Sparplan oder Säule 3a? Die Reihenfolge


Wer beginnt, Geld zurückzulegen, steht schnell vor dieser Frage: erst die dritte Säule füllen oder direkt in ein Wertschriftendepot investieren? Beide Wege führen an denselben Aktienmarkt. Der Unterschied liegt in der Besteuerung und in der Verfügbarkeit.
Der zentrale Vorteil ist der Steuerabzug. Was du einzahlst, senkt dein steuerbares Einkommen im selben Jahr. Wie viel das wert ist, hängt von deinem Grenzsteuersatz und deinem Wohnort ab — der Effekt liegt aber typischerweise bei einem substantiellen Anteil der Einzahlung.
Diese Ersparnis ist sicher. Sie hängt nicht davon ab, wie sich Märkte entwickeln, und sie fällt sofort an. Ein Aktienmarkt kann eine solche Rendite langfristig übertreffen, aber nie garantieren. Wie viel der Abzug in deinem Kanton konkret bringt, zeigt der 3a-Steuerersparnis-Rechner.
Dazu kommt: Guthaben der Säule 3a unterliegen während der Laufzeit nicht der Vermögenssteuer, und Erträge innerhalb der Lösung werden nicht laufend als Einkommen besteuert. Besteuert wird erst die Auszahlung — separat vom übrigen Einkommen und zu einem reduzierten Satz.
Keine Obergrenze. Die Säule 3a ist auf einen jährlichen Maximalbetrag begrenzt. Wer mehr investieren will oder kann, braucht ohnehin ein freies Depot.
Jederzeit verfügbar. Ein Sparplan lässt sich jederzeit reduzieren, pausieren oder auflösen. 3a-Guthaben sind bis wenige Jahre vor dem Pensionsalter gebunden; vorzeitige Bezüge sind nur in definierten Fällen möglich, etwa bei Wohneigentum, Selbständigkeit oder endgültigem Wegzug.
Kein Endzeitpunkt. 3a-Guthaben müssen bezogen werden. Ein Depot kannst du weiterlaufen lassen, teilweise verkaufen oder vererben, ohne dass ein Datum es erzwingt.
Frei in der Verwendung. Sabbatical, Weiterbildung, Umbau, ein Jahr weniger arbeiten — Ziele, die vor der Pensionierung liegen, lassen sich nur über freies Vermögen finanzieren.
Ein Punkt zu Schritt 3, der oft übersehen wird: Eine Säule 3a auf einem reinen Zinskonto nutzt nur den Steuervorteil, nicht den Renditevorteil. Über dreissig Jahre ist der Unterschied zwischen Konto und Wertschriftenlösung meist grösser als der Steuerabzug selbst. Wer 3a sagt, sollte deshalb auch Aktienquote sagen.
Es gibt Situationen, in denen der Sparplan vor die dritte Säule rückt.
Wenn das Geld vor der Pensionierung gebraucht wird. Wer in acht Jahren ein Sabbatical plant, hat vom Steuerabzug wenig, wenn das Kapital bis 60 gebunden ist.
Wenn kein steuerbares Einkommen vorliegt. Ohne Einkommen wirkt der Abzug nicht — etwa bei einer Erwerbspause oder bei sehr tiefem Einkommen. Dann ist der Hauptvorteil der Säule 3a gegenstandslos.
Wenn das 3a-Guthaben sehr gross wird. Weil die Auszahlung progressiv besteuert wird, kann ein sehr hohes Guthaben zu einer spürbaren Steuerlast beim Bezug führen. Gestaffelte Bezüge über mehrere Konten und Jahre mildern das — ab einer gewissen Grössenordnung wird freies Vermögen daneben sinnvoll.
Der Steuervorteil skaliert mit dem Grenzsteuersatz und fällt bei tiefem Einkommen entsprechend kleiner aus. Bei sehr tiefem oder keinem steuerbaren Einkommen entfällt der Hauptvorteil, und ein freier Sparplan ist wegen seiner Flexibilität oft die bessere Wahl.
Ja, und das ist der Normalfall. Üblich ist, die Säule 3a bis zum Maximalbetrag zu füllen und alles Weitere in einen freien Sparplan zu leiten.
Grundsätzlich in einem definierten Zeitfenster vor dem ordentlichen Rentenalter. Vorbezüge sind nur in bestimmten Fällen möglich, etwa für selbstbewohntes Wohneigentum, den Schritt in die Selbständigkeit oder den endgültigen Wegzug aus der Schweiz.
Bei langem Horizont spricht viel dafür. Ein 3a-Zinskonto nutzt nur den Steuervorteil und verschenkt über Jahrzehnte einen erheblichen Teil der möglichen Rendite. Massgeblich sind Anlagehorizont und Risikotoleranz.
Mehrere Konten erlauben eine gestaffelte Auszahlung über verschiedene Steuerjahre, was die Progression bei der Auszahlungssteuer dämpft. Wie viele sinnvoll sind, hängt von der erwarteten Gesamthöhe und vom Wohnkanton ab.
Eine nachträgliche Einzahlung für zurückliegende Jahre ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Da sich die Regelungen ändern können, lohnt sich vor der Planung ein Blick auf die aktuellen Bestimmungen.
Ein definitiver Wegzug aus der Schweiz ist ein zulässiger Grund für einen Vorbezug. Auf die Auszahlung fällt eine Quellensteuer an, deren Höhe vom Sitz der Vorsorgestiftung abhängt.
Nein. Beide erfüllen unterschiedliche Aufgaben: Die Säule 3a liefert den Steuerabzug, ist dafür gebunden und gedeckelt. Der freie Sparplan ist unbeschränkt und jederzeit verfügbar, aber ohne Steuervorteil bei der Einzahlung.
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Zum ETF Sparplan →Dieser Beitrag wurde von Thierry Borgeat, Mitgründer von arvy, verfasst und von Patrick Rissi, CFA, und Florian Jauch, CFA, geprüft.
Disclaimer: arvy AG ist ein von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA bewilligter Verwalter von Kollektivvermögen nach Art. 24 des Kollektivanlagengesetzes (KAG). Dieser Beitrag dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Steuer- oder Rechtsberatung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Die dargestellten Berechnungen sind Modellrechnungen auf Basis der genannten Annahmen und keine Prognose; sie unterstellen eine konstante Rendite und eine monatliche Verzinsung zum nominellen Jahreszins. Die historische Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Anlagen in Aktien unterliegen Kursschwankungen; Verluste bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals sind möglich. Steuerliche Auswirkungen sind kantonal und individuell unterschiedlich — kläre deine Situation mit einer Fachperson ab.