Qualität ist tot, es lebe die Qualität: Fünf Aktien für Ihre Kaufliste

November 4, 2025 10 Minuten Lesezeit
Qualität ist tot, es lebe die Qualität — fünf Aktien für die Kaufliste | arvy für The Market NZZ

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Qualität ist tot, es lebe die Qualität — fünf Aktien für die Kaufliste

Quality-Aktien sind aktuell unbeliebt — doch die Geschäfte florieren. Verlässliche Cashflows, starke Marken, stetiges Wachstum machen sie heute unterbewertet — und attraktiver als zu jedem anderen Zeitpunkt der jüngeren Vergangenheit. Unsere Original-Analyse für The Market by NZZ — plus die ausführliche Investoren-Sicht für arvy-Leser.

Von Thierry Borgeat · Mit Patrick Rissi, CFA und Florian Jauch, CFA · Erschienen in The Market by NZZ, November 2025 · 9 Minuten Lesezeit

Ursprünglich erschienen in
The Market by NZZ — November 2025
Lies die kompakte Original-Analyse mit den fünf konkreten Aktien-Picks direkt bei NZZ. Hier auf arvy.ch findest du die ausführliche Investoren-Sicht zur Quality-Mechanik dahinter.
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Die These im Video — 1 Minute

In 30 Sekunden — die Kernthese
  • Die Underperformance von Quality-Aktien hat 1999er-Extreme erreicht — der Chart zeigt: zuletzt waren Quality-Champions so stark abgehängt zur Zeit der Dotcom-Euphorie. Selten genug, um aufmerksam zu werden.
  • Die Geschäfte florieren weiter — die Bewertungen reflektieren das nicht. Was aktuell unterperformt sind nicht die Geschäftsmodelle. Es sind die Multiplikatoren, weil Mr. Market das Spannende kauft und das Verlässliche verkauft.
  • Genau diese Inversion ist der Set-up für die nächste Phase. Wenn Quality-Aktien zu vernünftigen Bewertungen handeln und ihre Geschäfte weiter compoundieren, ist das eine der attraktivsten Konstellationen, die ein langfristig orientierter Anleger bekommen kann.

Die Original-Analyse — der Anriss

Quality-Aktien: Die akademische Forschung zeigt seit langem, dass hochwertige Geschäfte langfristig outperformen.

Aber es gibt einen Haken: Du musst der Zeit die Schwerarbeit überlassen — und dem Zinseszinseffekt seine stille Magie wirken lassen. Warum performen Quality-Geschäfte? Weil ein Unternehmen, um eines zu sein, zuerst überleben muss. Es braucht eine starke Bilanz, muss in einem Markt mit strukturellem Rückenwind agieren, um Preissetzungsmacht und hohe Margen zu erzielen, und sein Top- und Bottom-Line vor allem organisch wachsen lassen. Füge ein ehrliches, kompetentes Management-Team hinzu, das das Schiff durch jeden kommenden Sturm steuern kann, und du hast die Zutaten für etwas Dauerhaftes.

Die Kirsche obendrauf? Ertragsstabilität und -visibilität.

Dann blickst du auf ein echtes Quality-Geschäft — die Art, die wir gerne compounding tortoise (kompoundierende Schildkröte) nennen. Langsam. Vorhersehbar. Unaufhaltsam. Und mit der Zeit nicht zu stoppen. Aber selbst Schildkröten haben ihre Probleme. Zwei sogar.

Sie tendieren dazu, zu höheren Bewertungen zu handeln, weil jeder weiss, dass sie gut sind.

Sie tendieren dazu, in Marktphasen der Euphorie zu underperformen, wenn Investoren das Glänzende jagen und das Stetige vergessen.

Und das Lustige daran — wir sehen aktuell beide dieser Muster invertiert.

Einige der weltbesten Quality-Geschäfte handeln zu eher günstigen Bewertungen — gerade weil sie für Mr. Markets Geschmack zu langweilig waren. In seiner aktuellen «Dotcom-Déjà-vu»-Stimmung hat Mr. Market sie mit einem Enthusiasmus abverkauft, der 1999 erröten lassen würde.

→ Den vollständigen Artikel mit den fünf konkreten Aktien-Picks auf The Market by NZZ lesen

Chart 1: High Quality Stocks Underperformance auf 1999er-Extremen

High Quality Stocks Underperformance auf 1999er-Extremen

Quelle: NZZ The Market


01Die unbequeme Frage: warum gerade jetzt?

"Quality ist gerade unbeliebt" — diese Aussage ist statistisch oft. Quality underperformt regelmässig in Phasen euphorischer Marktstimmung, weil Anleger dann das Spannende kaufen und das Stetige langweilig finden. Was die aktuelle Situation aber besonders macht — und worauf die NZZ-Analyse den Finger legt — ist die Tiefe der Underperformance. Wir sind auf 1999er-Niveau, also auf den Extremwerten der Dotcom-Blase. Solche Konstellationen treten selten auf. Wenn sie auftreten, sind sie historisch nicht der Beginn eines weiteren Quality-Niedergangs gewesen — sondern oft der Aufbau der nachfolgenden Mehrjahres-Outperformance.

Die Frage, die in einer NZZ-Kolumne kompakt bleiben muss, ist: was muss passieren, damit aus dieser statistischen Konstellation tatsächlich Outperformance wird — und was kann sie verhindern? Genau das wollen wir in den nächsten Sektionen aufschlüsseln. Denn "Quality ist günstig" ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für die Renditen, die der historische Vergleich verspricht.

Was 1999 vs. heute lehrt

1999 erlebten Quality-Aktien wie Coca-Cola, Johnson & Johnson, Procter & Gamble eine ähnliche relative Schwäche, während TMT-Aktien explosiv stiegen. Was dann passierte, ist Investitionsgeschichte: in den drei Jahren nach März 2000 verloren die meisten "Hot-Story"-Aktien 70–95% ihres Werts. Quality-Aktien lieferten in derselben Periode positive Renditen. Der Punkt ist nicht "Quality wird in den nächsten drei Jahren zwingend so outperformen" — der Punkt ist, dass die Bewertungs-Asymmetrie auf einem Niveau liegt, auf dem die historische Wahrscheinlichkeitsverteilung deutlich zugunsten von Quality verschoben ist.


02Was eine Quality-Schildkröte ausmacht — die fünf Kriterien

Bevor man über günstige Bewertungen redet, muss man präzise sein, was eine echte Quality-Schildkröte ist. Es gibt fünf Kriterien, die zusammenkommen müssen. Jedes einzelne ist ein gutes Zeichen — alle fünf zusammen produzieren die Art von Geschäft, das Jahrzehnte überdauert und Vermögen aufbaut.

1

Starke Bilanz

Niedrige Verschuldung, hohe Liquidität, robuste Cash-Generierung. Die Bedingung, um durch jede Krise zu kommen ohne Notverkäufe oder Verwässerung der Aktionäre.

2

Strukturelle Marktposition

Tätig in Märkten mit langfristigem Rückenwind — Demografie, Digitalisierung, Konsumtrends. Keine Wette auf Sub-Sektoren mit unsicherer Halbwertszeit.

3

Preissetzungsmacht und hohe Margen

Marken, Patente, Wechselkosten oder Skalenvorteile, die das Unternehmen vor Margenkompression schützen. Operative Marge stabil oder steigend.

4

Organisches Wachstum von Top- und Bottom-Line

Wachstum, das aus dem eigenen Geschäft kommt — nicht aus Akquisitionen oder finanzieller Konstruktion. Im 7–20%-Bereich (vgl. Bäume wachsen nicht in den Himmel).

5

Ehrliches, kompetentes Management

Skin in the Game, langfristige Orientierung, kapital-disziplinierte Allokation. Das menschliche Element, das die anderen vier Kriterien über Zeit aufrechterhält.

+

Die Kirsche: Ertragsstabilität und -visibilität

Vorhersehbare, stetige Cashflows aus wiederkehrenden Umsätzen. Das macht aus einem guten Geschäft ein investierbares gutes Geschäft.

Wenn alle diese Kriterien erfüllt sind, hat man die Mechanik einer kompoundierenden Schildkröte: ein Geschäft, das nicht spektakulär wächst, aber Jahr für Jahr Substanz aufbaut, Marktanteile gewinnt, Preise leicht erhöht, Cash generiert und reinvestiert. Über zwanzig Jahre kompoundiert das in eine Reichtumsbildungs-Maschine, die nicht durch Glanz besticht, sondern durch mathematische Verlässlichkeit.

Die zwei "Probleme" der Schildkröten

Die NZZ-Analyse nennt sie offen: Quality-Geschäfte handeln typisch zu höheren Bewertungen (weil jeder weiss dass sie gut sind), und sie underperformen in Euphoriephasen (weil das Spannende mehr Anleger anzieht). Was aktuell besonders ist: beide Probleme sind invertiert. Bewertungen sind ungewöhnlich tief und Underperformance ist ungewöhnlich extrem. Diese Doppel-Inversion ist der Setup, von dem die NZZ-Analyse spricht.


03Was das für ein Quality-Portfolio bedeutet

Die praktische Frage: was tut man konkret in dieser Konstellation? Hier wird die ehrliche Antwort wichtig, denn pauschale Antworten ("kauf Quality jetzt!") verpassen die wesentlichen Differenzierungen. Drei strukturelle Unterscheidungen, die jeder Anleger machen sollte:

Erste Differenzierung — wo ist Quality tatsächlich günstig? Nicht jeder defensiv klingende Name ist ein Quality-Bargain. Echte Quality-Schildkröten erkennt man daran, dass sie alle fünf Kriterien gleichzeitig erfüllen. Manche Konsumgüter-Marken handeln aktuell günstig, weil ihre strukturelle Marktposition durch Eigenmarken erodiert. Das ist kein Quality-Discount — das ist ein berechtigt verändertes Geschäftsmodell. Disziplin bedeutet: günstig + Quality, nicht "günstig + bekannter Name".

Zweite Differenzierung — Geographie und Sektor matter. Quality ist heute global ungleich verteilt. Europäische Konsumgüter-Champions handeln teils zu deutlichen Discounts gegenüber US-Pendants, weil USA-Anleger Premium-Bewertungen für US-Aktien zahlen. Pharma und Med-Tech haben über die letzten fünf Jahre eigene strukturelle Schwächephasen durchlaufen (vgl. Health Care Companion). Industrieller Mittelstand mit globaler Präsenz oft übersehen. Wer "Quality kaufen" sagt, sollte konkretisieren — welche Geographien, welche Sub-Sektoren, welche Geschäftsmodelle.

Dritte Differenzierung — Bewertungsmetrik richtig wählen. Standard-KGV ist für viele Quality-Geschäfte keine sinnvolle Bewertungsmetrik. Free-Cashflow-Yield, Earnings-Yield versus Anleihenrenditen, oder Sum-of-the-Parts bei Konglomeraten geben oft genauere Bilder. Wer auf P/E starrt und erwartet dass alles unter 20x "günstig" sei, übersieht oft die eigentlichen Schnäppchen.

Anleger-ProfilAktuell typische Quality-AllokationWas zu prüfen wäre
"Ich folge dem MSCI World"Mix mit deutlichem US-Tech-TiltWie viel davon ist Quality vs. Hyperwachstum? Versteckte Konzentration?
"Ich konzentriere auf US-Quality"Microsoft, Visa, Apple etc. — Premium-bewertetGeographische Quality-Diversifikation prüfen — Europa, Schweiz, ausgewählte Emerging Markets
"Ich kaufe Schweizer Standards"Nestlé, Roche, Novartis etc. — typisch hochkonzentriertDiversifikation über Sektoren und Geschäftsmodelle hinweg, nicht nur Schweizer Mega-Caps
"Ich vermeide Quality wegen 'zu langweilig'"Niedrig — meist im Hypergrowth oder TechStrukturelle Lücke in der Reichtumsbildungs-Zone — bewusst aufbauen oder nicht?

04Drei Szenarien für die nächsten 18 Monate

Wann sich Bewertungs-Asymmetrien aufschliessen, kann niemand timen — auch wir nicht. Aber wir können die plausibelsten Pfade beschreiben:

Bull Case

Multi-Jahres-Quality-Comeback wie 2000–2003

Eine Marktkorrektur oder die Konvergenz von Hyperwachstums-Wachstumsraten löst eine breite Re-Allokation in Quality aus. Die aktuelle 1999er-Extremstellung kehrt sich um, Quality-Champions liefern über 24–36 Monate spürbare Mehrrendite gegenüber breiten Indizes. Wer heute selektiv eingestiegen ist — nicht in Konsumgüter-Verlierer, sondern in echte Quality-Schildkröten zu vernünftigen Bewertungen — kommt strukturell besser durch als breite Index-Anleger.

Base Case

Graduelle Mean Reversion über 18–24 Monate, scharfe Differenzierung

Die Bewertungslücke schliesst sich graduell, ohne dramatischen Bruch. Innerhalb von Quality wird stark differenziert — die echten Schildkröten gewinnen, die "Quality im Namen, aber nicht in der Substanz"-Aktien bleiben zurück. Selektion entscheidet über Performance, nicht pauschales Sektor-Engagement. Unser Basisszenario.

Bear Case

Verlängerte Hyperwachstums-Phase, Quality-Underperformance setzt sich fort

Die KI-Capex-Welle hält länger an als erwartet, Hyperwachstums-Champions liefern weiter spektakuläre Renditen. Quality-Aktien hinken weitere 12–18 Monate hinterher, die Bewertungsasymmetrie wird noch extremer. In diesem Szenario ist die Versuchung gross, die Quality-Disziplin aufzugeben — gerade dann ist sie am wertvollsten. Historisch waren genau die Phasen, in denen "diese Strategie funktioniert nicht mehr" zur dominanten Überzeugung wurde, die besten Einstiegszeitpunkte für die nächsten 5–10 Jahre.


05Was du jetzt prüfen solltest

Eine ehrliche Selbsteinschätzung dauert 30 Minuten und ist der wertvollste Schritt, den ein Anleger in einer Quality-Discount-Phase machen kann. Vier konkrete Prüfungen:

1. Quality-Anteil-Inventur. Wie viel Prozent deines Portfolios sind in echten Quality-Geschäften (alle fünf Kriterien erfüllt) versus in "scheinbaren Quality"-Aktien (bekannter Name, aber Geschäft erodiert) versus in "Hot Story"-Aktien? Bei den meisten Privatanlegern ist die echte Quality-Quote niedriger als gedacht.

2. Mr.-Market-Test. Wenn du heute 100% deines Portfolios cash hättest, würdest du ähnlich allokieren wie aktuell? Oder würdest du in der heutigen Konstellation deutlich mehr Quality-Compounder kaufen? Der Unterschied zwischen deiner heutigen Allokation und dem, was du theoretisch jetzt aufbauen würdest, ist die Lücke, die du schrittweise schliessen solltest.

3. Bewertungs-Disziplin. Auch in einer Quality-Discount-Phase gilt: nicht alles, was günstig ist, ist Quality. Hast du klare Bewertungs-Schwellen für die Aktien auf deiner Watchlist? Oder kaufst du auf "Bauchgefühl" weil es "günstig wirkt"? Disziplinierte Käufe brauchen disziplinierte Bewertungs-Trigger.

4. Geduld-Check. Quality-Investing belohnt mehrjährige Halteperioden. Wenn du jetzt aufstockst und der Markt erstmal weitere 12 Monate gegen dich läuft, hältst du durch oder kapitulierst du? Die ehrliche Antwort entscheidet, ob du in dieser Strategie überhaupt gewinnen kannst — nicht die Aktienauswahl.

Was disziplinierte Anleger jetzt tun

Sie verkaufen nicht panisch ihre Hyperwachstums-Positionen, um in Quality umzuschichten — das wäre Strategie-Hopping. Sie schauen sich ihre Quality-Lücke ehrlich an und bauen schrittweise auf, indem sie neue Investitionen oder Sparplan-Beträge in echte Quality-Schildkröten lenken. Über 18–24 Monate verschiebt sich die Allokation graduell. Das ist langweilig, weniger spannend zu erzählen, und mathematisch genau das, was funktioniert. Die Geschichte belohnt nicht den, der am dramatischsten umschichtet — sondern den, der seine Strategie diszipliniert über lange Zeiträume durchhält.


06Häufig gestellte Fragen

Welche fünf Quality-Aktien meint die NZZ-Analyse konkret?

Die fünf konkreten Picks und die Begründungen dafür findest du im NZZ-Originalartikel — wir verlinken bewusst dorthin, weil das vertraglich der Place ist, an dem diese Empfehlungen erscheinen. Was wir hier auf arvy.ch leisten ist die Quality-Mechanik dahinter — die Kriterien, nach denen wir Quality-Geschäfte bewerten. Wer die Picks lesen will, kann das im NZZ-Original tun.

Investiert arvy in genau diese fünf Quality-Aktien?

Die genaue Sektor- und Einzeltitel-Allokation kommunizieren wir transparent in unseren vierteljährlichen Strategiebrieten. Was wir generisch sagen können: arvys Strategie ist seit jeher auf Quality-Kompoundierer ausgerichtet — die fünf Kriterien aus Sektion 02 sind unsere Standard-Linse für Aktienauswahl. Welche konkreten Positionen das aktuell ergibt, dokumentiert der arvy Quartalsbericht Q1 2026.

Was wenn die "1999er-Extreme" diesmal anders laufen — eine fortgesetzte Hyperwachstums-Phase?

Das ist der Bear Case aus Sektion 04 und ein realer Risikofaktor. Niemand kann garantieren, dass historische Muster sich wiederholen. Was die historische Statistik aber zeigt: in über 95% der Fälle, in denen Quality-Aktien diese Extreme der relativen Underperformance erreichten, folgten 24–60 Monate später deutliche Outperformance-Phasen. Das ist keine Garantie, sondern eine probabilistische Aussage. Disziplinierte Anleger handeln nach Wahrscheinlichkeitsverteilungen, nicht nach Garantien.

Sind Schweizer Quality-Champions wie Nestlé, Roche, Novartis aktuell ein Kauf?

Wir geben keine pauschalen Einzeltitel-Empfehlungen — die Antwort hängt zu sehr von individueller Bewertung, Sektor-Spezifika und persönlichem Portfolio-Kontext ab. Was wir generisch sagen können: Schweizer Quality-Champions sind unterschiedlich strukturell positioniert. Manche operieren in Märkten mit echtem Rückenwind und stabiler Margenstruktur, andere haben strukturelle Herausforderungen. Die fünf Kriterien aus Sektion 02 als individuelle Linse anzulegen ist der bessere Weg als pauschale "Schweizer Standards = Quality"-Annahmen.



Qualität ist nicht tot — sie wartet

Die provokante Überschrift "Qualität ist tot, es lebe die Qualität" ist mehr als ein Wortspiel. Sie beschreibt präzise eine Marktphase, in der eine Anlagestrategie für tot erklärt wird — gerade in dem Moment, in dem ihre nächste grosse Periode beginnt. Genau das ist der historische Mechanismus, der Quality-Investing zu der langfristig outperformenden Strategie gemacht hat: Phasen breiter Skepsis sind oft Phasen tiefer Bewertungen, und tiefe Bewertungen sind die Grundlage für die nächste Phase überdurchschnittlicher Renditen.

Nicht jede Schildkröte ist eine Quality-Schildkröte. Nicht jede günstige Aktie ist ein Quality-Bargain. Die Disziplin, die fünf Kriterien anzulegen — Bilanz, Marktposition, Preissetzungsmacht, organisches Wachstum, Management — und die Geduld, das Compounding wirken zu lassen, sind die zwei Eigenschaften, die langfristig erfolgreiche Quality-Investoren von der Mehrheit der Marktteilnehmer trennen. Beides ist im Moment der Übertreibung am schwersten — und am wertvollsten.

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Original verfasst von Thierry Borgeat, Co-Founder von arvy, für The Market by NZZ. Die ausführliche arvy-Erweiterung wurde überprüft von Patrick Rissi, CFA und Florian Jauch, CFA. Datenquellen: NZZ The Market, eigene Analysen, akademische Literatur zu Quality-Faktor-Investing. Letztes Update: April 2026.

Disclaimer: Dieser Artikel dient allgemeinen Bildungszwecken und stellt keine persönliche Anlageberatung dar. Die genannten Wertpapier-Bezeichnungen sind illustrativ und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Vergangene Performance ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Szenarien sind Einschätzungen, keine Prognosen. arvy ist ein von der FINMA beaufsichtigter Vermögensverwalter mit KAG-Lizenz (Art. 24). Impressum & Rechtliche Hinweise.