Pensionskasse Einkauf: Wann er sich lohnt, wann nicht — und wie du ihn optimal aufteilst

Dezember 25, 2025 14 Minuten Lesezeit
Pensionskasse Einkauf 2026: Wann er sich lohnt, wann nicht — der komplette Guide | arvy

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Pensionskasse Einkauf: Wann er sich lohnt, wann nicht — und wie du ihn optimal aufteilst

Von Thierry Borgeat, CFA & Co-Founder · Zuletzt aktualisiert: März 2026 · 14 Minuten Lesezeit

Es gibt eine Steueroptimierung in der Schweiz, die viele Arbeitnehmer nicht kennen — obwohl sie Zehntausende Franken wert sein kann. Der freiwillige Einkauf in die Pensionskasse (auch „PK-Einkauf" oder „Einkauf von Beitragsjahren" genannt) erlaubt dir, zusätzliches Geld in deine Pensionskasse einzuzahlen — und den gesamten Betrag sofort vom steuerbaren Einkommen abzuziehen.

Kein Maximalbetrag wie bei der Säule 3a. Kein jährliches Limit. Der einzige limitierende Faktor ist deine persönliche Einkaufslücke — und die kann bei manchen Arbeitnehmern mehrere Hunderttausend Franken betragen.

Doch ein PK-Einkauf ist nicht für jeden sinnvoll. Es gibt Situationen, in denen er die beste Steuerentscheidung deines Lebens ist — und Situationen, in denen du dein Geld besser anders investierst. Dieser Guide erklärt alles: wie es funktioniert, wann es sich lohnt, welche Risiken du kennen musst, und wie du den Einkauf über mehrere Jahre optimal aufteilst.

100%
Steuerlich absetzbar (vom Einkommen)
3 Jahre
Sperrfrist vor Kapitalbezug
CHF 35%+
Grenzsteuersatz-Ersparnis möglich

Was ist ein Pensionskassen-Einkauf?

Jeder Arbeitnehmer in der Schweiz mit einer Pensionskasse hat ein Altersguthaben, das über die Jahre durch Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge plus Zinsen wächst. Je nach Lohnentwicklung, Jobwechseln und Lebenssituation kann es sein, dass dieses Guthaben tiefer ist als das regulär mögliche Maximum — es gibt eine Lücke.

Der freiwillige Einkauf erlaubt dir, diese Lücke ganz oder teilweise zu schliessen, indem du privates Geld in die Pensionskasse einzahlst. Das Besondere: Der gesamte eingekaufte Betrag ist vollständig vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Anders als bei der Säule 3a (Maximalbetrag CHF 7'258/Jahr) gibt es beim PK-Einkauf kein jährliches Maximum — das Limit ist ausschliesslich deine individuelle Einkaufslücke.

Dein maximal möglicher Einkaufsbetrag steht auf deinem Pensionskassenausweis unter dem Punkt „Möglicher Einkauf" oder „Maximaler Einkaufsbetrag". Wenn du deinen Ausweis nicht findest oder nicht verstehst, hilft dir unser Guide: Dein Pensionskassenausweis erklärt.

Einfach erklärt

Stell dir dein Pensionskassen-Guthaben wie ein Glas vor, das über die Jahre mit Wasser (= Beiträgen) gefüllt wird. Wenn das Glas nicht ganz voll ist — weil du spät angefangen hast zu arbeiten, einen Jobwechsel hattest, oder eine Lohnerhöhung bekommen hast — kannst du privates Wasser nachgiessen. Das Finanzamt belohnt dich dafür mit einer Steuervergünstigung.


Wie entsteht die Einkaufslücke?

Die Einkaufslücke berechnet sich als Differenz zwischen dem maximal möglichen Altersguthaben (als ob du seit dem frühestmöglichen Zeitpunkt lückenlos beim aktuellen Lohn versichert gewesen wärst) und deinem tatsächlichen Altersguthaben. Es gibt typische Gründe, warum fast jeder eine Lücke hat:

Lohnerhöhungen und Karrieresprünge

Der häufigste Grund — und der, den die wenigsten kennen. Jedes Mal, wenn dein Lohn steigt, steigt auch dein maximal mögliches Altersguthaben. Aber dein tatsächliches Guthaben wurde in der Vergangenheit auf Basis des tieferen Lohns berechnet. Die Differenz wird zur Einkaufslücke. Ein Beispiel: Du hast 10 Jahre lang CHF 80'000 verdient, dann steigst du auf CHF 120'000. Plötzlich öffnet sich eine Lücke von CHF 30'000–50'000 — weil dein neues Maximum auf dem höheren Lohn basiert, dein bisheriges Guthaben aber auf dem tieferen.

Später Berufseinstieg

BVG-Sparbeiträge starten ab Alter 25. Wer erst mit 28 oder 30 ins Berufsleben eingestiegen ist (zum Beispiel nach einem langen Studium oder einem Aufenthalt im Ausland), hat automatisch eine Lücke für die fehlenden Jahre.

Jobwechsel und Pausen

Bei jedem Jobwechsel wird dein Freizügigkeitsguthaben an die neue Pensionskasse übertragen. Dabei können Lücken entstehen — zum Beispiel wenn die neue PK ein grosszügigeres Reglement hat als die alte, oder wenn du zwischen zwei Stellen eine Pause hattest. Mehr dazu: Freizügigkeit erklärt.

Scheidung

Bei einer Scheidung wird das während der Ehe angesparte PK-Guthaben hälftig geteilt. Der Anteil, der an den Ex-Partner geht, wird zur Einkaufslücke.

Teilzeitarbeit

Wer das Pensum reduziert, reduziert auch den versicherten Lohn — und damit die Sparbeiträge. Die Lücke wächst schleichend, oft unbemerkt über Jahre. Besonders betroffen: Eltern in Teilzeit. Mehr dazu: Was 5 Jahre Karrierepause wirklich kosten.

WEF-Vorbezug (Wohneigentumsförderung)

Wenn du PK-Guthaben für den Kauf von Wohneigentum vorbezogen hast, entsteht eine Einkaufslücke in der Höhe des vorbezogenen Betrags. Diese muss zuerst vollständig zurückgezahlt werden, bevor steuerlich abziehbare Einkäufe möglich sind.


Die Steuerersparnis: Konkrete Zahlenbeispiele

Der Steuereffekt eines PK-Einkaufs ist direkt und sofort: Der eingekaufte Betrag wird vollständig vom steuerbaren Einkommen abgezogen. Die tatsächliche Ersparnis hängt von deinem Grenzsteuersatz ab — und der hängt von deinem Einkommen, Kanton und Zivilstand ab.

Beispiel 1: Mittleres Einkommen, Kanton Zürich

Ohne EinkaufMit Einkauf CHF 30'000
BruttoeinkommenCHF 120'000CHF 120'000
Steuerbares Einkommen (nach regulären Abzügen)CHF 95'000CHF 65'000
Geschätzte Einkommenssteuer (Bund + Kanton + Gemeinde)ca. CHF 17'800ca. CHF 9'500
Steuerersparnis durch Einkaufca. CHF 8'300

CHF 8'300 gespart — durch eine einzige Überweisung. Das Geld ist nicht weg: es liegt in deinem PK-Konto und wächst dort weiter. Bei der Pensionierung bekommst du es als Rente oder Kapital zurück (dann allerdings besteuert, aber zu einem deutlich tieferen Satz).

Beispiel 2: Hohes Einkommen, gestaffelt über 3 Jahre

JahrEinkaufGrenzsteuersatz (ca.)Steuerersparnis (ca.)
2026CHF 25'00037%CHF 9'250
2027CHF 25'00037%CHF 9'250
2028CHF 25'00037%CHF 9'250
TotalCHF 75'000CHF 27'750

Fast CHF 28'000 Steuerersparnis über 3 Jahre — auf einen Einkauf von CHF 75'000. Das entspricht einer „Sofortrendite" von 37% auf das eingesetzte Kapital. Kein anderes legales Finanzinstrument in der Schweiz bietet eine vergleichbare Rendite.

Die Gesamtrechnung

Der PK-Einkauf ist steuerlich ein „Doppeleffekt": Du sparst Steuern beim Einzahlen (Abzug vom steuerbaren Einkommen) UND das Geld wächst in der PK steuerfrei (keine Vermögens-, Einkommens- oder Verrechnungssteuer). Erst bei der Auszahlung wird es besteuert — aber zum reduzierten Kapitalauszahlungstarif (typisch 4–12% je nach Kanton und Betrag), nicht zum regulären Einkommenssteuersatz (30–40%).


Die Aufteilungsstrategie: Warum nicht alles auf einmal

Einer der häufigsten Fehler beim PK-Einkauf: den gesamten möglichen Betrag in einem einzigen Jahr einzahlen. Das ist in den meisten Fällen suboptimal. Hier ist warum:

Die Schweizer Einkommenssteuer ist progressiv — je höher das Einkommen, desto höher der Steuersatz. Wenn du CHF 75'000 in einem Jahr einkaufst, reduziert das dein steuerbares Einkommen massiv. Aber: die Steuerersparnis pro Franken sinkt, je tiefer dein steuerbares Einkommen fällt. Die ersten CHF 25'000 Reduktion sparen dir vielleicht 37 Rappen pro Franken — die letzten CHF 25'000 nur noch 25 Rappen.

Teilst du den Einkauf auf 3 Jahre à CHF 25'000 auf, sparst du in jedem Jahr auf dem höchsten Steuersatz. Der Progressionseffekt arbeitet für dich statt gegen dich.

Rechenbeispiel: Aufteilen vs. Alles auf einmal

StrategieGesamteinkaufGesamte Steuerersparnis (ca.)
CHF 75'000 in einem JahrCHF 75'000ca. CHF 23'000
CHF 25'000 pro Jahr über 3 JahreCHF 75'000ca. CHF 27'750
Vorteil der Aufteilung+ ca. CHF 4'750

Fast CHF 5'000 mehr Steuerersparnis — bei identischem Gesamteinkauf. Das ist der Grund, warum Steuerberater fast immer zur Aufteilung raten.

Faustregel für die Aufteilung

Teile den Einkauf so auf, dass jede Jahrestranche dein steuerbares Einkommen in die nächsttiefere Progressionsstufe senkt — aber nicht darüber hinaus. Als Faustregel: Jährliche Einkäufe von CHF 15'000–30'000 sind in den meisten Einkommenssituationen optimal. Bei einem steuerbaren Einkommen von CHF 100'000+ sind CHF 25'000/Jahr ein guter Richtwert.


Die 5 Risiken, die du kennen musst

Ein PK-Einkauf ist keine risikolose Entscheidung. Hier sind die fünf Risiken, die du verstehen und abwägen musst, bevor du einzahlst:

Risiko 1: Das Geld ist gebunden

Eingekauftes Geld ist in der Pensionskasse eingesperrt bis zur Pensionierung (oder bis zu einem der wenigen erlaubten Vorbezugsgründe: Wohneigentum, Selbständigkeit, definitives Verlassen der Schweiz). Du kannst es nicht zurückholen, wenn du es für etwas anderes brauchst. Kaufe also nur ein, was du wirklich langfristig nicht benötigst.

Risiko 2: Die 3-Jahres-Sperrfrist

Wenn du innerhalb von 3 Jahren nach einem Einkauf Kapital aus der Pensionskasse beziehst, kann die Steuerverwaltung den Steuerabzug rückgängig machen. Das gilt auch für WEF-Vorbezüge. Plane den Einkauf also mindestens 3 Jahre vor einem allfälligen Kapitalbezug — und mindestens 3 Jahre vor der Pensionierung, wenn du Kapital statt Rente beziehen willst. Mehr dazu im Abschnitt Sperrfrist.

Risiko 3: Unterdeckung der Pensionskasse

Wenn deine Pensionskasse in eine Unterdeckung gerät (Deckungsgrad unter 100%), kann sie Sanierungsmassnahmen ergreifen — zum Beispiel tiefere Verzinsung oder sogar Beitragserhöhungen. Dein eingekauftes Geld ist davon genauso betroffen wie dein reguläres Guthaben. Prüfe den Deckungsgrad vor jedem Einkauf. Mehr dazu im Abschnitt Deckungsgrad.

Risiko 4: Sinkender Umwandlungssatz

Wenn du den Einkauf machst, um deine Rente zu erhöhen, beachte: der Umwandlungssatz (der dein Altersguthaben in eine jährliche Rente umrechnet) wird in den kommenden Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit sinken. Mehr Guthaben bei tieferem Umwandlungssatz ergibt möglicherweise nicht die erhoffte Rentenerhöhung. Wenn du planst, das Geld als Kapital zu beziehen, ist dieses Risiko irrelevant.

Risiko 5: Opportunitätskosten

Das Geld, das du in die PK einzahlst, könntest du alternativ frei investieren — zum Beispiel in einen Aktienfonds. Im freien Markt hast du die Chance auf höhere Renditen (aber auch höheres Risiko), und Kapitalgewinne sind in der Schweiz steuerfrei. In der Pensionskasse ist die Verzinsung oft tiefer (typisch 1–3% im BVG-Obligatorium), und bei der Auszahlung zahlst du Steuern. Der Steuerabzug beim Einkauf muss diesen Renditennachteil kompensieren.


Die 3-Jahres-Sperrfrist: Der grösste Fallstrick

Die Sperrfrist ist die wichtigste Regel beim PK-Einkauf — und die am häufigsten missverstandene. Sie funktioniert so:

Grundregel: Wenn du innerhalb von 3 Jahren nach einem Einkauf Kapital aus deiner Pensionskasse beziehst (egal ob ganz oder teilweise, egal ob als Vorbezug für Wohneigentum oder bei der Pensionierung), kann die Steuerbehörde den Steuerabzug des Einkaufs rückgängig machen. Du müsstest dann die gesparten Steuern zurückzahlen — plus Verzugszins.

Was das praktisch bedeutet: Wenn du 2026 einen Einkauf von CHF 50'000 machst und 2028 in Pension gehst und Kapital beziehst, war das keine 3 Jahre. Der Steuerabzug von 2026 wird annulliert. Du hast nichts gewonnen — im Gegenteil, du zahlst Nachsteuern plus Zins.

Die Strategie: Mache den letzten Einkauf spätestens 3 Jahre vor einem geplanten Kapitalbezug. Wenn du 2030 in Pension gehen willst und Kapital beziehen möchtest, muss der letzte Einkauf spätestens 2027 erfolgen — besser 2026, um auf der sicheren Seite zu sein.

Besonders tückisch: WEF-Vorbezug

Hast du Pensionskassengeld für Wohneigentum vorbezogen? Dann gilt eine doppelte Einschränkung: Erstens musst du den WEF-Vorbezug vollständig zurückzahlen, bevor du steuerlich absetzbare Einkäufe machen darfst. Zweitens gilt die 3-Jahres-Sperrfrist auch nach einem WEF-Vorbezug. Hast du 2024 einen WEF-Vorbezug von CHF 60'000 gemacht und zahlst ihn 2026 zurück, darfst du erst ab 2026 wieder steuerlich absetzbare Einkäufe tätigen — und die Sperrfrist für die Auszahlung bei Pensionierung beginnt von Neuem.


Deckungsgrad: Ist deine Pensionskasse gesund genug für einen Einkauf?

Der Deckungsgrad zeigt das Verhältnis zwischen dem Vermögen deiner Pensionskasse und ihren Verpflichtungen. Ein Deckungsgrad von 100% bedeutet: die Kasse hat genau genug Geld, um alle versprochenen Leistungen zu bezahlen. Über 100% heisst: es gibt Reserven. Unter 100% (Unterdeckung) heisst: die Kasse kann aktuell nicht alle Versprechen einlösen.

Vor einem Einkauf den Deckungsgrad prüfen — immer.

Über 110%: Grünes Licht. Die Kasse ist gut aufgestellt, ein Einkauf ist in der Regel sinnvoll.

100–110%: Grundsätzlich okay, aber keine grossen Reserven. Prüfe den Trend: Steigt der Deckungsgrad oder sinkt er? Und: Wie wurde die Kasse in der letzten Börsenkrise (z.B. 2022) getroffen?

Unter 100%: Vorsicht. Bei einer Unterdeckung kann die Kasse Sanierungsmassnahmen ergreifen, die dein gesamtes Guthaben betreffen (inklusive Einkäufen). Im schlimmsten Fall wird dein Geld tiefer verzinst oder du zahlst höhere Beiträge. Ein Einkauf in eine unterdeckte Kasse ist meistens eine schlechte Idee.

Der Deckungsgrad steht in der Regel im Geschäftsbericht deiner Pensionskasse (nicht auf dem Pensionskassenausweis!). Frage bei deiner HR-Abteilung oder direkt bei der Kasse nach.


PK-Einkauf vs. Säule 3a: Was solltest du zuerst tun?

Beide — PK-Einkauf und Säule 3a — bieten steuerliche Vorteile. Aber welchen solltest du priorisieren, wenn du nicht beide gleichzeitig maximal bedienen kannst?

Grundregel: Immer zuerst die Säule 3a maximieren.

Der Grund: Die Säule 3a bietet dir mehr Flexibilität und Kontrolle. Du wählst selbst den Anbieter, die Anlagestrategie, und du kannst die 3a bereits ab 60 (5 Jahre vor der Pensionierung) gestaffelt beziehen. Bei der Pensionskasse bist du an den Arbeitgeber, die gewählte Kasse und deren Reglement gebunden.

Ausserdem ist das Risiko bei der 3a geringer: Deine 3a-Anlagen sind Sondervermögen und gehören dir — unabhängig von der Gesundheit irgendeiner Pensionskasse. Beim PK-Einkauf trägst du das Risiko des Deckungsgrads und des Umwandlungssatzes mit.

Säule 3aPK-Einkauf
Steuerliche AbsetzbarkeitJa (max. CHF 7'258/Jahr)Ja (unbegrenzt bis Einkaufslücke)
MaximalbetragCHF 7'258 (2026)Individuell (kann CHF 100'000+ sein)
AnlagekontrolleDu wählst Anbieter + StrategiePensionskasse entscheidet
FlexibilitätBezug ab 60, gestaffelt möglichBezug bei Pensionierung, 3-J-Sperrfrist
RisikoSondervermögen (dein Eigentum)Abhängig von PK-Gesundheit
Renditeerwartung6–7% (bei Aktien-3a)1–3% (BVG-Obligatorium)
Steuer bei BezugReduzierter TarifReduzierter Tarif

Die optimale Reihenfolge: Schritt 1: Säule 3a voll ausschöpfen (CHF 7'258). Schritt 2: Wenn du darüber hinaus Geld übrig hast und mindestens 3 Jahre bis zur Pensionierung, PK-Einkauf prüfen. Schritt 3: Alles darüber hinaus frei investieren — zum Beispiel in den arvy Sparplan oder den arvy Equity Fund.

Berechne deine 3a-Steuerersparnis: 3a-Steuerersparnis-Rechner.

Wie viel Vorsorgelücke hast du? Unser Vorsorgelücke-Rechner zeigt dir, wie gross die Lücke zwischen deiner erwarteten Rente und deinen Lebenshaltungskosten ist — und ob ein PK-Einkauf helfen kann, sie zu schliessen.


Wann sich der Einkauf lohnt: 5 konkrete Szenarien

Szenario 1: Du hast eine grosse Lohnerhöhung bekommen

Die Lohnerhöhung hat eine Einkaufslücke geöffnet. Dein Grenzsteuersatz ist hoch. Du hast Ersparnisse, die du langfristig nicht brauchst. Und du bist mindestens 4 Jahre von der Pensionierung entfernt. Idealer Fall für einen gestaffelten Einkauf über 2–3 Jahre.

Szenario 2: Du bist 55–60 und planst die Pensionierung

Die Einkaufslücke ist klar, die Pensionierung in Sicht. Du willst deine Rente maximieren oder die Steuern vor dem Kapitalbezug senken. Aber Achtung: Sperrfrist beachten! Letzter Einkauf mindestens 3 Jahre vor dem Kapitalbezug.

Szenario 3: Erbschaft oder Bonus

Du hast plötzlich einen grösseren Geldbetrag (Erbschaft, Bonus, Verkauf einer Immobilie) und suchst den steuereffizientesten Einsatz. Ein PK-Einkauf reduziert die Steuerlast auf das Zusatzeinkommen sofort. Aber: Nicht den gesamten Bonus in einem Jahr einkaufen — Aufteilungsstrategie nutzen.

Szenario 4: Nach einer Scheidung

Die PK-Teilung hat eine grosse Lücke hinterlassen. Ein Einkauf kann die Altersleistungen wieder aufbauen — und gleichzeitig die Steuerbelastung senken, die nach der Scheidung (als Einzelperson mit möglicherweise tieferer Steuerprogression) anders aussieht.

Szenario 5: Du arbeitest bei einem Arbeitgeber mit einer exzellenten PK

Manche Arbeitgeber bieten überdurchschnittliche Pensionskassenlösungen: hoher Deckungsgrad (über 115%), grosszügige Verzinsung, gute überobligatorische Leistungen. Wenn deine PK in diese Kategorie fällt, ist ein Einkauf besonders attraktiv — weil dein Geld dort gut aufgehoben ist.


Wann du besser die Finger davon lässt

Deckungsgrad unter 100%

Ein Einkauf in eine unterdeckte Kasse ist wie Geld in ein sinkendes Boot zu werfen. Dein eingekauftes Geld ist von denselben Sanierungsmassnahmen betroffen wie alle anderen Guthaben. Warte, bis sich die Lage verbessert — oder investiere das Geld lieber frei.

Du brauchst das Geld in den nächsten 5 Jahren

PK-Guthaben ist illiquide. Du kommst nicht dran (ausser bei Wohneigentum, Selbständigkeit oder Wegzug). Wenn du das Geld für eine grössere Anschaffung, einen Notfall oder eine Investition brauchst: nicht einkaufen.

Du planst einen Kapitalbezug innerhalb von 3 Jahren

Die Sperrfrist macht den Einkauf steuerlich wirkungslos. Du müsstest die gesparten Steuern zurückzahlen. Mache den Einkauf mindestens 3 Jahre vor dem geplanten Kapitalbezug — besser 4 Jahre für Sicherheit.

Du hast die Säule 3a noch nicht maximiert

Wenn du noch nicht den vollen 3a-Betrag einzahlst, mach das zuerst. Die 3a bietet mehr Flexibilität, weniger Risiko und in vielen Fällen eine bessere Rendite (wenn in Aktien investiert).

Du hast einen WEF-Vorbezug, der noch nicht zurückgezahlt ist

Erst zurückzahlen, dann einkaufen. Ein Einkauf vor der Rückzahlung des WEF-Vorbezugs ist nicht steuerlich abziehbar.


Schritt-für-Schritt: So machst du einen PK-Einkauf

Schritt 1: Pensionskassenausweis holen. Fordere den aktuellen Ausweis bei deiner HR-Abteilung oder der Pensionskasse an. Suche den Punkt „Möglicher Einkauf" oder „Maximaler Einkaufsbetrag". Das ist dein Spielraum.

Schritt 2: Deckungsgrad prüfen. Frage nach dem aktuellen Deckungsgrad deiner PK. Liegt er unter 100%? Dann warte. Zwischen 100–110%? Prüfe den Trend. Über 110%? Grünes Licht.

Schritt 3: WEF-Rückzahlung prüfen. Hast du je einen WEF-Vorbezug gemacht? Wenn ja: Ist er vollständig zurückgezahlt? Wenn nein: Zuerst zurückzahlen.

Schritt 4: Sperrfrist planen. Planst du, bei der Pensionierung Kapital zu beziehen? Dann muss zwischen dem letzten Einkauf und dem Kapitalbezug mindestens 3 Jahre liegen. Rechne rückwärts.

Schritt 5: Aufteilung planen. Teile den Einkauf auf 2–4 Jahre auf. Ziel: jede Jahrestranche senkt das steuerbare Einkommen optimal, ohne zu weit in die tiefe Progression zu rutschen.

Schritt 6: Einzahlung tätigen. Überweise den Betrag an deine Pensionskasse (die Bankverbindung steht in der Regel auf dem PK-Ausweis oder auf der Website der Kasse). Achte darauf, dass die Einzahlung im richtigen Steuerjahr verbucht wird — Zahlungen im Dezember können je nach Bank erst im Januar gutgeschrieben werden.

Schritt 7: Steuerlich geltend machen. Deklariere den Einkauf in der Steuererklärung unter „Beiträge an die 2. Säule / Einkauf". Lege die Bescheinigung der Pensionskasse bei.


Die Einkaufs-Checkliste: 10 Punkte vor der Einzahlung

Vor dem PK-Einkauf prüfen
Säule 3a bereits voll ausgeschöpft (CHF 7'258)?
Maximaler Einkaufsbetrag auf dem PK-Ausweis geprüft?
Deckungsgrad der Pensionskasse über 100% (idealerweise >110%)?
Kein WEF-Vorbezug offen (oder bereits vollständig zurückgezahlt)?
Mindestens 3 Jahre bis zum geplanten Kapitalbezug?
Geld, das eingekauft wird, langfristig nicht benötigt?
Aufteilung auf mehrere Jahre geplant (nicht alles auf einmal)?
Grenzsteuersatz berechnet (lohnt sich der Einkauf steuerlich)?
Überobligatorischen Umwandlungssatz der PK geprüft?
Bei Unsicherheit: Steuerberater konsultiert?

Häufige Fragen

Gibt es ein jährliches Maximum für den PK-Einkauf?
Nein — im Gegensatz zur Säule 3a gibt es kein gesetzliches jährliches Maximum. Du darfst so viel einkaufen, wie deine Einkaufslücke hergibt — auch alles in einem Jahr. Aus steuerlichen Gründen ist eine Aufteilung auf mehrere Jahre aber fast immer besser.
Kann ich den Einkauf mit der Säule 3a kombinieren?
Ja. Die Abzüge für 3a und PK-Einkauf sind unabhängig voneinander. In einem Jahr kannst du sowohl CHF 7'258 in die 3a einzahlen als auch einen PK-Einkauf leisten — beides ist steuerlich absetzbar. In Kombination kann das einen massiven Steuereffekt haben.
Was passiert mit meinem Einkauf, wenn ich den Arbeitgeber wechsle?
Beim Jobwechsel wird dein gesamtes PK-Guthaben (inklusive Einkäufe) als Freizügigkeitsleistung an die neue Pensionskasse übertragen. Der Einkauf geht nicht verloren. Allerdings kann sich deine Einkaufslücke bei der neuen PK anders berechnen — sie kann grösser oder kleiner werden.
Kann ich einkaufen, wenn ich Teilzeit arbeite?
Ja, solange du bei einer Pensionskasse versichert bist. Dein Einkaufspotenzial hängt von deinem versicherten Lohn und deinem bisherigen Guthaben ab — nicht von deinem Beschäftigungsgrad. Teilzeitarbeitende haben oft eine besonders grosse Einkaufslücke.
Wird der PK-Einkauf verzinst?
Ja. Dein eingekaufter Betrag wird ab dem Zeitpunkt der Einzahlung gleich behandelt wie dein reguläres Altersguthaben — er wird zum gleichen Zinssatz verzinst (BVG-Obligatorium: mindestens 1.25% in 2026, Überobligatorium: je nach PK).
Lohnt sich der Einkauf auch kurz vor der Pensionierung?
Nur, wenn du die 3-Jahres-Sperrfrist einhalten kannst und keinen Kapitalbezug planst. Wenn du 62 bist und mit 65 in Rente gehst: Ein Einkauf in 2026 mit Rentenbezug ab 2029 (3 Jahre+) funktioniert. Aber: Ein Einkauf in 2026 mit Kapitalbezug in 2028 funktioniert nicht (Sperrfrist verletzt).
Kann ich den Einkauf rückgängig machen?
Nein. Ein einmal geleisteter Einkauf kann nicht zurückgefordert werden. Das Geld ist in der Pensionskasse gebunden. Deshalb: vor dem Einkauf gründlich prüfen und im Zweifelsfall einen Steuerberater konsultieren.
Ich habe gehört, dass Einkäufe bei Sanierung verloren gehen können — stimmt das?
Nicht direkt „verloren", aber: Bei einer Unterdeckung kann die Pensionskasse Sanierungsmassnahmen beschliessen — z.B. Nullverzinsung, Minusverzinsung (auf dem überobligatorischen Teil), oder Zusatzbeiträge. Dein Einkauf ist davon genauso betroffen wie dein reguläres Guthaben. Deshalb: Deckungsgrad über 100% als Grundvoraussetzung für einen Einkauf.

Fazit: Der PK-Einkauf ist mächtig — aber kein Automatismus

Der freiwillige Einkauf in die Pensionskasse ist einer der stärksten Steuerhebel, die dir als Schweizer Arbeitnehmer zur Verfügung stehen. Richtig eingesetzt — aufgeteilt über mehrere Jahre, mit gesunder PK, genügend Abstand zum Kapitalbezug — kann er Zehntausende Franken an Steuern sparen.

Aber er ist keine Einheitslösung. Er erfordert Planung, Verständnis der eigenen Vorsorgesituation, und eine kritische Prüfung der Pensionskasse. Die wichtigste Regel: Zuerst die 3a maximieren, dann die PK prüfen, dann erst einkaufen.

Steuern sparen ist gut. Aber nur, wenn du verstehst, wo dein Geld hingeht — und warum.

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Dieser Artikel wurde von Thierry Borgeat, CFA, verfasst und von Patrick Rissi, CFA, und Florian Jauch, CFA, geprüft. Zuletzt aktualisiert März 2026.

Disclaimer: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine persönliche Steuer-, Vorsorge- oder Anlageberatung dar. Alle Steuerbeispiele sind Näherungswerte und können je nach individueller Situation abweichen. Ein PK-Einkauf ist eine langfristige Entscheidung mit rechtlichen und finanziellen Konsequenzen — konsultiere vor einem Einkauf einen Steuerberater oder Vorsorgeexperten. arvy ist ein von der FINMA beaufsichtigter Vermögensverwalter mit KAG-Lizenz. Impressum & Rechtliche Hinweise