Teilzeit, Kinder, Karrierepause: Was 5 Jahre ohne Pensionskasse wirklich kosten


arvy's Teaser: Du pausierst 3 Jahre für die Kinder. Oder reduzierst auf 50% für 5 Jahre. Fühlt sich nach der richtigen Entscheidung an — und ist es wahrscheinlich auch. Aber wusstest du, was das finanziell bedeutet? Eine 3-jährige Pause kostet dich CHF 60'000–90'000 an Pensionskassenvermögen. 5 Jahre Teilzeit bei 50%: ähnlich viel. Nicht weil du etwas falsch machst — sondern weil das System den Unterbruch bestraft. Hier ist die ehrliche Rechnung. Und der konkrete Plan, wie du die Lücke danach wieder schliesst.
Wenn du aufhörst zu arbeiten oder stark reduzierst, verlierst du nicht nur Einkommen. Du verlierst vier Dinge gleichzeitig:
Lies die letzte Zeile nochmal. 3 Jahre Pause kosten CHF 75'000–105'000. Nicht an verpasstem Lohn — den kennen die meisten. Sondern an verpasster Vorsorge und Zinseszins. Das ist die Zahl, die niemand erwähnt.
Ausgangslage: Frau, 33, Bruttolohn CHF 90'000 (100%), verheiratet, 1–2 Kinder. Was kostet welches Modell bis zur Pensionierung?
Das häufigste Schweizer Modell — 3 Jahre Pause, danach 60% — kostet rund CHF 130'000 an Vorsorgevermögen im Vergleich zu einer durchgehenden 100%-Karriere. Und das meiste davon merkst du erst mit 55, wenn du den PK-Ausweis genau anschaust.
Dieses Detail verdient einen eigenen Abschnitt, weil es so wenige Menschen verstehen — und es so viel ausmacht.
Die Pensionskasse versichert nicht deinen vollen Lohn, sondern den koordinierten Lohn: Bruttolohn minus Koordinationsabzug (CHF 25'725). Dieser Abzug soll sicherstellen, dass die AHV (1. Säule) den Grundbedarf abdeckt und die PK (2. Säule) den Rest.
Das Problem: Der Koordinationsabzug wird nicht ans Pensum angepasst. Ob du 100% oder 50% arbeitest — der gleiche Betrag wird abgezogen.
Bei 100% sind 71% deines Lohns versichert. Bei 50% nur noch 43%. Der Koordinationsabzug frisst bei tiefem Pensum einen proportional viel grösseren Teil deines Lohns. Das ist die Doppelstrafe: weniger Lohn UND weniger Prozent davon versichert.
Frag deinen Arbeitgeber: Passt eure PK den Koordinationsabzug ans Pensum an? Einige fortschrittliche Arbeitgeber tun das freiwillig (BVG erlaubt es). Wenn dein Arbeitgeber es nicht tut, weisst du zumindest, wie gross die Lücke ist — und kannst sie mit den 3 Hebeln selbst schliessen.
Schritt 1: PK-Ausweis anfordern und Einkaufslücke prüfen. Dein Arbeitgeber oder die PK-Verwaltung kann dir sagen, wie viel du einkaufen kannst. Die meisten unterschätzen die Lücke massiv.
Schritt 2: PK-Einkäufe über mehrere Jahre planen. Nicht alles auf einmal. CHF 5'000–10'000/Jahr bringt jedes Jahr maximale Steuerersparnis. Über 5 Jahre: CHF 25'000–50'000 eingekauft + CHF 8'000–17'000 Steuern gespart.
Schritt 3: 3a sofort wieder maximieren. Ab dem ersten Monat mit Erwerbseinkommen: CHF 7'258/Jahr. Keine Ausnahme. Investiert, nicht auf dem Sparkonto. (→ 3a-Guide)
Schritt 4: Steuerersparnis aus PK-Einkauf + 3a reinvestieren. Du sparst ~CHF 3'500–5'000/Jahr an Steuern. Dieses Geld direkt in den Sparplan. Kostet dich nichts extra — es ist Geld, das sonst zum Kanton geflossen wäre.
Schritt 5: Eigenen Sparplan starten oder erhöhen. CHF 200–500/Monat. Automatisiert. Auf deinen Namen. Das ist der flexibelste Teil — frei verfügbar, steuerfreie Kapitalgewinne, kein Alter gebunden. (→ Sparplan-Guide)
Ausgangslage: Du warst 3 Jahre in Karrierepause, steigst mit 36 wieder ein bei 60%, Lücke ~CHF 130'000.
Nach 10 Jahren hast du die Lücke von CHF 130'000 bereits übertroffen. Nach 20 Jahren stehst du bei fast CHF 500'000. Die Pause hat dich zurückgeworfen — aber der Wiedereinstieg mit System holt alles auf und mehr.
Dieser Artikel soll keine Angst machen. Karrierepausen für Kinder sind wertvoll. Teilzeitarbeit kann die richtige Entscheidung für die Familie sein. Der Fehler ist nicht, zu pausieren — der Fehler ist, die finanziellen Folgen nicht zu kennen und nichts dagegen zu tun.
Wer während der Pause bewusst weiter investiert (freier Sparplan, sofern Budget vorhanden) und nach der Pause sofort die 3 Hebel aktiviert, kann die Lücke in 10–15 Jahren vollständig schliessen. Wer erst mit 55 merkt, dass etwas fehlt, hat 20 Jahre Zinseszins verpasst.
«Die Karrierepause ist kein finanzieller Fehler. Kein Plan für danach — das ist der Fehler. Wer nach der Pause mit System startet, holt nicht nur auf. Man überholt.»
3a investieren, Sparplan starten, Lücke schliessen. Mit arvy investierst du in Qualitätsunternehmen — zusammen mit erfahrenen Investoren, die ihr eigenes Geld genauso anlegen.
Disclaimer: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine persönliche Finanz-, Steuer- oder Vorsorgeberatung dar. Die genannten Zahlen sind Richtwerte und können je nach Kanton, PK-Reglement und persönlicher Situation abweichen. arvy ist ein von der FINMA beaufsichtigter Vermögensverwalter.