Kinderkonto Schweiz: Der komplette Guide
Dein Kind hat etwas, das kein erwachsener Investor je kaufen kann: Zeit. Wenn du bei der Geburt mit CHF 100 im Monat anfängst und das Geld bis zur Volljährigkeit unangetastet lässt, hat dein Kind mit 18 rund CHF 43'000. Wenn du bis zur ersten eigenen Wohnung mit 30 weitermachst, sind es CHF 122'000. Beides bei realistischer Marktrendite. Beides aus CHF 100 im Monat. Das ist kein Wunder. Das ist der Zinseszins, dem Schweizer Eltern zu wenig Aufmerksamkeit schenken.
Die meisten Schweizer Eltern denken bei «für das Kind sparen» an ein Sparkonto bei der Hausbank. Vielleicht ein Geschenk vom Götti zur Taufe. Eine Goldvreneli von der Grossmutter. Ein paar hundert Franken auf einem Konto, das pro Jahr 0.5% Zins zahlt — und das Kind dann mit 18 mit ein paar tausend Franken übergibt.
Der Gedanke ist gut. Die Umsetzung ist eine der teuersten Finanzentscheidungen, die Eltern in der Schweiz treffen können. Nicht weil das Sparkonto «schlecht» ist — sondern weil das Kind etwas verschenkt, das es nie wieder bekommt: einen 18-, 25- oder 30-jährigen Anlagehorizont. Das ist der wertvollste Vermögenswert der gesamten Finanzwelt. Und die meisten Eltern verschenken ihn, ohne es zu wissen.
Dieser Guide erklärt alles, was du über Kinderkonten in der Schweiz wissen musst: warum die Mathematik dramatisch zugunsten von Investieren statt Sparen ausfällt, welche rechtlichen und steuerlichen Regeln gelten, welche Anbieter es gibt, was bei einer Geburt sinnvoll ist und wie du verhinderst, dass das Geschenk mit 18 zu einem PlayStation-Wochenende wird.
Es ist auch der zentrale Einstiegspunkt zu allen anderen Kinderkonto-Artikeln, die wir geschrieben haben — vom ehrlichen Anbieter-Vergleich über den interaktiven Rechner bis hin zu den 7 Lektionen, die keine Schweizer Schule unterrichtet. Wenn du am Ende dieses Guides nur eines mitnimmst: der Zeitpunkt anzufangen ist immer jetzt — egal ob dein Kind drei Wochen oder dreizehn Jahre alt ist.
- Die Mathematik die alles verändert
- Die Sparkonto-Falle und warum sie so teuer ist
- Wann du anfangen solltest (Spoiler: jetzt)
- Konkrete Szenarien für reale Familien
- Die Anbieter-Landschaft in der Schweiz
- Steuern, Recht und Eigentum
- Wie du Grosseltern und Götti einbeziehst
- Das eigentliche Geschenk: Finanzbildung
- Warum wir das arvy Kinderkonto gebaut haben
- Deine nächsten Schritte
1. Die Mathematik die alles verändert
Bevor wir über Anbieter, Steuern und Strategien reden, müssen wir über die Zahl reden, die alles antreibt. Es ist eine einfache Zahl. Sie ist mathematisch unwiderlegbar. Und sie ist der Grund, warum Kinderkonten zu den unterschätztesten Finanzentscheidungen in der Schweiz gehören.
Hier ist sie: CHF 100 im Monat. 18 Jahre. 7% durchschnittliche jährliche Rendite. Was kommt am Ende heraus?
Du hast über die 18 Jahre insgesamt CHF 21'600 eingezahlt. Dein Kind erhält CHF 43'072 — also fast das Doppelte. Die zusätzlichen CHF 21'472 sind kein Geschenk von dir. Sie sind ein Geschenk der Mathematik. Genauer gesagt: vom Zinseszins, den der Markt über 18 Jahre auf dein eingezahltes Kapital aufgebaut hat.
Lass uns das in Perspektive setzen. Du gibst deinem Kind mit 18 nicht nur Geld, das du gespart hast. Du gibst ihm doppelt so viel Geld, wie du gespart hast. Und das nicht, weil du ein Investmentgenie wärst, sondern weil du dem Markt — der historisch über 100 Jahre etwa 7-9% pro Jahr für globale Aktien geliefert hat — einfach Zeit gegeben hast, seine Arbeit zu tun.
Aber 18 Jahre sind nur die erste Wegmarke. Was passiert, wenn dein Kind das Geld nicht sofort mit 18 anrührt, sondern bis zur ersten eigenen Wohnung wachsen lässt? Bis zum Studium-Abschluss? Bis zum ersten Hauskauf?
| Beitrag pro Monat | Bis 18 Jahre | Bis 25 Jahre | Bis 30 Jahre |
|---|---|---|---|
| CHF 50 | CHF 21'536 | CHF 40'504 | CHF 60'999 |
| CHF 100 | CHF 43'072 | CHF 81'007 | CHF 121'997 |
| CHF 150 | CHF 64'608 | CHF 121'511 | CHF 182'996 |
| CHF 200 | CHF 86'144 | CHF 162'014 | CHF 243'994 |
| CHF 300 | CHF 129'216 | CHF 243'022 | CHF 365'991 |
Alle Werte bei 7% jährlicher durchschnittlicher Rendite — der historische Langzeit-Durchschnitt globaler Aktienmärkte. Tatsächliche Renditen schwanken; vergangene Performance ist kein Garant für zukünftige Ergebnisse.
Schau dir die Zahl ganz unten rechts an: CHF 365'991. Das ist, was aus CHF 300 im Monat wird, wenn du bei der Geburt anfängst und das Geld bis zum 30. Geburtstag deines Kindes laufen lässt. Du hast über 30 Jahre insgesamt CHF 108'000 eingezahlt. Der Zinseszins hat aus diesen CHF 108'000 fast eine viertel Million zusätzlich gemacht.
Das ist nicht Las Vegas. Das ist nicht Krypto. Das ist nicht Glück. Das ist ganz einfach Zeit × Markt × Disziplin — die Formel, mit der jeder grosse Vermögensaufbau der Geschichte gemacht wurde.
Und genau hier liegt die zentrale Erkenntnis: Dein Kind ist der einzige Investor auf dem Planeten, der mit 18, 25 oder 30 Jahren Anlagehorizont starten kann. Du als 35- oder 40-jährige Person hast diesen Hebel nicht mehr. Pensionsfonds haben ihn nicht. Family Offices haben ihn nicht. Die einzigen Anleger mit drei Jahrzehnten ungestörtem Zinseszins-Potenzial sind Neugeborene. Und ihre Eltern entscheiden, ob dieses Potenzial genutzt wird.
2. Die Sparkonto-Falle und warum sie so teuer ist
Jetzt vergleichen wir das Investieren-Szenario mit dem, was die meisten Schweizer Eltern tatsächlich tun: ein Kindersparkonto bei der Hausbank.
Schweizer Banken zahlen aktuell zwischen 0.5% und 1% Zins auf Kindersparkonten. Das fühlt sich «sicher» an. Es fühlt sich verantwortungsvoll an. Und über 18 Jahre frisst es gnadenlos die Kaufkraft deines Kindes.
| CHF 100/Monat über 18 Jahre | Endwert |
|---|---|
| Sparkonto bei 0.5% Zins (typische Bank) | CHF 22'597 |
| Sparkonto bei 1% Zins (gute Bank) | CHF 23'655 |
| Investiert bei 7% (Aktienmarkt-Durchschnitt) | CHF 43'072 |
| Differenz: CHF 19'417 — fast das Doppelte | |
Lies das nochmal. Bei identischen Einzahlungen — CHF 100 jeden Monat, 18 Jahre lang — ist der Unterschied zwischen Sparkonto und Investieren fast CHF 20'000. Das ist nicht ein bisschen mehr. Das ist eine vollständige zusätzliche Sparkonto-Lebensdauer oben drauf.
Bei höheren Beträgen wird die Lücke noch grösser. CHF 200 im Monat über 18 Jahre:
- Sparkonto bei 1%: CHF 47'311
- Investiert bei 7%: CHF 86'144
- Differenz: CHF 38'834
Über 18 Jahre. Bei demselben monatlichen Aufwand. Der einzige Unterschied: wo das Geld zwischendurch geparkt war.
Aber ist Investieren nicht «riskant»?
Das ist die wichtigste Frage in diesem Guide, und sie verdient eine ehrliche Antwort. Ja, der Aktienmarkt schwankt. Wenn du heute CHF 100 investierst, kann dein Geld nächstes Jahr CHF 80 wert sein. Das ist die Natur des Marktes.
Aber für ein Kinderkonto gilt eine fundamentale Tatsache, die viele Eltern übersehen: du hast einen Anlagehorizont von 18+ Jahren. Und über jeden 18-Jahres-Zeitraum in der Geschichte des globalen Aktienmarktes — durch zwei Weltkriege, die Grosse Depression, die Ölkrise, das Platzen der Dotcom-Blase, die Finanzkrise 2008, COVID-19 — hat der Markt am Ende positive Renditen geliefert. Es gab in 100 Jahren keinen einzigen 20-Jahres-Zeitraum, in dem ein global diversifiziertes Aktienportfolio Geld verloren hätte.
Anders gesagt: Das einzige Risiko, das für ein Kinderkonto wirklich zählt, ist nicht «der Markt fällt nächstes Jahr». Es ist «du verlierst über 18 Jahre an die Inflation». Und dieses Risiko ist beim Sparkonto garantiert, während es beim breiten Aktienmarkt historisch praktisch null war.
Inflation frisst, was die Bank dir nicht zahlt
Bei einer Inflationsrate von 1.5% in der Schweiz und einem Sparkontozins von 0.5% verlierst du jedes Jahr 1% Kaufkraft. Über 18 Jahre kompoundiert das auf einen realen Verlust von ca. 17%. Anders gesagt: CHF 20'000 auf einem Sparkonto haben am Ende der 18 Jahre die Kaufkraft von etwa CHF 16'600 in heutigen Franken. Du verschenkst der Inflation real CHF 3'400, ohne es zu merken.
Das ist die wahre «Sicherheit» eines Kindersparkontos: es schützt dich davor, kurzfristig Geld zu verlieren — und garantiert dafür, dass du langfristig Kaufkraft verlierst.
Wenn du tiefer in dieses Thema eintauchen willst, haben wir einen ganzen Artikel zur konkreten Mathematik geschrieben: CHF 50 im Monat, 18 Jahre: Das Geschenk das kein Spielzeug schafft.
3. Wann du anfangen solltest (Spoiler: jetzt)
Die häufigste Frage, die wir von Eltern bekommen, ist: «Mein Kind ist schon 5 (oder 8 oder 12) — bin ich zu spät?»
Die Antwort lautet immer: nein. Aber die Antwort hat zwei Schichten, und es lohnt sich, beide zu verstehen.
Die erste Schicht: Der beste Zeitpunkt, ein Kinderkonto zu eröffnen, war der Tag der Geburt. Der zweitbeste Zeitpunkt ist heute. Jeder Monat den du wartest, kostet dich Zinseszins, der nie wieder zurückkommt. Wenn du heute mit deinem 5-jährigen Kind anfängst, hast du noch 13 Jahre bis zur Volljährigkeit — das ist immer noch ein riesiger Zeitraum, in dem der Markt arbeiten kann.
Die zweite Schicht: Der Zinseszins ist nicht linear. Er ist exponentiell. Das bedeutet: die letzten Jahre des Anlagehorizonts sind dramatisch wertvoller als die ersten. Hier ist, was wir damit meinen:
| Anlagedauer | CHF 100/Monat eingezahlt | Endwert @ 7% | Davon Zinseszins |
|---|---|---|---|
| 5 Jahre (Start mit 13) | CHF 6'000 | CHF 7'201 | CHF 1'201 |
| 10 Jahre (Start mit 8) | CHF 12'000 | CHF 17'409 | CHF 5'409 |
| 13 Jahre (Start mit 5) | CHF 15'600 | CHF 24'907 | CHF 9'307 |
| 18 Jahre (Start bei Geburt) | CHF 21'600 | CHF 43'072 | CHF 21'472 |
Schau dir die letzte Spalte an. Bei 5 Jahren Laufzeit hast du nur CHF 1'201 Zinseszins-Gewinn. Bei 18 Jahren sind es CHF 21'472 — also 17-mal so viel, obwohl du nur 3.6× so viel eingezahlt hast. Das ist die exponentielle Natur des Zinseszinses. Und es ist der mathematische Grund, warum «jetzt anfangen» die mit Abstand wichtigste Entscheidung ist — wichtiger als wie viel du einzahlst, wichtiger als welcher Anbieter, wichtiger als alles andere.
Was wenn ich nur kurze Zeit habe?
Wenn dein Kind schon 12 oder 13 ist und du erst jetzt mit Investieren anfängst, gilt etwas anderes: über einen kürzeren Zeitraum (5-6 Jahre) ist die Volatilität des Marktes ein realeres Risiko. Es gab tatsächlich 5-Jahres-Zeiträume in der Marktgeschichte, in denen Aktien Geld verloren haben — auch wenn die meisten 5-Jahres-Zeiträume positiv waren.
Für solche Fälle gibt es zwei legitime Strategien:
- Aggressivere Risikoverteilung trotzdem: Wenn das Geld nicht zwingend mit 18 gebraucht wird (sondern z.B. erst zum Studium-Ende mit 24), bleibt der Anlagehorizont effektiv 12 Jahre lang. Das reicht für eine hohe Aktienquote.
- Gleitender Übergang: Starte mit hoher Aktienquote, reduziere sie aber in den letzten 2-3 Jahren vor dem geplanten Bezug. So sicherst du Gewinne ab und vermeidest, dass ein Crash kurz vor der Auszahlung deinen Plan zerstört.
Was du nie tun solltest: gar nicht anfangen, weil du denkst, es sei zu spät. Selbst 5 Jahre Investieren bei 7% Rendite bringen mehr als 5 Jahre Sparkonto bei 1%. Die Frage ist nicht «soll ich». Die Frage ist «wie viel und wie aggressiv».
4. Konkrete Szenarien für reale Familien
Genug Theorie. Schauen wir uns drei reale Familien-Szenarien an, die zeigen, wie unterschiedliche Startpunkte und Beiträge sich auswirken.
Diese Zahlen sind keine Wunschvorstellungen. Sie sind Mathematik. Wenn du sie selbst nachrechnen willst, kannst du das jederzeit mit dem arvy Kinder-Investitionsrechner tun — er zeigt dir interaktiv jede Variante mit verschiedenen Beträgen, Zeiträumen und Rendite-Annahmen.
Was wenn Grosseltern und Götti mitmachen?
Hier wird es richtig interessant. Wenn du nicht alleine sparst, sondern eine «Mehrgenerationen-Strategie» fährst — Eltern monatlich, Grosseltern zur Geburt und an Geburtstagen, Götti einmal im Jahr — multiplizieren sich die Effekte.
Die Geburtsgabe der Grosseltern + monatliche Eltern-Einzahlung
Annahme: Grosseltern legen zur Geburt CHF 5'000 an. Eltern zahlen ab Geburt CHF 100/Monat ein. Beides bleibt 18 Jahre investiert bei 7% jährlicher Rendite.
Endwert: ca. CHF 60'000. Davon stammen ungefähr CHF 17'000 aus der Vermehrung der Geburtsgabe und CHF 43'000 aus dem Sparplan. Eingezahlt wurde insgesamt CHF 26'600 — der Rest ist Zinseszins.
Diese Strategie ist deutlich kraftvoller, als sie auf den ersten Blick wirkt. Die CHF 5'000 von den Grosseltern werden alleine zu fast CHF 17'000, weil sie 18 Jahre Zeit haben, sich zu vermehren — eine Verdreifachung. Mehr dazu in unserem Artikel Das beste Geschenk zur Geburt: Warum CHF 10'000 investiert jedes Sparkonto, jedes Goldvreneli und jedes Spielzeug schlägt.
5. Die Anbieter-Landschaft in der Schweiz
In der Schweiz gibt es heute eine Handvoll Anbieter, die digitale Kinder-Investmentlösungen anbieten. Die wichtigsten Namen sind arvy, findependent, True Wealth, Finpension und UBS key4. Die Unterschiede liegen in vier Dimensionen:
- Anlagestrategie: Aktiv ausgewählte Qualitätsaktien (arvy) oder breite passive ETFs (alle anderen)
- Eigentumsverhältnis: Konto auf Elternname oder direkt auf den Namen des Kindes
- Mindestbeitrag: Manche starten ab CHF 1, andere ab CHF 50 oder CHF 500
- Was mit 18 passiert: Automatische Übertragung oder elterliche Kontrolle behalten
Wir haben einen vollständigen, ehrlichen Vergleich aller Anbieter geschrieben — inklusive der Bereiche, in denen arvy nicht die beste Wahl ist. Wenn du ernsthaft entscheiden willst, lies ihn: Kinderkonto Schweiz 2026: Der ehrliche Vergleich.
Hier nur die Kurzversion: es gibt nicht das eine beste Kinderkonto. Es gibt das beste für deine spezifische Situation.
- Wenn du absolut die tiefsten Gebühren willst: Finpension Invest (0.39%) oder findependent (0.40-0.44%). Passive ETF-Strategie, keine Bildungsangebote, simple Apps.
- Wenn du das Geld rechtlich auf den Namen des Kindes willst: True Wealth oder UBS key4. Beide bieten gebundenes Kindesvermögen mit automatischer Übertragung mit 18.
- Wenn du willst, dass dein Kind versteht, was es besitzt: arvy. Aktiv ausgewählte ~30 Qualitätsunternehmen wie Visa, LVMH, Microsoft, Nestlé, mit wöchentlichen Analysen und Bildungsmaterialien, die später für dein Kind nützlich werden, wenn es alt genug ist, um sie zu lesen.
Worüber wir am Ende dieses Guides noch konkret sprechen werden, ist der dritte Punkt — die Bildungsdimension. Sie ist der Hauptgrund, warum wir das arvy Kinderkonto überhaupt gebaut haben.
6. Steuern, Recht und Eigentum
Die rechtliche Situation rund um Kindervermögen in der Schweiz ist überraschend einfach — wenn man die Grundregeln kennt. Hier sind die wichtigsten:
Eigentum: Wem gehört das Geld?
Wenn du als Elternteil ein Konto auf deinen Namen eröffnest und für dein Kind Geld einzahlst, gehört das Geld rechtlich dir, nicht dem Kind. Das hat Vor- und Nachteile:
- Vorteil: Du behältst die Kontrolle. Du entscheidest, wann (und ob) das Kind das Geld bekommt. Du kannst es im Notfall auch für Familienzwecke verwenden.
- Nachteil: Im Falle einer Scheidung, eines persönlichen Konkurses oder rechtlicher Forderungen gegen dich kann das Geld theoretisch betroffen sein.
Wenn du das Konto direkt auf den Namen des Kindes eröffnest (gebundenes Kindesvermögen), gehört das Geld dem Kind. Das schützt es vor elterlichen Gläubigern, bedeutet aber auch, dass du mit dem 18. Geburtstag die Kontrolle verlierst — komplett. Was dein Kind dann mit dem Geld macht, liegt nicht mehr in deiner Hand.
Steuern: Was musst du beachten?
Das Schweizer Steuersystem ist für Kinderkonten überraschend mild:
| Steuerart | Anwendbar? | Details |
|---|---|---|
| Kapitalgewinnsteuer | Nein | In der Schweiz sind Kapitalgewinne für Privatpersonen steuerfrei — auch für Kinderportfolios. Wenn du einen ETF für CHF 10'000 kaufst und ihn zu CHF 25'000 verkaufst, sind die CHF 15'000 Gewinn steuerfrei. |
| Vermögenssteuer | Ja, aber meist null | Das Vermögen des Kindes wird beim Hauptverdiener-Elternteil zu seinem Vermögen addiert. Da der vermögenssteuerliche Freibetrag oft hoch genug ist, fällt häufig keine zusätzliche Steuer an. |
| Einkommenssteuer auf Dividenden | Ja | Dividenden gelten als Einkommen und werden beim Hauptverdiener besteuert. Bei thesaurierenden Fonds (die Dividenden automatisch reinvestieren) ist der Effekt geringer. |
| Schenkungssteuer | Meist nein | Schenkungen von Eltern an Kinder sind in fast allen Kantonen steuerfrei. Bei Grosseltern oder Götti gibt es kantonale Unterschiede, aber in den meisten Fällen bleibt es bis zu sechsstelligen Beträgen steuerfrei. |
Die ausführliche rechtliche und steuerliche Übersicht findest du in unserem Detailartikel: Geld anlegen für Kinder in der Schweiz: Steuern, Recht und die 5 Fehler die Eltern machen.
7. Wie du Grosseltern und Götti einbeziehst
Eines der mächtigsten Dinge, die du beim Kinderkonto tun kannst, ist Grosseltern und Götti aktiv einzubinden. Nicht nur weil zusätzliches Geld zusätzlichen Zinseszins bringt — sondern weil es eine kulturelle Verschiebung schafft.
Statt zur Taufe noch ein Plüschtier oder ein Goldvreneli zu schenken, das in einer Schublade landet, können Grosseltern direkt zum Kinderkonto beitragen. Statt zum 5. Geburtstag wieder ein Spielzeug, das in einem Jahr ausgemustert wird, eine Einlage von CHF 200 die in 13 Jahren mehr wert sein wird als jedes Spielzeug.
CHF 100 zum Geburtstag, jedes Jahr, von Geburt bis 18
Wenn Grosseltern und Götti gemeinsam jedes Jahr CHF 100 zum Geburtstag des Kindes einzahlen — also insgesamt CHF 1'800 über 18 Jahre — wird daraus bei 7% jährlicher Rendite am Ende ca. CHF 3'400. Eingezahlt wurde CHF 1'800. Allein durch die Zeit verdoppelt sich der Beitrag fast.
Kombiniert mit elterlichen monatlichen Beiträgen wird daraus ein vollständiges Generationen-Portfolio, das das Kind auf einen ganz anderen finanziellen Startpunkt im Erwachsenenalter bringt.
Das Schöne daran: Du musst Grosseltern oder Götti nichts «verkaufen». Du musst ihnen einfach erklären, was passiert. Die meisten reagieren positiv, weil sie ohnehin etwas Sinnvolles geben wollen — und ein Plüschtier hat nun mal einen anderen 18-Jahres-Wert als ein investierter Beitrag.
Wir haben einen ganzen Artikel zu diesem Thema geschrieben, der auch konkrete Vorlagen enthält, wie du das Gespräch mit Grosseltern führen kannst: Das beste Geschenk zur Geburt.
8. Das eigentliche Geschenk: Finanzbildung
Hier kommt der Teil dieses Guides, den die meisten anderen Vergleiche und Ratgeber komplett übersehen. Und es ist der wichtigste.
Stell dir zwei 18-jährige vor. Beide bekommen am Volljährigkeitstag ein Kinderkonto im Wert von CHF 43'000 übergeben. Das Geld ist identisch. Der Unterschied ist alles andere.
Kind 1 hat in 18 Jahren einmal pro Jahr eine Karte zu Weihnachten bekommen mit einer Bemerkung wie «Sieh mal, dein Konto ist gewachsen». Es weiss vage, dass da Geld ist. Es hat keine Ahnung, wie es entstanden ist, was es bedeutet, was es symbolisiert oder wie man damit umgehen sollte. An seinem 18. Geburtstag bekommt es einen Brief von der Bank mit einer fünfstelligen Zahl. Statistisch gesehen wird ein nicht unerheblicher Teil dieses Geldes innerhalb von 24 Monaten verkonsumiert: ein Auto, ein Reisetrip, neue Kleidung, ein iPhone, vielleicht ein bisschen für einen Lifestyle-Sprung. Das Geld war nie wirklich im Kopf des Kindes — es war nur auf einem Konto. Und was nie im Kopf war, kann nicht respektvoll behandelt werden.
Kind 2 hat in den letzten 5 Jahren mit den Eltern darüber gesprochen, was im Portfolio steckt. Es weiss, dass sein Geld in Visa und Microsoft und Nestlé steckt. Es hat verstanden, warum sein Portfolio im März 2020 30% gefallen ist und im September wieder erholt war. Es hat während eines Familienabendessens gefragt «warum besitzen wir keine Tesla-Aktien» und die Eltern haben geantwortet, ohne zu lügen: «weil wir die Bilanz nicht überzeugend finden — schau, hier sind die Zahlen». Es hat irgendwann mit 13 oder 14 das erste Mal verstanden, was Zinseszins wirklich ist — nicht als abstrakte Schul-Mathematik, sondern als die Kraft die sein eigenes Geld jeden Tag still vermehrt.
Welches der beiden Kinder wird das geerbte Vermögen langfristig besser einsetzen? Welches wird die ersten 30'000 Franken bewahren und vermehren, und welches wird sie für Konsum ausgeben? Die Antwort ist offensichtlich. Und die Antwort hat nichts damit zu tun, welche Bank das Konto verwaltet hat. Sie hat alles damit zu tun, ob das Kind in den Jahren davor in das Konto eingebunden war — als Lerngegenstand, als Familiengespräch, als Teil seiner finanziellen Ausbildung.
Das ist das eigentliche Geschenk eines Kinderkontos. Das Geld ist nett. Die Bildung ist transformativ.
Wir haben darüber einen separaten Artikel geschrieben mit den 7 konkreten Lektionen, die in der Schule fehlen aber zu Hause vermittelt werden können: Kindern Geld beibringen: 7 Lektionen die keine Schweizer Schule unterrichtet. Und für eine wunderbare Geschichte über ein 11-jähriges Mädchen, das Geld zu verstehen lernt, lies unsere Book-Club-Zusammenfassung von «Ein Hund namens Money» von Bodo Schäfer — eines der besten Kinderbücher zum Thema Finanzen, die je geschrieben wurden.
9. Warum wir das arvy Kinderkonto gebaut haben
Wir bauen kein Produkt, weil ein anderes Produkt fehlt. Wir bauen ein Produkt, weil eine bestimmte Art von Eltern im Markt keine passende Lösung findet.
Beim arvy Kinderkonto sind das Eltern, die zwei Dinge gleichzeitig wollen: Erstens, dass das Geld ihres Kindes in echte, verständliche Qualitätsunternehmen investiert wird — nicht in einen anonymen Index aus 1'500 Firmen. Zweitens, dass das Konto nicht nur ein finanzielles Vehikel ist, sondern eine Bildungsgrundlage für die Familie über die nächsten 18 Jahre.
Das arvy Kinderkonto basiert auf den gleichen ~30 handverlesenen Qualitätsunternehmen wie der arvy Sparplan und die arvy Säule 3a. Die Auswahl trifft das gleiche Team aus drei CFA-Charterholdern (Thierry Borgeat, Florian Jauch, Patrick Rissi), das auch unsere eigenen sechsstelligen Co-Investments verwaltet. Du besitzt für dein Kind die gleichen Unternehmen wie wir für uns selbst.
Was es auch hat, was die meisten anderen Anbieter nicht haben: ein komplettes Bildungs-Ökosystem, das mit dem Kind mitwächst. Das arvy Weekly für die Eltern jetzt — und für das Kind in 10 Jahren, wenn es alt genug ist, um Unternehmensanalysen zu lesen. Den Book Club mit Zusammenfassungen der besten Investment-Bücher. 11 interaktive Rechner die das ganze Familienleben rund um Geld abbilden — Budget, Sparplan, Zinseszins, FIRE, Steuern, Mieten oder Kaufen.
Und am Ende des Tages: ein Konto, das sich nicht wie ein anonymes Banken-Produkt anfühlt, sondern wie ein gemeinsames Familien-Projekt für die nächsten zwei Jahrzehnte.
10. Deine nächsten Schritte
Wenn du diesen Guide bis hierher gelesen hast, weisst du jetzt wahrscheinlich mehr über Kinderkonten in der Schweiz als 95% der Eltern hierzulande. Die Frage ist: was machst du mit diesem Wissen?
Wir empfehlen drei konkrete nächste Schritte, in dieser Reihenfolge:
Schritt 1: Berechne deine eigene Zahl
Bevor du irgendetwas eröffnest, schau dir an, was dein konkreter Plan über 18 Jahre wirklich bringt. Spiel mit Beträgen. Mit Zeithorizonten. Mit Rendite-Annahmen. Sieh die Zahl, die deine Familie konkret haben könnte.
→ arvy Kinder-Investitionsrechner (kostenlos, ohne Anmeldung)
Schritt 2: Vergleiche die Anbieter ehrlich
Wir sind Anbieter und haben einen Bias. Aber wir haben einen vollständigen Vergleich geschrieben, der auch zeigt, wann andere Anbieter besser zu deiner Situation passen. Lies ihn, bevor du dich entscheidest — egal für welchen Anbieter.
→ Kinderkonto Schweiz 2026: Der ehrliche Vergleich
Schritt 3: Fang an. Heute.
Wir haben in Sektion 3 gezeigt, dass der Zinseszins exponentiell ist — was bedeutet, jeder Monat den du wartest kostet überproportional viel. Das gilt unabhängig vom Anbieter und unabhängig vom Betrag. Wenn du heute mit irgendwas anfängst, hast du in 18 Jahren mehr als wenn du in einem Jahr mit dem perfekten Plan anfängst.
Wenn arvy für dich passt: → arvy Kinderkonto eröffnen
Wenn ein anderer Anbieter besser passt: eröffne ihn dort. Aber tu es. Heute.
Die komplette arvy Kinderkonto-Bibliothek
Dieser Guide ist der zentrale Einstieg. Aber jedes der unten verlinkten Themen verdient einen vertiefenden Blick. Hier ist die komplette Sammlung:
Kinderkonto Schweiz 2026: Der ehrliche Vergleich
arvy vs. findependent vs. True Wealth vs. Finpension vs. UBS — Gebühren, Eigentum, Anlageansatz und was mit 18 passiert.
Lesen →Kinder-Investitionsrechner: Von Geburt bis 40
Interaktiver Rechner für jedes Szenario — vom Einmalbeitrag bei Geburt bis zur monatlichen Einzahlung über drei Jahrzehnte.
Berechnen →CHF 50 im Monat, 18 Jahre: Das Geschenk das kein Spielzeug schafft
Die ausführliche Rechnung dahinter — warum schon ein kleiner monatlicher Beitrag dramatische Wirkung über 18 Jahre hat.
Lesen →Das beste Geschenk zur Geburt
Warum CHF 10'000 investiert jedes Sparkonto, jedes Goldvreneli und jedes Spielzeug schlägt — mit Vorlagen für Grosseltern.
Lesen →Steuern, Recht und die 5 Fehler die Eltern machen
Was rechtlich gilt, wie Vermögenssteuer und Schenkungssteuer funktionieren, und welche Fehler du vermeiden solltest.
Lesen →7 Lektionen die keine Schweizer Schule unterrichtet
Wie du deinem Kind Geld beibringst — von der ersten Münze bis zum ersten Sparplan-Verständnis.
Lesen →Was ich gerne gewusst hätte, bevor mein Kind geboren wurde
Ein persönlicher finanzieller Brief an frischgebackene Eltern — die Dinge, die niemand im Geburtsvorbereitungskurs sagt.
Lesen →Ein Hund namens Money von Bodo Schäfer
Die Zusammenfassung des wahrscheinlich besten Kinderbuchs zum Thema Geld — und wie du es mit deinem Kind lesen kannst.
Lesen →Fang heute an. Egal mit welchem Betrag.
Das wichtigste an einem Kinderkonto ist nicht die Summe und nicht der Anbieter. Es ist der Zeitpunkt. Jeder Monat den du wartest, kostet exponentiell wachsenden Zinseszins, der nie wieder zurückkommt.
Geschrieben von Thierry Borgeat, Co-Founder arvy. Review durch Patrick Rissi, CFA und Florian Jauch, CFA.
Die drei Gründer investieren über CHF 100'000 ihres eigenen Geldes im selben Portfolio wie arvy-Kunden.
Disclaimer: Dieser Artikel dient allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und stellt keine persönliche Anlage- oder Steuerberatung dar. Die verwendete Annahme von 7% jährlicher Rendite basiert auf historischen langfristigen Durchschnitten globaler Aktienmärkte und ist keine Garantie für zukünftige Renditen. Tatsächliche Renditen schwanken erheblich und können auch negativ sein. Vergangene Performance ist kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Ergebnisse. Steuerliche und rechtliche Regelungen variieren je nach Kanton, Familiensituation und individuellen Umständen — für eine konkrete Beratung wende dich an einen qualifizierten Steuerberater. Die Erwähnung anderer Anbieter (findependent, True Wealth, Finpension, UBS) dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt keine Empfehlung oder Partnerschaft dar. arvy ist ein von der FINMA beaufsichtigter Schweizer Vermögensverwalter. Alle Berechnungen können mit unserem Kinder-Investitionsrechner nachvollzogen werden.
