Passiv, aktiv oder beides? Die vier arvy Anlagelösungen


Vom ETF-Sparplan bis zur individuellen Betreuung — was jede Stufe kann, was sie kostet und wann sie sich lohnt.
Die Debatte wird meist so geführt: Indexfonds sind günstig und schlagen die meisten aktiven Manager, also ist passiv die vernünftige Wahl. Der erste Teil stimmt. Der Schluss greift zu kurz.
Denn passiv heisst nicht nur günstig. Passiv heisst auch: Niemand steuert. Ein Index kauft, was gross ist, und verkauft, was klein wird. Er stellt keine Fragen zur Bewertung, zur Verschuldung oder zum Geschäftsmodell. Das ist meistens gut genug — und genau deshalb ist ein breiter Weltindex die richtige Basis für fast jeden.
Die interessantere Frage lautet deshalb nicht «passiv oder aktiv», sondern: Wie viel deines Vermögens soll dem Index folgen, und wie viel soll von jemandem gesteuert werden, der eine Meinung hat und sie begründen muss? Auf diese Frage gibt es vier Antworten.
| Stufe | Aufteilung | Gebühr pro Jahr | Für wen |
|---|---|---|---|
| ETF Sparplan | 100% Index | 0.39% | Einstieg, maximale Effizienz |
| ETF + arvy | 60% Index, 40% aktiv | 0.59% | Basis behalten, Steuerung dazunehmen |
| arvy Active | 100% aktiv | 0.79% | Volle Selektion, Aktien und Obligationen |
| arvy CIO | individuell | in Vorbereitung | Grössere Vermögen, ganzheitliche Betreuung |
Die genannten Gebühren sind Verwaltungsgebühren. Dazu kommen die Produktkosten der eingesetzten Fonds. Du kannst die Stufe jederzeit wechseln — in beide Richtungen.
Alles Index, so effizient und kostengünstig wie möglich. Ein breiter Weltaktienindex, wöchentlich bespart, physisch repliziert, mit irischem Fondsdomizil. Keine Auswahlentscheidung, keine Meinung, keine Überraschung.
Das ist die Stufe, die wir den meisten Menschen als Einstieg empfehlen — nicht weil sie die günstigste ist, sondern weil sie das Wichtigste erledigt: Sie bringt dein Geld an den Markt und hält es dort. Wer dreissig Jahre lang nichts weiter tut als diesen einen Baustein zu besparen, hat den grössten Teil dessen erreicht, was Vermögensaufbau leisten kann.
Was du dafür bekommst: Marktrendite, minus sehr geringe Kosten. Was du nicht bekommst: jemanden, der eingreift. Alles Weitere zu dieser Stufe steht im ETF Sparplan Guide.
Immer 60% Index, 40% aktive Selektion. Der Kern bleibt derselbe breite Weltindex wie in Stufe 1. Dazu kommt ein aktiv geführter Teil: ausgewählte Unternehmen, jede Position mit einer Begründung.
Das ist die erklärungsbedürftigste Stufe, deshalb hier die ehrliche Version: Für rund 0.2% mehr bekommst du keine höhere Rendite versprochen. Du bekommst Urteil. Jemanden, der entscheidet, was neben dem Index liegt, und der diese Entscheidung erklären kann.
Der Unterschied zwischen Stufe 1 und Stufe 2 beträgt 0.20% pro Jahr. Auf einem Depot von CHF 10'000 sind das CHF 1.67 im Monat. Auf CHF 50'000 rund CHF 8.30. Prozente klingen abstrakt; die Frage in Franken lautet: Ist dir eine aktive Steuerung von 40% deines Depots so viel wert?
Warum 60 zu 40 und nicht 80 zu 20 oder umgekehrt? Weil der aktive Teil gross genug sein muss, um einen Unterschied zu machen, und klein genug, damit ein schlechtes Jahr in der Selektion das Gesamtergebnis nicht dominiert. Die Logik dahinter — welcher Teil Core ist und welcher Satellit — steht in Core-Satellite einfach erklärt.
Vollständig aktiv, von den Obligationen bis zu den Aktien. Kein Indexanteil mehr. Jede Position im Portfolio ist eine Entscheidung — auch auf der Anleihenseite, wo passive Indizes eine bekannte Konstruktionsschwäche haben: Sie gewichten nach ausstehender Schuld, geben also dem grössten Schuldner das grösste Gewicht.
Diese Stufe ist für Anlegerinnen und Anleger, die bewusst vom Index abweichen wollen und dafür einen längeren Atem mitbringen. Denn Abweichung bedeutet zwangsläufig: Es wird Phasen geben, in denen das Portfolio schlechter läuft als der Markt. Wer das nicht aushält, ist auf Stufe 1 oder 2 besser aufgehoben — und das ist keine Notlösung, sondern eine vernünftige Selbsteinschätzung.
In Vorbereitung. Die vierte Stufe richtet sich an grössere Vermögen, bei denen die Anlage nur noch ein Teil der Aufgabe ist. Dann geht es zusätzlich um die Koordination von Vorsorge, Steuern, Liquidität und Nachfolge — die Rolle, die in grösseren Vermögen ein Chief Investment Officer oder ein Family Office ausfüllt.
Wir kommunizieren dazu noch keine Konditionen und kein Startdatum. Wenn das Thema für dich relevant ist, schreib uns — wir melden uns, sobald es so weit ist.
An dieser Stelle wird in vielen Broschüren gesagt, aktives Management sei dem passiven überlegen. Wir sagen das nicht, und zwar aus einem einfachen Grund: Es stimmt nicht. Über alle aktiven Fonds hinweg schneidet die Mehrheit nach Kosten schlechter ab als ihr Index. Wer dir etwas anderes erzählt, verkauft dir eine Rendite, die er nicht liefern kann.
Was aktives Management leisten kann, ist etwas anderes: eine bewusste Abweichung, die begründet ist. Das ist kein Renditeversprechen, sondern ein Urteilsversprechen — und es überlebt auch ein schlechtes Jahr. Wie unsauber die berühmte Statistik zum Thema gerechnet ist, haben wir in Aktiv vs. Passiv nachgerechnet.
Die Wahl ist nicht endgültig. Du kannst jederzeit wechseln, in beide Richtungen. Viele starten auf Stufe 1 und steigen um, wenn ihr Vermögen wächst oder wenn sie merken, dass sie sich mehr Einordnung wünschen. Andere bleiben dreissig Jahre auf Stufe 1 — und das ist völlig in Ordnung.
Nicht pauschal, und in der Breite eher nicht: Die Mehrheit der aktiven Fonds schneidet nach Kosten schlechter ab als ihr Index. Was aktives Management leisten kann, ist eine bewusste, begründete Abweichung — kein garantierter Mehrertrag. Wer ein Renditeversprechen hört, sollte skeptisch werden.
Der Wechsel selbst kostet nichts. Es ändert sich die laufende Verwaltungsgebühr und die Zusammensetzung des Portfolios. Beim Umschichten können Transaktionskosten und Stempelabgaben anfallen, wie bei jedem Kauf und Verkauf.
Der aktive Teil muss gross genug sein, um überhaupt einen Unterschied zu machen, und klein genug, damit eine schwache Phase in der Selektion das Gesamtergebnis nicht dominiert. Diese Aufteilung ist fix, damit klar bleibt, was du besitzt.
Ja, jederzeit. Es gibt keine Mindestlaufzeit und keine Kündigungsfrist. Wer merkt, dass ihm die einfachere Variante lieber ist, wechselt zurück — das ist kein Rückschritt, sondern eine Anpassung an die eigene Risikotoleranz.
Zwei Dinge: Die Positionen sind begründet und öffentlich nachvollziehbar, und die Gründer investieren ihr eigenes Geld in denselben Strategien. Das ist kein Renditeversprechen, aber es verändert die Interessenlage.
Die Lösung ist in Vorbereitung. Konditionen und Zeitpunkt kommunizieren wir, sobald sie feststehen. Wer Interesse hat, kann sich melden und wird informiert.
Regelmässig sparen — Einstieg ab CHF 500, danach ohne Mindesteinzahlung, wöchentlich ausgeführt. Einmalbeträge anlegen, etwa einen Bonus, eine Erbschaft oder Kapital aus der Pensionskasse. Für ein Kind über das Kinderkonto, wo die Laufzeit am längsten ist und der Zinseszins am stärksten wirkt. Und als günstige Basis neben einer aktiven Strategie. Eine Lösung für die gebundene Vorsorge ist in Vorbereitung.
Der ETF Sparplan ist der Einstieg — breit gestreut, wöchentlich investiert, so günstig wie möglich.
Dieser Beitrag wurde von Thierry Borgeat, Mitgründer von arvy, verfasst und von Patrick Rissi, CFA, und Florian Jauch, CFA, geprüft.
Disclaimer: arvy AG ist ein von der FINMA bewilligter Verwalter von Kollektivvermögen nach Art. 24 KAG. Dieser Beitrag dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Alle Beträge sind Richtwerte und hängen von Kanton, Gemeinde und persönlicher Situation ab. Die historische Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.