Vor- und Nachteile von Dividenden — Röhl und Borgeat im Gespräch

Juni 24, 2024 9 Minuten Lesezeit
Vor- und Nachteile von Dividenden — Röhl und Borgeat im Gespräch | arvy für The Market NZZ

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Vor- und Nachteile von Dividenden — Röhl und Borgeat im Gespräch

Wachstum oder Dividenden? Christian W. Röhl, Herausgeber der jährlichen Dividendenstudie, und Thierry Borgeat, Co-Founder von arvy, diskutieren mit The Market by NZZ über zwei valide Anlage-Perspektiven mit unterschiedlicher Akzentuierung. Hier auf arvy.ch findest du das Original-Interview plus die ausführliche Investoren-Sicht zur Dividenden-vs-Reinvestitions-Frage — mit Respekt für beide Positionen.

NZZ-Redaktion · Mit Christian W. Röhl und Thierry Borgeat als gemeinsame Experten · Erweitert von Patrick Rissi, CFA und Florian Jauch, CFA · Erschienen in The Market by NZZ, 2024 · 9 Minuten Lesezeit

Ursprünglich erschienen in
The Market by NZZ — Co-Interview Röhl & Borgeat
Lies das vollständige Co-Interview von Christian W. Röhl und Thierry Borgeat direkt bei NZZ. Hier auf arvy.ch findest du die ausführliche Investoren-Sicht zur Dividenden-vs-Reinvestitions-Frage — mit Respekt für beide diskutierten Positionen.
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In 30 Sekunden — die zwei Perspektiven
  • Christian W. Röhl (Pro-Dividende-Akzent): Eine steigende Dividende ist Ausdruck von Resilienz und Anpassungsfähigkeit. Das «gute Gefühl, wenn unabhängig von der Börsenstimmung Geld auf das Konto kommt», ist mehr als nur psychologisch — es schafft Verhaltens-Stabilität für Anleger.
  • Thierry Borgeat (Pro-Reinvestitions-Akzent): Der Zinseszinseffekt ist die «mächtigste Waffe, die wir als Anleger haben». Unternehmen, die ihren Gewinn über Jahrzehnte in den eigenen Wettbewerbsvorteil reinvestieren, generieren langfristige Wertsteigerungen, die durch Dividendenausschüttungen nicht erreichbar sind.
  • Beide Positionen sind valide — die Wahl hängt von Anleger-Profil, Zeit-Horizont und psychologischer Konstitution ab. Kritisch wird es nur, wenn Anleger «hohen Dividendenrenditen hinterherlaufen» (Röhl) oder Quality-Reinvestoren ohne Skin-in-the-Game-Disziplin auswählen (Borgeat).

Das Original-Interview — die Kernpositionen

Wachstum oder Dividenden? Nach Meinung von Christian W. Röhl, Autor und Vermögensverwalter in eigener Sache, müssen Anlegerinnen und Anleger diese Abwägung bei der Aktienauswahl nicht machen. Kritisch werde es erst, «wenn Investoren hohen Dividendenrenditen hinterherlaufen». Der Herausgeber der jährlich erscheinenden Dividendenstudie schätzt das gute Gefühl, «wenn unabhängig von der Börsenstimmung Geld auf das Konto kommt».

Thierry Borgeat, Gründungspartner der Investmentgesellschaft arvy, betont im Gespräch die langfristigen Vorteile des Zinseszinseffekts, die er als «mächtigste Waffe, die wir als Anleger haben» bezeichnet. Unternehmen, die über Jahrzehnte ihren Gewinn reinvestierten, könnten eine Wertsteigerung erfahren, die sonst nicht möglich wäre.

Christian W. Röhl im Original-Interview
«Eine steigende Dividende zeugt von Resilienz und Anpassungsfähigkeit.»

Röhl, langjähriger Herausgeber einer der renommiertesten Dividendenstudien im deutschsprachigen Raum, betont die Verhaltens-stabilisierende Funktion regelmässiger Cash-Zuflüsse. Eine kontinuierlich steigende Dividende ist nach seiner Lesart auch ein operatives Qualitäts-Signal — Unternehmen, die das über Jahrzehnte schaffen, demonstrieren strukturelle Stärke. Kritisch werde es erst, wenn Anleger blind «hohen Dividendenrenditen hinterherlaufen» und dabei Bewertungs-Disziplin und Geschäftsmodell-Substanz vernachlässigen.

Thierry Borgeat im Original-Interview
«Der Zinseszinseffekt ist die mächtigste Waffe, die wir als Anleger haben.»

Borgeat akzentuiert die langfristige Hebel-Wirkung der Reinvestition. Quality-Geschäfte mit hohen Kapitalrenditen, die ihren Gewinn intern in den Wettbewerbsvorteil reinvestieren, bauen über Jahrzehnte einen Compound-Effekt auf, der durch Dividenden-Ausschüttung nicht reproduzierbar ist — die Mathematik des Zinseszinses ist hier strukturell dominant. Im Interview diskutieren Röhl und Borgeat auch ihre Aktienfavoriten für die jeweilige Strategie.

→ Das vollständige Interview mit konkreten Aktienfavoriten beider Experten auf The Market by NZZ lesen


01Die unbequeme Frage: warum ist Dividende-vs-Reinvestition so emotional?

Wenige Themen sorgen bei Privatanlegern so verlässlich für Emotionen wie die Dividenden-Frage. Mathematisch ist das überraschend — aus reiner Wertschöpfungs-Perspektive ist eine Dividende «nur» eine Form der Kapitalrückgabe, ökonomisch äquivalent zu einem proportionalen Aktien-Verkauf. Trotzdem hängen viele Anleger emotional an ihrer Dividenden-Strategie und treffen weniger emotionale Entscheidungen bei vergleichbar wichtigen Anlage-Themen. Die Frage findet in einem NZZ-Interview-Format keinen Platz für die nötige Tiefe — sie ist aber der Schlüssel: Dividenden adressieren ein psychologisches Bedürfnis, das über die rein mathematische Rendite-Optimierung hinausgeht.

Drei Mechanismen erklären die emotionale Aufladung der Dividenden-Frage:

  1. Cash-Flow-Visualisierung als Erfolgs-Bestätigung. Eine Dividende, die auf das Konto fliesst, ist greifbares Feedback, dass die Anlage funktioniert. Eine Wertsteigerung ohne Cash-Fluss bleibt abstrakter — der psychologische Effekt ist anders, auch wenn die ökonomische Substanz vergleichbar ist. Röhls Punkt zum «guten Gefühl» beschreibt genau diese Verhaltens-Dimension.
  2. Zinseszins-Faszination als rationale Identifikation. Wer den Zinseszins-Effekt einmal mathematisch verstanden hat, identifiziert sich oft stark mit der Reinvestitions-Logik — Reinvestieren wird zur intellektuellen Position. Borgeats Punkt zur «mächtigsten Waffe» trifft den Kern dieser Identifikation. Beide Identifikationen sind valide — sie verschieben aber die Diskussion von «was ist mathematisch optimal» zu «was passt zu meiner Anleger-Identität».
  3. Risiko-Wahrnehmung verschiebt sich nach Lebensphase. In der Anspar-Phase fühlt sich Reinvestition rational an. In der Bezugs-Phase fühlt sich Dividenden-Strategie sicher an. Die emotionale Aufladung der Frage ist oft auch eine Lebensphasen-Diskussion — die mit unterschiedlichen Antworten in unterschiedlichen Lebensabschnitten plausibel ist.
Was beide Positionen verbindet — und was sie unterscheidet

Sowohl Röhl als auch Borgeat eint die Quality-Selektions-Disziplin: beide wären sich einig, dass die Aktienauswahl auf strukturell starke Geschäfte konzentriert sein soll. Sie unterscheiden sich in der Akzentuierung der Auszahlungs-Politik: Röhl sieht in einer steigenden Dividende ein operatives Qualitäts-Signal mit positivem Verhaltens-Effekt für den Anleger. Borgeat sieht in der Reinvestition den strukturellen Hebel für maximalen langfristigen Compound-Effekt. Beide haben recht — die Frage ist, welcher Aspekt für welchen Anleger stärker gewichtet werden soll.


02Die zwei Perspektiven im strukturierten Vergleich

Die Debatte ist keine «Wer hat recht?»-Frage, sondern eine «Was passt zu welchem Profil?»-Frage. Eine strukturierte Gegenüberstellung beider Positionen mit ihren jeweiligen Stärken:

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Reinvestitions-Akzent

Borgeat-Position
Zinseszinseffekt als «mächtigste Waffe»
  • Maximaler Compound-Effekt über Jahrzehnte
  • Steuer-Stunden auf nicht-realisierten Gewinnen
  • Kapital arbeitet im Geschäft mit hohem RoIC
  • Intern reinvestiertes Kapital muss nicht neu allokiert werden
  • Optimal für Anspar-Phase mit langem Horizont
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Dividenden-Akzent

Röhl-Position
Resilienz, Anpassungsfähigkeit, gutes Gefühl
  • Steigende Dividende als operatives Qualitäts-Signal
  • Cash-Flow unabhängig von Börsenstimmung
  • Verhaltens-Stabilisator in Bear-Phasen
  • Diszipliniert das Management gegen unproduktive Akquisitionen
  • Optimal für Bezugs-Phase oder gemischte Anleger-Profile

Was diese Gegenüberstellung zeigt: beide Positionen haben strukturelle Vorteile in unterschiedlichen Anleger-Kontexten. Der ideologisch geprägte «Reinvestition immer besser»- oder «Dividenden immer besser»-Anleger ignoriert die Kontext-Abhängigkeit. Disziplinierte Anleger fragen: was passt zu meinem Lebenshorizont, meiner psychologischen Konstitution, meiner Steuer-Situation, meinem Geldfluss-Bedarf?

Wo beide Positionen warnen — die Schnittmenge der Risiken

Sowohl Röhl als auch Borgeat warnen explizit vor «hohen Dividendenrenditen hinterherlaufen» (Röhl) und vor strukturlosem Reinvestitions-Glaube ohne Quality-Filter (impliziert in Borgeats Skin-in-the-Game-Logik). Eine Aktie mit 12% Dividendenrendite ist meist kein Schnäppchen, sondern ein Geschäft in fundamentaler Schwäche. Ein Geschäft, das «reinvestiert» ohne dabei sinnvoll zu wachsen, verbrennt Kapital. Beide Strategien funktionieren nur mit strenger Geschäftsmodell-Disziplin als Voraussetzung. Ohne diese Disziplin werden beide zur Falle.


03Was das für ein Quality-Portfolio bedeutet

Die Dividenden-vs-Reinvestitions-Frage ist nicht binär, sondern ein Spektrum. Drei strategische Implikationen:

ImplikationWas zu tun wäre
1. Quality-Filter zuerst, Auszahlungs-Politik zweitBevor du dich entscheidest «Dividende oder Reinvestition», stelle sicher, dass jede Position ein strukturell starkes Geschäft ist (Burggraben, hohe Kapitalrenditen, Skin in the Game). Beide Strategien funktionieren nur mit Quality-Substrat. Dividenden auf schwache Geschäfte sind Kapital-Vernichtung. Reinvestition in schwache Geschäfte ist auch Kapital-Vernichtung.
2. Mischung als Default für die meisten AnlegerDie meisten Anleger profitieren von einer Mischung: 40-70% Reinvestoren-Geschäfte (langfristiger Compound-Effekt) plus 30-60% Dividenden-Zahler (Verhaltens-Stabilität, Cash-Flow). Das exakte Verhältnis hängt vom Profil ab — Lebensphase, Risiko-Toleranz, psychologische Konstitution.
3. Strategie-Konsistenz wichtiger als Strategie-WahlWer ständig zwischen Dividenden- und Reinvestitions-Strategie hin- und herwechselt, verliert in beiden. Wähle eine Strategie, die zu deinem Profil passt, und halte sie 10+ Jahre konsequent. Beide Strategien funktionieren — aber nur mit Konsistenz.
Anleger-ProfilEmpfohlene AkzentuierungBegründung
20-40 Jahre alt, Anspar-Phase, lange HorizontReinvestitions-Akzent (60-80%)Compound-Effekt maximieren, Dividenden-Steuer-Last minimieren
40-60 Jahre alt, mittlere LebensphaseAusgewogene Mischung (50/50)Übergang von Anspar- zu Bezugs-Phase, Strategie-Stabilität wichtig
60+ Jahre alt, Bezugs-PhaseDividenden-Akzent (50-70%)Cash-Flow für Lebenshaltung, Verhaltens-Stabilität in Bear-Phasen
Anleger mit emotionaler Bear-AnfälligkeitDividenden-Akzent unabhängig vom AlterCash-Flow als Verhaltens-Stabilisator, verhindert panisches Verkaufen

04Drei Szenarien — wie sich Dividenden-vs-Reinvestitions-Strategien historisch entwickeln

Die langfristigen Renditen beider Strategien sind statistisch ähnlich, wenn beide diszipliniert auf Quality-Geschäfte angewendet werden. Drei plausible Pfade:

Bull Case

Diszipliniert reinvestierte Quality liefert höhere absolute Renditen

Über sehr lange Zeitspannen (20-40 Jahre) und bei strikter Quality-Selektion liefert Reinvestition strukturell die höchsten absoluten Renditen — das ist die mathematische Wirkung des Zinseszinses. Anleger mit langer Anlage-Disziplin und psychologischer Bear-Resilienz profitieren maximal. Beispiel-Compounder wie Berkshire Hathaway demonstrieren das historisch.

Base Case

Mischstrategien liefern stabilere Renditen mit besserem Verhaltens-Profil

Eine Mischung aus reinvestierenden Quality-Geschäften und Dividenden-Quality liefert leicht niedrigere Theorie-Renditen, aber höhere realisierte Renditen — weil die Verhaltens-Stabilität das panische Verkaufen in Bear-Phasen reduziert. Über die durchschnittliche Anleger-Realität ist diese Mischung das pragmatisch optimale Resultat. Unser Basisszenario.

Bear Case

Undisziplinierte Strategien beider Lager scheitern

«Dividenden-Hetzjäger», die hohe Dividendenrenditen ohne Quality-Filter kaufen, erleben strukturell Underperformance und Dividenden-Kürzungen. «Reinvestoren», die in strukturell schwache Geschäfte investieren ohne Skin-in-the-Game-Disziplin, sehen Kapital-Vernichtung statt Compound-Effekt. Beide Strategien scheitern ohne disziplinierte Quality-Voraussetzung.


05Was du jetzt prüfen solltest

Eine Strategie-Klarheit-Inventur dauert 60-90 Minuten. Vier konkrete Prüfungen:

1. Anleger-Profil-Analyse. Lebensphase, Geldfluss-Bedarf, Risiko-Toleranz, psychologische Bear-Resilienz — diese vier Dimensionen bestimmen die optimale Akzentuierung. Ehrliche Selbst-Analyse statt ideologischer Vorab-Entscheidung.

2. Aktuelle Portfolio-Struktur prüfen. Welcher Anteil deines Portfolios ist in echten Reinvestoren-Geschäften (niedrige bis keine Dividende, hohe Reinvestitions-Quote, hohes RoIC)? Welcher Anteil ist in Dividenden-Quality (steigende Dividende über 10+ Jahre, ausschüttungs-disziplinierte Geschäfte)? Welcher Anteil ist in problematischen «Hochdividenden-ohne-Substanz»-Geschäften?

3. Steuer-Situation einbeziehen. Dividenden-Besteuerung variiert stark nach Wohnsitz (Schweiz, Deutschland, andere). Reinvestoren-Geschäfte stunden Steuern auf nicht-realisierte Gewinne. Diese Steuer-Optimierung kann pro Jahr 0.3-1.0% zusätzliche Netto-Rendite ausmachen — über 30 Jahre substantiell.

4. Strategie-Konsistenz schriftlich festlegen. Definiere für die nächsten 10 Jahre eine klare Zielallokation (z.B. «60% Reinvestoren, 30% Dividenden-Quality, 10% Cash»). Schriftliche Festlegung verhindert reaktive Strategie-Wechsel in Markt-Stress-Phasen.

Was disziplinierte Anleger tun

Sie ideologisieren nicht «Dividenden vs. Reinvestition» — sie wählen pragmatisch nach Profil. Sie halten in beiden Strategien-Komponenten ausschliesslich Quality-Geschäfte als Voraussetzung. Sie vermeiden den Hochdividenden-Reflex genauso konsequent wie den blinden Reinvestoren-Glauben. Sie wechseln ihre Strategie nicht reaktiv, sondern halten sie 10+ Jahre konsequent. Sie passen die Akzentuierung graduell an Lebensphasen an, nicht sprunghaft. Diese Disziplin respektiert beide validen Positionen — Röhls und Borgeats — und übersetzt sie in pragmatische Portfolio-Realität. Das ist letztlich der Synthese-Ansatz, den beide Experten in unterschiedlicher Akzentuierung in ihrer eigenen Praxis leben.


06Häufig gestellte Fragen

Welche konkreten Aktienfavoriten nennen Röhl und Borgeat im Interview?

Beide Experten nennen ihre konkreten Aktienfavoriten für die jeweilige Strategie im vollständigen Interview. Wir publizieren die spezifischen Namen hier nicht, weil unser Fokus auf der übertragbaren Strategie-Mechanik liegt. Die genannten Geschäfte zum damaligen Zeitpunkt sind heute möglicherweise andere — die Selektions-Methodik beider Experten bleibt aber gültig.

Sind Buybacks (Aktienrückkäufe) eine Alternative zu Dividenden?

Buybacks sind ökonomisch ähnlich zu Dividenden — Kapitalrückgabe an Aktionäre, nur in anderer Form. Steuerlich oft günstiger (in vielen Jurisdiktionen). Das Verhaltens-«Cash-auf-Konto»-Element entfällt aber. Disziplinierte Anleger sehen Buybacks als sinnvolles Element des Auszahlungs-Spektrums, vor allem wenn sie zu vernünftigen Bewertungen erfolgen. Buybacks bei extrem hohen Bewertungen sind hingegen Kapital-Vernichtung.

Was ist mit «Dividenden-Aristokraten» wie Procter & Gamble oder Coca-Cola?

Klassische Vertreter der Röhl-Position: Geschäfte mit jahrzehntelang steigenden Dividenden, die operativ-strukturell Quality demonstrieren. Disziplinierte Dividenden-Anleger konzentrieren sich genau auf solche Geschäfte. Wichtig: nicht jede «Dividenden-Aristokratie» ist heute noch Quality — periodische Überprüfung der Geschäftsmodell-Substanz ist essenziell.

Wie geht arvy mit der Dividenden-Frage um?

arvy folgt einer Reinvestitions-akzentuierten Quality-Strategie, hält aber auch Dividenden-Quality-Positionen. Konkrete Strategie-Mechanik und Sektor-Allokation findest du transparent dokumentiert im arvy Quartalsbericht Q1 2026.



Beide Positionen sind valide — die Wahl ist persönlich

Was das Co-Interview mit Röhl und Borgeat besonders wertvoll macht, ist die Klarheit, dass beide Positionen valide sind und sich in ihren Stärken ergänzen, statt einander auszuschliessen. Röhls Dividenden-Akzent adressiert die Verhaltens-Stabilität und das operative Qualitäts-Signal. Borgeats Reinvestitions-Akzent adressiert die mathematische Hebel-Wirkung des Zinseszinses. Beide Akzentuierungen sind richtig — die Frage ist, welche zu welchem Anleger-Profil besser passt.

Was disziplinierte Anleger vom durchschnittlichen unterscheidet, ist nicht die ideologische Festlegung auf eine der beiden Positionen, sondern die ehrliche Profil-Analyse und die konsequente Umsetzung der gewählten Akzentuierung. Beide Strategien funktionieren langfristig — aber nur mit Quality-Geschäftsmodell-Disziplin als Voraussetzung und mit Strategie-Konsistenz über 10+ Jahre. Anleger, die zwischen den Strategien hin- und herwechseln, je nachdem welche aktuell besser performt, verlieren in beiden. Anleger, die ihre gewählte Strategie konsequent leben — egal ob Reinvestoren-akzentuiert oder Dividenden-akzentuiert — bauen über Jahrzehnte den langfristigen Compound-Effekt auf, den beide Experten in unterschiedlicher Akzentuierung beschreiben. Beide haben recht. Was zählt ist, dass du eine wählst und dabei bleibst.

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Original-Interview von der NZZ-Redaktion mit Christian W. Röhl (Autor und Vermögensverwalter, Herausgeber der jährlichen Dividendenstudie) und Thierry Borgeat (Co-Founder arvy) als gemeinsame Experten. Die ausführliche arvy-Erweiterung wurde verfasst von Thierry Borgeat und überprüft von Patrick Rissi, CFA und Florian Jauch, CFA — mit Respekt und Anerkennung für Christian W. Röhls Pro-Dividende-Position. Letztes Update: April 2026.

Disclaimer: Dieser Artikel dient allgemeinen Bildungszwecken und stellt keine persönliche Anlageberatung dar. Vergangene Performance ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. arvy ist ein von der FINMA beaufsichtigter Vermögensverwalter mit KAG-Lizenz (Art. 24). Impressum & Rechtliche Hinweise.