Wie viel Geld brauche ich in der Schweiz?

März 10, 2025 5 Minuten Lesezeit

arvy's Teaser: «Das Leben in der Schweiz ist teuer.» Ja, stimmt. Aber wie teuer genau? Und wie viel bleibt am Ende des Monats wirklich übrig? Die meisten Budgetrechner im Netz geben dir Durchschnittswerte, die nichts mit deinem Leben zu tun haben. Hier bekommst du drei ehrliche Monatsbudgets – Zeile für Zeile, für drei typische Lebenssituationen, mit realistischen Zahlen aus der Grossregion Zürich. Keine geschönten Durchschnitte. Und am Ende: die Antwort auf die wichtigste Frage – wie viel du jeden Monat investieren solltest.

Hinweis

Alle Budgets basieren auf der Grossregion Zürich (Stadt + Agglomeration). In günstigeren Kantonen (Aargau, Thurgau, Luzern Land) sind Miete, Steuern und Krankenkasse oft 20–30% tiefer. In Genf oder Zug verschiebt sich die Rechnung nochmals. Passe die Zahlen an deinen Standort an.


Budget 1: Single, 28 Jahre, CHF 80'000 brutto

Profil: Software-Entwicklerin, B-Bewilligung, lebt allein in einer 2.5-Zimmer-Wohnung in Zürich-Altstetten, nutzt ÖV, kein Auto.

Monatliches Budget – CHF 80'000 brutto / ca. CHF 5'150 netto*
Fixkosten
Miete (2.5 Zi, Altstetten) CHF 1'650
Krankenkasse (Grundversicherung, Franchise 2'500) CHF 350
ÖV-Abo (GA oder Zonen-Abo) CHF 230
Handy + Internet CHF 80
Serafe (Radio/TV-Abgabe) CHF 28
Versicherungen (Haftpflicht, Hausrat) CHF 40
Variable Kosten
Lebensmittel & Haushalt CHF 550
Auswärts essen & Ausgang CHF 300
Kleidung & Persönliches CHF 150
Freizeit, Sport, Abos (Netflix, Gym…) CHF 200
Gesundheit (Zahnarzt, Selbstbehalt, Optiker) CHF 80
Reisen / Ferien (Rücklage) CHF 250
Total Ausgaben CHF 3'908
Übrig zum Investieren CHF ~1'240 / Monat
*Netto nach AHV, PK-Beiträgen und Quellensteuer (B-Bewilligung). Steuern bereits abgezogen.
Was machen mit den CHF 1'240?

→ CHF 605/Monat in die Säule 3a (= CHF 7'258/Jahr, Maximum ausgeschöpft)
→ CHF 635/Monat in freies Investieren (ETF oder Qualitätsstrategie via arvy)
Sparquote: 24% – solide. In 10 Jahren werden daraus bei 5% Rendite rund CHF 195'000.


Budget 2: Paar, beide 34, CHF 150'000 brutto kombiniert

Profil: Er Projektleiter (CHF 95k), sie Marketing-Managerin (CHF 55k). C-Bewilligung, 3.5-Zimmer-Wohnung in Winterthur, ein Auto.

Monatliches Budget – CHF 150'000 brutto / ca. CHF 8'900 netto*
Fixkosten
Miete (3.5 Zi, Winterthur) CHF 1'900
Nebenkosten (Strom, Heizung, Wasser) CHF 200
Krankenkasse (2 Personen) CHF 700
Steuern (Rücklage, ordentliche Veranlagung) CHF 1'300
Auto (Leasing/Amortisation, Versicherung, Benzin, Parkplatz) CHF 650
Handy + Internet CHF 120
Serafe + Versicherungen CHF 100
Variable Kosten
Lebensmittel & Haushalt CHF 900
Auswärts essen & Ausgang CHF 400
Kleidung & Persönliches CHF 250
Freizeit, Sport, Abos CHF 300
Gesundheit CHF 120
Reisen / Ferien CHF 500
Total Ausgaben CHF 7'440
Übrig zum Investieren CHF ~1'460 / Monat
*Netto nach AHV und PK-Beiträgen, vor Steuern (ordentliche Veranlagung, Steuerrücklage separat eingerechnet).
Was machen mit den CHF 1'460?

→ CHF 1'210/Monat in 2× Säule 3a (beide Partner je CHF 605/Monat = CHF 14'516/Jahr)
→ CHF 250/Monat in freies Investieren
Sparquote: 16% – okay, aber Luft nach oben. Wer das Auto abschafft, spart CHF 650/Monat → Sparquote springt auf 24%.


Budget 3: Familie, 2 Kinder (3 & 6 J.), CHF 180'000 brutto

Profil: Er Teamleiter Pharma (CHF 130k), sie 60% als Lehrerin (CHF 50k). C-Bewilligung, 4.5-Zimmer-Wohnung in Uster, ein Auto, Kita + Hort.

Monatliches Budget – CHF 180'000 brutto / ca. CHF 10'700 netto*
Fixkosten
Miete (4.5 Zi, Uster) CHF 2'400
Nebenkosten CHF 280
Krankenkasse (2 Erw. + 2 Kinder) CHF 1'050
Steuern (Rücklage) CHF 1'600
Kita + Hort (2 Kinder, 3 Tage) CHF 1'800
Auto CHF 650
Handy + Internet + Serafe + Versicherungen CHF 250
Variable Kosten
Lebensmittel & Haushalt (4 Personen) CHF 1'200
Auswärts essen (seltener mit Kids) CHF 250
Kleidung (4 Personen, Kinder wachsen) CHF 250
Freizeit, Hobbies, Kinder-Aktivitäten CHF 300
Gesundheit (Familie) CHF 150
Reisen / Ferien CHF 400
Total Ausgaben CHF 10'580
Übrig zum Investieren CHF ~120 / Monat
*Netto nach AHV und PK-Beiträgen, Steuerrücklage separat eingerechnet. Familienzulagen (ca. CHF 450/Monat) sind im Netto enthalten.
Realitätscheck: Kinderbetreuung ist der grösste Ausgabenposten

CHF 1'800/Monat für Kita und Hort – das ist mehr als die Krankenkasse der ganzen Familie. Das ist kein Ausreisser, sondern Realität in der Deutschschweiz. Sobald die Kinder in die Schule kommen und die Kitakosten sinken, öffnet sich ein massiver Sparhebel. Bis dahin: Priorität auf 3a legen (steuerlich abzugsfähig!) und den freien Investitionsüberschuss klein halten.

Was machen mit den CHF 120?

In dieser Phase: beide 3a ausschöpfen (CHF 14'516/Jahr, fehlt im Budget oben – kommt aus dem 13. Monatslohn oder Bonus). Die CHF 120/Monat gehen als Puffer aufs Sparkonto. Investitionsmodus startet, sobald die Kitakosten sinken – dann werden plötzlich CHF 1'500+/Monat frei.


Wie viel sollte ich investieren? Der Sparquoten-Check

Sparquote nach Lebenssituation

Single, keine Kinder20–30% realistisch
Paar, DINK (Double Income No Kids)25–35% realistisch
Familie mit Kita-Kindern5–15% (hart aber möglich)
Familie, Kinder in Schule15–25% (Kita-Ersparnis nutzen!)

Sparquote = (Investiert + 3a) ÷ Nettoeinkommen. PK-Beiträge zählen nicht dazu (die sind bereits abgezogen).

«Die wichtigste Zahl ist nicht, was du verdienst. Es ist, was du investierst.»


Die 5 grössten Kostenfallen in der Schweiz

1. Krankenkasse: Nie vergleichen, nie wechseln

Die Grundversicherung ist bei allen Kassen identisch – nur der Preis unterscheidet sich. Wer seine KK nie wechselt, zahlt oft CHF 1'000–2'000 mehr pro Jahr als nötig. Vergleiche jedes Jahr bis November.

2. Essen gehen: Der stille Budget-Killer

Ein Mittagessen in Zürich: CHF 22–30. Fünfmal pro Woche: CHF 500–650/Monat. Selber kochen und Meal-Prep spart locker CHF 300/Monat – das sind CHF 3'600/Jahr, die direkt in deine 3a fliessen könnten.

3. Auto in der Stadt

Vollkosten eines Autos (Leasing, Versicherung, Service, Benzin, Parkplatz): CHF 600–900/Monat. In Städten mit gutem ÖV ist ein Mobility-Abo + gelegentliches Carsharing oft günstiger und flexibler.

4. Zu hohe Franchise bei der Krankenkasse

Franchise CHF 2'500 klingt gut (tiefe Prämie), aber wenn du regelmässig zum Arzt gehst, zahlst du drauf. Faustrgel: Wer weniger als 2× pro Jahr zum Arzt geht → hohe Franchise. Wer öfter geht → tiefe Franchise rechnen.

5. Steuern nicht planen

Wer ordentlich veranlagt wird und die Steuerrechnung nicht einplant, steht im März vor einer Nachzahlung von CHF 5'000–15'000. Leg monatlich 10–15% des Bruttolohns als Steuerrücklage beiseite.


Wo die Schweiz überraschend günstig ist

🟢 Bildung: Öffentliche Schulen bis Uni sind praktisch gratis (Studiengebühren: ca. CHF 700–1'500/Semester)
🟢 Öffentlicher Verkehr: Teuer, aber extrem gut. GA-Abo: CHF 3'860/Jahr für unbegrenzte Reisen im ganzen Land
🟢 Steuern: Im internationalen Vergleich moderat, besonders in steuergünstigen Kantonen (Zug, Schwyz, Nidwalden)
🟢 Sicherheit & Infrastruktur: Kaum versteckte Kosten für Sicherheit, private Schulen oder marode Infrastruktur
🟢 Natur: Berge, Seen, Wandern – alles gratis und direkt vor der Haustür


Was du mit dem Überschuss machen solltest

Die Reihenfolge, immer gleich:

1️⃣ Notgroschen: 6 Monatsausgaben auf dem Sparkonto (→ CHF 50k Guide)
2️⃣ Säule 3a: Maximum ausschöpfen – CHF 7'258/Jahr (→ 3a-Guide)
3️⃣ PK-Einkauf prüfen: Falls Lücke vorhanden und Konditionen stimmen (→ PK-Guide)
4️⃣ Frei investieren: Alles darüber hinaus – langfristig, diversifiziert, in Qualität


Dein Budget steht. Jetzt investieren.

Egal ob CHF 100 oder CHF 1'000 pro Monat – mit arvy investierst du deine Säule 3a und dein freies Vermögen in Qualitätsunternehmen. Kein Minimum, keine versteckten Kosten, alles von der App.

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Disclaimer: Alle Budgets sind Richtwerte basierend auf der Grossregion Zürich (Stand Februar 2026). Deine tatsächlichen Kosten hängen von Kanton, Gemeinde, Lebensstil und persönlicher Situation ab. Krankenkassenprämien basieren auf mittleren Werten (Franchise CHF 2'500, Erwachsene). arvy ist ein von der FINMA beaufsichtigter Vermögensverwalter und stellt keine Steuer- oder Finanzberatung dar.