Norwegens Staatsfonds

Februar 7, 2025 5 Minuten Lesezeit

„Vielen Schweizer Unternehmen geht es gut."

– Nicolai Tangen, CEO von Norges Bank Investment Management

arvy's Teaser: Norwegen hat seinen Ölreichtum in den grössten Staatsfonds der Welt verwandelt — heute 1,8 Billionen Dollar schwer. Mit Beteiligungen an 9'000 Unternehmen verändert er die globale Finanzwelt und beweist, dass diszipliniertes Investieren und langfristige Vision unaufhaltsamen Wohlstand schaffen. Und du kannst es nachmachen!


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Staatsfonds.

Das ist ein staatlicher Investmentfonds, der in Aktien, Anleihen, Immobilien, Edelmetalle oder Private Equity investiert.

Staatsfonds werden hauptsächlich von Ländern finanziert, die reich an natürlichen Ressourcen wie Öl sind oder grosse Devisenreserven aus Handelsüberschüssen (mehr Exporte als Importe) haben, wie China. Diese Fonds — wie die China Investment Corporation und die Abu Dhabi Investment Authority — verwalten die überschüssigen Vermögenswerte eines Landes, um langfristige Stabilität, finanzielle Sicherheit und nachhaltige Renditen zu gewährleisten. Ihr Ziel ist es, Einkommensquellen zu diversifizieren — da die meisten stark vom Öl abhängig sind — und die nationale Entwicklung für heutige und zukünftige Generationen zu unterstützen. Selbst Präsident Trump hat nun die Gründung eines US-Staatsfonds angeordnet.

Der grösste Staatsfonds der Welt gehört dem Land der Mitternachtssonne.

Er gehört Norwegen.

Chart 1: Die grössten Staatsfonds der Welt (Sep 2024)

Die grössten Staatsfonds der Welt (September 2024)

Quelle: Sovereign Wealth Fund Institute, Chronograph

Government Pension Fund Global — der Ölfonds

Der offizielle Name des Fonds lautet Government Pension Fund Global. Kurz: der Ölfonds.

Seine Ursprünge gehen auf die Entdeckung von Öl in den 1950er und 60er Jahren zurück, als sich Norwegen von einer kleinen Fischernation zu einem der weltweit grössten Öl- und Gasproduzenten entwickelte.

1969 wurde eines der weltweit grössten Offshore-Ölfelder vor Norwegen entdeckt — Ekofisk. Plötzlich gab es viel Öl zu verkaufen, und die Wirtschaft des Landes wuchs dramatisch.

Das Land wurde quasi über Nacht reich. Und glücklicherweise wussten sie, was sie mit all dem Geld anfangen sollten.

Es wurde frühzeitig entschieden, dass die Einnahmen aus dem Öl- und Gassektor klug eingesetzt werden sollten, um wirtschaftliche Ungleichgewichte zu vermeiden. Schliesslich sind die Öleinnahmen zwar wichtig für Norwegen, aber eines Tages wird das Öl versiegen. Deshalb wurde der Ölfonds in den 1990er Jahren gegründet. Der Zweck des Fonds: sicherstellen, dass das Geld verantwortungsvoll und langfristig eingesetzt wird, um die Zukunft der norwegischen Wirtschaft zu sichern.

Das erste Geld floss 1996 in den Fonds.

Sie starteten mit einer Einmaleinlage von 150 Millionen Dollar.

Der Erfolg des Ölfonds wird weltweit studiert, denn er ist ein Paradebeispiel für Zinseszins und Dollar-Cost-Averaging. In den letzten drei Jahrzehnten ist er auf 1,8 Billionen Dollar gewachsen (Stand 2024). Erst letzte Woche meldeten sie einen Rekordgewinn von 222 Milliarden Dollar für das Jahr 2024.

Wie wurde das erreicht?

Sie haben sich einfach an den Investitionsplan gehalten, den sie von Anfang an aufgestellt hatten. Sie haben jedes Jahr einen Teil ihrer Öl- und Gasgewinne eingezahlt (Dollar-Cost-Averaging) und diesen in den globalen Finanzmarkt investiert. Über die Jahre haben die Beiträge und die anschliessenden Anlagerenditen (Chart 2) mit einer durchschnittlichen Rate von 6% pro Jahr kompoundiert.

Was sie getan haben, ist so einfach, wie es klingt, und du kannst es leicht nachmachen: Starte mit einem Einmalbetrag, mach Dollar-Cost-Averaging und lass dein Vermögen über die Zeit wachsen.

Vom Lesen zum Handeln

Norwegen startete mit einem Einmalbetrag und regelmässigen Beiträgen.
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Was als kleine Anfangsinvestition begann, ist für jeden einzelnen Norweger und das Land selbst zu einem beachtlichen Vermögen gewachsen.

Das wirft eine offensichtliche erste Frage auf.

Wie wird das Geld investiert?

Chart 2: Norwegens wachsendes Öl-Imperium

Norwegens wachsendes Öl-Imperium — Fondsvermögen über die Zeit

Quelle: Quartr

Norges Bank Investment Management

Die Investitionen verteilen sich über die meisten Märkte, Länder und Währungen, um ein breites Engagement im globalen Wachstum und der Wertschöpfung zu erreichen und gleichzeitig eine gute Risikodiversifikation sicherzustellen. Der Fonds investiert ausschliesslich im Ausland, um eine Überhitzung der norwegischen Wirtschaft zu vermeiden.

Der Ölfonds wird seit 1998 von einem spezialisierten Vermögensverwaltungsteam der Norges Bank verwaltet.

In den 1990er Jahren wurden zunächst nur 40% in Aktien investiert, was sich über die Jahre auf 60% erhöhte — bis zur globalen Finanzkrise (GFC, 2008).

Da die Zinsen in der Zeit nach der Finanzkrise weiter fielen und über einen längeren Zeitraum niedrig blieben, wurde ein noch grösserer Anteil in Aktien investiert, um höhere langfristige Renditen zu erzielen.

Heute verteilen sich die Anlagen auf Aktien (71,4%), Anleihen (26,6%), Immobilien (1,8%) und erneuerbare Energien (0,1%).

Mit einer so hohen Aktienquote und einem solchen Investitionsvolumen hält der Fonds Beteiligungen an rund 9'000 Unternehmen aus den meisten Ländern und Sektoren. Im Durchschnitt hält der Fonds 1,5% aller börsennotierten Unternehmen. Damit ist er der grösste Einzelinvestor der Welt. Er ist auch in vielen Schweizer Aktien investiert — die grösste Schweizer Beteiligung ist UBS.

Zudem beträgt der Marktwert des Fonds pro norwegischem Bürger mittlerweile über 3 Millionen NOK (CHF 240'000), verglichen mit 39'000 NOK (CHF 3'120) vor 26 Jahren (Chart 3).

Wow!

💡 Von CHF 3'120 auf CHF 240'000 pro Bürger — das ist die Kraft des Zinseszinses. Wir analysieren jede Woche ein Qualitätsunternehmen in unserem kostenlosen Newsletter.

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Der Fonds hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung für Norwegen gewonnen. Es muss eine grosse Last sein, diese Aufgabe zu übernehmen und ein solches Vermögen zu verwalten, oder?

Das wirft eine zweite offensichtliche Frage auf.

Wer trifft hier die Entscheidungen?

Chart 3: Norwegens Staatsfonds — Marktwert pro Bürger

Norwegens Staatsfonds — Marktwert pro Bürger über die Zeit

Quelle: Quartr

Nicolai Tangen & Podcast „In Good Company"

Es ist Nicolai Tangen, der seit 2020 CEO von Norges Bank Investment Management ist. Ein ehemaliger Hedgefonds-Manager, der sein Unternehmen verkaufte und aufbrach, um eine noch grössere „Raison d'Être" zu verfolgen.

Tangen ist auch Gastgeber des Podcasts „In Good Company", in dem er die Führungskräfte der grössten Unternehmen der Welt interviewt.

Namhafte Gäste sind unter anderem:

  • Bob Iger, CEO von Walt Disney
  • Benedetto Vigna, CEO von Ferrari
  • Sam Altman, ehemaliger CEO von OpenAI
  • Jensen Huang, Gründer und CEO von Nvidia
  • Magnus Carlsen, Schach-Grossmeister (Chart 4)

Der Podcast bietet Einblicke in die Strategien, Führungsprinzipien und andere Facetten dieser Führungskräfte und ihrer Unternehmen.

Du fragst dich vielleicht, wie er es schafft, all diese CEOs, Gründer und bekannten Persönlichkeiten in seinen Podcast einzuladen? Wie du jetzt weisst, gilt Norges Bank Investment Management als der grösste Einzelinvestor der Welt — also ruft er sie buchstäblich einfach an.

Sein Ziel?

Tangen will Transparenz darüber schaffen, wie der Fonds investiert ist, indem er die Unternehmen, in die er investiert, genauer unter die Lupe nimmt.

Ich kann den Podcast sehr empfehlen!

Chart 4: Nicolai Tangens „In Good Company" Podcast mit Schach-Grossmeister Magnus Carlsen

Nicolai Tangens In Good Company Podcast mit Schach-Grossmeister Magnus Carlsen

Quelle: Youtube, In Good Company, Nicolai Tangen

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