Du hast plötzlich CHF 1 Million. Und jetzt?


By Thierry Borgeat · April 2026 · 18 min read
Was dir niemand sagt, wenn dein Kontostand plötzlich 7 Stellen hat.
SpaceX IPO. On-Aktienoptionen. Startup-Exit. Erbschaft. Firmenbeteiligung. Es gibt viele Wege, wie plötzlich eine Zahl auf deinem Konto steht, die sich nicht real anfühlt. Dieser Guide ist für den Tag danach.
SpaceX will an die Börse. Bewertung: über 2 Billionen Dollar. Tausende Mitarbeiter werden über Nacht Millionäre. Thomas Kopelman — ein US-Finanzberater — schrieb auf X: „Ich habe Kunden die zwischen 10 und 100 Millionen Dollar in diesem Event bekommen. Dieses IPO wird anders als alles davor."
Das klingt weit weg. Amerika. Silicon Valley. Raketenwissenschaftler.
Aber die Schweiz hat exakt die gleiche Dynamik.
On Holdings ging 2021 an die Börse. Mitarbeiter in Zürich — Produktdesigner, Marketingleute, Ingenieure — schauten auf ihre Aktienoptionen und sahen plötzlich CHF 500'000, CHF 1 Million, manche mehr. Partners Group, Galderma, SIG Group — jedes Schweizer IPO der letzten Jahre hat normale Menschen in eine Situation gebracht, für die sie nicht vorbereitet waren.
Und es sind nicht nur IPOs. Es ist die Erbschaft der Boomer-Generation. Es ist der Verkauf des Familienunternehmens. Es ist der Crypto-Run von 2024. Es ist die Scheidung, bei der plötzlich das halbe Vermögen auf einem neuen Konto liegt.
In allen Fällen ist das Gefühl gleich:
Du schaust auf dein Konto. Da steht eine Zahl mit sechs oder sieben Stellen. Und du hast keine Ahnung, was du jetzt tun sollst.
Dieser Guide ist für genau diesen Moment.
Das Dümmste, was du mit CHF 1 Million tun kannst, ist etwas Schnelles.
Morgan Housel beschreibt es in „The Psychology of Money" so: Die grössten Finanzfehler passieren nicht aus Unwissenheit. Sie passieren aus Emotion. Euphorie. Angst. Druck. Und genau das ist dein Zustand, wenn plötzlich viel Geld da ist.
Also: Die erste Regel ist Stillstand.
Die 90-Tage-Regel: Parke das Geld auf einem Sparkonto (ja, 1% ist okay für 90 Tage). Triff keine Investitionsentscheidung. Kein Immobilienkauf. Kein Porsche. Keine „Investment-Opportunity" von einem Bekannten. 90 Tage Ruhe. Dein Geld verschwindet nicht in 90 Tagen. Dein Urteilsvermögen kommt in 90 Tagen zurück.
In diesen 90 Tagen machst du drei Dinge:
1. Schweigen. Erzähl niemandem von dem Geld. Nicht deinen Eltern, nicht deinem besten Freund, nicht deinem Arbeitskollegen. Geld verändert Beziehungen sofort. Und du brauchst Zeit um zu verstehen, wie es dich verändert, bevor du andere hereinlässt.
2. Verstehen. Lies diesen Guide. Lies „The Psychology of Money." Lies „Die with Zero" von Bill Perkins. Sprich mit einem unabhängigen Steuerberater (nicht deinem Bankberater — dazu später mehr). Verstehe was CHF 1 Million in der Schweiz bedeutet: welche Steuern anfallen, welche Optionen du hast, was realistisch ist und was nicht.
3. Fühlen. Ja, ernsthaft. Lass das Gefühl zu. Es ist okay, Angst zu haben. Es ist okay, Schuldgefühle zu haben. Es ist okay, Euphorie zu fühlen. Es ist nicht okay, auf Basis dieser Gefühle Entscheidungen zu treffen. Fühlen ja, handeln nein.
Du hattest gestern CHF 5'000 auf dem Konto. Heute hast du CHF 1 Million. Dein Gehirn passt sich sofort an. Plötzlich fühlt sich das Restaurant für CHF 200 nicht mehr teuer an. Der Business-Class-Flug „lohnt sich ja jetzt." Die Wohnung für CHF 4'000/Monat ist „angemessen für jemanden in meiner Situation."
Das ist Lifestyle Inflation. Und sie ist der Grund, warum 70% der Lottogewinner innerhalb von 5 Jahren pleite sind. Nicht weil sie dumm sind. Sondern weil das Gehirn Ausgaben relativ zum Kontostand bewertet, nicht absolut.
CHF 1 Million klingt nach viel. Aber bei CHF 8'000/Monat Ausgaben (der Schweizer Durchschnitt für einen Haushalt) reicht es für 10 Jahre. Ohne Rendite. Ohne Inflation. Ohne das eine „kleine" Ausnahme nach der anderen.
Sobald Leute von deinem Geld wissen, verändern sich Beziehungen. Der Cousin der seit Jahren nicht angerufen hat, hat plötzlich eine „geniale Geschäftsidee." Dein Schwager braucht „nur CHF 50'000 als Überbrückung." Dein Vater findet, du solltest „der Familie etwas zurückgeben."
Das ist nicht böswillig. Es ist menschlich. Aber es ist dein Problem, nicht ihres.
Die Lösung: Eine klare, freundliche Antwort die du auswendig lernst. „Ich habe das Geld in eine langfristige Anlage investiert und es ist nicht verfügbar." Punkt. Keine Details, keine Diskussion.
Stell dir vor: Du investierst CHF 1 Million. Der Markt fällt 20%. Du hast CHF 200'000 verloren. Zweihunderttausend Franken. Mehr als die meisten Leute in 3 Jahren verdienen.
Dein rationaler Verstand weiss: Ein 20%-Drawdown ist normal. Historisch erholt sich der Markt immer. Aber dein Bauch sagt: „CHF 200'000 sind weg. Das war ein Haus-Anzahlung. Das war 4 Jahre Ferien. Das war die Sicherheit meiner Familie."
Dieses Gefühl wird stärker, je mehr Geld du hast. Nicht schwächer. Das ist der Grund warum viele wohlhabende Menschen ihr Geld auf dem Sparkonto parken — nicht weil sie die Mathematik nicht verstehen, sondern weil der emotionale Schmerz eines Verlusts mit dem Betrag skaliert.
Die Antwort ist nicht, dieses Gefühl zu ignorieren. Die Antwort ist, eine Anlagestrategie zu haben die du auch an dem Tag durchhältst, an dem dein Portfolio CHF 200'000 weniger wert ist als gestern.
Die Schweiz ist einer der besten Orte der Welt, um Geld zu investieren. Der Grund ist einfach: Kapitalgewinne auf private Investments sind steuerfrei.
Wenn du CHF 1 Million investierst und in 10 Jahren CHF 1.8 Million hast, zahlst du auf die CHF 800'000 Gewinn: CHF 0 Steuern. Null. In Deutschland wären das ~CHF 200'000 Kapitalertragssteuer. In den USA ähnlich.
Aber „steuerfrei" bedeutet nicht „ohne Steuern." Hier ist was wirklich anfällt:
Vermögenssteuer: Dein Kanton besteuert dein Gesamtvermögen. Auf CHF 1 Million zahlst du — je nach Kanton — zwischen CHF 1'500 (Schwyz, Zug) und CHF 7'000 (Genf, Basel) pro Jahr. In Zürich ca. CHF 3'000–4'000.
Dividendensteuer: Dividenden werden als Einkommen besteuert. Bei einem CHF 1M-Portfolio mit ~1.5% Dividendenrendite: CHF 15'000/Jahr Dividendeneinkommen. Davon zahlst du deinen Grenzsteuersatz (~30–35% in den meisten Kantonen) = CHF 4'500–5'250/Jahr.
Verrechnungssteuer: Schweizer Dividenden werden mit 35% Verrechnungssteuer belegt. Diese ist vollständig rückforderbar in der Steuererklärung.
Gesamtbelastung: Ca. CHF 6'000–12'000/Jahr auf ein CHF 1M-Portfolio, je nach Kanton und Portfoliostruktur. Das sind 0.6–1.2% — weniger als die meisten Banken an Verwaltungsgebühr nehmen.
Wichtig: Wenn du aufhörst zu arbeiten (weil du ja „genug" hast), zahlst du trotzdem AHV-Beiträge als Nichterwerbstätiger. Basierend auf deinem Vermögen. Bei CHF 1 Million: ca. CHF 2'500–5'000/Jahr. Vergiss das nicht.
→ Unser kompletter Steuer- und Rechtsguide
Du hast die 90 Tage gewartet. Du verstehst die Steuern. Du hast dein Gefühlsleben sortiert. Jetzt geht's an die Strategie.
Auch mit CHF 1 Million brauchst du einen Notgroschen. Cash. Sparkonto. Sofort verfügbar. Genug für 6 Monate aller Ausgaben. Das gibt dir die emotionale Freiheit, den Rest langfristig zu investieren, ohne bei jedem Drawdown nervös zu werden.
Ja, auch mit CHF 1 Million. Die Steuerersparnis ist sofort, garantiert, und risikolos. Bei einem Grenzsteuersatz von 30% sparst du CHF 2'177/Jahr. Über 20 Jahre: CHF 43'000+ Steuerersparnis. Es gibt keinen Grund, darauf zu verzichten.
→ Berechne deine 3a-Steuerersparnis
Hast du einen Privatkredit, Kreditkarte mit Saldo, oder ein Leasing? Tilge es. Sofort. Kein Investment der Welt liefert zuverlässig 8–15% Rendite nach Steuern — und das ist der Zinssatz den du auf Konsumschulden zahlst.
Hypothek ist eine Ausnahme: In der Schweiz ist der Hypothekarzins steuerlich absetzbar, und bei Zinsen unter 2% ist es mathematisch oft besser, die Hypothek laufen zu lassen und den Rest zu investieren.
Hier wird es ernst. Der Grossteil deines Geldes gehört in eine langfristige, diversifizierte Anlage. Und hier hast du drei Optionen:
Option A: Passive ETFs (0.2–0.5%/Jahr)
Ein globaler ETF wie der MSCI World. 1'500+ Unternehmen. Die günstigste Option. Du besitzt alles — Apple, Nestlé, Toyota — aber auch die Zombie-Firmen die den Index runterziehen. Kein aktives Management, keine Bildung, keine persönliche Beziehung zu deinem Geld.
Option B: Quality Investing mit arvy (0.84–1.11%/Jahr)
~30 handverlesene Qualitätsunternehmen — Visa, LVMH, Microsoft, L'Oréal — ausgewählt von drei CFA-Charterholdern die CHF 100'000+ ihres eigenen Geldes im gleichen Portfolio investieren. Höhere Kosten als ein ETF, aber du verstehst jedes Unternehmen das du besitzt. Wöchentliche Analysen. Bildung die dein Wissen wachsen lässt, nicht nur dein Konto.
Option C: Core-Satellite (die intelligenteste Kombination)
60% in einen günstigen ETF (Core — breiter Markt, günstigste Kosten) + 40% in Qualitätsunternehmen mit arvy (Satellite — Überzeugung, Bildung, Co-Investment). So bekommst du das Beste aus beiden Welten. Bei CHF 800'000: CHF 480'000 ETF + CHF 320'000 arvy.
→ Vergleich: arvy vs. ETF-Anbieter vs. Bank
Die Schweizer Reflexantwort: „Kauf dir ein Haus." Aber ist das wirklich die beste Entscheidung?
Ein Haus in Zürich kostet CHF 1.5–2.5 Million. Mit CHF 1 Million kannst du die 20% Eigenkapital für ein CHF 1.2M-Objekt stellen. Aber dann ist dein gesamtes Vermögen in einer einzigen, illiquiden, nicht-diversifizierten Anlage gebunden.
Die bessere Frage: Willst du ein Haus, weil du darin leben willst? Oder weil du glaubst, es sei ein „gutes Investment"? Über 30 Jahre haben Schweizer Immobilien ~2–3% p.a. rentiert (nach Unterhalt, Steuern, Renovation). Aktien: 7–9%. Die Mathematik ist klar.
Das heisst nicht: kein Haus. Es heisst: Kaufe ein Haus wenn du darin leben willst, nicht als Anlagestrategie. Und binde nicht mehr als 40–50% deines Vermögens in einer Immobilie.
Sobald dein Konto 6 Stellen hat, ruft dein Bankberater an. „Wir haben ein exklusives Angebot für Sie." „Private Banking ab CHF 500'000." „Ein massgeschneidertes Portfolio."
Was er nicht sagt: Du zahlst 1.5–2% Gebühren pro Jahr. Das sind CHF 15'000–20'000 jährlich. Über 20 Jahre — unter Berücksichtigung des Zinseszins-Effekts — kostet dich das CHF 400'000+. Für ein Portfolio das in 80% der Fälle schlechter performt als ein simpler ETF.
Die Gebühren sind das Problem. Nicht der Berater. Nicht seine Absicht. Die Struktur. Eine Bank muss Büros bezahlen, Compliance-Abteilungen, Bonus-Pools. Das bezahlst du. Indirekt, unsichtbar, jeden Tag.
Rechne nach: 1.5% Gebühr auf CHF 1 Million = CHF 15'000/Jahr. Bei arvy (0.84–1.11%): CHF 8'400–11'100/Jahr. Die Differenz investiert über 20 Jahre bei 7% Rendite: CHF 130'000+. Das ist der Preis der Bequemlichkeit. → Gebührenvergleich-Rechner
Private Equity. Hedge Funds. Wein. Kunst. Wald. Krypto-Mining. Startups deines Freundes.
Sobald du CHF 500'000+ hast, kommen die Angebote. Und sie klingen alle fantastisch. „12% Rendite, geringes Risiko." „Exklusiver Zugang." „Nur für qualifizierte Investoren."
Die Wahrheit: 95% dieser Angebote sind für die Anbieter fantastisch, nicht für dich. Illiquide (du kommst 7–10 Jahre nicht raus), intransparent (was passiert wirklich mit deinem Geld?), und die historische Rendite — nach Gebühren — schlägt selten den MSCI World.
Regel: Investiere nie in etwas, das du in einem Satz nicht erklären kannst. „Ich besitze Anteile an den 30 besten Unternehmen der Welt" ist ein Satz. „Ich bin in einem Private-Debt-Fund investiert der Secondary-Market-Positionen von distressed European CLOs kauft" ist ein Problem.
Die Forschung sagt: Lump-Sum-Investing (alles sofort investieren) schlägt Dollar-Cost-Averaging (gestaffelt investieren) in 2 von 3 Fällen. Mathematisch korrekt.
Aber die Forschung misst nicht deinen Schlaf. Wenn du CHF 800'000 am Montag investierst und der Markt am Dienstag 5% fällt, hast du CHF 40'000 „verloren." Hältst du das aus? Ehrlich?
Die praktische Lösung: Investiere in 4–6 Tranchen über 6–12 Monate. Ja, du opferst statistisch 1–2% Rendite. Aber du behältst deinen Verstand. Und dein Verstand ist dein wichtigstes Asset.
Die grösste Falle von allen. Paradoxerweise. Du wartest. Und wartest. Und wartest. Weil du Angst hast, einen Fehler zu machen. Und das Geld liegt 3 Jahre auf dem Sparkonto bei 1.25%.
In diesen 3 Jahren hast du — bei 7% historischer Aktienmarktrendite — auf ca. CHF 225'000 Wachstum verzichtet. Steuerfrei. Das ist der höchste Preis, den man für Angst bezahlen kann.
Du hast CHF 1 Million investiert. Wie viel kannst du jährlich entnehmen, ohne dass das Geld ausgeht?
Die klassische Antwort: Die 4%-Regel. CHF 40'000/Jahr. Inflationsbereinigt. Basierend auf der Trinity Study und 30 Jahren historischer Daten.
In der Schweiz funktioniert das noch besser, weil Kapitalgewinne steuerfrei sind. Du entnimmst CHF 40'000, zahlst darauf keine Kapitalertragssteuer (nur ggf. Dividendensteuer auf den Ertragsanteil), und das Portfolio wächst langfristig trotzdem.
Was CHF 1 Million bei 4% Entnahme bedeutet:
• CHF 40'000/Jahr = CHF 3'333/Monat
• Reicht nicht zum Leben in der Schweiz (Median-Haushalt: CHF 6'800/Monat)
• Aber reicht als massiver Beitrag zu deiner finanziellen Freiheit
• Bei CHF 2 Million: CHF 80'000/Jahr = in den meisten Kantonen finanziell frei
→ FIRE-Rechner: Wann bist du finanziell unabhängig?
Viele Menschen mit CHF 1 Million möchten nicht vom Kapital zehren. Sie wollen, dass das Geld „für sie arbeitet" und regelmässig Einkommen generiert — ohne das Portfolio zu schrumpfen.
Das ist die Dividendenstrategie.
Ein Portfolio aus Qualitätsunternehmen mit ~2% Dividendenrendite (Nestlé, Roche, Johnson & Johnson, Procter & Gamble) generiert auf CHF 1 Million: CHF 20'000/Jahr Dividendeneinkommen. Das sind CHF 1'667/Monat — dein Essen, deine Versicherungen oder dein Hobby, bezahlt von deinen Investitionen.
Und das Schöne: Qualitätsunternehmen erhöhen ihre Dividenden. ~6–8% pro Jahr bei den besten Dividendenwachstumsaktien. In 10 Jahren hat sich dein Dividendeneinkommen verdoppelt — ohne dass du einen Franken zusätzlich investierst.
→ Dividendenrechner: Berechne dein passives Einkommen
Bisher klang das nach Disziplin, Vorsicht, Strategie. Aber hier ist die andere Seite:
Du darfst dir etwas leisten.
Nicht alles. Aber etwas. Bill Perkins nennt es in „Die with Zero" eine „Erinnerungsdividende" — das Erlebnis das du jetzt hast, generiert Freude für den Rest deines Lebens. Das hat einen Wert. Einen echten, berechenbaren Wert.
5–10% deines Geldes für etwas das du schon immer machen wolltest. CHF 50'000–100'000. Eine Reise die du nie vergisst. Das Auto von dem du als Teenager geträumt hast. Die Küche die du seit 10 Jahren planst. Eine Spende die dir wichtig ist.
Nicht aus Verantwortungslosigkeit. Aus Menschlichkeit. Geld das du nie ausgibst, hat keinen Wert. Und der Mensch der 30 Jahre auf CHF 1 Million sitzt und nie etwas Schönes damit macht, hat nicht klug investiert. Er hat das Leben verpasst.
Die Balance: Investiere CHF 900'000. Geniesse CHF 100'000. Und nimm dir Zeit für beides.
Wenn du CHF 1 Million hast und Kinder hast, ist eine der kraftvollsten Entscheidungen die du treffen kannst: Einen Teil davon für dein Kind zu investieren.
CHF 100'000 investiert bei Geburt deines Kindes, bei 7% Rendite: CHF 340'000 wenn dein Kind 18 wird. CHF 760'000 wenn es 30 wird. CHF 1.5 Million wenn es 40 wird. Aus einer einzigen Entscheidung.
Kapitalgewinne: Steuerfrei. Die Investition deines Lebens — buchstäblich.
→ Kinder-Investitionsrechner: Berechne die Meilensteine
→ Kinderkonto eröffnen ab CHF 50/Monat
Sobald du Geld hast, hast du Berater. Ob du willst oder nicht. Bankberater, Versicherungsberater, Immobilienmakler, Steuerberater, Vermögensverwalter, „ein Freund der sich mit Finanzen auskennt." Alle wollen helfen. Die Frage ist: Wessen Interessen stehen im Vordergrund?
Hier die Wahrheit, die dir niemand sagt: Die meisten Finanzberater in der Schweiz werden durch Provisionen bezahlt, nicht durch deine Performance. Wenn dir jemand einen Fonds empfiehlt, bekommt er oft 1–3% des investierten Betrags als Retrozession von der Fondsgesellschaft. Bei CHF 500'000 sind das CHF 5'000–15'000 — für ihn. Ob der Fonds gut performt, ist für seine Vergütung irrelevant.
Wie erkennst du einen guten Berater?
Er investiert sein eigenes Geld gleich wie deines. Das ist der ultimative Filter. Wenn ein Berater dir etwas empfiehlt, in das er selbst nicht investiert, hat er ein Anreizproblem. Bei arvy investieren die drei Gründer CHF 100'000+ im gleichen Portfolio wie du. Nicht weil sie müssen — weil sie überzeugt sind.
Er wird durch die Verwaltungsgebühr bezahlt, nicht durch Produktprovisionen. Ein Fee-Only-Berater kostet dich 0.5–1% pro Jahr. Teuer? Vielleicht. Aber seine Interessen sind auf deine ausgerichtet: Wenn dein Portfolio wächst, verdient er mehr. Wenn es schrumpft, weniger. Das ist ehrliches Alignment.
Er erklärt dir was er tut und warum. „Wir investieren in Qualitätsunternehmen mit starkem Cashflow, hoher Rendite auf eingesetztes Kapital und wachsenden Dividenden" ist eine Erklärung. „Wir haben eine proprietäre Multi-Asset-Strategie mit dynamischer Allokation" ist Marketing.
Er drängt dich nicht. Ein guter Berater gibt dir 90 Tage. Ein schlechter will, dass du heute unterschreibst. Wenn jemand sagt „dieses Angebot gilt nur bis Freitag" — renne.
Hier ist ein realistischer Fahrplan. Nicht perfekt, nicht für jeden gleich, aber ein Rahmen der funktioniert:
Monat 1–3: Nichts tun. Verstehen.
Geld auf dem Sparkonto parken. Diesen Guide lesen. „The Psychology of Money" lesen. Einen unabhängigen Steuerberater konsultieren (nicht den Bankberater). Deine monatlichen Ausgaben aufschreiben — wirklich aufschreiben, nicht schätzen. Deinen Notgroschen auf CHF 50'000 bringen.
Monat 3–4: Die Grundlagen.
Säule 3a maximieren (CHF 7'258). Alle Konsumschulden tilgen. Einen Budgetplan erstellen. Die Frage beantworten: „Wohnung oder Haus?" Wenn Haus: Recherche starten, aber noch nicht kaufen.
Monat 4–6: Erste Tranche investieren.
CHF 200'000–250'000 in dein gewähltes Portfolio. Core-Satellite oder Quality oder ETF — die Entscheidung hast du in den ersten 3 Monaten getroffen. Das ist ~25% deines Kapitals. Genug um zu spüren wie es sich anfühlt wenn der Markt schwankt. Nicht genug um panisch zu werden.
Monat 6–9: Zweite und dritte Tranche.
Jeweils CHF 200'000–250'000 investieren. Jetzt hast du ~CHF 700'000 im Markt. Du hast 1–2 Marktschwankungen miterlebt. Du weisst ob du schlafen kannst. Wenn ja: weiter. Wenn nein: Risikoprofil anpassen.
Monat 9–12: Finalisierung.
Letzte Tranche investieren. Portfolio-Check: Stimmt die Aufteilung? Stimmt das Risikoprofil? Stimmt die Steuerstruktur? Automatisierungen einrichten: Dauerauftrag für monatliche Nachkäufe (z.B. CHF 2'000–5'000/Monat aus dem laufenden Einkommen). Und dann: in Ruhe lassen. Das Portfolio arbeiten lassen. Freitags den arvy Weekly lesen. Einmal pro Quartal die Steuersituation prüfen. Sonst: leben.
Die wichtigste Erkenntnis: Nach 12 Monaten wirst du feststellen, dass CHF 1 Million dein Leben verändert hat — aber nicht so wie du dachtest. Nicht durch das was du gekauft hast. Sondern durch die Ruhe. Die Sicherheit zu wissen: Was auch passiert, ich bin okay. Und das ist unbezahlbar.
CHF 1 Million ist nicht das Ende. Es ist ein Anfang.
Es ist nicht genug um nie wieder zu arbeiten. Aber es ist genug um nie wieder in Panik zu sein. Es ist genug um jeden Morgen aufzuwachen und zu wissen: Egal was passiert, meine Familie ist abgesichert. Mein Kind hat ein Fundament. Meine Zukunft ist meine Entscheidung.
Und das ist mehr wert als jeder Porsche.
Die Menschen die CHF 1 Million am besten managen, sind nicht die Klügsten. Es sind die Geduldigsten. Die die verstanden haben, dass Geld ein Werkzeug ist — nicht eine Identität. Die die wissen, dass CHF 200'000 Drawdown normal ist. Die die jeden Freitag eine Unternehmensanalyse lesen und verstehen was sie besitzen.
Du musst kein Finanzgenie sein. Du musst nur anfangen. Und du musst verstehen.
Wir helfen dir bei beidem.
Weiterführende Rechner & Guides
Dieser Artikel wurde von Thierry Borgeat, Co-Founder von arvy, verfasst und von Patrick Rissi, CFA, und Florian Jauch, CFA, geprüft. Zuletzt aktualisiert April 2026.
Disclaimer: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine persönliche Anlage- oder Steuerberatung dar. Alle Projektionen basieren auf historischen Durchschnittswerten und sind nicht garantiert. Vergangene Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Steuerregeln hängen vom Kanton und den individuellen Umständen ab. arvy ist ein von der FINMA beaufsichtigter Vermögensverwalter. Impressum & Rechtliche Hinweise