Schweizer Aktien: 8 % pro Jahr – über 100 Jahre hinweg

Juli 30, 2026 6 Minuten Lesezeit

"Unus pro omnibus, omnes pro uno"

– Das inoffizielle Motto der Schweiz: Einer für alle, alle für einen

arvy's teaser

Morgen Abend brennen die Höhenfeuer von Genf bis Graubünden. Die Schweiz wird 735. Kein Imperium, kein Öl, kein Meer, nicht einmal eine gemeinsame Sprache. Und doch: CHF 1'000, vor hundert Jahren in Schweizer Aktien investiert, wurden zu CHF 1.74 Millionen. Diese Woche ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk: die Kurzversion unserer grössten Studie überhaupt. Langfristiger Wohlstand, auf die Schweizer Art.

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CHF 1'743'563.

So viel wurden aus CHF 1'000, wenn du sie Ende 1925 in Schweizer Aktien investiert hast. Und danach das Schwierigste getan hast, was es beim Investieren gibt.

Nichts.

Hundert Jahre lang.

Kein Big Tech. Keine Moonshots. Kein Leverage, kein Timing-Glück, kein Genie nötig. Nur ein diversifizierter Korb Schweizer Unternehmen, Dividenden reinvestiert, ein Jahrhundert in Ruhe gelassen. Durch einen Weltkrieg, zwei Ölschocks, eine Dotcom-Blase, eine Finanzkrise und eine Pandemie (Chart 1).

Das Resultat: 7.75% pro Jahr. In Schweizer Franken, der härtesten Währung, die Menschen je hervorgebracht haben. Zieh die Inflation ab, und es bleiben 5.73% real, pro Jahr, hundert Jahre lang. Dieselben CHF 1'000 in Schweizer Obligationen wuchsen auf rund CHF 48'000. Durchaus respektabel. Und trotzdem sechsunddreissig (36!) Mal weniger.

Kein Hype. Keine Schlagzeilen. Die stillen Compounder.

Und jetzt der Teil, den ich wirklich verblüffend finde: Geschafft hat das ein Binnenland mit neun Millionen Einwohnern, dessen berühmteste Exporte Diskretion, Schokolade und Pünktlichkeit sind.

Wie?

Bevor wir das beantworten, zeige ich dir, warum du nicht wegschauen kannst.

Langfristiger Wohlstand.

Auf die Schweizer Art.

Chart 1: CHF 1'000 werden zu CHF 1.74 Millionen: Schweizer Aktien, Obligationen und Konsumentenpreise, 1925–2025 (log. Skala)

CHF 1,000 becomes CHF 1.74 million: Swiss equities, bonds and consumer prices, 1925–2025 (log scale)
Pictet WM

Schweizer Franken (CHF): Selbst das beste Geld der Welt schmilzt

Der Schweizer Franken ist die stärkste Währung der Moderne. Frag jeden, der von hier aus exportiert.

Und doch.

In den letzten dreissig Jahren verlor der Franken selbst rund 17.6% seiner Kaufkraft. Sanft, höflich, aber unwiderruflich. Im selben Zeitraum lieferte der Schweizer Aktienmarkt +638% real, nach Inflation (Chart 2).

Lies diese zwei Zahlen zusammen. Die beste Währung der Welt konnte Wohlstand nicht bewahren. Die Unternehmen konnten es. Und haben ihn versiebenfacht.

Das ist die leise, unmoderne Lektion aus hundert Schweizer Jahren: Cash ist, wie du zählst; Unternehmen sind, wie du Wohlstand hältst. Selbst in der Schweiz. Gerade in der Schweiz.

Also ja: Beim Investieren kannst du Geld verlieren. Jeder ehrliche Investor sagt dir das. Aber der Dreissig-Jahres-Chart flüstert die härtere Wahrheit zurück: Ohne zu investieren, hast du bereits verloren. Langsam, höflich, in der besten Währung der Welt. Das Laufband hält nie an; es wechselt nur das Tempo.

Fun Fact: Die Schweiz baut exakt null Kakaobohnen an. Nicht eine. Und doch ist «Schweizer Schokolade» eine globale Kategorie. Kauf die Bohne, füge die Präzision hinzu, behalte die Marge: das ganze Schweizer Geschäftsmodell in einer Tafel.

Gut, sagst du. Also Schweizer Aktien. Ich kaufe den Index und gehe zurück zu meinem Cervelat.

Nicht so schnell.

Chart 2: Selbst die stärkste Währung verliert gegen die Inflation, Schweizer Aktien nicht: 30 Jahre realer Gesamtertrag des SPI gegen die Kaufkraft des Frankens

Even the strongest currency loses to inflation — Swiss equities do not: 30-year real total return of the SPI vs the franc’s purchasing power
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Swiss Performance Index: Drei Elefanten und zweihundert Passagiere

Hier ist die unbequeme Wahrheit über das «Kaufen der Schweiz».

Der Swiss Performance Index (SPI) wird von drei Giganten dominiert. Nestlé, Roche und Novartis trugen über weite Strecken dieses Jahrhunderts rund die Hälfte des Index; noch heute wiegen sie etwa 37%, während sich rund zweihundert Unternehmen den Rest teilen. Alle drei sind grossartige Unternehmen mit echten strukturellen Fragen: Patentklippen, Portfoliokomplexität, die schiere Physik, bei fast einer Billion US-Dollar kombiniertem Börsenwert die Nadel zu bewegen.

Wer also «den Schweizer Markt» kauft, kauft nicht die Hundert-Jahre-Maschine aus Teil 1. Er mietet drei Elefanten und zweihundert Passagiere, gewichtet so, dass die Elefanten über die Fahrt entscheiden.

Die Hundert-Jahres-Renditen waren nie gleich verteilt. Einige Unternehmen haben das Compounding geleistet. Andere sind mitgefahren. Womit sich die einzige Frage stellt, die zählt: Wie unterscheidest du die beiden? Vor den nächsten hundert Jahren, nicht danach.

Genau dafür haben wir unser Screening gebaut. Über 800 globale Qualitätsunternehmen, 194 davon aus der Schweiz, täglich bewertet nach den Zahlen, die Compounding tatsächlich vorhersagen: Kapitalrenditen, Burggräben, Bilanzdisziplin (Chart 3). Es ist die Linse, durch die wir selbst jede Woche schauen. Und seit diesem Jahr kannst Du mitschauen.

Und ganz oben auf dieser Schweizer Liste wiederholt sich dasselbe Muster, immer und immer wieder. Hohe Renditen auf das investierte Kapital. Jahr für Jahr für Jahr.

Womit wir bei der magischen Metrik bzw. magischen Zahl wären.

Und bei unserem grössten Forschungsprojekt überhaupt.

Tauchen wir ein.

Chart 3: Die arvy-Screening-Linse auf die Schweiz: 194 Schweizer Namen, nach Qualität sortiert (Access hier)

The arvy screening lens on Switzerland: 194 Swiss names, ranked by quality (get access here)
arvy Screening

Schweizer Aktien: Winners Keep Winning

Zeit für den «Good Chart». Und diese Woche eine Premiere: Den besten Chart, den wir je gebaut haben, dürfen wir dir noch nicht zeigen.

Und darum geht es: Von US-Aktien und globalen Märkten weiss man es seit Jahrzehnten, aus Studie um Studie: Die Rendite auf das investierte Kapital ist eines der mächtigsten Qualitätssignale überhaupt. Unternehmen, die Jahr für Jahr hohe Kapitalrenditen erwirtschaften, schlagen den Markt viel länger, als es jedes Lehrbuch erlauben würde.

Winners keep winning. Und Mr. Market lässt sich immer wieder überraschen.

Warum ROIC?

Weil es die unromantischste Zahl der Finanzwelt ist und deshalb die vertrauenswürdigste. ROIC stellt eine einzige, direkte Frage: Wie viel kommt für jeden Franken zurück, der diesem Unternehmen anvertraut wird? Umsatz kann man kaufen. Adjusted EBITDA kann man schreiben. ROIC muss verdient werden, Franken für Franken.

Aber fast die ganze Evidenz stammt aus dem Ausland. US Large Caps, globale Indizes, Jahrzehnte amerikanischer Faktorforschung. Was eine Frage aufwirft, die in dieser Tiefe noch niemand getestet hat.

Also haben wir in unserem grössten Forschungsprojekt überhaupt, zusammen mit einer Schweizer Universität, exakt dieselbe Analyse auf unseren Heimmarkt angewendet: das gesamte Schweizer Aktienuniversum, 25 Jahre Daten, 2000 bis 2025.

Der Cliffhanger also: Zeigen Schweizer Aktien genau dasselbe Bild? Zahlt sich Qualität ausgerechnet im Heimmarkt der Qualität aus? Wir kennen die Antwort. Und sobald die akademische Tinte trocken ist, siehst du sie hier zuerst, mit Treppe, Körben und Signifikanztests.

Alles andere, was uns das Jahrhundert gelehrt hat, ist bereits öffentlich: Diese Woche haben wir die vollständige Studie auf unserer Homepage publiziert, unsere grösste überhaupt (Chart 4).

Und während wir alle auf einen Chart warten, schau dir an, was Warten in diesem Land bereits gebaut hat.

1291 schworen drei Bergkantone auf der Rütliwiese einen Eid gegenseitigen Beistands: «Unus pro omnibus, omnes pro uno.» Kein Eroberungsplan. Keine Exit-Strategie. Nur ein Bund, nach 735 Jahren noch immer in Kraft. Ich nenne ihn gerne den erfolgreichsten Langfristvertrag der europäischen Geschichte. Die meisten Unternehmen halten eine Strategie keine 735 Tage durch.

Das ist die eigentliche Geburtstagslektion.

Nicht das Feuerwerk, der Zeithorizont.

Ein Land, das in Jahrhunderten denkt, hat Unternehmen hervorgebracht, die über Jahrhunderte compounden, und einen Aktienmarkt, der genau jene Geduld belohnt, auf der er gebaut wurde. Der Eid, der Franken, der ROIC, die 1.74 Millionen: eine ununterbrochene Kette.

Wenn morgen Abend die Höhenfeuer über den Tälern brennen, auch über unserem, irgendwo über dem Rhonetal, dann heb ein Glas Fendant auf die drei Bauern auf jener Wiese. Sie haben den ursprünglichen Aktionärsbindungsvertrag unterschrieben.

Wir alle kassieren noch heute die Dividenden.

Happy Birthday, Schweiz.

Morgen ist es so weit.

P.S. Dieser arvy’s Weekly ist die Kurzversion. Die vollständige Studie, 100 Jahre Daten, zwei Weltkriege, sieben Kapitel, achtzehn Charts und jedes Schweizer Unternehmen, das wir abdecken, findest du ab sofort auf unserer Homepage: «100 Jahre Schweizer Aktien: Die Silent Compounders».

Für die Neugierigen. Und die Geduldigen.

Das ist der Weg.

Chart 4: Unsere grösste Studie überhaupt: «100 Jahre Schweizer Aktien: Die Silent Compounders», jetzt live auf arvy.ch

Our biggest study ever: «100 Years of Swiss Equities: The Silent Compounders», now live on arvy.ch

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