER). Und: über 90% der aktiven Fonds schlagen den Markt langfristig nicht.
Ein ETF bildet automatisch einen Index nach (z.B. den MSCI World mit über 1'500 Aktien weltweit). Kein Manager entscheidet — deshalb sind die Kosten viel tiefer: 0.1–0.3% pro Jahr. ETFs sind der weltweit beliebteste Einstieg für neue Anleger. Aber: du bekommst den Durchschnitt — die guten UND die schlechten Unternehmen.
arvy's Ansatz: aktives Management, aber fokussiert auf nur ~30 handverlesene Qualitätsunternehmen. Unternehmen mit Margen über 20%, wachsenden Gewinnen, starken Wettbewerbsvorteilen und bewährtem Management. Keine mittelmässigen Unternehmen — nur die Besten. Und die Gründer investieren ihr eigenes Geld im selben Fonds. Das nennt man Skin in the Game.
Bevor du frei investierst, musst du das Schweizer Vorsorgesystem verstehen. Es ist in drei Säulen aufgebaut — und jede hat eigene Regeln, Vorteile und Fallstricke.
Pflichtbeiträge für alle. Umlageverfahren: heutige Arbeitnehmer zahlen heutige Renten. Die maximale AHV-Rente beträgt aktuell CHF 2'450/Monat für Einzelpersonen (CHF 3'675 für Ehepaare). Das reicht nirgends in der Schweiz zum Leben. Die AHV ist ein Fundament — nicht mehr.
Pflicht für Angestellte ab CHF 22'680 Jahreslohn. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen gemeinsam ein. Das Geld wird von der Pensionskasse verwaltet und ist bis zur Pensionierung gebunden. Wichtig: Dein PK-Guthaben ist für viele Schweizer der grösste Vermögenswert überhaupt — grösser als das Sparkonto, manchmal grösser als die Wohnung.
Zwei Dinge, die du sofort prüfen solltest: Lies deinen Pensionskassenausweis — er zeigt dein Guthaben, deine erwartete Rente und dein Einkaufspotential. Und prüfe, ob ein freiwilliger PK-Einkauf für dich sinnvoll ist — jeder Franken ist voll steuerabzugsfähig.
Maximal CHF 7'258 pro Jahr (Stand 2026, für Angestellte mit PK). Der gesamte Betrag ist vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Bei einem Grenzsteuersatz von 35% sparst du bis zu CHF 2'540 Steuern pro Jahr. Das Geld ist gebunden bis 5 Jahre vor Pensionierung, aber du kannst es investiert anlegen.
Wichtiger Tipp: Eröffne mehrere 3a-Konten (bis zu 5) und beziehe sie gestaffelt in verschiedenen Steuerjahren. So reduzierst du die Steuerprogression bei der Auszahlung massiv.
Freies Sparen & Investieren (3b): Alles was über die 3a hinausgeht. Sparplan, ETF-Kauf, Aktienfonds. Keine steuerlichen Vorteile beim Einzahlen, dafür jederzeit frei verfügbar.
1️⃣ Notgroschen (3–6 Monate) → 2️⃣ Säule 3a maximieren → 3️⃣ PK-Einkauf prüfen → 4️⃣ Freies Investieren starten
In der Finanzwelt bedeutet Risiko: Schwankung (Volatilität). Der Aktienmarkt kann in einem Jahr 30% fallen — und im nächsten 40% steigen. Das ist normal. Das ist der Preis, den du für höhere Renditen zahlst.
Das wahre Risiko für langfristige Anleger ist nicht ein Crash. Es ist, nicht investiert zu sein und die Inflation über 20–30 Jahre dein Vermögen zerstören zu lassen. CHF 100'000 auf dem Sparkonto verlieren bei 2% Inflation über 30 Jahre rund 45% ihrer Kaufkraft.
Historisch gab es keinen einzigen 20-Jahres-Zeitraum, in dem der globale Aktienmarkt Geld verloren hat. Nicht über zwei Weltkriege, nicht über die Dotcom-Blase, nicht über die Finanzkrise 2008. Wer lange genug investiert bleibt, wird belohnt.
Diversifikation bedeutet: dein Geld auf viele Unternehmen, Branchen, Länder und Währungen verteilen. Ein ETF auf den MSCI World diversifiziert automatisch über 1'500 Unternehmen in 23 Ländern.
Aber Diversifikation hat Grenzen. Wer 3'000 Aktien hält, kauft auch Hunderte mittelmässige Unternehmen. Peter Lynch nannte das «diworsification». arvy's Ansatz: Konzentriert in die besten 30 Unternehmen investieren, statt breit in alles.
Der grösste Feind deiner Rendite sind nicht Crashs — es sind Gebühren. Der Unterschied zwischen 0.3% und 1.5% TER klingt harmlos. Über 30 Jahre kostet er dich ein Vermögen:
CHF 190'000 Unterschied — nur durch Gebühren. Das ist ein Haus in manchen Kantonen. Deshalb: Frage bei jedem Anlageprodukt nach dem TER.
Stempelsteuer: 0.075% (CH) bzw. 0.15% (ausländische) beim Kauf/Verkauf. Einmalig.
Depotgebühren: Manche Banken 0.1–0.3% p.a. zusätzlich. Digitale Anbieter oft CHF 0.
Transaktionskosten: CHF 5–50 pro Trade. Bei Sparplänen oft inklusive.
Ausgabeaufschlag: Bei manchen Bankfonds 1–5% obendrauf. Bei ETFs und arvy: CHF 0.
Ein Sparplan (Dollar Cost Averaging / DCA) bedeutet: Du investierst jeden Monat einen fixen Betrag — automatisch, unabhängig davon, ob die Märkte steigen oder fallen. Das klingt banal. Es ist revolutionär.
1. Du kaufst automatisch günstiger ein. Wenn Kurse fallen, bekommst du für deine CHF 500 mehr Anteile. Wenn sie steigen, weniger. Über die Zeit ergibt das einen tieferen Durchschnittspreis. Du profitierst sogar von Crashs — weil du in der Krise mehr Anteile kaufst.
2. Du schaltest Emotionen aus. Kein «Soll ich jetzt kaufen?», kein «Ist der Markt zu hoch?». Der Sparplan läuft am 1. des Monats, egal was passiert. Die meisten Anleger verlieren Geld durch emotionale Entscheidungen, nicht durch den Markt.
3. Du baust eine Gewohnheit auf. Investieren wird wie Zähneputzen — automatisch. Das ist das Geheimnis langfristigen Vermögensaufbaus: nicht Genie, nicht Timing, sondern Disziplin.
4. Du startest sofort. Kein «Ich spare erst CHF 50'000 und investiere dann». Du startest mit dem, was du hast. CHF 100 reichen. Jeder Monat zählt.
Wenn dein Portfolio von CHF 100'000 auf CHF 300'000 wächst, zahlst du auf den Gewinn von CHF 200'000 genau CHF 0 Steuern. In Deutschland wären das über CHF 50'000. In den USA bis zu CHF 74'000.
Dividenden: Steuerpflichtig. Dividenden werden als Einkommen besteuert. Die Verrechnungssteuer von 35% kannst du in der Steuererklärung vollständig zurückfordern (bei korrekt deklariertem Vermögen).
Vermögenssteuer: 0.1–0.5% pro Jahr, je nach Kanton. Ein kleiner Preis verglichen mit steuerfreien Kapitalgewinnen.
Säule 3a: Dreifacher Steuervorteil. Einzahlungen abzugsfähig. Guthaben von Vermögenssteuer befreit. Erträge steuerfrei. Erst bei Auszahlung fällt eine reduzierte Steuer an — in vielen Kantonen nur 5–10%.
Profi-Tipp: Eröffne früh mehrere 3a-Konten und beziehe sie in verschiedenen Steuerjahren. Bei CHF 200'000 Guthaben kann die Staffelung CHF 5'000–15'000 Steuern sparen. (→ 3a Steuerersparnis berechnen)
Die Rendite des Aktienmarkts gehört nur denen, die investiert bleiben. Das klingt einfach. Ist es aber nicht. Denn dein Gehirn arbeitet gegen dich:
Verlustaversion: Ein Verlust von CHF 10'000 fühlt sich doppelt so schlimm an wie ein Gewinn von CHF 10'000. Anleger verkaufen im Crash — und realisieren genau die Verluste, die sie vermeiden wollten.
Herdeninstinkt: Wenn alle verkaufen, wollen wir auch verkaufen. Die Masse liegt an den Wendepunkten fast immer falsch.
Recency Bias: Was letzte Woche passiert ist, fühlt sich wichtiger an als die letzten 30 Jahre. Beides — Panik und Euphorie — sind falsch.
Action Bias: «Ich muss doch irgendwas TUN!» — Nein. Die profitabelsten Portfolios sind die vergessenen.
Wer zwischen 2003 und 2023 die 10 besten Börsentage verpasst hat (10 Tage in 20 Jahren!), hat die Hälfte seiner Gesamtrendite verloren. Diese Tage kommen fast immer direkt nach dem schlimmsten Crash. Wer im Crash verkauft, verpasst die Erholung.
Wenn du international investierst, investierst du automatisch in Fremdwährungen. Ein MSCI-World-ETF ist zu ~65% in USD, ~8% in EUR, ~5% in JPY.
Das Risiko: Der Schweizer Franken wird seit Jahrzehnten stärker. Im Jahr 2000 kostete 1 Euro noch CHF 1.56. Heute rund CHF 0.94. Wer in EUR investiert hat, hat allein durch die Währung ~40% verloren.
Aber: Bei 10+ Jahren Zeithorizont dominiert die Aktienrendite die Währungsschwankung. Faustregel: Obligationen absichern, Aktien nicht.
Als Schweizer Investor startest du mit einem der besten Ausgangspunkte der Welt: stabiler Franken, tiefe Inflation, konservative Nationalbank. Ein struktureller Vorteil, den Anleger in vielen anderen Ländern nicht haben.
1. Zu spät anfangen. Jedes Jahr Zögern kostet Zinseszins. Mit 25 starten ist 10× wertvoller als mit 35. Der beste Zeitpunkt ist immer: jetzt.
2. Auf den perfekten Moment warten. Es gibt keinen. Der Markt steht häufiger auf einem Allzeithoch als auf jedem anderen Niveau — das signalisiert Stärke, nicht Übertreibung.
3. Im Crash verkaufen. Wer im März 2020 (COVID) verkauft hat, verpasste +70% in 12 Monaten. Wer 2008 bei Lehman verkauft hat, brauchte Jahre — obwohl der Markt sich komplett erholt hat.
4. Zu hohe Gebühren zahlen. Dein Bankberater empfiehlt Produkte mit 1.5% TER — nicht weil sie besser sind, sondern weil seine Bank daran verdient. Frage: «Was kostet mich das? Investieren Sie Ihr eigenes Geld darin?»
5. Alles auf eine Karte setzen. Kein Einzelaktien-Gambling. Kein all-in Crypto. Diversifikation ist dein Schutzschild.
6. Trends und Hypes jagen. Wenn du von einer Aktie in den Nachrichten hörst, ist der Zug meistens abgefahren.
7. Keinen Plan haben. Investieren ohne Strategie ist Zocken. Definiere: Wie viel pro Monat? Wie lange? In was? Und halte dich dran.
Die Wahl des Anbieters ist weniger wichtig als die Entscheidung, überhaupt zu starten. Alle genannten Anbieter sind seriös und reguliert.
☐ Schritt 1: Notgroschen sichern. 3–6 Monatsausgaben auf dem Sparkonto. Allein = 3 Monate. Familie = 6 Monate. Selbständig = 9 Monate.
☐ Schritt 2: Konsumschulden tilgen. Leasing, Kreditkarten, Kleinkredite — die Zinsen (8–15%) sind höher als jede Anlagerendite.
☐ Schritt 3: Säule 3a maximieren. Investiert, nicht auf dem Sparkonto. Steuerersparnis = CHF 1'500–2'500/Jahr.
☐ Schritt 4: Sparplan starten. CHF 100 ist genug. CHF 500 ist besser. Automatisch, am 1. des Monats.
☐ Schritt 5: Investiert bleiben. Portfolio max. quartalsweise prüfen. Newsletter lesen. Rechner nutzen. Ruhig bleiben.
Investieren ist kein Geheimwissen. Es ist kein Casino. Und es ist kein Privileg der Reichen.
Es ist eine Gewohnheit. Eine Entscheidung. Und in der Schweiz einer der grössten Vorteile, die du hast.
Steuerfreie Kapitalgewinne. Ein starker Franken. Ein stabiles Vorsorgesystem. Und Zugang zu professionellen Anlagelösungen ab CHF 100 pro Monat.
Du hast jetzt alles gelesen, was du brauchst. Du verstehst die Basics, die Risiken, die Kosten, die Psychologie und das System. Du hast einen konkreten 5-Schritte-Plan.
Jetzt fehlt nur noch eine Sache: Der erste Schritt.
«Jeder Crash fühlt sich an wie das Ende der Welt. Keiner war es. Und jeder Monat, den du investierst, bringt dich einen Schritt näher an finanzielle Unabhängigkeit.»
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Dieser Artikel wurde geschrieben von Thierry Borgeat, Co-Founder von arvy, und geprüft von Patrick Rissi, CFA, und Florian Jauch, CFA. Alle drei investieren ihr eigenes Geld im arvy Fonds.
Disclaimer: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine persönliche Finanz- oder Anlageberatung dar. Die genannten Zahlen sind illustrativ und basieren auf historischen Durchschnitten. Vergangene Renditen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. arvy ist ein von der FINMA beaufsichtigter Vermögensverwalter.