Was verdient man in der Schweiz wirklich? Löhne nach Branche, Alter und Kanton (2026)

Januar 10, 2026 4 Minuten Lesezeit

arvy's Teaser: Über Geld spricht man in der Schweiz nicht. Genau deshalb wissen die meisten nicht, ob sie gut verdienen — oder ob es bessere Möglichkeiten gäbe. Hier sind die echten Zahlen: Medianlohn, Löhne nach Branche, Alter, Kanton und Geschlecht. Basierend auf den aktuellsten Daten des BFS (Bundesamt für Statistik). Und am Ende: was du mit dem Geld anfangen solltest, das übrig bleibt.


Der Schweizer Medianlohn 2026

Der Medianlohn in der Schweiz liegt bei rund CHF 6'788 brutto pro Monat (basierend auf der jüngsten BFS-Lohnstrukturerhebung, standardisiert auf eine 4.33-Wochen-Basis bei Vollzeit). Das entspricht rund CHF 81'500 brutto pro Jahr.

Median heisst: Die Hälfte der Arbeitnehmenden verdient mehr, die andere Hälfte weniger. Der Median ist aussagekräftiger als der Durchschnitt, weil einzelne Spitzengehälter den Durchschnitt nach oben verzerren.

Brutto vs. Netto: Vom Bruttolohn gehen ab: AHV/IV/EO (~5.3%), ALV (~1.1%), Pensionskasse (~7–8% je nach PK und Alter), NBU (~1–2%). Netto bleiben je nach Kanton und Situation etwa 80–85% des Bruttolohns. Steuern kommen dann separat dazu.


Löhne nach Branche

Die Unterschiede zwischen den Branchen sind enorm. Der bestbezahlte Sektor zahlt fast das Doppelte des schlechtbezahltesten.

Branche Medianlohn/Monat ~ pro Jahr
Pharma & Chemie CHF 9'800 CHF 117'600
Finanzdienstleistungen & Versicherungen CHF 9'500 CHF 114'000
IT & Telekommunikation CHF 9'200 CHF 110'400
Beratung & Wirtschaftsprüfung CHF 8'800 CHF 105'600
Maschinenindustrie CHF 7'800 CHF 93'600
Schweizer Median (alle Branchen) CHF 6'788 CHF 81'500
Gesundheit & Soziales CHF 6'500 CHF 78'000
Bau CHF 6'300 CHF 75'600
Handel & Detailhandel CHF 5'700 CHF 68'400
Gastronomie & Hotellerie CHF 4'600 CHF 55'200

Quelle: BFS Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE). Richtwerte, gerundet. Standardisiert auf Vollzeit-Äquivalent.


Löhne nach Alter

Der Lohn steigt in der Schweiz bis etwa Mitte 50, dann flacht er ab. Junge Arbeitnehmende starten tief, holen aber schnell auf — besonders in wissensintensiven Branchen.

Altersgruppe Medianlohn/Monat vs. Gesamt-Median
20–29 CHF 5'300 –22%
30–39 CHF 6'900 +2%
40–49 CHF 7'600 +12%
50–59 CHF 7'800 +15%
60–65 CHF 7'500 +10%

Wichtig: Die höchsten Löhne im Alter 50–59 bedeuten auch die höchsten PK-Beiträge (Altersgutschriften steigen auf 18% des koordinierten Lohns). Das ist die Phase, in der du am meisten für die Pensionierung ansparst — und in der freiwillige PK-Einkäufe steuerlich am wirkungsvollsten sind. (→ Vorsorgelücke-Rechner)


Löhne nach Kanton

Die regionalen Unterschiede spiegeln Branchenmix, Lebenshaltungskosten und lokale Arbeitsmärkte wider.

Region Medianlohn/Monat Typische Branchen
Zürich CHF 7'800 Banken, Versicherungen, IT, Beratung
Basel-Stadt CHF 8'200 Pharma (Roche, Novartis), Chemie
Zug CHF 7'900 Rohstoffhandel, Crypto, Holdings
Genf CHF 7'600 Internationale Org., Banken, Luxus
Bern CHF 6'900 Bund, Versicherungen, Bildung
Luzern CHF 6'400 Tourismus, Industrie, Versicherungen
St. Gallen CHF 6'200 Maschinen, Textil, Pharma
Tessin CHF 5'500 Grenzgänger-Effekt, Tourismus

Richtwerte basierend auf BFS-Daten. Die Lohnunterschiede werden teilweise durch höhere Lebenshaltungskosten in Hochlohn-Kantonen aufgefangen.


Gender Pay Gap: Frauen verdienen 18% weniger

Der Medianlohn für Frauen liegt rund 18% unter dem der Männer — CHF 6'000 vs. CHF 7'300 brutto pro Monat. Etwa 45% dieser Differenz lässt sich durch objektive Faktoren erklären (Branche, Funktion, Dienstalter, Pensum). Die verbleibenden 55% — rund 8% Lohnunterschied — gelten als «unerklärter Gender Pay Gap».

Die Auswirkung auf die Vorsorge ist dramatisch: Tieferer Lohn → tiefere PK-Beiträge → tieferer Koordinationsabzug-Effekt bei Teilzeit → weniger 3a (weil ohne Erwerbseinkommen kein 3a möglich). Die Pension Gap beträgt über ein Frauenleben durchschnittlich CHF 100'000–400'000. (→ Die Pension Gap in der Schweiz · → Vorsorgelücke-Rechner)


Was machst du mit dem Geld, das übrig bleibt?

Die Schweiz hat eine der höchsten Sparquoten der Welt. Bei einem Medianlohn von CHF 6'788 brutto und durchschnittlichen Lebenshaltungskosten bleiben vielen Haushalten CHF 500–2'000 pro Monat übrig. Die Frage ist: Was passiert damit?

Die meisten: Sparkonto bei 0.75% Zins. Nach 20 Jahren: kaum gewachsen, real (inflationsbereinigt) sogar weniger wert.

Die Alternative: CHF 500/Monat investiert bei 6% Rendite → CHF 232'000 nach 20 Jahren (davon CHF 112'000 Zinseszins). Plus 3a maximiert: nochmal CHF 280'000. Total: über CHF 500'000. (→ CHF 50'000 auf dem Sparkonto — was jetzt?)

Die drei Hebel, die jeder in der Schweiz hat:

1. Säule 3a maximieren (CHF 7'258/Jahr). Voller Steuerabzug, investiert statt auf dem Sparkonto. Bei 6% Rendite über 25 Jahre: rund CHF 440'000. Plus CHF 50'000–60'000 kumulative Steuerersparnis. (→ 3a Steuerersparnis Rechner)

2. Sparplan starten (CHF 200–500/Monat). Keine Obergrenze, steuerfreie Kapitalgewinne in der Schweiz. Automatisiert, jeden Monat, unabhängig vom Markt. (→ arvy Sparplan)

3. PK-Einkäufe prüfen. Vor allem nach Karrierepausen oder Teilzeit: freiwillige Einkäufe sind voll steuerabzugsfähig und schliessen die Vorsorgelücke. (→ Vorsorgelücke-Rechner)


Du verdienst gut. Lass dein Geld genauso gut arbeiten.

Mit arvy investierst du in die 30 besten Qualitätsunternehmen der Welt — ab CHF 1, zusammen mit erfahrenen Investoren.

Quellen: Bundesamt für Statistik (BFS), Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE). Werte sind Richtwerte und können je nach Datenerhebung und Definition variieren. arvy ist ein FINMA-regulierter Vermögensverwalter und bietet keine Lohnberatung an.