Über die Kunst, Geld bewusst einzusetzen


arvy's Teaser: Morgan Housel hat in The Psychology of Money erklärt, wie man Vermögen aufbaut. Jetzt stellt er die Frage, die fast niemand stellt: Was macht man eigentlich mit dem Geld, wenn man es hat? Sein neues Buch zeigt, dass Ausgeben keine Formel hat — es ist eine Kunst. Geprägt von Neid, Identität, Reue und Erwartungen. Und dass die meisten Menschen, die «alles haben», trotzdem nicht glücklich sind — weil sie nie gelernt haben, bewusst auszugeben.
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The Art of Spending Money (2025) von Morgan Housel ist das dritte Buch des ehemaligen Motley-Fool-Kolumnisten und Partners bei Collaborative Fund. Nach The Psychology of Money (Vermögen aufbauen) und Same as Ever (was gleich bleibt) widmet er sich dem letzten, vernachlässigten Thema: wie wir das, was wir verdient haben, tatsächlich verwenden. Seine These: Ausgeben ist keine Wissenschaft mit richtig und falsch — es ist eine Kunst.
Erschienen 2025 · Nachfolger von Psychology of Money + Same as Ever · Kaufen (Amazon)
Die Finanzwelt ist besessen von der Einkommensseite: Wie verdienst du mehr? Sparst du mehr? Investierst du besser? Aber über die Ausgabenseite — wie du das Geld tatsächlich verwendest — redet fast niemand.
Housels Erklärung: Weil es keine Formel gibt. Was die richtige Art zu ausgeben ist, hängt von deiner Biografie, deinen Werten, deinen Ängsten und deinen Prioritäten ab. Die Frau, die CHF 500 für ein Konzert ausgibt, ist nicht «verschwenderisch» — wenn Musik ihr höchster Lebenswert ist. Der Mann, der CHF 80'000 für eine Uhr ausgibt, ist es — wenn er es nur tut, um andere zu beeindrucken.
Die meisten Ausgaben-Ratschläge sind nutzlos — weil sie ignorieren, dass Geld für verschiedene Menschen verschiedene Dinge bedeutet.
Die richtige Frage ist nicht «Was soll ich ausgeben?» Sondern: «Was ist mir wirklich wichtig — und stimmen meine Ausgaben damit überein?»
Housel nennt es «intentional spending» — bewusstes Ausgeben. Nicht weniger ausgeben. Nicht mehr sparen. Sondern: sicherstellen, dass jeder Franken tatsächlich zu dem Leben beiträgt, das du willst.
Die kontraintuitivste Idee im Buch: Dein Glückslevel hat fast nichts mit deinem Einkommen zu tun — und fast alles mit der Lücke zwischen Einkommen und Erwartungen.
Jemand, der CHF 80'000 verdient und CHF 60'000 erwartet hat, ist glücklicher als jemand, der CHF 200'000 verdient und CHF 250'000 erwartet hat. Der erste hat einen «Überschuss». Der zweite hat ein «Defizit». Und das Defizit fühlt sich an wie Scheitern — obwohl er mehr verdient als 95% der Bevölkerung.
Psychologen nennen es das «hedonistische Laufband»: Jede Gehaltserhöhung verschiebt auch die Erwartungen nach oben. Du gewöhnst dich an den BMW innerhalb von 3 Monaten. Dann brauchst du den Porsche. Das Laufband stoppt nie — es sei denn, du steigst bewusst ab.
Die Lösung: Lass die Erwartungen nicht mit dem Einkommen steigen. Housel nennt es «saving the raise» — jede Gehaltserhöhung geht in den Sparplan, nicht in den Lebensstil.
«Wohlstand ist nicht, was du verdienst. Wohlstand ist die Lücke zwischen dem, was du hast, und dem, was du brauchst.»
Vom Lesen zum Handeln
Housel schreibt über «Save the Raise».
Wir haben die Tools gebaut, um es zu automatisieren.
Berechne dein Budget, deine Sparquote, deinen Zinseszins — und finde heraus, wie viel «die Lücke» wert werden kann.
Housel argumentiert: Die beste Ausgabenstrategie ist diejenige, die deine zukünftige Reue minimiert.
Die Pointe: Die besten Ausgaben sind oft unsichtbar. Ein Zuhause, das du liebst. Beziehungen, in die du investierst. Psychische Gesundheit. Zeit mit deinen Kindern. Nichts davon kommt auf Instagram — aber alles davon macht dich reich im wahrsten Sinne.
Die Schweiz ist das perfekte Labor für Housels Ideen. Wenige Länder haben höhere Löhne — und wenige haben mehr sozialen Druck, diese Löhne zu zeigen. Das hedonistische Laufband dreht in der Schweiz besonders schnell.
Gleichzeitig hat die Schweiz ein System, das bewusstes Ausgeben belohnt wie kaum ein anderes: steuerfreie Kapitalgewinne, Säule 3a, niedrige Inflation. Ein Schweizer, der bewusst ausgibt und den Rest investiert, baut schneller Vermögen auf als fast überall sonst auf der Welt.
Brauchst du die 4,5-Zimmer-Wohnung — oder würde die 3,5-Zimmer reichen? Die Differenz: CHF 500/Monat. Investiert über 30 Jahre: CHF 610'000.
Brauchst du das neue Auto — oder würde ein 3 Jahre altes reichen? Die Differenz: CHF 300/Monat. Investiert über 25 Jahre: CHF 250'000.
Brauchst du das Fine-Dining jedes Wochenende — oder einmal im Monat? Die Differenz: CHF 600/Monat. Investiert über 20 Jahre: CHF 280'000.
Housel sagt nicht: Gib alles auf. Er sagt: Gib bewusst aus. Und investiere die Lücke.
💡 Neugierig, wie viel deine «Lücke» wert werden kann? Unser Zinseszinsrechner zeigt es dir in 10 Sekunden.
Zum Rechner →Was brillant ist: Housel ist der beste Finanzautor unserer Generation, weil er Psychologie und Geld verbindet. Dieses Buch füllt die Lücke, die Psychology of Money offengelassen hat. Die Antwort ist überraschend: Die meisten Leute machen es falsch. Nicht weil sie zu viel ausgeben, sondern weil sie für die falschen Dinge ausgeben.
Was fehlt: Housel bleibt bewusst philosophisch. Er gibt keine konkreten Budget-Tipps, keine Sparplan-Anleitungen. «Save the Raise» ist ein grossartiges Konzept — aber wie automatisiert man es?
Automatisiere «Save the Raise». Gehaltserhöhung von CHF 300? Sparplan um CHF 300 erhöhen. Automatisch, am 1. des Monats, nie darüber nachdenken.
Trenne «Lebensgeld» von «Zukunftsgeld». Konto 1: Alles zum Leben. Konto 2: Sparplan + 3a. Das Geld auf Konto 2 existiert nicht mehr — es gehört deinem 65-jährigen Ich.
Bewusstes Ausgeben heisst nicht weniger ausgeben. Es heisst: Wissen, wofür. CHF 200 für das Abendessen mit Freunden — bewusst. CHF 200 beim Auto sparen — bewusst. Den Rest investieren — automatisch.
1. Geld auszugeben ist eine Kunst — und die meisten Menschen haben nie gelernt, sie auszuüben.
2. Dein Glück hängt nicht davon ab, was du verdienst — sondern von der Lücke zwischen Einkommen und Erwartungen.
3. Die besten Ausgaben sind unsichtbar: Zeit, Beziehungen, Gesundheit, Freiheit.
«Seit Jahren schreibe ich darüber, wie man Geld vermehrt. Aber fast niemand spricht darüber, was man damit tut. Ausgeben ist keine Wissenschaft — es ist Kunst.»
Morgan Housel · 2025 · Teil 3 des Housel-Trios
Das Buch, das die Frage stellt, die jedes andere Finanzbuch ignoriert: Was machst du mit dem Geld, wenn du es hast? Pflichtlektüre für alle, die gemerkt haben, dass «mehr verdienen» allein nicht glücklich macht.
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