Millionär werden mit Durchschnittsgehalt: So geht’s in der Schweiz


arvy's Teaser: Wenn du an einen Millionär denkst — was siehst du? Ferrari, Penthouse, Rolex? Das Buch The Millionaire Next Door hat gezeigt: Die meisten Millionäre fahren Gebrauchtwagen, leben in normalen Vierteln und verdienen keine Spitzengehälter. Sie haben nur eines anders gemacht: früh anfangen, konsequent investieren, nicht aufhören. In der Schweiz mit Medianlohn CHF 6'788 brutto ist die Million keine Fantasie — sie ist Mathematik. Hier ist die komplette Rechnung.
Vergiss die Klischees. Nehmen wir eine reale Situation. Du verdienst den Schweizer Medianlohn: CHF 6'788 brutto/Monat (CHF 81'456/Jahr, BFS). Kein Bonus, keine Aktienoptionen, kein Nebenjob. Einfach der Durchschnitt.
Nach Abzügen (AHV, Pensionskasse, Steuern) bleiben dir netto rund CHF 5'200–5'500 pro Monat. Davon gehen ab:
Auch beim Medianlohn bleiben CHF 1'000–2'000 pro Monat übrig. Nicht weil du extrem sparsam lebst — sondern weil du bewusst mit deinem Geld umgehst. Und dieser Betrag reicht. Mehr als genug.
Schau dir die letzte Spalte an. Bei CHF 1'000/Monat kommen CHF 628'000 vom Zinseszins — das sind 63% deines Endvermögens. Du zahlst CHF 372'000 deines eigenen Geldes ein, und der Zinseszins steuert fast das Doppelte bei. Das Geld arbeitet härter als du.
«Millionär werden mit einem Durchschnittslohn ist keine Fantasie. Es ist Mathematik plus Geduld plus Sparplan.»
Je früher du anfängst, desto einfacher. Aber selbst mit 40 ist die Million erreichbar — es wird nur teurer:
Mit 25: CHF 500/Monat reichen. Mit 45: CHF 2'200. Jedes Jahrzehnt Warten verdoppelt bis verdreifacht den nötigen Sparbetrag. Der Unterschied? 20 Jahre. Und der Zinseszins-Effekt darauf: CHF 768'000.
Das Buch The Millionaire Next Door von Thomas J. Stanley und William D. Danko hat über 20 Jahre Daten über amerikanische Millionäre ausgewertet. Das Ergebnis überrascht: Die meisten sind keine Erben, keine Tech-Gründer, keine Prominenten. Sie sind Kleinunternehmer, Ingenieure, Lehrer — Menschen mit normalen Gehältern, die fünf Dinge konsequent anders gemacht haben.
Die zentrale Erkenntnis des Buches: Wohlstand entsteht nicht durch grosses Ausgeben, sondern durch bewusstes Sparen. Die meisten Millionäre in der Studie fuhren Gebrauchtwagen, lebten in durchschnittlichen Vierteln und hatten keine teuren Uhren. Ihr Vermögen war unsichtbar — weil es investiert war, nicht am Handgelenk.
Stanley und Danko unterscheiden zwei Typen: PAW (Prodigious Accumulator of Wealth) und UAW (Under Accumulator of Wealth). Beide verdienen gleich viel. Aber der PAW hat ein Nettovermögen, das weit über dem Durchschnitt seiner Einkommensklasse liegt. Der UAW gibt alles aus — und hat trotz hohem Einkommen wenig Erspartes. Der Unterschied ist nicht das Gehalt. Es sind die Gewohnheiten.
In der Schweiz ist die Versuchung besonders gross: Hohe Löhne erzeugen hohe Erwartungen. Dein Kollege fährt einen BMW, also brauchst du mindestens einen Audi. Wer dem widersteht, gewinnt. Lifestyle-Inflation ist der grösste Feind des Vermögensaufbaus. Nur weil du mehr verdienst, heisst das nicht, dass du mehr ausgeben solltest.
Die Millionäre in der Studie sparten 15–20% ihres Einkommens — und zwar zuerst, nicht nachdem alles andere bezahlt war. Sie zahlten sich zuerst selbst. Automatisch. Jeden Monat. Und sie investierten das Gesparte in Aktien, Immobilien oder Altersvorsorge — nicht auf dem Sparkonto.
In der Schweiz: Ein Sparplan ab CHF 1'000/Monat macht dich in 31 Jahren zum Millionär. Aber selbst CHF 500 reichen — du brauchst nur etwas mehr Geduld (40 Jahre). Der Schlüssel: Automatisieren. Sparplan einrichten, am 1. des Monats, nie darüber nachdenken.
Das Buch zeigt einen erstaunlichen Befund: Die Menschen, die am reichsten aussehen, sind es oft nicht. Und die, die es sind, sieht man nicht. Der Nachbar mit dem Porsche hat vielleicht CHF 30'000 auf dem Konto. Der Nachbar mit dem Skoda hat CHF 800'000 im Depot.
Die Erklärung ist psychologisch: Wir kaufen Statussymbole, um andere zu beeindrucken. Aber die Menschen, die wir beeindrucken wollen, achten gar nicht darauf — sie sind zu beschäftigt damit, ihre eigenen Statussymbole zu finanzieren.
«Wenn du dein Geld ausgibst, um Leuten zu zeigen, wie reich du bist, hast du bald weniger Geld und musst noch mehr ausgeben, um die Illusion aufrechtzuerhalten.» — sinngemäss nach Morgan Housel
Die Millionäre in der Studie verbrachten mehr Zeit mit finanzieller Planung als mit Konsum. Sie verstanden Steuern, Zinseszins, Risiko und Diversifikation. In der Schweiz heisst das konkret:
Versteh deinen Pensionskassenausweis. Nutze die Säule 3a (CHF 7'258/Jahr steuerabzugsfähig). Wisse, dass Kapitalgewinne steuerfrei sind. Nutze den Investitionsrechner. Lies diesen Blog. Der grösste Renditekiller ist nicht der Markt — es ist Unwissenheit.
Viele Millionäre in der Studie waren Unternehmer oder Selbständige. Aber die Lektion gilt auch für Angestellte: Übernimm die Kontrolle über deine Finanzen. Diversifiziere dein Einkommen. Investiere in deine Fähigkeiten. Und vor allem: Denke in Jahrzehnten, nicht in Monaten.
Die Million kommt nicht über Nacht. Sie kommt durch 20–30 Jahre konsequentes Tun. Die langweiligste Strategie ist die profitabelste.
Die cleversten Schweizer Millionärs-Anwärter nutzen beide Kanäle parallel:
Kanal 1 — Säule 3a: Maximum einzahlen (CHF 7'258/Jahr = CHF 605/Monat). Steuern sparen. Investiert anlegen, nicht auf dem Sparkonto lassen.
Kanal 2 — Freies Investieren: Alles was über die 3a hinausgeht. CHF 400–1'400/Monat zusätzlich. Kein Steuervorteil, aber keine Sperrfrist — jederzeit verfügbar.
Zusammen: CHF 1'000–2'000/Monat — realistisch beim Medianlohn, wenn du bewusst budgetierst.
Bonus-Effekt: Die 3a-Steuerersparnis (~CHF 2'500/Jahr bei 35% Grenzsteuersatz) steckst du direkt ins freie Investieren. Das sind nochmal CHF 200/Monat «gratis».
Faire Frage. CHF 1 Million in 30 Jahren kauft nicht dasselbe wie heute. Bei 1.5% Inflation hat CHF 1 Million in 30 Jahren eine Kaufkraft von ca. CHF 640'000 in heutigen Franken. Immer noch ein Vermögen — aber kein heutiger Millionär im klassischen Sinne.
Die Lösung ist eingebaut: Dein Sparbetrag steigt mit der Zeit. Wenn du mit CHF 1'000/Monat anfängst und jedes Jahr um 3% erhöhst (durch Gehaltserhöhungen, Karriereschritte), erreichst du die inflationsbereinigte Million deutlich schneller. Und vergiss nicht: Dein Pensionskassen-Kapital und die AHV kommen noch oben drauf.
von Thomas J. Stanley & William D. Danko
Das Buch, das alles verändert hat, was wir über Reichtum zu wissen glaubten. Basierend auf 20 Jahren Forschung und Tausenden von Interviews mit Millionären in Amerika. Die überraschende Erkenntnis: Wohlstand hat weniger mit Einkommen zu tun als mit Gewohnheiten. Die meisten Millionäre sind keine Erben, keine Prominenten, keine CEOs — sondern disziplinierte Sparer, die konsequent investiert haben.
Die 3 wichtigsten Lektionen:
1. Einkommen ≠ Vermögen. Viele Hochverdiener sind arm, weil sie alles ausgeben. Viele Durchschnittsverdiener sind reich, weil sie sparen und investieren.
2. Unsichtbarer Reichtum. Echte Millionäre sieht man nicht. Sie fahren Toyota, leben in normalen Häusern und tragen keine Rolex.
3. Disziplin schlägt Talent. Vermögen aufzubauen ist kein Sprint — es ist ein Marathon aus Gewohnheiten, die sich über Jahrzehnte kumulieren.
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→ Ausführliche Buchbesprechung auf arvy
Millionär werden mit dem Schweizer Medianlohn ist keine Fantasie, kein Clickbait und kein Motivations-Coaching. Es ist einfache Mathematik.
CHF 1'000/Monat. 6% Rendite. 31 Jahre. CHF 1'000'000. Davon CHF 628'000 geschenkt vom Zinseszins. Steuerfrei in der Schweiz.
Die fünf Prinzipien aus The Millionaire Next Door bestätigen, was die Mathematik zeigt: Wohlstand basiert auf Gewohnheiten, nicht auf Einkommen. Lebe unter deinen Verhältnissen, spare konsequent, investiere automatisiert, bilde dich weiter, denke langfristig.
Der einzige Faktor, der wirklich zählt: Wann du anfängst.
«Du brauchst kein höheres Gehalt, um Millionär zu werden. Du brauchst einen Sparplan und einen früheren Start als die meisten.»
Sparplan einrichten. 3a und freies Investieren. Quality Investing in die 30 besten Unternehmen der Welt. Der Zinseszins erledigt den Rest.
Dieser Artikel wurde geschrieben von Thierry Borgeat, Co-Founder von arvy, und geprüft von Patrick Rissi, CFA, und Florian Jauch, CFA. Alle drei investieren ihr eigenes Geld im arvy Fonds.
Disclaimer: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine persönliche Anlageberatung dar. Berechnungen basieren auf 6% Rendite p.a. und dienen zur Illustration. Der Medianlohn basiert auf BFS-Daten 2022. Vergangene Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. arvy ist ein von der FINMA beaufsichtigter Vermögensverwalter.