Rente oder Kapital: Der Breakeven-Rechner für deine Pensionierung


Eine Entscheidung, die du genau einmal triffst — und nie mehr rückgängig machen kannst. Berechne in 30 Sekunden den Breakeven für deine PK, mit Umwandlungssatz, Kapitalauszahlungssteuer nach Kanton und Anlagerendite.
Bei der Pensionierung steht eine Entscheidung an, die du genau einmal triffst und nie mehr rückgängig machen kannst: Nimmst du dein Pensionskassen-Guthaben als monatliche Rente, als Kapital auf einen Schlag oder als Kombination? Dieser Rechner zeigt dir den Breakeven für deine konkrete Situation — verifiziert mit aktuellen Schweizer Daten.
Der Breakeven ist der nominale Vergleich: wann hast du mit der monatlichen Rente in Summe so viel erhalten wie das Netto-Kapital nach Steuer? Bei Standardwerten (CHF 400'000 × 5.4% Umwandlungssatz = CHF 21'600 jährliche Rente; Netto-Kapital nach 8% Steuer Zürich = CHF 368'000) liegt der Breakeven bei 17 Jahren. Wer mit 65 in Pension geht und 82 wird, hat mit der Rente in etwa gleich viel erhalten wie mit dem Kapital — vor Inflation und Anlagerendite.
Rente: PK-Guthaben × Umwandlungssatz = jährliche Brutto-Rente (lebenslang, indexiert nicht). Kapital: PK-Guthaben minus Kapitalauszahlungssteuer (nominal als Kantons-Approximation auf CHF 400'000). Kapital-Szenario: Netto-Kapital wird jährlich um die Anlagerendite verzinst und um die Entnahme (% vom Startkapital, konstant nominal) reduziert. Was fehlt: Inflation, Steuern auf Renteneinkommen, Hinterlassenenrente (typisch 60%), Mischbezug, AHV. Für volle Detailrechnung: PK-Beratung.
Der Umwandlungssatz (UWS) bestimmt, wie viel jährliche Rente du pro Franken PK-Guthaben erhältst. Das BVG-Minimum liegt bei 6.8% — aber das gilt nur für das Obligatorium (versicherter Lohn bis CHF 88'200). Die meisten PKs verwenden eine Mischrechnung mit dem Überobligatorium, das ab CHF 88'200 versicherte Lohnteile abdeckt. Da der UWS im Überobligatorium frei wählbar ist, senken viele Kassen ihn auf 4.5-5.5%, was den Gesamt-UWS auf 5.0-5.8% drückt.
| UWS-Szenario | Bei CHF 400'000 PK | Monatliche Rente | Breakeven vs. Kapital |
|---|---|---|---|
| BVG-Minimum 6.8% | CHF 27'200/Jahr | CHF 2'267 | ~13.5 Jahre |
| Typisch Mischrechnung 5.4% | CHF 21'600/Jahr | CHF 1'800 | ~17 Jahre |
| Tiefer UWS 5.0% | CHF 20'000/Jahr | CHF 1'667 | ~18.4 Jahre |
| Sehr tief 4.5% | CHF 18'000/Jahr | CHF 1'500 | ~20.4 Jahre |
Berechnung mit Netto-Kapital nach 8% Kapitalsteuer (Zürich-Approximation). Je tiefer der UWS, desto attraktiver wird das Kapital — weil die Rente proportional kleiner wird. Quelle: arvy-Berechnung.
Der UWS ist seit 2003 strukturell unter Druck. Hauptgründe: gestiegene Lebenserwartung (mehr Bezugsjahre), tiefere Kapitalmarktrenditen, demografische Verschiebung. Die Altersvorsorge-Reform 2020 wollte den BVG-Satz auf 6.0% senken — vom Volk abgelehnt. BVG-Reform 2024 wurde ebenfalls abgelehnt. Politisch bleibt der UWS damit bei 6.8% fixiert — aber die meisten Kassen umgehen das via Überobligatorium.
Die Kapitalauszahlungssteuer wird einmalig erhoben, separat vom regulären Einkommen, zu einem reduzierten Satz (typisch 1/5 bis 1/3 des ordentlichen Steuersatzes). Der Effekt: ein erheblicher Wohnortvorteil. Auf CHF 400'000 Bezug variiert die Steuer zwischen ca. CHF 14'000 (Schwyz, Zug) und ca. CHF 36'000 (Basel-Stadt):
| Kanton | Approx. Steuer auf CHF 400'000 | Netto-Kapital | Breakeven (UWS 5.4%) |
|---|---|---|---|
| Schwyz / Zug | ~CHF 16'000 (4%) | CHF 384'000 | ~17.8 Jahre |
| Luzern / Nidwalden | ~CHF 20'000 (5%) | CHF 380'000 | ~17.6 Jahre |
| Aargau / Bern / Thurgau | ~CHF 24'000 (6%) | CHF 376'000 | ~17.4 Jahre |
| Zürich / Waadt / Genf | ~CHF 32'000 (8%) | CHF 368'000 | ~17.0 Jahre |
| Basel-Stadt | ~CHF 36'000 (9%) | CHF 364'000 | ~16.9 Jahre |
Approximationen auf CHF 400'000. Effektive Steuer ist progressiv und hängt zusätzlich von Gemeinde, Konfession und Familienstand ab. Verheiratete profitieren in den meisten Kantonen vom Familientarif. Bei Bezug in mehreren Jahren ("Staffelung") sinkt die Steuer durch Brechung der Progression — daher der Tipp: 3a-Konten und PK-Bezug zeitlich verteilen.
Wer mehrere Vorsorgeguthaben besitzt (3a, 2. Säule, Freizügigkeit), kann durch zeitliche Staffelung der Bezüge die Progression brechen. Beispiel: 3 × CHF 100'000 in drei verschiedenen Steuerjahren bezogen ist deutlich günstiger als CHF 300'000 in einem Jahr. Bei der PK ist Staffelung eingeschränkter (Stichtag Pensionierung) — aber mehrere 3a-Konten zu verschiedenen Banken/Stiftungen erlauben präzise Steuerung. → 3a Steuerersparnis Rechner
| Kriterium | Rente | Kapital |
|---|---|---|
| Sicherheit | Garantiert lebenslang (solange PK solvent) | Abhängig von Anlagerendite, Marktrisiko |
| Vererbbarkeit | Nein (Ausnahme: Hinterlassenenrente ~60%) | Voll vererbbar |
| Flexibilität | Fixe Höhe, nicht anpassbar | Frei einteilbar |
| Steuer Bezug | Voll als Einkommen versteuert (jährlich) | Einmalig zum reduzierten Satz |
| Inflationsschutz | Meist keine Anpassung an Teuerung | Bei aktienorientierter Anlage real wachsend |
| Langlebigkeitsrisiko | PK trägt das Risiko | Du trägst das Risiko |
| Anlagerisiko | PK trägt das Risiko | Du trägst das Risiko |
| Disziplinrisiko | Automatisch monatlich | Selbstkontrolle nötig (Behavior Gap!) |
Die simple Faustregel: wer länger lebt als der Breakeven, profitiert von der Rente. Wer früher stirbt oder das Geld vererben will, profitiert vom Kapital. Aber das ist eine zu simple Sicht — denn das Kapital kann anlagebedingt wachsen, und die Rente kann (real) durch Inflation schrumpfen.
Schweizer leben deutlich länger als im OECD-Durchschnitt. Aktuelle Restlebenserwartung mit 65 (BFS 2024):
| Profil | Restlebenserwartung mit 65 | Höchstes erwartetes Alter (95. Perzentil) |
|---|---|---|
| Mann | ~20 Jahre (bis ~85) | ~94 Jahre |
| Frau | ~22 Jahre (bis ~87) | ~96 Jahre |
| Akademisch gebildet | +2-3 Jahre Bonus | ~98 Jahre |
Quelle: BFS Periodensterbetafeln 2022-24. Tendenz steigend mit medizinischem Fortschritt. Achtung: diese Werte sind Durchschnitte — als Individuum lebst du entweder kürzer oder länger.
Bei einem Breakeven von 17 Jahren und 20+ Jahren Restlebenserwartung gewinnt statistisch die Rente — knapp. Bei Akademikern und gesunden Lebensstilen verschiebt sich das deutlich Richtung Rente. Die Rente ist im Kern eine Versicherung gegen Langlebigkeit — und die Schweizer Lebenserwartung ist eine der höchsten der Welt.
Housels neues Buch behandelt nicht den Vermögensaufbau, sondern die Phase danach: wie gibst du das aus, was du aufgebaut hast? Genau diese Frage entscheidet bei Rente vs. Kapital. Wer Sicherheit wertet (vor allem psychisch — kein "wache ich morgen mit zu wenig Geld auf?"), wählt die Rente. Wer Flexibilität und Vererbbarkeit will, wählt das Kapital. Housel argumentiert: die richtige Wahl ist die, die deinem zukünftigen Bedauern am stärksten ausweicht.
Die meisten PKs erlauben einen Mischbezug — also einen Teil als Rente, einen Teil als Kapital. Das ist oft die psychologisch beste Lösung: garantierte Grundabsicherung plus Flexibilität und Vererbbarkeit für den Rest. Drei typische Aufteilungen:
| Verhältnis | Für wen geeignet | Vorteil |
|---|---|---|
| 100% Rente | Maximaler Sicherheitsbedarf, keine Erben, wenig Anlageerfahrung | Komplette Risikoabsicherung |
| 75% Rente / 25% Kapital | Sicherheitsbedürfnis hoch, aber etwas Liquidität für Hausreparaturen, Reisen, Geschenke an Kinder | Grundabsicherung + Reserve |
| 50% Rente / 50% Kapital | Ausgewogen — Grundbedürfnisse durch Rente, Lebensqualität durch Kapital | Optimaler Kompromiss für viele |
| 25% Rente / 75% Kapital | Anlageerfahren, plant Vererbung, vertraut Eigenanlage | Maximale Flexibilität |
| 100% Kapital | Erben-Fokus, hohe Anlagekompetenz, andere Renteneinkünfte vorhanden | Volle Selbstbestimmung |
Wichtig: Mischbezug muss meist 3-6 Monate vor Pensionierung angemeldet werden. Verpasste Frist = automatisch 100% Rente. PK-Reglement prüfen. Für den vollen Strategie-Guide: Rente oder Kapital: Der vollständige Guide.
Je höher der Umwandlungssatz und je länger du lebst, desto besser die Rente. Bei UWS 5.4% und CHF 400'000 PK-Guthaben liegt der nominale Breakeven bei etwa 17 Jahren. Wer mit 65 in Pension geht und 85+ wird (typisch Schweizer Lebenserwartung), profitiert in der Regel von der Rente. Wichtig: zusätzliche Faktoren wie Vererbbarkeit, Inflation und Anlagerendite verschieben das Ergebnis.
Der Umwandlungssatz (UWS) bestimmt deine jährliche Rente: PK-Guthaben × UWS = Jahresrente. Das BVG-Minimum 6.8% gilt nur fürs Obligatorium. Die meisten Schweizer Pensionskassen wenden auf das Gesamtguthaben (inkl. Überobligatorium) einen tieferen Satz von 5.0-5.8% an. Ein tieferer UWS macht das Kapital attraktiver.
Sie variiert massiv nach Kanton: Schwyz und Zug ~4%, Basel-Stadt ~9%. Auf CHF 400'000 PK-Bezug bedeutet das zwischen CHF 16'000 und CHF 36'000 Steuer. Die Steuer wird einmalig erhoben, separat vom regulären Einkommen, zu einem reduzierten Satz (1/5 bis 1/3 des ordentlichen Satzes). Wer mehrere Vorsorgeguthaben hat, kann durch zeitliche Staffelung sparen.
Ja, die meisten Pensionskassen erlauben einen Mischbezug — z.B. 50% Rente + 50% Kapital. Das kombiniert die Sicherheit der Rente mit der Flexibilität und Vererbbarkeit des Kapitals. Häufige Verteilungen: 75/25, 50/50, 25/75. Wichtig: 3-6 Monate Voranmeldung bei der PK erforderlich. PK-Reglement prüfen.
Die Rente wird voll als Einkommen besteuert, jedes Jahr, zu deinem ordentlichen Grenzsteuersatz (25-37% je nach Kanton/Einkommen). Das Kapital wird einmalig zum reduzierten Satz besteuert. Steuerlich ist das Kapital meist günstiger — wer es danach gut anlegt, profitiert zusätzlich von der Schweizer Kapitalgewinnsteuer-Freiheit.
Bei Tod erlischt die Altersrente. Ausnahme: Hinterlassenenrente — typisch 60% der Altersrente für den überlebenden Ehepartner, plus ggf. Waisenrente. Wer alleinstehend ist und keine berechtigten Erben hat, "verliert" das nicht verbrauchte Guthaben — es bleibt bei der Pensionskasse.
Schweizer Pensionskassen unterliegen strikter Regulierung (BVG). Bei Insolvenz greift der Sicherheitsfonds BVG, der gesetzliche Leistungen bis 150% des oberen Grenzbetrags absichert (2026: CHF 132'300 versicherter Lohn). Überobligatorisches Guthaben über dieser Grenze ist nicht garantiert. Insolvenzfälle waren historisch selten.
Faustregel für 65-Jährige: 40-60% Aktien, 30-50% Anleihen, 5-10% Cash. Mit 80+ Jahren: 30-40% Aktien. Eine pauschale "100% sicher" Strategie verliert real durch Inflation. → Investieren ab 50: Der Guide. arvy bietet professionelle Vermögensverwaltung mit aktiver Aktienselektion ab CHF 100/Monat.
Tendenziell ja — aber mit Vorsicht. Ein UWS von 4.5-5.0% (statt 6.8% BVG-Minimum) verschiebt den Breakeven um 3-5 Jahre, was den Kapitalbezug attraktiver macht. Aber das Langlebigkeitsrisiko bleibt bestehen: wer 95 wird und das Kapital aufgebraucht hat, hat ein Problem. Lösung: Mischbezug.
Bei Tod des Rentners erhält der überlebende Ehepartner typisch 60% der Altersrente lebenslang. Bei eingetragenen Partnerschaften gilt dasselbe. Konkubinatspartner haben nur in wenigen PKs Anspruch (PK-Reglement prüfen). Bei Mischbezug oder Kapitalbezug wird die Hinterlassenenrente entsprechend reduziert oder fällt ganz weg.