Wie investiere ich richtig? 4 Do’s, 2 Dont’s


arvy's Teaser: Kann ich ein guter Anleger sein? Ja. Du brauchst kein Geheimwissen, keine Finanzausbildung und kein perfektes Timing. Du brauchst einen Plan, etwas Disziplin und die Bereitschaft, langfristig zu denken. Dieser Artikel zeigt dir die 4 Dinge, die gute Anleger tun – und die 2 Fehler, die sie vermeiden. Mit Schweizer Zahlen und dem ehrlichen Blick eines Gründers, der diese Lektionen selbst gelernt hat.
Ich hätte früher anfangen sollen. Das ist mein grösstes finanzielles Bedauern. Nicht, dass ich die falsche Aktie gekauft hätte. Nicht, dass ich einen Crash verpasst hätte. Sondern dass ich jahrelang Geld auf dem Sparkonto liegen liess, weil ich dachte, ich müsste erst alles verstehen, bevor ich anfangen darf.
Die Wahrheit: Perfektes Wissen ist keine Voraussetzung. Anfangen ist die Voraussetzung. Alles andere lernst du unterwegs.
Viele glauben, gute Anleger kennen Geheimnisse, die andere nicht kennen. Sie picken die richtigen Aktien, steigen zum perfekten Zeitpunkt ein und haben ein übernatürliches Gespür für Märkte.
Die Realität ist viel langweiliger – und viel beruhigender: Gute Anleger zeichnen sich durch Gewohnheiten aus, nicht durch Genialität. Sie haben einen Plan, halten sich daran und lassen die Zeit für sich arbeiten. Das kann jeder.
Bevor du einen einzigen Franken investierst, beantworte drei Fragen:
Wofür? Ruhestand, Eigenheim, finanzielle Freiheit, Kinderausbildung?
Wie lange? 5 Jahre, 15 Jahre, 30 Jahre?
Wie viel? CHF 200/Monat, CHF 1'000/Monat, eine Einmalanlage?
Der Plan muss nicht perfekt sein. Er muss existieren. Denn ohne Plan investierst du nicht – du spekulierst.
Ziel: Vermögensaufbau für den Ruhestand. Zeithorizont: 25 Jahre. Sparquote: CHF 605/Monat in die Säule 3a (Maximum CHF 7'258/Jahr) + CHF 400/Monat frei investiert. Total: CHF 1'005/Monat. Bei 7% durchschnittlicher Rendite ergibt das nach 25 Jahren ca. CHF 810'000 – aus CHF 301'500 Eigenleistung. (→ arvy Investitionsrechner)
Nicht alles auf ein Pferd setzen. Klingt banal, wird trotzdem ständig ignoriert. Wer sein ganzes Geld in eine einzelne Aktie steckt, spielt Lotto. Wer breit streut, reduziert das Risiko massiv – ohne auf Rendite zu verzichten.
Diversifikation bedeutet: verschiedene Unternehmen, verschiedene Branchen, verschiedene Regionen. Ein Portfolio aus 30–50 Qualitätsunternehmen weltweit oder ein breit gestreuter ETF auf 1'500+ Unternehmen – beides funktioniert. (→ Anfänger-Guide)
Sobald der Plan steht, ist dein Job einfach: dranbleiben. Monat für Monat investieren. Nicht aufhören, wenn die Kurse fallen. Nicht plötzlich alles ändern, weil jemand auf TikTok eine heisse Aktie empfiehlt.
Beständigkeit schlägt Brillanz. Der langweiligste Anleger im Raum ist oft der erfolgreichste.
Du richtest einen Dauerauftrag ein: jeden Monat CHF 500, automatisch investiert. Egal ob der Markt oben oder unten steht. Mal kaufst du teurer, mal günstiger. Über 20 Jahre senkt das deinen durchschnittlichen Einstandspreis und eliminiert den gefährlichsten Faktor: deine Emotionen. Das nennt man Dollar-Cost-Averaging – und es funktioniert.
Kein Anleger weiss alles. So wie sich die Welt verändert, verändern sich auch die Märkte. Gute Anleger bleiben neugierig: sie lesen, sie fragen, sie verstehen die Unternehmen, in die sie investieren.
Das heisst nicht, dass du täglich Finanznachrichten lesen musst. Aber verstehe, was du besitzt. Verstehe, warum du es besitzt. Und verstehe, dass Schwankungen kein Grund zur Panik sind – sondern Teil des Spiels.
«Ich warte, bis die Kurse fallen.» Das sagen alle. Und fast alle verpassen dabei die besten Tage im Markt.
Hier ist die Wahrheit: Niemand weiss, wann der Markt steigt oder fällt. Nicht du, nicht ich, nicht die Analysten im Fernsehen. Und die Daten sind brutal eindeutig: Zeit im Markt schlägt Timing des Markts – fast immer.
CHF 10'000 investiert in den MSCI World, 20 Jahre gehalten (2004–2024):
Voll investiert geblieben: ca. CHF 42'000
Die 10 besten Tage verpasst: ca. CHF 21'000
Die 20 besten Tage verpasst: ca. CHF 13'000
Die besten Börsentage kommen fast immer direkt nach den schlechtesten. Wer panisch verkauft, verpasst genau die Erholung.
Die Gedankenübung, die ich gerne mache: Stell dir vor, du investierst CHF 10'000 – und am nächsten Tag crasht der Markt um 30%. Dein Konto zeigt CHF 7'000. Fühlt sich furchtbar an. Aber wenn du investiert bleibst und weiter jeden Monat CHF 250 einzahlst, ist der Unterschied nach 30 Jahren nur ca. 8% gegenüber jemandem, der kein Pech mit dem Einstieg hatte. 8% – für das allerschlechteste Timing. (→ arvy Investitionsrechner)
Lektion: Market-Timing ist ein Narrenspiel. Das Wichtigste ist, die Reise zu beginnen.
Ein Rückgang im Portfolio fühlt sich wie ein Schlag in die Magengrube an. Das ist menschlich. Aber Entscheidungen aus Angst – panisch verkaufen, plötzlich alles umschichten, aus dem Markt gehen – sind fast immer teuer.
| Krise | Einbruch | Erholung |
|---|---|---|
| Finanzkrise 2008 | –55% | ~4 Jahre auf Vorkrisenniveau |
| Covid-Crash 2020 | –34% | ~5 Monate |
| Inflation/Zinsanstieg 2022 | –20% | ~1 Jahr |
Wer in jeder dieser Krisen panisch verkauft hat, hat die anschliessende Erholung verpasst. Wer investiert geblieben ist – oder sogar nachgekauft hat – steht heute deutlich besser da.
Stell dir vor, Aktien sind im «Sale», wenn die Kurse fallen. Du freust dich ja auch, wenn dein Lieblingsrestaurant 30% Rabatt hat – warum nicht bei deinen Investments?
Richtig investieren heisst auch: in der richtigen Reihenfolge investieren. In der Schweiz gibt es Instrumente, die dir der Staat mitfinanziert. Nutze sie – bevor du frei investierst.
Private Kapitalgewinne sind in der Schweiz steuerfrei. Und die 3a-Einzahlung spart dir sofort CHF 1'500–4'000 Steuern pro Jahr. Das ist das einzige Investment, das der Staat mitfinanziert. (→ Steuer-Guide)
Investieren beginnt mit Sparen. Nicht andersherum. Gib nicht aus, was übrig bleibt – investiere, was du dir vorgenommen hast, und lebe vom Rest.
Die Frage ist nicht: «Kann ich mir leisten zu investieren?» Die Frage ist: «Kann ich mir leisten, es nicht zu tun?»
Ein einfacher Startpunkt für die Schweiz:
| Kategorie | Anteil | Beispiel (CHF 6'000 netto) |
|---|---|---|
| Fixkosten (Miete, KK, Steuern, ÖV) | ~55% | CHF 3'300 |
| Lebenskosten (Essen, Freizeit, Kleidung) | ~25% | CHF 1'500 |
| Investieren (3a + frei) | ~20% | CHF 1'200 |
Die Schweiz ist teuer, deshalb liegt der Fixkostenanteil höher als die klassische «50-30-20»-Regel aus den USA. Wichtig ist: die 20% Sparquote ist das Minimum-Ziel. Alles darüber ist Bonus. (→ Budget-Guide mit konkreten Zahlen)
Jetzt. Nicht morgen, nicht «wenn der Markt korrigiert», nicht «wenn ich mehr verdiene». Jetzt.
Je früher du anfängst, desto mehr arbeitet der Zinseszins für dich. Wer mit 25 startet, hat 40 Jahre Laufzeit bis zur Pensionierung. Wer mit 35 startet, hat 30 Jahre. Dieser Unterschied von 10 Jahren kostet dich nicht 25% Endvermögen – er kostet dich fast die Hälfte.
Start mit 25: Nach 40 Jahren → ca. CHF 1'320'000 (aus CHF 240'000 eingezahlt)
Start mit 35: Nach 30 Jahren → ca. CHF 610'000 (aus CHF 180'000 eingezahlt)
Start mit 45: Nach 20 Jahren → ca. CHF 260'000 (aus CHF 120'000 eingezahlt)
10 Jahre früher starten verdoppelt dein Endvermögen. Das ist die Macht des Zinseszinses – und sie wartet nicht auf dich.
Gute Anleger zeichnen sich nicht durch Genialität aus. Nicht durch grosse Summen. Nicht durch Geheimwissen. Sie zeichnen sich durch vier einfache Gewohnheiten aus: Einen Plan haben. Breit streuen. Auf Kurs bleiben. Weiter lernen. Und sie vermeiden zwei Fehler: Den Markt timen wollen. Emotionale Entscheidungen treffen.
Das Schwierigste am Investieren ist nicht die Theorie. Es ist der erste Schritt. Alles danach wird einfacher.
Ich bin überzeugt: Jeder kann ein erfolgreicher Anleger sein. Nicht trotz der Einfachheit dieser Regeln – sondern genau deswegen.
Mit arvy investierst du in Qualitätsunternehmen – per Sparplan ab CHF 1, oder als Einmalanlage. Säule 3a und freies Investieren in einer App. Keine versteckten Gebühren. Und wenn du Fragen hast: Wir sind da.
Disclaimer: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine persönliche Anlageberatung dar. Historische Renditen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Investitionen in Wertpapiere bergen Risiken, einschliesslich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals. arvy ist ein von der FINMA beaufsichtigter Vermögensverwalter.