Wie wir an die Märkte herangehen — das 4-Säulen-Framework


arvy Notes · Methodik
Macro Big Picture · Market Sentiment · Market Breadth/Internals · Technicals. Ein systematisches Framework, das wir vierteljährlich auf die globalen Märkte anwenden — mit einer aktuellen Anwendung für Q2 2026.
Wenn institutionelle Investoren, Family Offices und Vermögensverwalter mit uns sprechen, ist die häufigste implizite Frage nicht "was haltet ihr vom Markt", sondern "wie kommt ihr zu eurer Sicht". Diese Note beantwortet diese Frage — auf die einzige Weise, die für eine ernsthafte Geschäftspartnerschaft sinnvoll ist: durch Offenlegung des Frameworks selbst.
arvy AG ist ein FINMA-regulierter Schweizer Asset Manager (KAG Art. 24) mit Sitz in Zürich. Wir managen einen konzentrierten globalen Quality-Aktienfonds, verwalten Schweizer Privatvermögen über App-basierte Lösungen — und stellen unser Research selektiv institutionellen Partnern zur Verfügung. Die drei Gründer (Thierry Borgeat, Florian Jauch CFA, Patrick Rissi CFA) haben zuvor gemeinsam einen institutionellen Aktienfonds mit Morningstar 5-Sterne-Rating und rund 200 Mio. USD AUM gemanagt. Unser eigenes Kapital ist im selben Fonds investiert wie das unserer Kunden.
Was uns vom Markt unterscheidet, ist nicht das einzelne Modell oder die einzelne Sektor-Sicht — sondern wie systematisch wir diese Sichten herleiten. Genau das beschreibt das Framework auf dieser Seite.
Jede der vier Säulen beantwortet eine eigene Frage. Erst ihre Synthese ergibt eine handlungsfähige Markteinschätzung.
Antwortet auf die Frage: Sind die strukturellen Rahmenbedingungen für Risikoassets unterstützend, neutral oder belastend?
Antwortet auf die Frage: Ist die Positionierung der Marktteilnehmer überdehnt, ausgewogen oder konträr?
Antwortet auf die Frage: Wird die Indexbewegung von vielen oder wenigen Titeln getragen?
Antwortet auf die Frage: In welcher technischen Verfassung befindet sich der Markt — und welche Setups handelt er?
Drei Eigenschaften machen das Framework für institutionelle Partner relevant:
Erstens — es ist redundant. Vier voneinander unabhängige Säulen reduzieren das Risiko, dass eine einzelne Modellierung zur falschen Konklusion führt. Wenn Säule 1 und Säule 3 konfligieren, ist das eine wertvolle Information — keine Inkonsistenz, die wir wegwischen.
Zweitens — es ist explizit zwingend. Jeder Indikator erhält ein klares Signal (positiv, neutral, negativ). Das eliminiert das institutionelle Standardproblem, dass Researchberichte ohne aktivierbare Konklusion enden. Wir können falsch liegen — wir können nicht unverbindlich liegen.
Drittens — es macht Marktphasen vergleichbar. Weil die Methodik gleich bleibt, lässt sich die heutige Lesart direkt mit der von vor sechs, zwölf oder achtzehn Monaten vergleichen. Das schafft Disziplin in eine Disziplin, die zu Drift neigt.
Wir können falsch liegen — wir können nicht unverbindlich liegen.
Die einzelnen Säulen führen zu einer Gesamteinschätzung. Diese ist nie binär ("bullish" / "bearish"), sondern eine konditionale Lesart: Welche Phase des Zyklus dominiert, welche Faktoren sollten daher übergewichtet werden, wo liegen die Risiken einer Fehleinschätzung?
Ein historisches Muster, das das Framework wiederholt aufdeckt: Wenn Säule 4 (Technicals) noch positiv ist, Säule 3 (Breadth) aber bereits divergiert und Säule 1 (Macro) Belastungen signalisiert, befindet sich der Markt typischerweise in einem Topping-Prozess. Das ist nicht das Signal zum Kapitulieren — es ist das Signal zur Mean Reversion in defensive und qualitative Faktoren.
Genau diese Konstellation liegt aktuell vor.
Die folgende Tabelle ist die ungekürzte Zusammenfassung unserer aktuellen Lesart. Sie stammt aus dem Global Market Assessment Q2 2026, das wir intern und für institutionelle Partner produzieren.
Die Lesart: Trend (Säule 4) ist noch positiv — aber alle internen Daten der Säule 3 (Breadth) divergieren, Säule 1 (Macro) ist belastet, Säule 2 (Saisonalität) ungünstig. Das ist das klassische Muster eines fortgeschrittenen Topping-Prozesses. Risk/Reward sehen wir bis Spätsommer ungünstig, mit Bias zugunsten unterbewerteter Quality- und Defensiv-Faktoren.
Das Framework ist nicht eine theoretische Übung. Es produziert dokumentierte, datierte Calls. Hier die drei aktuellen Wendepunkte des laufenden Jahres:
Die drei Calls zeigen, was das Framework leistet: Es identifizierte den Topping-Prozess vor der April-Korrektur. Es identifizierte das Reaktionstief mit konkreten Sentiment- und Breadth-Signalen. Und es identifizierte den jüngsten Anstieg auf 7'200 Punkte als technisches Hoch, nicht als fundamentale Trendfortsetzung. Wir behaupten nicht, jeden Wendepunkt zu antizipieren — wir behaupten, das Setup, in dem ein Wendepunkt strukturell wahrscheinlich wird, vor seinem Eintritt zu erkennen.
Das 4-Säulen-Framework klärt die Allokations-Frage: Welche Marktphase liegt vor, welche Faktoren sollten übergewichtet werden? Was es nicht klärt, ist die Selektions-Frage: Welche konkreten Unternehmen sollen das Portfolio tragen?
Hier kommt unsere Quality-Linse zum Einsatz. Sie fragt nicht: Wie schnell wächst dieses Unternehmen? Sie fragt: Wie nachhaltig sind seine Cashflows, wie tief seine Verschuldung, wie hoch seine Eigenkapitalrendite über Zyklen, wie attraktiv die heutige Bewertung relativ zu seiner eigenen Historie?
Das Resultat ist eine doppelte Disziplin: Das Framework verhindert, dass wir in eine technisch belastete Marktphase aufstocken. Die Quality-Linse verhindert, dass wir uns mit den fundamentalen Verlierern dieser Phase positionieren. Die Allokations-Logik haben wir in der Quality-Note ausführlich beschrieben.
Cash is a fact. Profits are an opinion. Quality verhindert nicht jede Korrektur — aber sie stellt sicher, dass das, was im Portfolio steht, eine Korrektur strukturell übersteht.
Unsere Investment Research Partnerschaft richtet sich an unabhängige Vermögensverwalter, Family Offices und kleinere Asset Manager, die ein qualitatives institutionelles Research benötigen — ohne intern ein eigenes Research-Team aufbauen zu müssen. Konkret umfasst das:
1. Vierteljährliche Investment Calls. Das vollständige Global Market Assessment (wie oben), live präsentiert mit Q&A.
2. Musterportfolio. Global und regional, mit konkreten Gewichtungen und Begründungen.
3. Sektor- und Themen-Ideen. Ad-hoc auf Marktentwicklungen, mit Charts und Fundamentals.
4. Portfolio Review als Sparringspartner. Überprüfung von Kundenportfolios durch die Quality-Linse.
5. Direkter Zugang. Zu den drei Gründern, ohne Layer aus Sales und Junior-Analysten.
Wir sind klein, konzentriert und arbeiten mit einer überschaubaren Anzahl von Partnern. Das ist eine bewusste Entscheidung — sie ermöglicht uns, jede Partnerschaft mit der Tiefe zu betreuen, die institutionelles Research erfordert.
Wir unterstützen Vermögensverwalter und Family Offices mit unabhängigen Investment-Insights, Portfolio Reviews und strategischem Sparring. Einfach, pragmatisch, auf lange Partnerschaften gebaut.
Jeden Freitag eine fesselnde, lehrreiche Markt- oder Unternehmensgeschichte in unter 5 Minuten. 12'000+ Schweizer Leser.
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